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1 Einleitung 3
2 Konzepte für TeleMonitoring-Systeme. 5
2.1 Das Body Area Network 5
2.2 Projekt MobiHealth 6
2.3 Projekt BASUMA 7
2.4 TeleMonitoring-Systeme für Herz-Kreislauf-Überwachung 8
3 Kommerzielle Anwendungen 10
3.1 Herz-Kreislauf Monitoring: VitaPhone. 10
3.2 Blutzucker Monitoring 10
3.3 Produktinnovation vor Prozessinnovation. 11
4 TeleMedizin in Deutschland 12
5 Zusammenfassung. 14
Quellenangaben 15
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der mobilen Datenerfassung an Patienten. Dieses Themenfeld wird auch als TeleMonitoring bezeichnet und ist ein Teilbereich der TeleMedizin. Unter Telemedizin lässt sich der „Einsatz von Telematik zur Überwindung einer räumlichen Trennung zwischen Patient und Arzt oder zwischen mehreren behandelnden Ärzten“ verstehen. 1 Somit ist TeleMonitoring „die telemedizinische Überwachung chronisch erkrankter oder frühzeitig aus der stationären Behandlung entlassener Patienten in deren häuslichem Umfeld.“ 2 Mit Blick auf den Wunsch nach Mobilität trotz einer Erkrankung und der damit verbundenen Lebensqualität bleibt TeleMonitoring allerdings nicht nur auf das häusliche Umfeld beschränkt. Eine ständige Überwachung der Vitalparameter an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt gilt es als Ziel zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von Mobile Health gesprochen. Mobile-Health ermöglicht, neben der mobilen Datenerfassung, vor allem auch „die Online-Interaktion zwischen Ärzten, Patienten und weiteren relevanten Berufsgruppen. Verwendet werden dabei mobile Endgeräte, wie Mobiltelefon, PDA, Notebooks und vor allem drahtlose Übertragungstechniken in allen Bereichen des Gesundheitswesens.“ 3 Die Begriffe TeleMonitoring und Mobile Health sind thematisch gleichwertig, im Folgenden soll jedoch nur der Begriff TeleMonitoring verwendet werden.
Die gesamte Telemedizin - und mit Ihr das TeleMonitoring - werden in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. 4 Betrachtet man einige Zahlen aus dem Gesundheits-sektor erschließt sich umgehend die ökonomische Relevanz dieses Themas. 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden beispielsweise an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Kosten für die Behandlung dieser Patientengruppe betragen jährlich rund 35 Milliarden Euro. Allein dieser enorme Kostenblock ließe sich laut dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) durch eine Prävention mit TeleMonitoring erheblich reduzieren. So würde der besonders teure stationäre Aufenthalt in vielen Fällen entbehrlich oder zumindest verkürzet werden. 5 Besonderes Augenmerk verdient auch die zunehmende (Über-) Alterung der Bevölkerung. Die damit immer zahlreicher auftretenden chronischen Erkrankungen werden für die Gesundheitsversorgung zunehmend auch zu einem logistischen Problem. 6 Vor diesem Hintergrund kann sich TeleMonitoring als eine zukunftsweisende Betreu-ungsform zeigen.
1 JÄCKEL: Chanchen für eine Telematikplattform, S.10
2 MOHR/ SCHALL/ NERLICH: Telemedizin, S.35
3 PREUß/ GANTNER: Mobile Health S. 245
4 Vgl. MOHR/ SCHALL/ NERLICH, S.35
5 Vgl. VDE, Mikrosysteme in der Medizin, S.7
6 Vgl. VDE, Thesenpapier Telemonitoring, S.45
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Neben den ökonomischen Vorteilen, kann durch TeleMonitoring auch ein handfester Qualitätsgewinn in der medizinischen Betreuung erzielt werden. Gerade bei Herz-Kreislauf Erkrankungen kommt es nicht selten vor, dass eine Abweichung der Vitalwerte vor allem im häuslichen Umfeld oder unterwegs auftritt, während bei der Untersuchung in der Praxis oder Klinik alles in Ordnung scheint. Mit TeleMonitoring erhöht sich, aufgrund einer dauerhaften Messung in allen Alltagssituation, die Datenqualität, -quantität und -transparenz, was im Endeffekt zu einer präziseren Diagnose und einer optimalen Therapie führt. 7
Derzeit herrscht allerdings noch eine Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten von TeleMoni-toring und einem flächendeckenden Einsatz dieser Technologien im deutschen Gesundheitswesen. Deutschland steht hier noch ganz am Anfang. Aus diesem Grund werden Tele-Monitoring Projekte und kommerzielle Lösungen jeweils in Kapitel 2 und 3 getrennt vonein-ander vorgestellt. Im abschließenden Kapitel 4 werden die Potentiale der TeleMedizin, als auch die aktuellen Rahmenbedingungen, die eine rasche Einführung verhindern, kurz aufgezeigt.
7 Vgl. VDE, Thesenpapier Telemonitoring, S. 5
Die mobile Erfassung von Vitalparametern am Patienten erfordert nicht nur entsprechende Körper-Sensoren, sie benötigt vor allem geeignete Übertragungsgeräte, einen einheitlichen Übertragungsstandard und eine passende System- und Serviceinfrastruktur. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die wichtigsten Projekte gegeben werden, die sich mit der Lösung dieser Anforderungen beschäftigen bzw. beschäftigt haben.
2.1 Das Body Area Network
Im Jahr 2001 wurde am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) ein wichtiger Grundstein für die mobile Erfassung von Vitalwerten gelegt. Mit dem Body Area Network (BAN) entwickelten die Forscher eine neue drahtlose Übertragungstechnologie, mit der es möglich ist, die Daten verschiedener, am Körper getragener medizinischer Sensoren zu empfangen und anschließend über das Internet an medizinisches Fachpersonal zu übermitteln. 8
Abbildung 1: Szenario für den Einsatz des BAN (Quelle: Fraunhofer Gesellschaft)
Die Körpersensoren übertragen Ihre Messwerte drahtlos mittels eines speziellen Protokolls (BANcom Protokolls 9 ) automatisch an eine am Gürtel des Patienten getragene Basisstation. Die Sensoren senden mit sehr geringer Leistung -- die Reichweite liegt bei etwa 1,5 Meter. Somit wird verhindert, dass sich die Datenübertragung anderer Patienten im selben Raum möglichst wenig beeinflussen. 10 Die Basisstation leitet die gesammelten Sensordaten wiederum drahtlos mittels GSM, Bluetooth, UMTS oder DECT an eine Vermittlungsstelle, wel-
8 Vgl.Body Area Network , Fraunhofer Gesellschaft: http://www.ban.fraunhofer.de/ban.pdf
9 Das BANCom Protokoll definiert eine Multiframestruktur, die lange Schlafzeiten für BSU´s (Body Sensor Unit, BSU) ermöglicht, um somit Energie, d.h. Batterieleistung zu sparen. Zusätzlich unterstützt es bidirektionale Datenübertragung, die je nach
medizinischer Anwendung sowohl symmetrisch als auch stark asymmetrisch sein kann.
10 Vgl. Heise.de, http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/28597&words=BAN
Arbeit zitieren:
Christian Kunzendorf, 2006, Telemonitoring - mobile Datenerfassung am Patienten, München, GRIN Verlag GmbH
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