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Der Merkantilismus in Frankreich

Title: Der Merkantilismus in Frankreich

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stephan Fuchs (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Summary Excerpt Details

Thema dieser Arbeit ist der Merkantilismus in Frankreich. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile.
Zuerst werden die theoretischen Grundgedanken des Merkantilismus dargestellt. Darauf wird der
Colbertismus, benannt nach seinem Urheber Jean-Baptiste Colbert, der die praktische Umsetzung
des Merkantilismus in Frankreich darstellte, betrachtet. Was aber ist der Merkantilismus? Wo
liegen dessen theoretischen Ursprünge, welche Inhalte bestimmen den Merkantilismus und wie
sah seine besondere Ausprägung in Frankreich aus?
Schaefer definiert Merkantilismus als jene Wirtschaftspolitik, „die während der Zeit des
Absolutismus durch bewusst betriebene staatliche Wirtschaftsförderung eine Erhöhung des
Wohlstandsniveaus der Nationalwirtschaft durch eine Aktivierung der Handelsbilanz zum Zweck
einer Anhebung der Steuereinnahmen anstrebte.“1
Der Merkantilismus diente also als Instrument der absolutistischen Königshäuser und sollte den
Staat durch Exportüberschüsse mit Geld versorgen. Eine exakte zeitliche Eingrenzung ist jedoch
schwierig. So umspannt „der Merkantilismus die Zeit von den sich auflösenden, vorwiegend auf
Grundbesitz und Grundeinkommen fußenden, wirtschaftlich nur lose durch Handel verbundenen
und sich für die primären Lebensbedürfnisse meist selbst genügenden mittelalterlichen
Wirtschaftskörpern bis zu den durch wachsenden Handel, zunehmende Geldwirtschaft und
differenzierte Arbeitsteilung gekennzeichneten National- und Territorialstaaten.“2 Es handelt
sich, wie gezeigt werden wird, um keine geschlossene Wirtschaftstheorie, eher ein
Maßnahmenbündel praktischer Wirtschaftspolitik.
Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch umfassend alle Forschungsergebnisse auf diesem
Gebiet wiederzugeben, denn das wäre bei dem Umfang der merkantilistischen Literatur und
den unterschiedlichen praktischen Umsetzungen, in den einzelnen Ländern, kein leichtes
Unterfangen. Vielmehr ist es das Ziel die Kerngedanken des Merkantilismus und die spezielle
Variante des Colbertismus darzustellen. Auf eine nähere Betrachtung des Merkantilismus in
England und des Kameralismus in Deutschland und Österreich wird an dieser Stelle, aufgrund
des begrenzten Formats, verzichtet.
Bevor das Augenmerk auf den ersten Schwerpunkt, die theoretischen Beiträge der
Merkantilisten, gerichtet wird, werden im zweiten Kapitel eine zeitliche Eingrenzung
vorgenommen und kurz die verschiedenen Ausprägungen in Deutschland, England und Frankreich vorgestellt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Einordnung und besondere Ausprägungen

2.1 Vorläufer des Merkantilismus

2.2 Die zeitliche Abgrenzung u. besondere Ausprägungen des Merkantilismus

3 Theoretische Grundkonzeption des Merkantilismus

3.1 Einführung: Entwicklung und Wachstum der Wirtschaft als Leitmotiv

3.2 Die Lehre vom Geld

3.3 Die Lehre von der aktiven Handelsbilanz

3.4 Lohn und Beschäftigung in den merkantilistischen Wirtschaftslehren

3.5 Theoretische Vertreter in England, Frankreich und Deutschland

4 Die Umsetzung merkantilistischer Wirtschaftspolitik in Frankreich unter Colbert

4.1 Einführung: Die Zeit des Absolutismus

4.2 (Außen)Handel- und Zollpolitik

4.3 Finanzpolitik

4.4 Gewerbepolitik

4.5 Lohn-, Beschäftigung- und Bevölkerungspolitik

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Merkantilismus, mit einem besonderen Fokus auf dessen praktische Ausgestaltung in Frankreich unter Jean-Baptiste Colbert, den sogenannten Colbertismus. Das Hauptziel besteht darin, die theoretischen Ursprünge und Kerngedanken dieser wirtschaftspolitischen Strömung zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie als Instrument absolutistischer Machtpolitik zur Steigerung von Staatsreichtum und militärischer Stärke eingesetzt wurde.

  • Historische Herleitung und theoretische Grundkonzeption des Merkantilismus
  • Analyse der Lehren zu Geldmenge, Handelsbilanz und Beschäftigungspolitik
  • Untersuchung der administrativen Umsetzung unter Jean-Baptiste Colbert in Frankreich
  • Betrachtung von fiskalpolitischen Maßnahmen und der Rolle des Zunftwesens
  • Kritische Würdigung der Leistungen, Grenzen und Widersprüche merkantilistischer Politik

Auszug aus dem Buch

Die Lehre vom Geld

Nach Ansicht der Merkantilisten beruhte der Reichtum einer Volkswirtschaft auf Geld. Der Kerngedanke dahinter war, dass der Reichtum an Geld die Größe und Macht eines Staates ausmachte. So spielte das Geld eine entscheidende Rolle im Wirtschaftsprozeß. Einerseits wurde es zum Erwerb von zusätzlichem Geld, also zur Gewinnerzielung eingesetzt, andererseits stand die Funktion des Geldes im Vordergrund, d.h. die Merkantilisten betrachteten das Geld als ein Tauschmittel für Waren. Sie wandten sich vehement gegen das Horten von Geld wie es noch die monetaristische Auffassung war. Es wäre vielmehr unumgänglich, dass das Geld dauernd in Umlauf gehalten werden sondern müsste.

Weiterhin erkannten die Merkantilisten die multiplizierende Wirkung einer Vermehrung der Geldmenge im Hinblick auf Beschäftigung und Volkseinkommen. So konnte die expansive Wirkung des Geldes im Wirtschaftskreislauf durch zwei wirtschaftspolitische Maßnahmen erreicht werden: 1. durch eine Ausweitung der Geldmenge und 2. durch eine Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes bei gleichzeitiger Beibehaltung der Geldmenge.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand Merkantilismus sowie den Colbertismus und steckt den inhaltlichen Rahmen der Arbeit ab.

2 Historische Einordnung und besondere Ausprägungen: Dieses Kapitel erläutert die geldtheoretischen Vorläufer und diskutiert die zeitliche Abgrenzung des Merkantilismus in Europa.

3 Theoretische Grundkonzeption des Merkantilismus: Hier werden die zentralen ökonomischen Lehren, insbesondere zur Handelsbilanz, Geldpolitik und zu den produktionsfördernden Arbeitsmarktmaßnahmen, theoretisch fundiert dargestellt.

4 Die Umsetzung merkantilistischer Wirtschaftspolitik in Frankreich unter Colbert: Das Kapitel analysiert die konkrete staatliche Interventionspolitik unter Colbert, inklusive Handels-, Zoll-, Finanz- und Gewerbepolitik.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die wirtschaftlichen Folgen sowie die inneren Widersprüche des merkantilistischen Systems.

Schlüsselwörter

Merkantilismus, Colbertismus, Absolutismus, Handelsbilanz, Wirtschaftspolitik, Staatshaushalt, Manufakturen, Außenhandel, Geldtheorie, Frankreich, Colbert, Protektionismus, Gewerbepolitik, Beschäftigung, Zahlungsbilanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Merkantilismus als wirtschaftspolitischem Konzept der frühen Neuzeit, mit einem Schwerpunkt auf der französischen Umsetzung unter Jean-Baptiste Colbert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Begründung staatlicher Eingriffe, die Rolle von Geld und Handelsbilanz, sowie die praktische Politik des Colbertismus in den Bereichen Gewerbe, Finanzen und Beschäftigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung der Kerngedanken des Merkantilismus und die Analyse, wie diese in der Praxis des Colbertismus zur Stärkung der absolutistischen Macht eingesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die wirtschaftshistorischen Ansätze und die spezifische Politik Colberts auf Basis etablierter ökonomischer und historischer Quellen zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung der merkantilistischen Lehren und eine detaillierte Untersuchung der administrativen, fiskalischen und gewerblichen Maßnahmen unter Ludwig XIV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Merkantilismus, Colbertismus, Handelsbilanz, Protektionismus, Staatsfinanzen und staatlicher Dirigismus.

Wie wurde die Steuerpolitik in Frankreich unter Colbert strukturiert?

Colbert versuchte durch eine Umstrukturierung, den Fiskus zu stärken, indem er die Kontrolle über die Steuereintreibung intensivierte und die Lasten durch eine effizientere Verwaltung zu optimieren suchte.

Welche Rolle spielten Manufakturen im Colbertismus?

Manufakturen wurden gezielt gefördert, um die inländische Produktion hochwertiger Exportgüter zu steigern und somit eine aktive Handelsbilanz zu erzielen, während gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen wurden.

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Details

Title
Der Merkantilismus in Frankreich
College
University of Cologne  (Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Course
Hauptseminar: Ökonomisches Denken vor der Neoklassik
Grade
2,0
Author
Stephan Fuchs (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V6850
ISBN (eBook)
9783638143288
ISBN (Book)
9783656567721
Language
German
Tags
Merkantilismus Colbertismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Fuchs (Author), 2002, Der Merkantilismus in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6850
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