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Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR.

Title: Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR.

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carsten Thümler (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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„Die Elemente der Sittlichkeit gehen nicht von Begriffen, sie gehen vom Glauben aus.“

Diese Worte stammen von Hegels schweizerischem Zeitgenossen Johann Heinrich Pestalozzi, seines Zeichens Pädagoge und Sozialreformer, der letztlich mit der Erprobung der von ihm entwickelten pädagogischen Grundsätze in der Yverdoner Heimatschule Weltbekanntheit erlangen sollte. Hegel, Absolvent des Studiums der Philosophie und Theologie an der Tübinger Landesuniversität und nach seiner Habilitation in Jena als Dozent der Philosophie noch in Heidelberg und Berlin tätig, beschäftigte sich in seiner gut dreißigjährigen Schaffensperiode weitaus intensiver und umfangreicher als sein Denkerkollege mit dem Terminus der „Sittlichkeit“.

Nicht erst in den anno 1821 in Berlin veröffentlichten „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (GPR), sondern bereits in seinen Theologischen Jugendschriften versuchte sich der junge Hegel an einer Wiederaufrichtung der antiken Sittlichkeit unter den Bedingungen des Christentums und der Neuzeit.2 Der erste Entwurf einer derartig „neuen“ Sittlichkeit war schließlich die Arbeit „Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts“3 aus den Jahren 1802/03; im ebenfalls 1803 erschienenen „System der Sittlichkeit“ taucht der angesprochene Begriff dann erstmals im Titel einer Hegelschen Schrift auf.

In dieser Hausarbeit werde ich mich jedoch ausschließlich mit dem Sittlichkeitsbegriff auseinandersetzen, wie er durch Hegel in den §§ 142 – 157 der GPR, also mit Beginn des dritten Teiles dieses dreiteiligen Werkes, eingeführt wird, und mich dabei gedanklich im wesentlichen an den Interpretationen und der Analyse Peperzaks orientieren. Der – zwar eigenwilligen, aber dennoch höchst interessanten – Deutung der Hegelschen Rechtsphilosophie und damit auch der Sittlichkeit als ein wesentlicher Teil dieser durch Honneths Werk „Leiden an Unbestimmtheit“ werde ich sekundär Aufmerksamkeit schenken; die sehr umfangreichen Ausführungen zur Sittlichkeit in den drei Fassungen der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“ möchte ich nicht zum Thema dieser Arbeit machen – sie bleiben damit gänzlich außen vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Weg zur Sittlichkeit

2.1 Das abstrakte Recht

2.2 Die Moralität

2.3 Der Honnethsche Ansatz

3. Die Sittlichkeit

3.1 Die Struktur der §§ 142 – 157 GPR

3.2 Zum Begriff der Sittlichkeit

3.3 Die objektive Seite der Sittlichkeit

3.4 Die subjektive Seite der Sittlichkeit

4. Schlußbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich einer fundierten Einführung in Hegels Sittlichkeitsbegriff, wie er in den §§ 142 – 157 der "Grundlinien der Philosophie des Rechts" (GPR) dargelegt wird. Das primäre Ziel ist es, den Übergang von abstraktem Recht und Moralität hin zur konkreten Sittlichkeit nachzuvollziehen und dabei die zentralen Begriffe wie Pflicht, Tugend und Rechtschaffenheit im Kontext der Hegelschen Philosophie zu erhellen.

  • Analyse der logischen Genese des Sittlichkeitsbegriffs bei Hegel
  • Differenzierung zwischen dem abstrakten Recht, der Moralität und der Sittlichkeit
  • Untersuchung der objektiven und subjektiven Momente innerhalb der Sittlichkeit
  • Einbezug kritischer Interpretationen, insbesondere durch Peperzak und Honneth

Auszug aus dem Buch

3.2 Zum Begriff der Sittlichkeit

Die bereits in 2.2 angesprochene Idee des Guten als Begriffseinheit des allgemeinen und des besonderen Willens realisiert sich nun als freie Sittlichkeit: „Die Sittlichkeit ist die Idee der Freiheit, als das lebendige Gute, das in dem Selbstbewußtsein sein Wissen, Wollen und durch dessen Handeln seine Wirklichkeit, so wie dieses an dem sittlichen Sein seine an und für sich seiende Grundlage und bewegenden Zweck hat, – der zur vorhandenen Welt und zur Natur des Selbstbewußtseins gewordene Begriff der Freiheit.“ (§ 142)

Die Sittlichkeit, als „die Einheit von abstraktem Recht und Moralität als den gemeinsamen Grund von beidem“ bzw. als Verbindung individueller (also subjektiver) und gemeinschaftlicher (also objektiver) Rechte, ist eine Konkretisierung des Guten und nicht mehr lediglich eine abstrakte Idee, in welcher sich das einzelne Subjekt mit seinem (subjektiven) Gewissen – ganz im Sinne der Moralität, diesem unverwirklichbaren Sollen – dem Guten entgegensetzt. Vielmehr ist dem vernünftigen Subjekt bewußt, daß das Erlangen der individuellen Freiheit nur über eine Verwirklichung des Guten geschehen kann. Es weiß ob der Realisation dessen, es will sie. Das Subjekt begreift das „lebendige Gute“ im Sinne einer höchsten Verwirklichung der Freiheit als seinen eigenen Zweck, dem es durch entsprechendes Handeln zur Wirklichkeit verhelfen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird der Fokus auf den Sittlichkeitsbegriff in Hegels GPR gelegt und die methodische Orientierung an Peperzak sowie die Abgrenzung zu anderen Werken erläutert.

2. Der Weg zur Sittlichkeit: Dieses Kapitel analysiert das abstrakte Recht und die Moralität als notwendige Vorstufen, um die spätere Notwendigkeit der Einführung des Sittlichkeitsbegriffs bei Hegel zu motivieren.

3. Die Sittlichkeit: Der Hauptteil erläutert die Struktur, den Begriff sowie die objektive und subjektive Seite der Sittlichkeit innerhalb der §§ 142 – 157 GPR.

4. Schlußbemerkung: Eine reflektierende Zusammenfassung, welche die Bedeutung der GPR in der Philosophiegeschichte und die Schwierigkeit ihrer exakten Analyse hervorhebt.

Schlüsselwörter

Hegel, Rechtsphilosophie, GPR, Sittlichkeit, Moralität, abstraktes Recht, freier Wille, Pflichtenlehre, Tugend, Rechtschaffenheit, Subjektivität, Objektivität, Freiheit, Philosophie, Peperzak.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine Einführung in das Sittlichkeitskapitel (§§ 142 – 157) aus Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts" und untersucht den Übergang von der Moralität zur Sittlichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des freien Willens, die Integration des Individuums in das sittliche Ganze sowie die Klärung spezifischer Begriffe wie Pflicht und Tugend.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Hegelschen Begriff der "Sittlichkeit" zu erläutern, wie er in den relevanten Paragraphen eingeführt wird, und die Systematik dahinter für den Leser verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse der GPR, wobei primär die Interpretationen von Peperzak als methodischer Leitfaden herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Struktur der §§ 142 – 157, definiert den Begriff der Sittlichkeit als "Idee der Freiheit" und differenziert zwischen der objektiven und subjektiven Seite der Sittlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Hegel und Sittlichkeit vor allem die Freiheit, das objektive Recht, die Moralität sowie die Rolle des Individuums im Staat und in den sittlichen Institutionen.

Wie unterscheidet sich die "eigentliche Tugend" von der allgemeinen Rechtschaffenheit?

Die Rechtschaffenheit ist die einfache Angemessenheit an Pflichten, während die "eigentliche Tugend" eine besondere Genialität des Individuums darstellt, die eher in Ausnahmesituationen oder Krisen auftritt.

Warum ist laut Hegel die Sittlichkeit für das Individuum notwendig?

Da das Individuum allein im abstrakten Recht oder der Moralität keine reale Freiheit erlangt, bietet erst die Sittlichkeit durch "freiheitsverbürgende Interaktionsmuster" die Voraussetzung für eine substanzielle Freiheit.

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Details

Title
Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR.
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Hegels Rechtsphilosophie
Grade
1,7
Author
Carsten Thümler (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V7102
ISBN (eBook)
9783638144582
Language
German
Tags
Hegel Sittlichkeit Moral Moralität GPR Grundlinien der Philosophie des Rechts Rechtsphilosophie Sozialphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Thümler (Author), 2002, Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7102
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