Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Politikwissenschaft
Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften
Übung: Grundlagen und Grundbegriffe der Sozialkundedidaktik (FD)
WS 2005/2006
Unterrichtsmethoden
von: Berit Matthies
Inhaltsverzeichnis
Methoden 2
Die Pro-Contra-Debatte 2
Regeln zur Durchführung 2
Die Beteiligten 3
Ablauf einer Debatte 3
Auswertung 4
Lerninhalte der Pro-Contra-Debatte 4
Der Lehrervortrag 5
Kriterien für einen guten Vortrag 5
Wie sollte vorgetragen werden? 6
Der größte Feind des Lehrervortrages 6
Quellennachweis: 7
Methoden
Methoden sind Verfahren, die dem Schüler und dem Lehrer ermöglichen sollen, sich mit einer Thematik zu beschäftigen um neue Erkenntnisse, Einsichten und Kompetenzen zu erwerben. Jede Methode hat ihre Stärken und Schwächen. Manch einem liegt eine bestimmte Methode in besonderem Maße, andere können ihr nichts abgewinnen. Da es aber unterschiedliche Arten des Lernens gibt, ist es erforderlich in der Schule verschiedene Methoden zum Einsatz zu bringen.1
Die Pro-Contra-Debatte
„Die Pro-Contra-Debatte ist eine hoch formalisierte, an strengen Regeln orientierte Methode für den Politikunterricht, die vor allem einen Beitrag zur rationalen politischen Urteilsbildung leisten soll.“2 Sie ist zeitlich befristet und kann als eine formale zugespitzte Diskussion angesehen werden. In der Methode geht es darum, unterschiedliche Positionen klar herauszuarbeiten, gegensätzliche Meinungen zu äußern, zu vertreten und zu begründen, sie vergleichend gegenüberzustellen und durch eine abschließende Abstimmung eine Entscheidung herbei zu führen. Der Zweck der bei einer Pro-Contra-Debatte verfolgt wird ist der, eine Mehrheit für alternative Vorschläge zu gewinnen. Insofern eignet sich die Methode auch in besonderer Weise für das politische Lernen. Ihren besonderen Beitrag zur politischen Urteilsbildung leistet sie nicht dadurch, dass es zum Schluß zu einer Abstimmung kommt, sondern durch das Zusammenspiel von Entscheidungen, Begründungen und Analysieren von Argumenten während der Durchführung. Der Sinn der Debatte liegt darin, den Schüler mit möglichst vielen Begründungen vertraut zu machen, mit denen Argumente und Urteile gerechtfertigt werden.3 Eine Debatte muß mit den Schülern gründlich vorbereitet werden. Denn ohne Hintergrundwissen können die Schüler keine Argumente bilden. Im Hinblick auf die Themenwahl eignen sich solche Simulationen, die auf einen klare ja/nein Position abzielen.
Regeln zur Durchführung
Um einen störungsfreien Ablauf einer Debatte zu gewährleisten sollten folgende Regeln mit den Schülern erarbeitet worden sein. Zunächst sollte man immer davon ausgehen, dass man die Kontrahenten für einen Beschluß nur durch ruhige und sachliche Überzeugung gewinnen kann. Dabei sollte man sorgfältig auf Einwände hören, denn es könnte sein, dass diese auch dem eigenen Interesse dienen bzw. auf unerwünschte Folgen aufmerksam machen. In der eigenen Argumentation sollte man darstellen, an welchen Punkten der eigene Vorschlag auch im Interesse der anderen Kontrahenten liegt. Ist eine „kämpferische“ Auseinandersetzung unvermeidlich, so sollten die Gefühle der Teilnehmer möglichst geschont werden, damit ihr Widerstand nicht irrational wird. Die Schüler dürfen sich persönlich nicht angreifen. Ihnen muß klar sein, dass es sich um eine Art Simulation handelt und eventuelle Uneinigkeiten dürfen nicht in Alltag übertragen werden. Die Bündnisbreite sollte so groß wie möglich gehalten werden. Was in der Umsetzung bedeutet, dass man die neutralen Beobachter nicht gegen sich aufbringt, um die Anzahl der Gegner so gering wie möglich zu halten. Im Hinblick auf den eigenen Antrag sollten die Schüler in der Lage sein, einzelne Details aufgrund von Einwänden zu modifizieren. Abgegebene Begründungen und Anträge müssen thematisch auf die vorliegenden Anträge abzielen. Eine Debatte ist nicht dazu da, um „Lebensweisheiten“ in den Raum zu stellen die der Sache nicht dienen.4
Die Beteiligten
[...]
1 Müller, Ragner: Grundlegende Methoden des Politikunterrichts. Auf: www.dadlos-d.org/methoden/grundkurs_3.htm. Download: 20.10.2005, 11.34 Uhr.
2 Kuhn, Hans-Werner/ Massing, Peter: Methoden und Arbeitstechniken. In: Weißeno, Georg (Hrsg.): Lexikon der politischen Bildung Band 3. Seite: 134, Schwalbach 2000.
3 Massing, Peter: Pro-Contra-Debatte. In: Mickel, Wolfgang W.(Hrsg.): Handbuch zur politischen Bildung, Band 358. Seite: 403-407, Bonn 1999.
4 Giesecke, Hermann: Methodik des politischen Unterrichts. Seite: 144, München 1973.
Arbeit zitieren:
Berit Matthies, 2005, Unterrichtsmethoden, München, GRIN Verlag GmbH
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