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Welchen Einfluss hat Sprache auf Minderheiten?

Title: Welchen Einfluss hat Sprache auf Minderheiten?

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Sebastian Puhle (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Eines der wesentlichsten Merkmale, welches den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet, ist die Fähigkeit verbal miteinander zu kommunizieren. Die Sprache ist also elementar für die Entwicklung des Menschen. In einer multilingualen Welt gibt es größere und kleinere Sprachen. Es gibt globale Sprachen, wie zum Beispiel Spanisch, es gibt große Sprachen, die von hunderten von Millionen Menschen gesprochen werden, wie zum Beispiel Mandarin, es gibt alte Sprachen, wie zum Beispiel Arabisch oder junge Sprachen, wie zum Beispiel Englisch. Sprache entwickelt sich auch ständig weiter, die Grenzen zwischen Sprachen sind oftmals fließend, es bilden sich neue Sprachen aus regionalen Dialekten und andere sterben aus, wie zum Beispiel die Sprache der Buschmenschen in Südafrika. Neben den Dialekten bilden sich auch sowas wie Szene- oder Arbeitssprachen. Kurz gesagt, das menschliche Sprechen mit Hilfe von Sprachen ist alles andere als statisch.
Bei der Erstellung dieser Hausarbeit haben mich aber persönlich folgende Leitfragen besonders interessiert:
Wie kommt es, dass in einer plastischen Sprachenwelt so viele statische Sprachinseln entstehen konnten?
Welche Vorteile bieten einsprachige Gesellschaften, gegenüber Mehrsprachigen?
Was passiert mit Sprachen, deren Sprecher in der gesellschaftlichen Minderheit sind?
Welche Faktoren spielen eine Rolle beim Erstspracherwerb und welchen Einfluss hat dieser auf den Sprecher?
Was ist Mehrsprachigkeit?
Welche Unterschiede gibt es beim Zweitspracherwerb?
Welche Rolle spielt der Zweitspracherwerb für Sprachminderheiten?
Was ist doppelte Halbsprachigkeit und wie entsteht sie?
Wie kann man der doppelten Halbsprachigkeit entgegenwirken?
Dabei setze ich bei der Beantwortung der mich interessierenden Fragen jedoch mehr einen soziologischen Akzent, als einen Linguistischen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einsprachigkeit vs. Mehrsprachigkeit im historischen Kontext

1.1 Einsprachigkeit – Mittel zur Staatenbildung

1.2 Migrationssprachen

2. Der Spracherwerb

2.1 Der Erstspracherwerb

2.2 Die Muttersprache – eine unbefriedigende Definition

2.3 Simultane Mehrsprachigkeit

2.4 Sukzessive Mehrsprachigkeit

2.5 Der Zweitspracherwerb

2.6 Die Bedeutung des Zweitspracherwerbs für Sprachminderheiten

2.7 Der natürliche Zweitspracherwerb

2.8 Die doppelte Halbsprachigkeit

2.9 Das Berliner Schulmodell

Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer soziologischen Perspektive die Auswirkungen von Sprache auf gesellschaftliche Minderheiten, insbesondere im Kontext von Mehrsprachigkeit und dem Erwerb einer Zweitsprache. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Sprachminderheiten in monolingual geprägten Nationalstaaten agieren und welche Rolle der Spracherwerb für deren gesellschaftliche Teilhabe spielt.

  • Historische Entwicklung der Einsprachigkeit als Mittel zur Staatenbildung
  • Prozesse und Bedingungen des Erst- und Zweitspracherwerbs
  • Phänomen der doppelten Halbsprachigkeit bei Migrantenkindern
  • Evaluierung des Berliner Schulmodells als Lösungsansatz
  • Einfluss der Mehrheitssprache auf Identität und Sozialisierung

Auszug aus dem Buch

1.1 Einsprachigkeit – Mittel zur Staatenbildung

Vor der Entstehung der ersten Nationalstaaten ab dem Mittelalter war Multilingualität etwas völlig Normales. Die Grenzen der Machtgebilde hatten oft nur wenig mit Sprach- und Kulturgrenzen gemeinsam. Oft lebten verschiedene Sprachgemeinschaften in ein und demselben Gebiet. Dialekte und Akzente waren sehr ausgeprägt und der Übergang zu anderen Sprachen fließend. Die Analphabetenrate war hoch und Händler und Reisende mussten oft mehrere Sprachen und Dialekte zumindest teilweise beherrschen. Für die Herrschenden gab es eine oder mehrere globale (Europaweite) Verkehrssprachen. Ein nationales Bewusstsein, so wie wir es heute verstehen gab es nicht.

Erst mit dem Entstehen der Nationalstaaten und einer immer komplexer werdenden Bürokratie wurde es immer notwendiger eine gemeinsame Verkehrssprache pro Staat zu haben. Im ausklingenden Mittelalter und der Renaissance entstand dann so etwas wie „Rechtstaatlichkeit". Gesetze wurden erlassen, um das Leben im Staat zu regulieren. Gesetze mussten irgendwo aufgeschrieben und festgehalten werden und diese mussten für die Bevölkerung verständlich sein. Je mehr Kontrolle der Staat ausüben wollte, um so mehr musste er in das Leben seiner Bewohner eingreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Darstellung der persönlichen Leitfragen und des soziologischen Fokus der Untersuchung zur Bedeutung von Sprache für Minderheiten.

1. Einsprachigkeit vs. Mehrsprachigkeit im historischen Kontext: Analyse des historischen Wandels von natürlicher Multilingualität hin zur nationalstaatlich forcierten Einsprachigkeit.

1.1 Einsprachigkeit – Mittel zur Staatenbildung: Untersuchung der Notwendigkeit einer einheitlichen Sprache für Bürokratie, Rechtstaatlichkeit und Nationalidentität.

1.2 Migrationssprachen: Betrachtung der sprachlichen Veränderungen bei Minderheiten in der Emigration durch Einflüsse der Mehrheitssprache.

2. Der Spracherwerb: Einführung in die Grundlagen des kindlichen Spracherwerbsprozesses.

2.1 Der Erstspracherwerb: Beschreibung des Erwerbs der Muttersprache als zentrales Element der frühen Sozialisation.

2.2 Die Muttersprache – eine unbefriedigende Definition: Kritische Auseinandersetzung mit der begrifflichen Unschärfe von Muttersprache.

2.3 Simultane Mehrsprachigkeit: Erklärung der Bedingungen, unter denen Kinder von Beginn an in zwei oder mehr Sprachen aufwachsen.

2.4 Sukzessive Mehrsprachigkeit: Definition des zeitversetzten Erwerbs einer zweiten Sprache, häufig bei Kindern mit Migrationshintergrund.

2.5 Der Zweitspracherwerb: Überblick über Einflussfaktoren wie biologische Voraussetzungen und die soziale Lernsituation.

2.6 Die Bedeutung des Zweitspracherwerbs für Sprachminderheiten: Analyse des Integrationsdrucks und der Notwendigkeit der Amtssprache für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

2.7 Der natürliche Zweitspracherwerb: Untersuchung des Erwerbs einer Zweitsprache durch tägliche Kommunikation ohne formalen Unterricht.

2.8 Die doppelte Halbsprachigkeit: Erörterung der Problematik, wenn Minderheiten keine der beiden Sprachen ausreichend beherrschen und die daraus resultierenden schulischen Defizite.

2.9 Das Berliner Schulmodell: Vorstellung eines bilingualen Bildungsansatzes zur Überwindung der doppelten Halbsprachigkeit und Förderung der Biliteralität.

Fazit: Resümee über die Notwendigkeit von Mehrsprachigkeitsförderung als Mittel gegen Ausgrenzung.

Schlüsselwörter

Sprache, Mehrsprachigkeit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Minderheiten, Nationalstaat, Soziologie, Sozialisation, Migrationshintergrund, doppelte Halbsprachigkeit, Berliner Schulmodell, Integration, Biliteralität, Identität, Sprachentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Bedeutung von Sprache für Minderheiten und untersucht die Herausforderungen, die sich aus dem Aufwachsen in einer fremden Sprachumgebung ergeben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind historische Prozesse der Sprachenbildung, der Spracherwerb in der Kindheit, die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit sowie die Rolle von Bildungsinstitutionen bei der Integration von Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss der Sprache auf Minderheiten zu analysieren und zu hinterfragen, wie Modelle wie der bilinguale Unterricht helfen können, die sogenannte doppelte Halbsprachigkeit zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche zu spracherwerbstheoretischen und soziolinguistischen Ansätzen, ergänzt durch Fallbeispiele.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt detailliert die verschiedenen Formen des Spracherwerbs (simultan vs. sukzessiv) und diskutiert die Konsequenzen für Kinder mit Migrationshintergrund.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mehrsprachigkeit, Sprachsozialisation, doppelte Halbsprachigkeit und die Bedeutung von bilingualen Bildungskonzepten geprägt.

Was versteht der Autor unter dem Begriff der doppelten Halbsprachigkeit?

Es bezeichnet einen Zustand, in dem ein Individuum weder die Herkunftssprache noch die Umgebungssprache ausreichend sicher beherrscht, was zu erheblichen Lern- und Entwicklungsproblemen führen kann.

Warum ist das Berliner Schulmodell laut dem Autor ein positiver Ansatz?

Das Modell fördert das gleichzeitige Lesen und Schreiben in zwei Sprachen und trägt dazu bei, dass Schüler mit Migrationshintergrund ihre kognitiven Fähigkeiten besser entfalten und vergleichbare Leistungen wie monolinguale Schüler erzielen können.

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Details

Title
Welchen Einfluss hat Sprache auf Minderheiten?
College
Free University of Berlin  (FB Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Course
Sprachenvielfalt im Klassenzimmer – Analysen und Konzepte in deutsch didaktischer Sicht
Grade
2,7
Author
Sebastian Puhle (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V72781
ISBN (eBook)
9783638730693
Language
German
Tags
Welchen Einfluss Sprache Minderheiten Sprachenvielfalt Klassenzimmer Analysen Konzepte Sicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Puhle (Author), 2006, Welchen Einfluss hat Sprache auf Minderheiten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72781
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