Gliederung
1 Einleitende Grundgedanken 1
1.1 Begriffserklärung und Einschränkung
von Identität 1
1.2 Begriffserklärung Interaktion 2
2 Die Entwicklung der Identität nach
Erik Homburger Erikson 4
2.1 Entwicklungspsychologische Theorie 4
2.2 Die Phasen 5
2.2.1 Die Säuglingszeit
Die oral-sensorische Phase 7
2.2.2 Das Kleinkindalter
Die muskulär-anale Phase 9
2.2.3 Das Spielalter
Die lokomotorisch-genitale Phase 9
2.2.4 Das Schulalter
Die Latenzphase 11
2.2.5 Die Pubertät und Adoleszenz 12
2.2.6 Das frühe Erwachsenenalter 16
2.2.7 Das Erwachsenenalter 17
2.2.8 Die Reife 18
3 Die Entwicklung der Identität nach
George Herbert Mead 20
3.1 Ansatz zur Theorie der symbolischen
Interaktion 20
3.2 Die Interaktion 21
3.3 Zeichen Gesten und signifikante Symbole 21
3.4 Die Rollenübernahme 23
3.5 Das Spiel und der Wettkampf 24
II
4 Fazit 28
4.1 Eigene Schlussfolgerung 28
4.2 Kritik an Erikson 29
4.3 Kritik an Mead 30
5 Literaturverzeichnis
III
1 Einleitende Grundgedanken
Schlendert man heutzutage durch eine Bücherei findet man Ratgeber mit den Aufschriften, wie „Wer bin ich?“, „Identitätsfindung in 10 Schritten“, „Lebensstation-10000 Meter bis zu mir“, „Mein Weg zu mir. Ein Leitfaden für die erfolgreiche Suche nach dem Selbst“ und noch sehr vielen weiteren. Auch zahlreiche Zeitschriften sind überfüllt mit Persönlichkeitstests und Selbstanalysen. Diese Beobachtung lässt vermuten, dass viele Menschen auf der Suche nach Identität sind oder mehr über die Entwicklung der Identität erfahren möchten. Ein weiterer Grund für das stetig wachsende Interesse kann auch der Wunsch nach einer neuen eigenen Identität sein.
In meiner Arbeit möchte ich die Frage nach Identität in den Mittelpunkt stellen.
Wo beginnt Identität, wann verfügt man über eine eigene Identität und verändert sich die Identität im Laufe des Lebens?
Um diese Fragen beantworten zu können, möchte ich im Folgenden den Weg der Identitätsbildung nach den Ansichten von Erik H. Erikson und George Herbert Mead im Einzelnen erarbeiten.
1.1 Begriffserklärung und Einschränkung von
Identität
Bevor die Entwicklung der Identität nach den Theorien von George Herbert Mead und Erik H. Erikson genauer betrachtet wird, sollte zunächst geklärt werden, was Identität ist. Im Folgenden wird eine Definition des Begriffes aufgeführt.
1
Im Allgemeinen spricht man von Selbstidentität, Identitätskrisen, personaler Identität und noch vielen mehr.
Der Begriff „Identität“ ist ein vielschichtiger Begriff, der nicht klar zu umschreiben ist.
Identität ist eine Abwandlung von dem lateinischen Wort „identitas“, welches „Wesenseinheit“ bedeutet.
Die Identität eines Menschen macht es möglich, diesen von anderen seiner Art zu unterscheiden.
Die soziale Umwelt und das Individuum selbst sind eng miteinander verbunden, da zur Identität nicht nur die Selbstsicht eines Menschen gehört, sondern auch die Ansicht anderer über diesen Menschen.
Der Begriff thematisiert das
Im entwicklungspsychologischen Sinn ist
es in dieser Studienarbeit gehen.
1.2 Begriffserklärung Interaktion
Allgemein meint Interaktion die wechselseitige Beeinflussung des Verhaltens von Individuen oder Gruppen. Für diese Arbeit ist die soziale Interaktion von besonderer Bedeutung.
Soziale Interaktion ist die
2
Partnern spezifische Reaktionen, Verhaltensweisen, Handlungen sowie Änderungen in Verhaltens- und Handlungsbereitschaften einseitig oder wechselseitig hervorrufen> 3
Hiermit sind die durch Kommunikation (Sprache, Geste, Symbole) deutlich werdenden wechselseitigen Beziehungen zwischen Personen und Gruppen gemeint und die sich daraus ergebende wechselseitige Beeinflussung ihrer Einstellungen, Erwartungen und Handlungen.
Interaktion ist somit nicht nur Kommunikation von Mensch zu Mensch, sondern beinhaltet den Aspekt des gegenseitigen Handelns.
Die Interaktion umfasst
4
3
Schwendtke (Hrsg.): Wörterbuch der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, UTB für Wissenschaft 1991, S. 134
4
Stimmer (Hrsg.): Lexikon der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit, Oldenbourg, 1994, S. 250
3
2 Die Entwicklung der Identität nach
Erik H. Erikson
2.1 Einleitung zur entwicklungspsychologischen
Theorie
Mit der Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit hat sich der Psychoanalytiker und Psychotherapeut Erik Homburger Erikson (1902 – 1994) auseinandergesetzt. Erikson war ein Schüler und Freund von Sigmund Freud und entwickelte Freuds Einsichten zur Psychoanalyse weiter. Im Gegensatz zu Freud, versteht Erikson die Entwicklung der Persönlichkeit als ein Prozess, der das ganze Leben eines Individuums andauert und in einem vielschichtigen sozialen bzw. gesellschaftlichen Kontext steht. Es existiert also eine Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft.
Wichtig in der Identitätstheorie von Erikson sind nicht die individuellen Differenzen, wie vielfältig sich einzelne Identitäten ausbilden können, sondern die Gemeinsamkeit, die uns veranlasst, unsere Identität weiter zu entwickeln.
Im Nachstehenden soll aufgezeigt werden, welche Auswirkungen diese Gemeinsamkeit, die Erfahrungen mit anderen Menschen, auf die Person haben.
4
2.2 Die Phasen
Erikson teilt seine Identitätstheorie in Entwicklungsabschnitte bzw. in psychosoziale Krisen ein. In jeder Phase gilt es, eine Krise 5 zu
bewältigen, die den Aufstieg in die nächste Phase zulässt. Jede Phase, die der Mensch bis zum Erwachsenenalter hin durchlebt, wirft Wendepunkte in seiner Identitätsentwicklung auf. Die Überwindung jeder Krise bedeutet einen Abschluss jener Phase zu finden, um ohne Belastung in die nächste Phase eintreten zu können. Dabei ist festzuhalten, dass die positiven Stärken, die in einer Krise entstehen können, helfen, den nächsten Krisen positiv entgegenzutreten.
Dazu erstellte Erikson ein Entwicklungsmodell, welches er eng an die fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung von Freud anlehnte. Freuds Modell beschreibt die Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zur Pubertät. Die erste Phase wurde von Freud als Orale Phase bezeichnet, während das Kind die Lustbefriedigung durch alles, was mit dem Mund zusammenhängt erlebt. Anschließend folgt die Anale Phase, in der sich die Aufmerksamkeit auf die Ausscheidungsprodukte richtet. Das Kind erlangt zunehmend Kontrolle über das Ausscheiden oder Zurückhalten der Exkremente. In der Phallischen Phase übernimmt das Kind Moralbegriffe, beispielsweise von den Eltern, und entwickelt so auch sein Über-Ich.
Des Weiteren ist diese Phase durch das erste Entdecken der eigenen und fremden Sexualität gekennzeichnet. Außerdem kommt es zu einer verstärkten Hinwendung zum gegengeschlechtlichen Elternteil und sogar zur Rivalität mit dem 5 Krise bedeutet „Zuspitzung, Höhe- und/oder Wendepunkt einer gefährlichen oder unsicheren Entwicklung oder Hemmung, Infragestellung einer Entwicklung, einer gegebenen Struktur oder Situation durch akute Schwierigkeiten“ (Langenscheidt: Online-Fremdwörterbuch, http://www.langenscheidt.de/?fremdwb=krise)
Arbeit zitieren:
Tanja Wohlberedt, 2006, Die Entwicklung der Identität, München, GRIN Verlag GmbH
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