Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung 3
1. Die dialektalen Großräume 3
2. Das Standarddänisch 6
3. Die Unterscheidungskriterien 6
3.1 Schwachtonige Endsilben 7
3.2 Die Aussprache des Personalpronomens Jeg 8
3.3 Die Stellung des bestimmten Artikels 8
3.4 Die Anzahl der grammatischen Geschlechter 9
Nordjütland 10 NA
3.5 Der Stoßton 10
3.6 Klusilschwächung 13
4. Ausgewählte Dialekte 15
4.1 Jütisch 15
4.1.1 Westjütisch 18
4.1.2 Sønderjysk 18
4.1.3 Ostjütisch 20
4.1.4 Vendelbomål 20 Vendelbomål..............................................................................................................................20
4.2 Inseldänisch 22
4.2.1 Fünisch 22
4.2.2 Seeländisch 23
4.3 Ostdänisch auf Bornholm 24
4.4 Die Sprachen Kopenhagens 25
4.4.1 Lavkøbenhavnsk 26
4.4.2 Højkøbenhavnsk 27
5. Die Popularität der Dialekte 28
6. Dialekte gestern heute - und morgen 29
7. Literaturverzeichnis 31
2 NA
0 Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich mit den Dialekten Dänemarks beschäftigen. Einleitend wird eine grobe geographische Einteilung der Dialekte aufgeführt. Danach erfolgt ein kurzer Überblick über die wichtigsten sprachlichen Kriterien, mithilfe derer man weitere Einteilungen vornehmen kann. In den darauffolgenden Kapiteln werden einige Dialekte präsentiert und analysiert. Danach werden die Dialekte chronologisch betrachtet - Wie groß waren die regionalen Unterschiede im Dänischen früher? Wie groß sind sie heute? Welche Stellung nehmen bzw. nahmen Soziolekte ein? Gibt es Dialekte oder Soziolekte, die besonderes Ansehen genießen? Zum Schluss soll der Frage nachgegangen werden, welche Entwicklung die dänische Sprache in Zukunft möglicherweise nehmen wird und welchen Einfluss das fortschreitende Medienzeitalter auf die Dialekte ausübt.
1. Die dialektalen Großräume
Es gibt 3 dialektale Großräume in Dänemark. Das Westdänische wird auf dem gesamten Festland gesprochen und gliedert sich in der ersten Stufe weiter in Ost-, Süd- und Westjütisch. Das Inseldänische wird auf allen großen Inseln gesprochen, jedoch nicht auf Samsø, Læsø und Anholt. Fünen war im Mittelalter rechtlich an Jütland gebunden. Dieser Umstand wirkte sich auch auf die Sprache aus. Daher nimmt das Fünische heute eine Art Zwischenstellung zwischen dem Jütischen und dem Seeländischen ein. 1 Das Ostdänische existiert im heutigen Dänemark nur noch auf Bornholm. 2 Aus Perspektive der dänischen Linguisten werden aber auch die südschwedischen Dialekte der Gebiete, die vor 1658 zum dänischen Staatsgebiet gehörten, zum Ostdänischen hinzugezählt. Insgesamt bildet das Ostdänische gewissermaßen die Übergangszone zwischen mitteldänischen und mittelschwedischen Dialekten. 3
1
Nielsen, Brøndum Johs. : S. 93
2
Braunmüller, Kurt: Die skandinavischen Sprachen im Überblick S. 83
3
Haugen, Einar: S. 61
3
Es folgt eine etwas detailliertere Auflistung der Dialekte und deren
Verbreitungsgebiete: 4
4
http://www.geocities.com/henrik2405hsj/danskdialekt.html?20051
4
In Abbildung 1 sind die drei dialektalen Großräume Dänemarks durch unterschiedliche farbliche Markierung vereinfacht dargestellt. Im gelben Bereich wird Westdänisch, im grünen Inseldänisch und im roten Ostdänisch gesprochen.
Abb. 1: Die dialektalen Großräume
Diese Gliederung der Dialekte, die man auch noch weiter unterteilen könnte, richtet sich nach den geographischen Grenzen der Gebiete, in denen sie gesprochen werden. 6
5
Grafik aus: www.hum.ku.dk/dialekt/danmakrskort-a4.jpg
6
Brøndum Nielsen, Johs.: S. 91
5
2. Das Standarddänisch
Die Standardsprache im Dänischen ähnelt stark der Sprache die in Kopenhagen gesprochen wird. Demzufolge handelt es sich hierbei auch um einen Dialekt, der jedoch im Laufe der Zeit als “der richtige” anerkannt wurde 7 . Diese Aufwertung begann bereits ab 1529, als Christian Pedersen, der u.a. als Bibelübersetzer berühmt wurde, die schriftsprachliche Normierung einleitete. Er ordnete und systematisierte die große Anzahl der verschiedenen Schrifttraditionen, die zum damaligen Zeitpunkt herrschten und bezog sich dabei hauptsächlich auf die Schrifttradition der Hauptstadt. 8 Als Kopenhagen unter Christian IV. Anfang des 17. Jahrhunderts förmlich aufblühte, wurde es endgültig zum landesweiten Vorbild guten Geschmacks und der Bildung. Auch die dort gesprochene Sprache gewann an zusätzlicher Beliebtheit und bei der Oberschicht der Hauptstadt war bereits eine einheitliche Sprache nachzuweisen. 1678 gab der dänische Grammatiker Gerner allen Dänen den Rat "von denen zu lernen, die in der Hauptstadt von wirklichen dänischen Eltern geboren wurden oder in der Hauptstadt und an der Universität ausgebildet wurden". 9 Auf diese Weise wurde das Kopenhagener Dänisch zur überregionalen Norm und gleichzeitig wurden auch die Weichen für den gehobenen Soziolekt "Højkøbenhavnsk" gelegt. Die Aufrecht- erhaltung des hohen Status, den die Kopenhagener Sprache genießt, ist heute v.a. dem Umstand zu verdanken, dass Kopenhagen als Hauptstadt gleichzeitig die Rolle des überregionalen Medienzentrums einnimmt.
3. Die Unterscheidungskriterien
Um einen Überblick über die Dialektlandschaften zu erhalten, wurden die Dialekte zunächst nach offensichtlichen, geographischen Gesichtspunkten voneinander ab- gegrenzt. Im Folgenden werden die Dialekte aus linguistischer Perspektive beleuchtet. Anhand von Faktoren wie schwachtonige Endsilbe, Anzahl der grammatischen Geschlechter oder Stoßton können weitere Spezifizierungen vorgenommen werden.
7
http://www.gravengaard.dk/dialekt/om%20dialekter.htm
8
Haugen, Einar: S. 412
9
Haugen, Einar: S. 69
6
3.1 Schwachtonige Endsilben
Im Dänischen gibt es 3 Möglichkeiten die auslautende Silbe zu realisieren: Als Vollvokal im Ostdänischen, wie auch im Schwedischen und Norwegischen; als Schwa im Inseldänischen oder als Apokope fakultativ im Inseldänischen und obligatorisch im Westdänischen. 10
Beispiele für das Verb “at sætte”:
Westdänisch: [a:] oder [ a] , Inseldänisch: [a] , Ostdänisch: [aα] Die Apokopierung der schwachtonigen Endsilbe im Jütischen existiert bereits seit dem 12. Jahrhundert. Im Vergleich zu anderen dänischen und skandinavischen Dialekten hatte das Jütische in dieser Zeit bereits eine Stellung, die der heutigen durchaus gleichkommt. Das Jütische ist auch der Dialekt, in dem sich die Aussprache am weitesten von der Form im Ur-Nordischen (200-800) entfernt hat. Das hängt v.a. mit dem Vokalwegfall in der zweiten Silbe von zweisilbigen Wörtern zusammen. 11 Die Abschwächung der Endsilbe vollzog sich, indem sich der Druck in den entsprechenden Wörtern so auf die erste Silbe verlagert hat, dass die zweite Silbe nach und nach schwächer und schließlich gar nicht mehr realisiert wurde. 12 Die Apokopierung bewirkte somit, dass aus alten Zweisilbern neue Einsilber wurden. Diese Reduktion führte zu unterschiedlichen Resultaten: Im östlichen Teil Zentraljütlands (Midtøstjylland) und in Sønderjylland kam es zu Homophonien vieler alter und neuer Einsilber. In der gesprochenen Sprache konnte mit [hb] sowohl das Substantiv et hop als auch das Verb at hoppe gemeint sein. Genauso verhielt es sich mit [j], womit entweder das Substantiv en hjælp oder das Verb at hjælpe gemeint sein konnte. Heute wird dieser signifikante Unterschied in unterschiedlicher Form markiert: Im äußersten Osten Sønderjyllands bekommen alte Zweisilber bei drohender Homophonie mit alten Einsilbern den Circumflex, der in phonetischer Hinsicht dem Akzent 2 im Norwegischen und im Schwedischen ähnelt. In Nordjütland wird die Homophonie durch eine Längung des vorangehenden Vokals
10
Kristiansen, Tore: "Sproglig regionalisering i Danmark?" S. 117
11
Nielsen, Niel Åge: S. 10
12
Nielsen, Niel Åge: S. 39
7
umgangen: en hat [had], hatte [ha:d]; oder et slurk [slåg], at slurke [slå:g]. 13 Das Ostdänische hat mit dem Vollvokal in der Endsilbe noch die ursprünglichste Form der Aussprache des Dänischen bewahrt. Das lässt sich einerseits mit der geographischen Isolation wie andererseits auch mit der Nähe zu Schweden erklären. Das Inseldänische nimmt mit der fakultativen Apokopierung der Endsilbe oder mit dem Erhalt des Schwa-Lautes eine Art Zwischenstellung zwischen dem West- und dem Ostdänischen ein.
3.2 Die Aussprache des Personalpronomens “Jeg”
Ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung der dänischen Dialekte ist die Aussprache des Personalpronomens "Jeg". Im Ostdänischen sagt man ähnlich wie im Schwedischen [ja] mit einem sehr offenen [a]. Im Inseldänischen hört man eher [jæj] oder [jæ]. Hier ist das [æ] wesentlicher flacher. Auf dem Festland sagt man typischerweise [a] 14 oder in Thy sowie in Sønderjylland auch [æ]. Besonders auffällig waren diese phonetischen Unterschiede Ende des 19. Jahrhunderts.
3.3 Die Stellung des bestimmten Artikels
Der bestimmte Artikel ist im Standarddänischen, wie auch in anderen skandinavischen Sprachen, enklitisch. In bestimmten Dialekten Westjütlands kann man den Artikel aber auch vorangestellt vorfinden. Der Artikel æ wird genusunabhängig verwendet und tritt seit etwa dem 16. Jahrhundert auf. Im Westjütischen heißt es æ mand, æ kone und æ hus. 15 Im Standarddänischen sagt man manden, konen und huset. Da das Westjütische über Schleswig Verbindungen zum Deutschen hat, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass sein Ursprung in diesem Sprachkontakt liegt. 16 Es gibt aber noch weitere Hypothesen darüber, wie es zu seiner Entstehung gekommen sein könnte. Drei davon lauten:
13
Nielsen, Niel Åge: S. 41
14
Kristiansen, Tore: "Sproglig regionalisering i Danmark?" S. 117
15
Nielsen, Niel Åge: S. 42
16
Nielsen, Niel Åge: S. 43
8
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Franziska Wenzel, 2006, Gliederung der dänischen Dialekte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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