Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1 Hexen - in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder
Grimm 5
1.1 Die historische Figur 5
1.1.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs 5
1.1.2 Historischer Wandel des Hexens-/ Hexereibildes 5
1.1.3 Folterung von Hexen 8
1.1.4 Hinrichtung durch Verbrennen 9
1.1.5 Stimmen der Vernunft 10
1.2 Die fiktive Figur 11
1.2.1 Das Hexenbild an Hand Märchen der Gebrüder
Grimm 11
Schneewittchen 11
H änsel und Gretel 12
Die sechs Schwäne 13
Rapunzel 14
1.2.2 Tötungsarten der Hexen im Märchen 16
1.3 Vergleich historische Hexe / Hexenbild im Märchen der
Gebr üder Grimm 17
2
2.1 Die Figur im Volksglauben 18 2.2 Die historische Figur 19 2.3 Die Figur im Märchen der Gebrüder Grimm 21 Die drei Spinnerinnen 21 Rumpelstilzchen 22 Frau Holle 22
2.4 Vergleich historische Spinnerin / Spinnerin im Märchen 24
3 Die Frau im Märchen der Gebrüder Grimm 25
3.1 Ursprung der Grimmschen Märchen 25 3.2 Das Frauenbild zu Zeiten der Gebrüder Grimm 26 3.3 Das Frauenbild im Märchen der Gebrüder Grimm 26 3.3.1 Der passive Typ 27 Dornröschen 27 Rotkäppchen 28 3.3.2 Der aktive Typ 28 Die Sterntaler 29 Frau Holle 29 3.3.3 Der gemischte Typ 30 Hänsel und Gretel 30 Aschenputtel 30 Der Froschkönig 31 König Drosselbart 32
3.3.4 Vergleich der drei Typen und Bezug auf das 19. Jahrhundert 35
Einleitung
Im Rahmen der Veranstaltung „Märchenanalyse“ habe ich mich mit den
Anschließend vergleiche ich nach jedem Hauptkapitel die geschichtlichen
1 Hexen - in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder
Grimm
1.1 Die historische Figur
1.1.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs
Das Wort Hexe ist aus dem althochdeutschen Wort „hagzissa”, „hagazussa” abgeleitet.
“Hag” bedeutet Rodung, Feld und Flur, „zissa“ bzw. „zussa“ „die Schädigende”. Eine Hexe ist demnach die Feld und Flur Schädigende. 1
1.1.2 Historischer Wandel des Hexens- bzw. Hexereibildes
Laut dem Brockhaus Konversations-Lexikon sind die Hexen vermutlich aus den weisen Frauen (Priesterinnen), des germanischen Altertums hervorgegangen. 2
Ursprünglich sah man in Hexen dämonische Wesen. Sie hatten sowohl positive als auch negative Eigenschaften. Dämonisch hieß in diesem Zusammenhang ausschließlich, dass sie nicht-menschliche Fähigkeiten hatten. Erst mit der Christianisierung wurden die Hexen vermenschlicht, jedoch mit dämonischem Hintergrund 3 . Damit war nun gemeint, dass sie mit dem Bösen im Bündnis waren - was ein Religionsverbrechen war. Der Hexenbegriff der mittelalterlichen Theologie lag in der christlichen Dämonologie begründet und basiert auf aus der Bibel gewonnenen Anschauungen, auf dualistischen gnostischen Lehren, auf dem Neuplatonismus. Die Kirche gestand den heidnischen Göttern wirkliche Existenz in Form von Dämonen zu. 4 Um 1480 waren mit dem Begriff `Hexe´ neben Pakt und Buhlschaft mit dem Teufel auch Vorstellungen über Ketzerei, Schadenszauber und Flug durch die Luft sowie Tierverwandlung verbunden. Die Vorstellung, dass Hexen einen Pakt mit dem Teufel eingehen und Ketzerei betreiben, entstammt mittelalterlichem, kirchlichem Glauben, die Vorstellung des Schadenszaubers
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und die des Fluges durch die Luft sind auf uraltem Volksglauben zurück zu führen.
Man stellte sich Hexen als Wesen vor, die mit einem Besen durch die Lüfte ritten, einen langen schwarzen Umhang (zur Bewahrung der Anonymität) trugen, bei Vollmond Kräuter für gute und bei Neumond Kräuter für schlechte Taten sammelten. Wichtig war auch ein Kessel, worin sie ihr Gift, ihre Zaubertränke und ihre Salben herstellten. Dies passierte jedoch nie ohne Zauberbzw. Beschwörungsformeln.
Es gab auch männliche Hexen, so genannte Hexenmeister. Auch er übte den Bosheitszauber aus und zwar gesteigert bis zur höchsten Stufe raffinierter diabolischer Freveltat. Die betreffenden Beschwörungsformeln und Veranstaltungen waren in Büchern niedergeschrieben. Bei dem Hexenmeister trat auch der wirkliche Kontakt mit dem Teufel ein, das Bündnis wurde durch Unterschrift mit dem eigenen Blut unterschrieben. Im Mittelalter herrschte grundsätzlich die Überzeugung, dass die äußere Erscheinung den inneren Charakter widerspiegelt und umgekehrt. Das heißt ein mickriger kleiner Kerl musste von vornherein einen schlechten und ein großer starker Ritter einen guten Charakter haben. Ähnlich verhielt es sich also bei den Hexen. Somit waren es dann vor allem ungewöhnlich hässliche Frauen mit zerfurchtem Gesicht, einem Buckel und Warzen oder ähnlichem, hinter denen man dämonische Kräfte und Teufelsverbündete sah. Nichtsdestotrotz wurden auch besonders hübsche Frauen als Hexen angeklagt, wenn sie zum Beispiel eine andere Meinung hatten oder außergewöhnlich selbstbewusst auftraten. Man glaubte, diese hätten nicht nur magische Kräfte, sondern auch ihre verführerische Schönheit vom Teufel erhalten, um diesen begierig, lüstern und zur Teufelsbuhlschaft bereit machen zu können.
Im Jahre 1487 erschien unter Papst Innocenz VIII in Straßburg der Hexenhammer (Malleus maleficarum), ein dreiteiliges Werk der Inquisitoren Heinrich Institoris (Krämer) und Jakob Sprenger 5 . Es wird allerdings angezweifelt, dass Sprenger wirklich Mitverfasser des Hexenhammers ist. Die ersten beiden Teile des Hexenhammers schildern das Treiben der Hexen. So wird unter anderem dargelegt, dass die Hexerei auf dem Pakt mit dem Teufel und auf der Teufelsverehrung (Häresie) beruhe. Kirchliche Mittel wie Gebete
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und Exorzismen würden nicht gegen Taten der Hexen (z.B. Tötung von Menschen und Tieren, Vernichtung von ungeborenem Leben im Mutterleib, Erzeugung von Krankheiten) helfen. Im Besonderen verursachte die Behexung beim Mann Impotenz und Unfruchtbarkeit bei der Frau. Auch stehe die Hexe mit dem Teufel in geschlechtlichem Kontakt, woraus gefolgert wurde, dass mehr Frauen als Männer Umgang mit dem Teufel haben müssten. Der dritte Teil der Schrift befasst sich mit den Normen der Hexenprozesse und unterweist die Gerichte im henkermäßigen Verfahren zur Überführung der Hexen und Zauberer. Geständnisse waren notfalls durch Folter zu erzwingen und in der Regel hatte die Todesstrafe am Ende des Prozesses zu stehen. Der Hexenhammer beschreibt auch im Einzelnen die Prozessführung, die gut durchdacht und gegen allzu große Willkür abgesichert ist. Folter ist zulässig, aber nicht die bevorzugte Methode, und ein Geständnis, das ausschließlich durch die Folter erzwungen wurde, ist ungültig. Auch ist Liebäugeln mit den teuflischen Mächten noch kein hinreichender Grund zur Verfolgung es muss ein wirkliches Maleficium vorliegen, das heißt, der begründete Verdacht einer strafbaren Handlung. Eventuelle körperliche Merkmale einer Hexe können höchstens als erschwerender Umstand hinzugezogen werden 6 . Dass Linkshändigkeit (das Symbol für Dämonie) im Hexenhammer unbeachtet blieb, liegt vermutlich an einem Mangel an Verbundenheit, an fehlendem Gruppengefühl der Linkshänder - etwas, das anderen Gruppen so fatal geworden ist 7 . Im Gegensatz zu Linkshändern trafen sich andere Gruppen, um bestimmte okkulte Rituale auszuüben. Außerdem achtet man nicht darauf, ob jemand Rechts- oder Linkshänder ist. Warzen (besonders im Geschichtsbereich) sind hingegen auffälliger.
Es gibt drei weitere Merkmale, die die Wahrscheinlichkeit erhöhten, dass Frauen der Hexerei verdächtigt wurden. Das eine war Melancholie, ein depressiver Zustand, der gelegentlich durch dunkle oder bedrohliche Äußerungen und sonderbares Benehmen gekennzeichnet ist. Das andere gefährliche Merkmal war die Isolation. Besonders stark betroffen waren auch Wahrsager und Heiler (einschließlich Hebammen), die fas ausschließlich Frauen waren, und zwar wegen ihrer Außenseiterstellung in der Gesellschaft. Dass gerade Hebammen besonders verdächtig waren, lässt sich wohl dadurch erklären, dass diese Frauen am ehesten Gelegenheit hatten, eine wichtige Zutat
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der Hexensalbe zu bekommen -ein neugeborenes Kind-, und vor allem, dass sie in einem Bereich arbeiteten, der von alters her für Männer tabuisiert war. Was auffällt, ist, dass die Beschuldigung am häufigsten von einer ortsansässigen Person ausging, die einem Nachbarn - manchmal einer älteren Frau oder einem Alleinstehenden - eine Bitte abgeschlagen hatte. Kurz darauf entdeckte diese Person ein Malefiz, das dann dem Menschen zur Last gelegt wurde, dem die Bitte abgeschlagen worden war. Derjenige, der die ungeschriebenen Gesetzte nachbarlichen Betragens verletzt hatte, empfand Besorgnis und Schuldgefühle, die dann in Hass auf den anderen umschlugen, der diese Schuldgefühle hervorgerufen hatte. Die Ablehnung und die anschließende Beschuldigung eines anderen war ein häufiges Mittel, eine Beziehung zu beenden, die lästig geworden war. 8
„Nicht die ketzerische Qualität des (…) Verbrechens der Hexen, 9 . sondern das Maleficium (...) [wird] in den Mittelpunkt gestellt” Das Hexentreiben ist „grundsätzlich auf das weibliche Geschlecht 10 und es „wird versucht, den Hexenprozess in den zugespitzt”
Kreis der weltlichen Jurisdiktion hinüberzuspielen. An Brutalität und Grausamkeit übertrifft der Malleus Maleficiarum alles 11 . Frühere”
Eine neue Erfindung verstärkt noch die verheerende Wirkung dieses Buches. Es war ein unglückseliges Zusammentreffen, dass die Buchdruckerkunst gerade in dem Augenblick erfunden wurde, da der Eifer der Hexenjäger seinen Höhepunkt erreichte. Der Hexenhammer war so erfolgreich wie in moderner Bestseller: 16 Auflagen in Deutsch, 11 in Französisch, 2 italienische und 6 englische. 12
1.1.3 Folterung von Hexen
Die Folter wurde, anders als in der Theorie des Hexenhammers, als „Beweis aller Beweise” 13 angesehen und unter dem Begriff Peinliche Befragung angewandt. Durch mehrfache Folterung konnte man immer die gewünschten Geständnisse erlangen, vor allem Namen Mitschuldiger erfahren, so dass jeder
8
Arbeit zitieren:
Friederike Schmidt, 2005, Märchenanalyse - Eine Analyse dreier Märchen der Gebrüder Grimm, München, GRIN Verlag GmbH
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