Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Methode. 5
2.1. Stichprobe 5
2.2. Material und Versuchsplan 6
2.2.1. Unabhängige Variable. 6
2.2.2. Abhängige Variable 6
2.2.3. Pre- Test. 8
2.3. Durchführung. 8
3. Ergebnisse. 9
3.1. Deskriptive Statistik 10
3.1.1. Ergebnisse des 1. Durchgangs 10
3.1.2. Ergebnisse des 2. Durchgangs 11
3.1.3. Gedächtnisleistung. 12
3.2. Statistische Hypothesen 13
3.3. Prüfverfahren. 14
4. Diskussion 14
5. Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis : 18
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Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht über die unterschiedlichen Experimentalbedingungen. 6
Tabelle 2: Übersicht über die verschiedenen Wortlisten der Lernkontrollen in den 7
Tabelle 3: Übersicht über die Verteilung des Geschlechts, des Alters und der. 9
Tabelle 4: Vergleich der drei Experimentalgruppen 13
Abbildung 1: Grafische Darstellung der Gruppenmittelwerte der korrigierten Treffer 12
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1. Einleitung
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem lern- und gedächtnispsychologischen Sachverhalt des Vergessens. Im Rahmen der Gedächtnisforschung gibt es zwei Erklärungsansätze für das Phänomen des Vergessens. Neben der Zerfallstheorie, die Gedächtnisspuren in den Mittelpunkt der Untersuchungen stellt, findet vor allem die Interferenztheorie große Beachtung zur Erklärung des Vergessens (Anderson, 1996, S. 199f.; Schermer, 1998, S. 161f.).
Die Interferenztheorie geht davon aus, dass das Vergessen auf den gegenseitigen Einfluss zweier Gedächtnisinhalte zurückzuführen ist (Anderson, 1996, S. 199f.; Jüttner, 1979, S. 36; Kluwe, 1992, S. 126). In der Literatur wird dieses Phänomen als Gedächtnishemmung oder Interferenz bezeichnet und tritt sowohl beim Lernen als auch beim Behalten, Erinnern und Abrufen auf (Häcker & Stapf, 1998, S. 714). Es wird dabei in retrograde und proaktive Gedächtnishemmung unterschieden. Bei der proaktiven Hemmung beeinflusst der erste Gedächtnisinhalt den zweiten. Bei der retrograden (rückwirkenden) Hemmung hingegen wirkt der zweite Lerninhalt hemmend auf den ersten (Rosemann, 1974, S. 98f.; Schermer, 1998, S. 163ff.). Untersucht wurde das Phänomen der Interferenzen zunächst von G.E.Müller und Pilzecker um 1900 (Kluwe, 1992, S. 125). Des Weiteren fand Ranschburg heraus, dass die Ähnlichkeit der Lernstoffe einen großen Einfluss auf das Ausmaß der Gedächtnisleistung hat. Ranschburg befasste sich in erster Linie mit retrograder Gedächtnishemmung und stellte eine sehr ausgeprägte retroaktive Hemmung bei sehr ähnlichen aufeinander folgenden Items fest (Häcker & Stapf, 1998, S. 714). Obwohl die bisherige Forschung vor allem die retrograde Gedächtnishemmung untersucht hat (Bierbaumer, Frey, Kuhl, Prinz & Weinert, 1996, S. 144f.), bedient sich die Interferenztheorie in erster Linie der proaktiven Hemmung zur Erklärung des Vergessens (Anderson, 1996, S. 200).
Das Phänomen der Gedächtnishemmung ist besonders für Studierende interessant, um eine optimale Lernstrategie entwickeln zu können. Insbesondere in der Klausurenzeit werden kurzfristig Lerninhalte gelernt und abgefragt. Dabei stellt sich die Frage, ob es sinnvoller ist gleichzeitig ähnliche oder sehr unterschiedliche Studienfächer zu lernen. In der vorliegenden Studie wurde deshalb der Einfluss ähnlicher Lerninhalte auf die Erinnerungsleistung im Hinblick auf proaktive Hemmungsprozesse untersucht.
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In späteren Studien wurde Interferenz vor allem anhand der Methode des Paar-Assoziations-Lernens erforscht (Anderson, 1996, S. 200). Diese entspricht in der Regel nicht dem Modus des Abfragens von Prüfungsleistungen im Studium und wurde deshalb im vorliegenden Design bewusst nicht verwendet. Es wurde vermutet, dass auch beim Lernen von Wortlisten Gedächtnishemmungen zu beobachten sind. Hierbei wurde erwartet, dass die Ähnlichkeit der Lernbegriffe einen Einfluss auf die Stärke der proaktiven Hemmung hat. Die zu überprüfende Hypothese lautete daher wie folgt: H 0 : Werden zwei Lernstoffe hintereinander gelernt, so hat die Ähnlichkeit der Lerninhalte keinen Einfluss auf die kurzzeitige Gedächtnisleistung. H 1 : Je ähnlicher sich zwei Lernstoffe sind, desto geringer ist die kurzzeitige Gedächtnisleistung.
2. Methode
Im Rahmen der vorliegenden Studie prägten sich die Versuchspersonen zunächst eine Reihe von 15 semantischen Begriffen ein, welche anschließend mittels einer Lernkontrolle abgefragt wurden. Jeder Proband absolvierte einen weiteren Durchgang mit identischem Ablauf aber unterschiedlichen Worten. Je nach dargebotenen Begriffskategorien wurden drei Experimentalgruppen unterschieden.
2.1. Stichprobe
An dem Experiment nahmen 30 Studierende der Universität Lüneburg teil. Die Teilnahme an der Untersuchung erfolgte freiwillig und es wurde Anonymität garantiert. Rekrutiert wurden die Versuchspersonen durch direkte Ansprache an der Hochschule. Sie erhielten die Information, dass es sich um ein Gedächtnisexperiment im Rahmen des Prüfungsfaches Allgemeine Psychologie II handelt, welches zehn Minuten in Anspruch nimmt. Die Probanden wurden den verschiedenen Experimentalbedingungen zufällig zugewiesen (siehe 2.3). Allgemeine Angaben zur Person wurden nach dem Experiment erhoben. Innerhalb der Stichprobe variierte das Alter der Studierenden wie folgt: 14 Personen zwischen 20 und 25 Jahren, 11 Personen zwischen 26 und 30 Jahren, 5 Personen zwischen 31 und 35 Jahren (Mittelwert: 26 Jahre). Untersucht wurden 16 weibliche und 14 männliche Probanden. Die Versuchspersonen studierten in folgenden Fachbereichen: 53,3 % Wirtschaftspsychologie, 26,6 % Wirtschaftsrecht, 13,3 % Sozialpädagogik, 3,3 % Kulturwissenschaften, 3,3 % Jura im Referendariat.
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Arbeit zitieren:
Kirsten Oltmer, 2005, Gedächtnispsychologische Interferenzen - Bedeutung der proaktiven Gedächtnishemmung für angewandte Lernstategien, München, GRIN Verlag GmbH
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