Inhaltsverzeichnis
1 Von Spätmittelalter bis Napoleon 1-8
1.1 GESCHRIEBENE ZEITUNGEN 1
1.2 FRÜHE DRUCKSCHRIFTEN 2-3
1.2.1 Flugblätter und Flugschriften 2
1.2.2 Unperiodische Nachrichtenblätter 3
1.3 PERIODISCHE PRESSE 3-5
1.3.1 Messrelationen 3
1.3.2 Aviso und Relation 4
1.3.3 Intelligenzblätter 5
1.3.4 Entwicklung des Zeitungsmarkts in der frühen Neuzeit 5
1.4 ZENSUR 6
1.5 ZUSAMMENFASSUNG 7-8
2 Vom Deutschen Bund bis zur Weimarer Republik 9-17
2.1 KAMPF UM DIE PRESSEFREIHEIT 9-11
2.1.1 Pressepolitik bis 1848 9
2.1.2 Pressepolitik bis 1918 10
2.1.3 Pressepolitik in der Weimarer Republik 11
2.2 AUSDIFFERENZIERUNG DES ZEITUNGSWESENS 11-13
2.2.1 Meinungs- und Qualitätszeitungen 12
2.2.2 Generalanzeiger 12-13
2.2.3 Gesinnungs- und Parteizeitungen 13
2.3 MASSENPRESSE 14-16
2.3.1 Technische Faktoren zur Entstehung der Massenpresse 14-15
2.3.2 Ökonomische Faktoren zur Entstehung der Massenpresse 16
2.4 ZUSAMMENFASSUNG 16-17
3 Zwölf finstere Jahre 18-23
3.1 INSTITUTIONELLE EBENE DER PRESSELENKUNG 19
3.2 RECHTLICHE EBENE DER PRESSELENKUNG 19-20
3.3 WIRTSCHAFTLICHE EBENE DER PRESSELENKUNG 20-21
3.4 INHALTLICHE EBENE DER PRESSELENKUNG 21
3.5 AUS- UND GLEICHSCHALTUNG 22
3.6 ZUSAMMENFASSUNG 23
4 Gesamtzusammenfassung 24-25
Quellenverzeichnis S 26
1 Von Spätmittelalter bis Napoleon
15. bis 18. Jahrhundert
1.1 GESCHRIEBENE ZEITUNGEN
Die deutsche Zeitungsgeschichte beginnt nicht mit dem Aufkommen der periodischen Publizistik - die ersten regelmäßig erscheinenden Zeitungen im modernen Sinne kamen erst ab Anfang des 17. Jahrhunderts heraus. 1 Vielmehr schlug das Zeitungswesen seine Wurzeln bereits im ausgehenden Mittelalter. Mit der damaligen Verdichtung und territorialen Ausdehnung des Handels und der Zunahme politischer Ereignisse mit erheblicher Tragweite wuchs das
Informationsbedürfnis in der Bevölkerung. 2 Bereits zu dieser Zeit wurden handgeschriebene
Nachrichtensammlungen in Briefform verfasst. Diplomaten, Kaufleute und der Adel informierten sich über diese frühe Form der Zeitungen über das politische und wirtschaftliche Geschehen. 3 Die so genannten „Brief-Zeitungen“ wurden unter anderem von bezahlten Korrespondenten verfasst, die Nachrichten aus den großen Handelszentren zusammentrugen und an ihre Auftraggeber verschickten. 4 Teilweise gelangte der Inhalt auch an Stadt- und Feldschreiber, die die Nachrichten öffentlich publizierten. 5
Während betuchte Einzelpersonen ihr Korrespondenznetz pflegten, unterhielten große Handelshäuser wie die Fugger ihre eigenen geschriebenen Zeitungen. 3
1 Vgl. Stöber (2000), S. 13
2 Vgl. Stöber (2000), S. 13f
3 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 15; vgl. Stöber (2000), S. 34
4 Vgl. Stöber (2000), S. 35
5 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 15
1
1.2 FRÜHE DRUCKSCHRIFTEN
1.2.1 Flugblätter und Flugschriften
Um 1445 erfand Johannes Gensfleisch zur Laden, genannt Gutenberg, den Druck mit beweglichen Lettern. 6 Durch dieses neue Verfahren konnten relativ schnell mehrere Seiten Textmaterial publiziert werden 7 - der Startschuss für die ersten gedruckten Nachrichten: Flugblätter und Flugschriften, diewie auch die geschriebenen Zeitungen - als Vorläufer der modernen Tagespresse anzusehen sind. 8 Flugblätter berichteten als Einzelblattdrucke in Kurzform über einzelne Ereignisse und erschienen ohne Regelmäßigkeit. 9 Allerdings berichteten sie selten über innenpolitische Geschehnisse, sondern überwiegend über wirtschaftliche Vorgänge und Auslandspolitik. 8 Die absolutistische Obrigkeit sah es nicht gern, wenn zu viele Informationen aus dem eigenen Herrschaftsgebiet an die Öffentlichkeit drangen. 10 Flugschriften bestanden aus mehreren ungebundenen Seiten und gingen inhaltlich mehr in die Tiefe als Flugblätter. Sie erschienen ebenfalls diskontinuierlich. Oft dienten Flugschriften der Agitation und Propaganda durch Kirche und weltliche Obrigkeit. 11 Aber auch aufrührerische Kräfte nutzten sie zur Verbreitung ihrer Überzeugungen. So spielten Flugschriften in der Reformation eine tragende Rolle. Jahrhunderte später - zur Zeit des Vormärz - wurden sie zur Publikation bürgerlich-intellektueller Schriften genutzt. 8
6 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 13
7 Vgl. Altendorfer (2004), S. 272
8 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 16
9 Vgl. Stöber (2000), S. 32
10 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 45
11 Vgl. Stöber (2000), S. 33
2
1.2.2 Unperiodische Nachrichtenblätter
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erschienen die ersten Nachrichtenblätter auf der Bühne der Geschichte, Einzel- und Mehrblattdrucke mit relativ aktuellem Inhalt. Neben Nachrichtentexten enthielten sie auch obrigkeitsgesteuerte Pamphlete zur politischen und religiösen Propaganda. 12 Das älteste nachweisbare Blatt, das das Wort „Zeytung“ im Titel führte, war die „Newe Zeytung von Orient und Auffgange“. „Zeytung“ bedeutete im damaligen Sprachgebrauch allerdings nichts anderes als Neuigkeit oder Nachricht. Da die „Newen Zeitungen“, wie der Historiker sie nennt, noch unperiodisch erschienen, sind sie nicht als direkter Vorgänger der modernen Zeitungen anzusehen. 12
1.3 PERIODISCHE PRESSE
1.3.1 Messrelationen
Als erste Vertreter der periodischen Presse erschienen im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts die Messrelationen. Das waren etwa 100-seitige Chroniken, die halbjährlich zu Verkaufsmessen, unter anderem in Köln, Frankfurt und Leipzig, herauskamen. 12 Die meisten Nachrichten, die sie publizierten, entstammten den Newen Zeitungen, die zwischen zwei Erscheinungsdaten der Messrelationen herausgegeben worden waren, oder wurden von Korrespondenzpartnern geschrieben. 13 Da neben der Periodizität, Universalität und Publizität auch die Aktualität ein wichtiges Merkmal moderner Zeitungen ist, 14 gilt auch die Messrelation, trotz ihres regelmäßigen Erscheinens, nicht als ihr unmittelbarer Vorläufer.
12 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 16
13 Vgl. Stöber (2000), S. 50
14 Vgl. Weichler (2005), S. 5
3
1.3.2 Aviso und Relation
Mutter und Vater der heutigen Tages- und Wochenzeitungen sind die Straßburger „Relation“ (Ersterscheinung 1605) und der Wolfenbütteler „Aviso“ (Ersterscheinung 1609). Beide Zeitungen kamen wöchentlich heraus. 15 Der Begriff „Aviso“ leitet sich von „avisieren“ (= etw. ankündigen) ab, „Relation“ von „referieren“ (= wiedergeben). 16 Während frühe Druckschriften wie Flugblätter in ihrer Berichterstattung meist nach Sensation heischten, berichteten die neuen periodischen Zeitungen nüchtern. 17 Über die Hälfte der Beiträge machte die politische Berichterstattung ausnatürlich staatlich „behütet“. Es dominierten die Hofnachrichten. 18
Die neue Form der periodischen Presse setzte sich schnell durch. In den folgenden Jahrzehnten gab es eine Welle der Zeitungsneugründungen. Städte wie Hamburg, Danzig, Frankfurt und Leipzig anvancierten zu Nachrichtenzentren. 19 Mit der Zeit gründeten sich gehäuft Zeitungen, die mehrmals pro Woche erschienen, wie die Leipziger „Einkommende Zeitung“, die ab 1660 sogar täglich herauskam. 20 Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gab es zwischen 60 und 80 Zeitungen in Deutschland. Die Auflagen waren zwar mit durchschnittlich 350 bis 400 Stück noch recht bescheiden. 21 Da die Pressestücke allerdings an zahlreichen öffentlichen Orten wie Gaststätten, Kaffeestuben und Avisenbuden auslagen, erreichten sie eine Vielzahl von Menschen.
15 Vgl. Pürer, Raabe (1994), S. 16
16 Vgl. Stöber (2000), S. 58
17 Vgl. Stöber (2000), S. 59
18 Vgl. Stöber (2000), S. 63
19 Vgl. Stöber (2000), S. 67
20 Vgl. Stöber (2000), S. 69
21 Vgl. Stöber (2000), S. 68
4
1.3.3 Intelligenzblätter
Während auch im 18. Jahrhundert immer mehr Zeitungen mit vorwiegend redaktionellem Inhalt gegründet wurden, erblickte eine neue Form der periodischen Presse das Tageslicht: Das Intelligenzblatt. Der Begriff „Intelligenz“ hatte hier allerdings nichts mit Intellekt oder Geist zu tun, sondern bezeichnete die Einsichtnahme in amtliche Publikationen -das
Anzeigenmonopol lag damals beim Staat. 22 Bestimmte Gesellschaftsschichten, z.B. Beamte, Geistliche und Mediziner, waren verpflichtet, Intelligenzblätter zu abonnieren. 23 Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Deutschland weit über 100 Intelligenzblätter. Ihre Bedeutung sollte allerdings im 19. Jahrhundert abflauen.
1.3.4 Entwicklung des Zeitungsmarkts in der frühen Neuzeit Der Historiker Rudolf Stöber geht davon aus, dass bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert bis zu 20% der Bevölkerung von der aktuellen Zeitungspresse erreicht wurden. 24 Die gesellschaftliche Bedeutung der Zeitung war also schon in der frühen Neuzeit immens. Noch rasanter entwickelte sich der Zeitungsmarkt im 18. Jahrhundert. Die durchschnittlichen Auflagen stiegen auf bis zu 700 Exemplare. Zu Ende des Jahrhunderts gab es über 200 verschiedene Blätter mit einer Gesamtauflage von über 300.000 Exemplaren.
22 Vgl. Stöber (2000), S. 74
23 Vgl. Schaffrath (1998), S. 437
24 Vgl. Stöber (2000), S. 69
5
Arbeit zitieren:
Andreas Brüser, 2007, Deutsche Zeitungsgeschichte bis 1945, München, GRIN Verlag GmbH
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