Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Aufbau des Textes 2
3. Aussageinstanz(en) 3
4. Vers- und Satzstruktur 5
4.1. Syntaktische Struktur
4.2. Syntaktische Figuren
5. Metrum, Reimschema und Kadenzen. 7
6. Rhetorische Techniken 9
6.1. Klangfiguren
6.2. Wiederholungsfiguren
6.3. Substitutionsfiguren (Tropen) 10
7. Schlussbemerkung. 12
8. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Das zu analysierende Gedicht „Pomare“ von Heinrich Heine entstand in den Jahren 1844/45 und ist in der zeitlichen Reihenfolge der Werke von Heinrich Heine eingeordnet unter „Neue Gedichte“. Der Epochenbegriff für diese Zeit von 1844/45 ist die Zeit des Biedermeier als Bezeichnung für einen Kunststil in der literaturgeschichtlichen Phase des Vormärzes, der Zeit vor der deutschen Märzrevolution von 1848. Von der Art des Gedichtes her handelt es sich bei dem vorliegenden Text um ein episch-dramatisches Gedicht, also um eine Ballade. Die Kriterien, die eine dementsprechende Zuordnung zu dieser Gattung von Gedichten ermöglichen, werden sukzessive durch die folgende Analyse herausgearbeitet, sowie unter dem Punkt Schlussbemerkungen zusammenfassend ausgeführt. Das Thema des Gedichtes lässt sich zunächst nicht näher bestimmen, da die eventuell hinweisgebende Überschrift aus einem unbekannten Wort oder Namen besteht. Es bedarf der lexikalischen Recherche, um die Herkunft und Bedeutung des Wortes „Pomare“ herauszufinden. Pomare ist der Name für ein Königshaus beziehungsweise für eine Königin, die im Jahre 1827 als Pomare Wahine I. den Thron von Tahiti, einem Inselreich in Südpolynesien, bestieg. Inwieweit in dem Gedicht „Pomare“ ein Bezug zu dieser historischen Figur gegeben ist, bleibt zunächst offen. Ebenso verhält es sich mit einer möglichen Verbindung zu dem Leitmotiv des Gedichts, dem Schicksal, genauer gesagt dem Aufstieg und tiefen Fall einer Tänzerin. Wie es dem Gedicht gelingt dieses Motiv sprachlich umzusetzen, wird Bestandteil der folgenden Untersuchungen sein. 2. Aufbau des Textes (Textelemente)
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat das Gedicht eine Überschrift die als Titel von den Strophen und Versen abgegrenzt ist und separat von den übrigen Textmerkmalen betrachtet werden muss. Die Überschrift kann den Anlass oder aber einen wichtigen inhaltlichen Aspekt des Gedichtes bezeichnen. Einen Anhaltspunkt für diese Vermutung bietet die Wiederholung der Überschrift im ersten Abschnitt I.
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Das Gedicht ist in vier einzelne Abschnitte oder Teile unterteilt, die mit den Zahlen I bis IV versehen sind. Diese Aufteilung ermöglicht dem Leser, sich wie in einer Art Koordinatensystem, bestehend aus einzelnen Gedichten, Strophen und Versen zu bewegen, ohne den Überblick zu verlieren. Der Abschnitt I besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen, was insgesamt für das erste Gedicht zwanzig Verse ergibt. Analog zu Abschnitt I verhält sich die Aufteilung von vier Versen pro Strophe in Abschnitt II, allerdings besteht dieses zweite Gedicht aus nur vier Strophen mit dann insgesamt nur sechzehn Versen. Im dritten Abschnitt erfolgt die Unterteilung in nur zwei Strophen mit unterschiedlichem Versumfang. Die erste Strophe besteht aus acht Versen, während sich die zweite Strophe aus zwölf Versen zusammensetzt. Insgesamt ergeben sich somit für das dritte Gedicht zwanzig Verse. Der Teil IV kehrt wieder zu der Verteilung von je vier Versen pro Strophe zurück, was mit neun Strophen multipliziert sechsunddreißig Verse ergibt. Insgesamt ist die Ballade aufgegliedert in zwanzig Strophen, auf die sich zweiundneunzig Verse verteilen. Die einzelnen Strophen sind durch Leerzeilen innerhalb der Abschnitte I - IV deutlich voneinander getrennt.
Eine weitere formale Auffälligkeit ist die drucktechnisch bedingte linksbündige Zentrierung jeder Strophe sowie die Großschreibung der Wörter zu Beginn eines jeden Verses als Konvention. Formal hat das Gedicht also eine recht fixe Struktur, die nur Abweichungen in der Strophen- und Verslänge zulässt und ansonsten relativ konstant ist.
3. Aussageinstanz(en)
Die Bestimmung der Aussageinstanz(en) lässt sich am besten mit der folgenden Fragestellung ausdrücken: Wer spricht und zu wem? Um diese Frage zu beantworten bedarf es der Untersuchung der sprachlichen Mittel, die einen Rückschluss auf mögliche Aussageinstanzen ermöglichen. Diese sprachlichen Mittel sind die im Text verwendeten Personalpronomina, die Beziehung zwischen Personen oder Instanzen ausdrücken. In Abschnitt I findet sich das Personalpronomen „Ich“ nur einmal, im vorletzten Vers der zweiten Strophe. Die Form des Dativ mit „Mir“ findet sich allerdings zweimal, jeweils im zweiten Vers der ersten und letzten Strophe des ersten Gedichtes. Es ist davon auszugehen, dass in
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diesem ersten Gedicht nur eine Person in Form eines Ich-Erzählers spricht. Der Erzähler betrachtet und erzählt das stattfindende Geschehen. Das Pronomen „Sie“ in der dritten Person, das in den insgesamt vier Strophen zweimal genannt wird, lässt sich allerdings nicht eindeutig zuordnen. Es ist sowohl eine Verbindung zu der Königin Pomare, als auch zu dem Demonstrativpronomen „Jene“ möglich. Das zweite Gedicht II stellt das Personalpronomen „Sie“ in den Vordergrund und verleiht durch die Form des Nominativ der beschriebenen Tänzerin eine stark handelnde Position. Das „Sie“ wird Gegenstand und Mittelpunkt des Tanzes, denn „Sie tanzt“. Das Motiv des Tanzes wurde bereits in Abschnitt I kurz eingeführt und nun in Abschnitt II zum Hauptthema des Ich-Erzählers gemacht, der sich diesem Tanz als Beobachter vollkommen hingibt. Diese Hingabe verdeutlicht auch das in die Form des Akkusativ übergegangene „Ich“ im ersten Vers der letzten Strophe. „Sie tanzt mich rasend“. Hier geschieht etwas mit dem Erzähler, der einerseits nur passiver Beobachter ist, aber dennoch mit seinen Emotionen stark in das Geschehen involviert ist. Die Tänzerin tritt mit dem Pronomen „Sie“ an den Beginn jeder Zeile und dominiert so dieses zweite Gedicht, während das „Ich“ in jeder einzelnen Verszeile erst an späterer Stelle erscheint. Die Tänzerin wird in der letzten Strophe direkt durch eine Frage von dem Erzähler angeredet. Nach dem Fragezeichen im vorletzten Vers wird jedoch eine andere Person oder Instanz angesprochen. Es handelt sich um eine Apostrophe. An dieser Stelle findet sowohl ein Wechsel in der Erzählerrolle statt, als auch ein Wechsel im Bezug auf die Instanz, die angesprochen wird. Der Erzähler spricht nicht mehr als er selbst, sondern als eine andere Instanz, die im letzten Vers die Enthauptung eines Täufers befiehlt.
Im Abschnitt III, dem dritten Gedicht der Ballade, verschwindet in der ersten Strophe das „Ich“ und es wird nur noch von „Sie“ gesprochen und über den Aufstieg der Tänzerin berichtet. In der zweiten Strophe allerdings tritt das Pronomen „Ich“ im ersten Vers wieder auf in Verbindung mit „Dich“, was direkt darauf folgt. Hier stehen die Personalpronomina nicht nur syntaktisch eng beieinander, sondern auch inhaltlich bewirkt diese direkte Ansprache des Erzählers an das zuvor genannte „stolze Weib“, einen direkten Bezug und eine unmittelbare Nähe. Im weiteren Verlauf der Strophe überwiegen jedoch die Possessivpronomina „Deine“ und „Deinen“, die
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Arbeit zitieren:
Michael Doris, 2004, Textanalytische Übung zu Heinrich Heine "Pomare", München, GRIN Verlag GmbH
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