Inhaltsverzeichnis
i) Einleitung S. 3
ii) Geschichtliche Hintergründe S. 3
iii) Der Sprachkontakt S. 4
iv) Nachweis altnordischen Lehnwortguts S. 7
v) Das Lehnwortgut S. 9
vi) Schlussbemerkungen S 12
Karte und Quellenangaben S 13
vii)
2
Die lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit
i) Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und vor allem den lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit. Um ein vollständiges Bild dieses Kontaktes zu zeigen, bezieht sich die Seminararbeit auch auf Folgen, die erst in mittelenglischer Zeit sichtbar wurden.
Zunächst wird ein kurzer geschichtlicher Überblick gegeben. Weiter beschäftigt sich die Arbeit mit dem Sprachkontakt der beiden Völkergruppen, insbesondere mit der Art und den Ursachen dieses Sprachkontakts, dem skandinavischen Lehnwortgut und dessen Nachweismöglichkeiten sowie den verschiedenen Entlehnungstypen.
An erster Stelle soll diese Arbeit zeigen, welch große Bedeutung das Altnordische für die Entwicklung der englischen Sprache darstellte und wie groß die Integration dieser Sprache war. Außerdem soll sie widerspiegeln, dass der altnordische Einfluss wohl einer der bedeutendsten Einflüsse war, mit dem das Englische je in Berührung kam.
Es stellt sich also die Frage: Wie konnte es zu solch einer starken Integration des Altnordischen kommen? Außerdem sollte man die spannende Frage klären, warum dass Bild entsteht, dass der englisch-skandinavische Sprachkontakt im Altenglischen scheinbar so gering war.
ii) Geschichtliche Hintergründe
Erste Eintragungen über englisch-skandinavische Kontakte finden sich in der altenglischen Chronik im Jahre 787. Dort ist die Rede von „drei mit Nordmännern besetzten Schiffen (iii scipu norθmanna).
Offensichtlich handelt es sich hier um die Ankunft der Wikinger an der Küste von Wessex. Scheler (1977: 17-18) teilt die Invasionen der Skandinavier, vornehmlich Dänen und Norwe-
3
ger, in drei Perioden ein. In dem Zeitraum von 600-850 n. Chr. plünderten zunächst Norweger die Küstenstreifen und überfielen auf ihren Streifzügen zahlreiche Klöster. Zum größten Teil stahlen sie Silber, Gold, wertvolle Reliquien und edle Stoffe. Nach Baugh & Cable (1993: 91) wurden teilweise auch Einheimische gefangen genommen und zu Sklaven gemacht. Zu dieser Zeit traten die Skandinavier noch in kleineren Banden auf und plünderten mal hier mal dort.
In den Jahren 850-878 begannen die Dänen größere Kriegszüge. Sie eroberten Teile Englands mit ganzen Schiffsflotten und drangen immer mehr ins Innere des Landes vor. Unter anderem gründeten sie ihre erste feste Niederlassung um York und überwinterten auf der Insel Thanet. Sie überfielen auch Canterbury und London. Zu dieser Zeit waren sehr große Teile Englands fest in dänischer Hand.
Die letzte Periode umfasst die Zeit von 878 bis ca. 1070. Natürlich konnten die skandinavischen Überfälle nicht völlig widerstandslos vor sich gehen. Um 878 waren die Skandinavier schließlich gezwungen, sich auf Wunsch des westsächsischen Königs Alfred auf den Wedmore Vertrag einzulassen. Dieser besagte, dass von nun an das Gebiet nordöstlich der Watlingstreet (siehe Karte, S.13) dänischer Gesetzgebung unterstellt sei. Das Gebiet erhielt den Namen Danelaw (< an. denalagu). Zusätzlich akzeptierten die Dänen das Christentum. So ließ sich zum Beispiel König Alfreds dänischer Vertragspartner taufen. Wessex, König Alfreds Reich, war somit vor den Dänen gerettet.
Die Überfälle der Skandinavier nahmen aber trotz der vertraglichen Einigung kein Ende. Unter König Alfred kam es zu erneuten Invasionen der Skandinavier. Die Norweger errichteten ein Königreich in Irland und drangen noch bis nach Schottland vor. Nach dem Tod König Alfreds wurde Knut von Dänemark König von England (1016-1035) und nach dessen Tod seine beiden Söhne. Der letzte Eintrag über dänische Einfälle verzeichnet die altenglische Chronik im Jahre 1070.
iii) Der Sprachkontakt
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit Art und Intensität des Sprachkontakts zwischen Engländern und Skandinaviern und den Voraussetzungen, die dafür vorhanden waren.
4
Er soll auch
die in der Einleitung gestellte Frage über die Integration des Altnordischen beantworten. Zunächst ist zu klären, um welche Art von Sprachkontakt es sich handelte. Man könnte meinen, dass es sich um einen ähnlichen Sprachkontakt handelte wie zuvor zwischen Kelten und Germanen. Das Verhältnis dieser beider Gruppen war feindlich. Die Kelten waren damals von den Germanen unterworfen worden. Dies wirkte sich auch entscheidend auf den Sprachkontakt der beiden Völker aus. Er war sehr gering.
Dies trifft hier, beim englisch-skandinavischen Sprachkontakt, nicht zu. Obwohl eine ähnliche Ausgangslage, nämlich die zunächst feindliche Invasion der Skandinavier vorhanden war, handelt es sich beim englisch-skandinavischen Sprachkontakt um einen sehr intensiven. Die Engländer wurden nicht unterworfen - ganz im Gegenteil. Die beiden Völker schmolzen zusammen. Es kam zu völkerübergreifenden Ehen, und mit der Zeit gliederten sich die zunächst Fremden in die englische Gemeinschaft ein. Sie ließen sich fest in Teilen Englands nieder und um 1200 waren schließlich die letzten skandinavischen Siedlungen in gemischte Gemeinden übergegangen.
Wie Baugh & Cable (1993: 93) feststellt, war auf der einen Seite die Akzeptanz des fremden Volkes, die das englische Volk und die englischen Könige im Gebiet des Danelaw den Skandinaviern entgegenbrachten, eine wichtige Voraussetzung für diese Eingliederung. Außerdem trugen auch die Skandinavier ihren Teil dazu bei. Sie hatten sich eine große Anpassungsfähigkeit angeeignet. Das jahrhundertelange Herumreisen und die zahlreichen fremden Kulturen, denen die Skandinavier auf ihren Entdeckungs- und Eroberungsreisen begegneten, machten sie zu einem kosmopolitischen Volk. Sie nahmen viele fremde Bräuche, Traditionen und Gepflogenheiten an und ermöglichten damit ein größtenteils friedliches Zusammenleben. Wie schon zuvor erwähnt, akzeptierten sie sogar den christlichen Glauben der englischen Bevölkerung. Hinweise darauf geben zahlreiche Geistliche, die skandinavische Namen trugen.
Eine weitere entscheidende Voraussetzung für den regen Sprachkontakt der beiden Völker war die große Ähnlichkeit zwischen dem Altenglischen und Altnordischen. Über die Größe der Ähnlichkeit gibt es die verschiedensten Meinungen. Baugh & Cable(1993: 94) stellt fest, dass vor allem der anglische Dialekt und das Altnordische große Ähnlichkeiten aufwiesen. Dies ermöglichte den beiden Völkern sich mehr oder weniger gut zu verständigen.
5
Quote paper:
Janna Falkenstein, 2001, Die lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
England unter Wilhelm dem Eroberer
History Europe - Germany - Postwar Period, Cold War
Termpaper, 17 Pages
Haben Computerspiele Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern?
Communications - Research, Studies, Enquiries
Termpaper, 19 Pages
Leitfaden- und Tiefeninterviews
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Das Bildungskonzept der griechischen Antike
Pedagogy - History of Pedagogy
Intermediate Diploma Thesis, 25 Pages
Die Eroberung Englands im Jahre 1013 - Regierungszeit Knud des Grossen
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Kriterienkataloge zur Evaluierung von mathematischer Lernsoftware
Examination Thesis, 134 Pages
Language-awareness-Konzeptionen und Grammatikvermittlung im DaF-Unterr...
German - German as a Foreign Language / Second Language
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Harold Pinter und sein Stück "The Birthday Party"
English Language and Literature Studies - Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 16 Pages
Geography / Earth Science - Geography for Pre-University Students
Presentation / Essay (Pre-University), 15 Pages
The Sublime and the Beautiful in the Poems of William Cullen Bryant
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 19 Pages
Abgeordnete zwischen Fraktionsdisziplin und freiem Mandat
Politics - Political Systems - Germany
Termpaper, 24 Pages
Janna Falkenstein has published the text Die lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit
Janna Falkenstein has uploaded a new text
Spanglish: Spanisch-Englischer Sprachkontakt in den USA
Eine Studie am Beispiel der Sp...
Kathleen Fritzsche
Terror und Staat. Der 11. September - Hintergründe und Folgen
Geostrategie, Terrorismus, Geh...
Ronald Thoden
Die Statthalter Von Gypten Zur Zeit Der Chalifen Die Statthalter Von G...
Ferdinand Wstenfeld
0 comments