Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis. III
1 Die Bedeutung des BAföG für Studenten 2
2 Studienkreditmärkte 6
3 Studienkreditsysteme ausgewählter Industrieländer 8
3.1 Studienkredite in Schweden 8
3.2 Studienkredite in Australien 9
3.3 Studienkredite in England und Wales 9
3.4 Studienkredite in Kanada 10
3.5 Studienkredite in den USA 11
3.5.1 Vertrieb der Studienkredite 12
3.5.2 Organisation der Risikoübernahme 13
3.5.3 Rückzahlung der Studienkredite. 14
3.6 Schlussfolgerungen aus dem Ausland 15
4 Studienkredite in Deutschland. 18
4.1 Studienkredit der Sparkassen 18
4.2 Studienkredit der Deutschen Bank 20
4.3 Die KfW als Unternehmen 21
4.4 Der Studienkredit der KfW-Förderbank. 23
4.4.1 Vorteile des Studienkredites. 25
4.4.2 Nachteil des Studienkredites 27
4.5 Privatkredite zur BAföG-Ablöse 27
4.6 Bildungsfonds in Deutschland. 30
5 Bewertung der deutschen Studienkredite 31
Literaturverzeichnis IV
I
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes 5 Abbildung 2: Zwei Büros 1948 in der Gutleut- Strasse 40 21 Abbildung 3: KfW in Frankfurt / Main 23 Tabelle 1: Studienkreditsysteme in ausgewählten Industrieländern 16 Tabelle 2: Studienkredite in Deutschland 19 Tabelle 3: Struktur der KfW Bankengruppe 22 Tabelle 4: Tilgungsplan unter Annahme konstanter Zinsen 26 Tabelle 5: db BAföG Rückzahlung 28 Tabelle 6: db BAföG Ablöse, Beträge in Euro 28
II
Abkürzungsverzeichnis CHE: Centrum für Hochschulentwicklung CSLA: Canada Student Loans Act CSLS: Canada Student Loans System DLSC: Direct Loan Servicing Centre FDLP: William D. Ford Federal Direct Loan Program FFELP: Federal Family Education Loan Program HECS: Higher Education Contribution Scheme NSLSC: National Student Loans Service Centre OECD: Organisation for Economic Cooperation and Development PAngV: Preis-Angabe-Verordnung R.O.P.: Roll-Over-Periode SLC: Student Loans Company SLMA: Student Loan Marketing Association (Sallie Mae)
III
Zu einer erfolgreichen Idee gehören immer zwei:
Einer , der sie hat. Und einer, der sie fördert.
1
1 Die Bedeutung des BAföG für Studenten
Das deutsche Hochschulwesen ist in jüngster Zeit wiederholt in die Kritik geraten. Die Studienzeiten sind im internationalen Vergleich mit sechs Jahren überdurchschnittlich lang (OECD-Durchschnitt: 4,8 Jahre, Frankreich 5,5, Niederlande 3,9 Jahre) und die Abbrecherquoten mit rund 30 % recht hoch. Zudem nimmt in Deutschland ein nur vergleichsweise geringer Anteil eines Altersjahrgangs (32 %) ein Studium auf (OECD-Durchschnitt 47 %). Insgesamt betrachtet, wird dem deutschen Hochschulsystem ein Problem sowohl in der Masse als auch in der Klasse der Absolventen attestiert. Eine Reihe von Industrieländern scheint dagegen bessere Erfolge bei der Universitätsausbildung zu erzielen. Es stellt sich daher die Frage, ob und was man von diesen Ländern lernen kann. Denn gerade für ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik Deutschland gewinnt die Ausbildung junger Menschen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wandels von der Industrie zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der anstehenden demographischen Entwicklung. Es ist unabdingbar, dass jeder - unabhängig von seinem sozialen Umfeld - eine seiner Leistungsfähigkeit und seinen Neigungen entsprechende Ausbildung genießen kann. Soziale Barrieren im Bildungssystem sind nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich sondern ebenso eine Verschwendung von Humanressourcen. Im Folgenden soll mit der Studienfinanzierung ein spezieller Aspekt des Hochschulwesens beleuchtet werden.
Das zentrale Instrument, mit dem in Deutschland der Benachteiligung Studierender aus einkommensschwachen Familien begegnet wird, sind Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, dem so genannten BAföG. Die Gewährung der Förderung erfolgt nach dem Subsidiaritätsprinzip, dass heißt die Höhe der individuellen BAföG-Leistung orientiert sich in der Regel am Einkommen der Eltern und des Ehepartners, an der Vermögenssituation sowie am eigenen Einkommen, wobei eigener Verdienst bis zu einer bestimmten Bemessungsgrenze nicht angerechnet wird. BAföG-Zahlungen sind an entsprechende Studienfortschritte gekoppelt und zeitlich begrenzt, wobei sich die Förderungshöchstdauer an der Regelstudienzeit orientiert. In der Regel wird die Hälfte der Leistungen als Zuschuss, die andere Hälfte als unverzinsliches Darlehen herausgelegt. Die Rückzahlungsmodalitäten sind ebenfalls sehr studentenfreundlich gestaltet, ein Beispiel ist hier der Rückzahlungsbeginn erst 3 Jahre nach Abschluss des Studiums wenn eine Beschäftigung vorliegt.
2
Auslands-BAföG erhält man aufgrund der höheren Kosten eines Auslandssemesters oder Studiums im Ausland Zuschlagsweise zum normalen Inlands-BAföG, wobei die Zuschläge nicht zurückzuzahlen sind. Allerdings muss die Dauer des Auslandsaufenthaltes mindestens drei Monate betragen und maximal ein Jahr Auslandsaufenthalt wird gefördert. Die Studienzeit an der ausländischen Hochschule wird auf die Förderungshöchstdauer angerechnet.
Eine Teilfinanzierung des Auslandsstudiums durch Förderprogramme der europäischen Union wie Sokrates, Erasmus oder Leonardo ist eine weitere Möglichkeit, realisiert wird diese durch Bewerbungsverfahren und Auswahlprinzipien. Studenten werden hier folglich zu sehr günstigen Konditionen gefördert, welche in der Privatwirtschaft derzeit nicht denkbar sind. Bei derart vielen Vorteilen besteht jedoch generell kein Anspruch auf Bewilligung des BAföG, und wenn das Einkommen der Eltern bei in elterlicher Wohnung lebenden Studenten eine Grenze übersteigt oder Zinsvorteile aus dem Vermögen der Eltern zu ziehen sind bzw. eigenes Vermögen von mehr als 5.000 Euro vorhanden ist, wird der Förderanspruch in der Höhe von maximal 500 Euro pro Monat sehr schnell reduziert bzw. aufgehoben. 1 Wenn man ein Studium erstmals im März 2001 oder später aufgenommen hat, profitiert man von der Begrenzung der Darlehensschuld auf 10.000 Euro. Die erste Rückzahlungsrate des Darlehens wird fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer (bei Bachelor/Master-Studiengängen bezogen auf den Bachelor) fällig. Die Förderungshöchstdauer kann nur durch ein Auslandsstudium von mindestens 6 Monaten oder durch Mitarbeit in einem offiziellen Gremium der Hochschule verlängert werden, um bis zu zwei Semester über die Regelstudienzeit. Ist die Verzögerung des Studiums durch Schwangerschaft oder Kindererziehung eingetreten, so ist die Förderung, die über die Regelstudienzeit hinausgeht, ein Vollzuschuss, der nicht zurückzuzahlen ist. Die Dauer dieses Vollzuschusses ist nach Alter der Kinder gestaffelt.
Gehört man bezüglich der Leistung zu den Besten 30 % eines Jahrganges wird studienzeitabhängig 25% des Rückzahlbetrages erlassen falls der Abschluss innerhalb der Förderungshöchstdauer erlangt wurde oder 20% falls er innerhalb von 6 Monaten nach dem Ende der Förderungshöchstdauer erlangt wurde. Weiterhin werden 15% erlassen, falls der Abschluss innerhalb von 12 Monaten nach dem Ende der Förderungshöchstdauer erreicht wurde. 2
1 BAF04
2 BAF06a
3
Auch gibt es eine Erlassmöglichkeit aufgrund eines besonders schnellen Studiums. Hierbei werden Erlasspauschalen von 2.560 Euro, wenn der Abschluss mindestens 4 Monate früher oder 1.025 Euro, wenn der Abschluss 2 Monate vor Ende der Förderungshöchstdauer erlangt wurde.
Zahlt man in einer Summe zurück so werden zum Beispiel von 10.000 Euro Rückzahlungsrate 28,5% erlassen, von 23.500 Euro 50%. 3 Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, die Darlehensschuld nach dem Studium durch Ablösen mittels eines Privatkredites in einer Summe zurückzuzahlen. Darauf wird im Kapitel 4.5 noch näher eingegangen. Regulär ist das Darlehen ist in Raten von 315 Euro vierteljährlich zurück zu zahlen. Man kann von der Rückzahlung auf Antrag jeweils für ein Jahr zurückgestellt werden, wenn man nur geringes Einkommen hat. 4 In den letzten Jahren wurden insbesondere die Regelungen zur Anrechnung eigenen Verdienstes und des Kindergeldes gelockert und die Förderungsbeträge erhöht. Laut 17. Sozialerhebung machen sich die Auswirkungen dieser Reformen bereits in der Einkommenssituation bemerkbar: Dabei treten etwa seit dem Jahr 2000 BAföG-Leistungen bei der Studienfinanzierung offenbar vermehrt an die Stelle von Elternzuschüssen und eigenem Einkommen, wobei vor allem letzterer Anteil dennoch nach wie vor auf hohem Niveau verbleibt. 5 Betrachtet man die Einkommenszusammensetzung so kann man feststellen, dass das BAföG einen wichtigen Beitrag leistet, vor allem Studierende aus bildungsferneren und finanzschwächeren Schichten mit Studenten aus mittleren Schichten im Hinblick auf ihre verfügbaren Mittel gleichzustellen.
Trotz BAföG verbleibt eine Reihe ungelöster Probleme, denen mit ergänzenden Konzepten begegnet werden muss: Exemplarisch seien hier vier Felder genannt, auf denen über das BAföG hinaus Handlungsbedarf besteht:
Erstens wäre eine Förderung derjenigen Studierenden anzustreben, die kein BAföG erhalten, und von ihren Eltern nur unzureichend unterstützt werden.
Wünschenswert wäre zweitens die Verringerung des Anteils an Abiturienten, die trotz BAföG aus materiellen Gründen kein Studium aufnehmen, weil ihnen die Bewilligung zu ungewiss ist oder die elterliche Unterstützung fehlt.
3 BAF06b
4 BAF06b
5 vgl.: ISS04, S. 12
4
Arbeit zitieren:
Michael Günther, 2007, Studienkreditmärke der OECD-Länder, München, GRIN Verlag GmbH
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