7HFKQLVFKH8QLYHUVLWlW'UHVGHQ
3KLORVRSKLVFKH)DNXOWlW
,QVWLWXWIU3KLORVRSKLH
+HJHOV6LWWOLFKNHLW
(LQH(LQIKUXQJLQGLH±
GHU*35
eingereicht von:
Seminar: Hegels Rechtsphilosophie
Zeit: WS 2001/02
Carsten Thümler
Fachrichtung: Praktische Philosophie
Germanistik / Literaturwiss. (2)
,QKDOWVYHU]HLFKQLV
(LQIKUXQJ
'HU:HJ]XU6LWWOLFKNHLW
2.1 Das abstrakte Recht
2.2 Die Moralität
2.3 Der Honnethsche Ansatz
'LH6LWWOLFKNHLW
3.1 Die Struktur der §§ 142 – 157 GPR
3.2 Zum Begriff der Sittlichkeit
3.3 Die objektive Seite der Sittlichkeit
3.4 Die subjektive Seite der Sittlichkeit
6FKOXEHPHUNXQJ
/LWHUDWXUYHU]HLFKQLV
2
(LQIKUXQJ
„Die Elemente der Sittlichkeit gehen nicht von Begriffen,
sie gehen vom Glauben aus.“ 1
Diese Worte stammen von Hegels schweizerischem Zeitgenossen Johann Heinrich Pestalozzi, seines Zeichens Pädagoge und Sozialreformer, der letztlich mit der Erprobung der von ihm entwickelten pädagogischen Grundsätze in der Yverdoner Heimatschule Weltbekanntheit erlangen sollte. Hegel, Absolvent des Studiums der Philosophie und Theologie an der Tübinger Landesuniversität und nach seiner Habilitation in Jena als Dozent der Philosophie noch in Heidelberg und Berlin tätig, beschäftigte sich in seiner gut dreißigjährigen Schaffensperiode weitaus intensiver und umfangreicher als sein Denkerkollege mit dem Terminus der „Sittlichkeit“.
Nicht erst in den anno 1821 in Berlin veröffentlichten „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (GPR), sondern bereits in seinen Theologischen Jugendschriften versuchte sich der junge Hegel an einer Wiederaufrichtung der antiken Sittlichkeit unter den Bedingungen des Christentums und der Neuzeit. 2 Der erste Entwurf einer derartig „neuen“ Sittlichkeit war schließlich die Arbeit „Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts“ 3 aus den Jahren 1802/03; im ebenfalls 1803 erschienenen „System der Sittlichkeit“ taucht der angesprochene Begriff dann erstmals im Titel einer Hegelschen Schrift auf.
In dieser Hausarbeit werde ich mich jedoch ausschließlich mit dem Sittlichkeitsbegriff auseinandersetzen, wie er durch Hegel in den §§ 142 – 157 der GPR, also mit Beginn des dritten Teiles dieses dreiteiligen Werkes, eingeführt wird, und mich dabei gedanklich im wesentlichen an den Interpretationen und der Analyse Peperzaks orientieren. Der – zwar
1 zitiert nach: www.zitat.net
2 vgl. Schnädelbach, S. 120
3 Der komplette Titel der Schrift lautet „Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts,
seine Stelle in der praktischen Philosophie und sein Verhältnis zu den positiven Wissenschaften“.
3
eigenwilligen, aber dennoch höchst interessanten – Deutung der Hegelschen Rechtsphilosophie und damit auch der Sittlichkeit als ein wesentlicher Teil dieser durch Honneths Werk „Leiden an Unbestimmtheit“ werde ich sekundär Aufmerksamkeit schenken; die sehr umfangreichen Ausführungen zur Sittlichkeit in den drei Fassungen der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“ möchte ich nicht zum Thema dieser Arbeit machen – sie bleiben damit gänzlich außen vor.
Zudem versuche ich, diesbezügliche relevante Begriffe, die bei Hegel denotativ oftmals gänzlich anders besetzt sind und somit unter Berücksichtigung des alltäglichen Sprachgebrauches für den Rezipienten gar nicht bzw. nur sehr mühevoll nachvollzogen werden können, zu erhellen. Dazu zählen u. a. Begriffe wie Recht, Pflicht, Tugend und Rechtschaffenheit. Dem anschließen wird sich eine kurze Zusammenfassung in Form einer Schlußbemerkung.
'HU:HJ]XU6LWWOLFKNHLW
Hegels „Rechtsphilosophie“, wobei sich dieser abkürzende Ausdruck für die
GPR erst nach dessen Tod etablierte 4 , ist Teil der Lehre des objektiven
Geistes, „nach dem Urteile vieler vielleicht [..] wertvollstes Kapitel“ 5 der Hegelschen Philosophie überhaupt. Baum und Meist bezeichnen die GPR in diesem Zusammenhang als „umstrittenstes und wirkungsmächtigstes Werk“ 6 Hegels.
Ihre Ausprägung findet diese Lehre, aus Sicht der traditionellen Untergliederung der praktischen Philosophie zugehörig, im abstrakten Recht (§§ 34 – 104), der Moralität (§§ 105 – 141) und schließlich der Sittlichkeit (§§ 142 – 360). Die notwendige, da stufenweise aufeinander aufbauende Systematisierung setzt Hegel durch eine entsprechende Dreiteilung der GPR um; die Untergliederung
4 vgl. Schnädelbach, S. 120
5 Hirschberger, Band 2, S. 427
6 Baum / Meist, S. 107
4
Quote paper:
Carsten Thümler, 2002, Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR., Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Autonomie und Freiheit in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sit...
Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Der Aufstieg des Faschismus und autoritärer Regime in Europa in der Zw...
History Europe - Germany - World War I, Weimar Republic
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Polaritäten? Das Verhältnis von Kunst und Leben in "The Picture o...
German Studies - Comparative Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
Interpretation ausgewählter Schwerpunkte in Gottfried Kellers Werk &qu...
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 26 Pages
Der kategorische Imperativ nach Kants Grundlegung zur Metaphysik der S...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Presentation (Elaboration), 13 Pages
Grundlinien der Philosophie des Rechts - Eine Zusammenfassung der Grun...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Die Entstehung der neuzeitlichen Naturwissenschaft
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Bilder als Quellen im Geschichtsunterricht
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Aspekte des Spracherwerbs - Ein Überblick
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Zur Verführung verführt? Die Beziehung zwischen Detlev Spinell und Gab...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
A state of transition. Shipboard diaries as narratives of transformati...
Termpaper, 11 Pages
Die Erziehung in der Römischen Republik
History - World History - Early and Ancient History
Termpaper, 19 Pages
Detlev Spinell als Parodie auf den Künstler des Ästhetizismus
German - German as a Foreign Language / Second Language
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Carsten Thümler has published the text Hegels Sittlichkeit. Eine Einführung in die §§ 142 - 157 der GPR.
Carsten Thümler has uploaded a new text
Rechtsphilosophie im 20. Jahrhundert - 100 Jahre Archiv für Rechts- un...
Beiträge der Arbeitstagung "Re...
Annette Brockmöller, Eric Hilgendorf
HegelForum. Rechtsphilosophie als praktische Philosophie
Hegels Grundlinien der Philoso...
Elisabeth Weisser-Lohmann
Die Rolle der Strafe in Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft
Eine systematische Analyse des...
Diethelm Klesczewski
Hegel und die Grundlagen des R...
Mirko Wischke, Andrzej Przylebski
Hegels praktische Philosophie und das ''Projekt der Moderne''
Vortrag gehalten am 24. Novemb...
Ludwig Siep
0 comments