Hauptseminar : Walther von der Vogelweide - Minnesang und religiöse Lyrik - Die Kreuzzugslieder
Inhaltsverzeichnis
S e i t e :
1. Einleitung (Stefan Scherer Lisa Jacobi) 2
2. Leben und Werk Walthers (Lisa Jacobi) 3
3. Historie der Kreuzzüge zur Zeit Walthers (Lisa Jacobi) 6
4. Datierung und Überlieferung der Kreuzlieder (Stefan Scherer) 9
5. Einordnung der Lieder in den historischen Kontext (Stefan Scherer) 14
5.1. Palästinalied L 14,38 (Stefan Scherer Lisa Jacobi) 16
5.2. Kreuzlied L 76,22 (Stefan Scherer) 21
5.3. Kreuzzugsaufforderung L 13,5 (Lisa Jacobi) 24
6. Vergleich der Ergebnisse (Stefan Scherer Lisa Jacobi) 26
7. Zusammenfassung (Stefan Scherer Lisa Jacobi) 28
8. Literaturverzeichnis. 30
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Hauptseminar: Walther von der Vogelweide - Minnesang und religiöse Lyrik - Die Kreuzzugslieder
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Die Kreuzzugslieder Walthers zwischen dogmatischer Sinnbestimmung, politischer Propaganda und persönlichem Bekenntnis“ in dem Hauptseminar „Walther von der Vogelweide - Minnesang und religiöse Lyrik“ soll die Thematik anhand der drei wohl bekanntesten Kreuzlieder Walthers (Palästinalied, Kreuzlied und Kreuzzugsaufforderung) genauer untersuchen. Da diese Arbeit von zwei Bearbeitern erstellt wurde, sind die jeweiligen Kapitel mit dem Namen des jeweiligen „Hauptverantwortlichen“ für den entsprechenden Inhalt im Inhaltsverzeichnis gekennzeichnet.
Zu Beginn der Ausarbeitung wird zunächst ein kurzer Überblick über Leben und Werk Walthers gegeben. Dieser soll keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern nur einen Einstieg in die vielfältige Liedlyrik und Spruchdichtung Walthers im Mittelalter ermöglichen.
Anschließend beschäftigen wir uns mit einem ähnlich übersichtsartig gestalteten Abriss der Historie der Kreuzzüge, die das Thema entscheidend beeinflussen und für die endgültige Einordnung der Kreuzzugslieder in den historischen Kontext relevant sind.
Auf diesen Punkt folgt eine Auseinandersatzung mit der Datierungs- und Überlieferungsproblematik der drei genannten Lieder, die für das Verständnis der Lieder im gegebenen Kontext notwendig ist.
Daran anschließend folgt der eigentliche Hauptteil - die inhaltliche Analyse der drei Lieder unter besonderer Berücksichtigung der thematischen Aufgabenstellung, wo zum einen versucht wird, die persönliche Bekenntnis Walthers in diesen Liedern, zum anderen die dogmatische Sinnbestimmung, sowie die Untersuchung auf die politische Propagandafunktion der Lieder deutlich herauszuarbeiten. Eine vergleichende Zusammenfassung über die Ergebnisse rundet diese Arbeit ab.
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Hauptseminar: Walther von der Vogelweide - Minnesang und religiöse Lyrik - Die Kreuzzugslieder
2. Leben und Werk Walthers
Walther von der Vogelweide, geboren um 1170 in Bayern oder Österreich, gestorben um 1230, wahrscheinlich in Würzburg, ist einer der bekanntesten deutschen Spruchdichter und Minnesänger. Von ihm sind 500 Strophen in über 110 Tönen bzw. 90 Liedern und 150 Sprüche überliefert. Historisch fassbar ist er jedoch nur in einem einzigen urkundlichen Dokument, der Erwähnung eines Geldgeschenks für einen Pelzrock, durch den Passauer Bischof Wolfger von Erla am 12. November 1203: „Walthero cantori de Vogelweide pro pellicio V solidos longos" („Für Walther den Sänger von der Vogelweide fünf Taler für einen Pelzmantel"). Die Hauptquelle von Informationen über ihn sind seine eigenen Lieder und gelegentliche Erwähnungen durch andere Minnesänger. Anhand des Titels, den diese ihm beilegen (Herr), wird angenommen, dass er von adeliger Abstammung war; die Herkunftsangabe Vogelweide weist jedoch auch darauf hin, dass er nicht zum höheren Adel gehörte, der seine Namen von Burgen oder Dörfern nahm, sondern zum niederen Dienstadel (Mi- nisterialen), dersich in Besitz und Position eigentlich nicht sehr von freien Bauern unterschied.
Sein Geburtsort ist bis heute umstritten. Von seinem Herkunftsnamen „von der Vogelweide“ ist er kaum abzuleiten. Es gab im Mittelalter unzählige so genannte Vogelweiden bei Städten und Burgen, wo man Falken für die beliebte Falkenjagd fing und pflegte. Daraus muss man schließen, dass dem Sänger sein Name zunächst nicht in der überregionalen Kommunikation beigelegt wurde. Demnach war der Name zunächst wohl nur in einem engen regionalen Umfeld sinnvoll, weil es in der Umgebung nur eine einzige Vogelweide gab, oder er wurde immer schon vor allem als me-taphorischer Übername verstanden. „Künstlernamen“ sind bei den Spruchdichtern des 12. und 13. Jahrhunderts das Übliche; Minnesänger dagegen waren ihresgleichen grundsätzlich unter ihrem Adelsnamen bekannt.
Walthers Ruhm - schon im 13. Jahrhundert gehört er zu den allerersten Vorbildern, später zu den zwölf alten Meistern der Meistersinger - basiert zu einem guten Teil auf seinen politischen Liedern, der Spruchdichtung.
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Nach seiner Aussage, lernt er bei Friedrich I., Herzog von Österreich, am Babenberger Hof Dichten und höfisches Singen.
Hier kann der junge Dichter seine Kunst vom angesehenen Meister Reinmar (dem Alten) lernen, dessen Tod er später in zweien seiner Gedichte thematisiert. Im Herzog findet er seinen ersten Patron. Dieser glückliche Lebensabschnitt, während dem er die ansprechendsten seiner Liebesgedichte schreibt, endet mit dem Tod von Herzog Friedrich im Jahr 1198.
Danach wandert Walther von Hof zu Hof, singt für Unterkunft und Essen, und hofft ständig, dass er einen Mäzen findet, der ihn von seinem unsteten Leben befreit. Seine Kritik an Menschen und Manieren trägt nicht gerade dazu bei ihn beliebt zu machen. Und selbst wenn die adligen Herrscher seine versteckten Andeutungen nicht verstehen, sorgen deren Untergebene dafür, dass sie den unbequemen Mahner schnell wieder loswerden.
Nachdem er einige Zeit am Hof des Landgrafen Hermann von Thüringen verbracht hat, warnt er andere Reisende vor einem längeren Aufenthalt an diesem Ort. Er verbringt drei Jahre am Hofe des Dietrich von Meißen. Allerdings beschwert er sich danach, dass er für seine Dienste weder Geld noch Anerkennung erhalten habe. Walther vertritt bisweilen ungewöhnliche Ansichten. Diese bescheren ihm, unabhängig von seiner Literatur, eine historische Bedeutung. Nachdem durch den Tod von Heinrich VI. 1197 die Auseinandersetzungen zwischen Reich und Papsttum eingeläutet werden, ergreift Walther nachdrücklich Partei für die deutsche Unabhängigkeit und Einheit. Obwohl seine religiösen Gedichte zweifelsfrei die Festigkeit seines katholischen Glaubens zeigen, bleibt er bis an das Ende seiner Tage Gegner der Forderungen der Päpste, die er mit einer Erbittertheit angreift, die nur durch die Stärke seiner patriotischen Gefühle erklärt werden kann.
Walther ist bei der Krönung Philipps von Schwaben in Mainz anwesend, und unterstützt diesen in der Folgezeit, als der Streit um die Krone ausbricht. Nach Philipps Ermordung 1209 spricht und singt er als Unterstützer von Otto von Braunschweig gegen Friedrich von Staufen, der am 9. Dezember 1212 auf Betreiben des Papstes in Mainz ebenfalls zum deutschen König ernannt wird. Erst spät wendet er sich
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Friedrich II. zu, der ab 1212 der einzige Repräsentant des deutschen Kaiserreichs gegen Papst und Fürsten ist. Da die Fürsten, die die Auftraggeber Walthers sind, häufig im Thronstreit die Seiten wechseln, ist auch Walther gezwungen - da er im Dienste seiner Herren steht und finanziell von ihnen abhängig ist - häufiger die Seiten zu wechseln.
Der neue Kaiser zeigt sich für Walthers Einsatz für das Reich erkenntlich und gib ihm ein kleines Lehen in Franken, das ihm endlich das Heim und die feste Position gibt, die er sich sein Leben lang gewünscht hat. Dass Friedrich ihm darüber hinaus noch mehr Wohlwollen signalisiert, indem er ihn zum Tutor seines Sohns macht, darf bezweifelt werden, da diese Vermutung auf einem einzigen Gedicht beruht, welches auf verschiedene Weise interpretiert werden kann.
Walther hält es zunächst nicht lang auf seinem neuen Wohnsitz. Im Jahre 1217 befindet er sich wieder in Wien, ebenso wie 1219, nachdem Herzog Leopold VI. vom Kreuzzug zurückkehrt. Erst etwa 1224 scheint er sich auf seinem Lehen bei Würzburg niedergelassen zu haben. Er drängt die deutschen Prinzen dazu, am Kreuzzug von 1228 teilzunehmen, und hat die Kreuzzugsarmee wahrscheinlich bis mindestens in seine Heimat Tirol begleitet. Er stirbt etwa um 1230 und wird wahrscheinlich in Würzburg begraben.
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3. Historie der Kreuzzüge
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Arbeit zitieren:
Stefan Scherer, 2005, Die Kreuzzugslieder Walthers zwischen dogmatischer Sinnbestimmung, politischer Propaganda und persönlichem Bekenntnis, München, GRIN Verlag GmbH
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