1 Übersetzungsvergleich 3
2 Textabgrenzung 7
3 Kontextanalyse 8
4 Strukturanalyse 10
5 Synoptischer Vergleich 13
5.1 Vergleich Markus - Matthäus: 13
5.2 Vergleich Markus - Lukas: 15
6 Literarkritik 17
7 Formgeschichte 19
a) Dekomposition 19
b) Gattungszuordnung 20
c) Sitz im Leben 21
8 Redaktionsgeschichte/ Kompositionskritik 22
9 Literaturverzeichnis 23
Bibelübersetzungen: 23
Sekundärliteratur: 24
2
1 Übersetzungsvergleich
In diesem Schritt vergleiche ich verschiedene Übersetzungen derselben Perikope und stelle die wichtigsten Unterschiede dar.
Zusätzlich zum Text der Zürcher Bibel habe ich sechs weitere Übersetzungen betrachtet: das Münchner Neue Testament, die Einheitsübersetzung, das Neue Testament nach Ulrich Wilckens, die Übersetzung Martin Luthers, die Bibel in heutigem Deutsch (Gute Nachricht) und das Neue Testament übertragen von J. Zink.
Zu Beginn möchte ich die verschiedenen Übersetzungen in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen gibt es die Gruppe der formalen Übersetzungen, wozu die Bibel nach der Übersetzung Luthers, die Zürcher Bibel und das Münchner Neue Testament zählen. Die formale Übersetzung zeichnet sich dadurch aus, dass sie in ihrem Wortlaut relativ (Luther und Zürcher Bibel) bzw. exakt (Münchner Neues Testament) dem griechischen Ursprungstext entsprechen.
Zum anderen gibt es die Gruppe der dynamisch-gleichwertigen Übersetzungen, wozu die Einheitsübersetzung, das Neue Testament nach Ulrich Wilckens, das Neue Testament nach J. Zink und die Gute Nachricht zählen. Die dynamisch gleichwertige Übersetzung verfolgt die Absicht, auf den Leser die gleiche Wirkung zu erzielen, wie es der Urtext auf die damaligen Leser getan hat.
Für den Übersetzungsvergleich ist diese Einteilung nicht ganz uninteressant, denn die Unterschiede lassen sich meist auch nach Art der Übersetzung gruppieren. Im Folgenden werde ich mir die zwei gravierendsten Unterschiede der verschiedenen Übersetzungen unserer Perikope herausnehmen und näher beleuchten. Der erste Unterschied wird im ersten Vers sichtbar.
3
In den ersten fünf aufgezählten Übersetzungen ist davon die Rede, dass Jesus „im Haus“ bzw. „in dem und dem Haus“ war.
Diese Formulierungen vermitteln dem Leser eine Art Distanz zu diesem Haus, sie lassen es nicht als wichtig erscheinen.
Die beiden letzten Übersetzungen (dynamisch-gleichwertige) sprechen davon, dass er „wieder zu Hause war“.
Die Formulierung „zu Hause“ ist viel genauer und persönlicher. Mit dem Begriff „zu Hause“ kann sich jeder Leser identifizieren, ist jedoch die Rede von „irgend einem Haus“, wird der Leser nicht näher darüber nachdenken.
Der zweite, noch gravierendere Unterschied liegt in Vers 10 vor.
5
In diesem Vers besteht der Unterschied zwischen den verschiedenen Übersetzungen im Satzbau. In der Einheitsübersetzung, der Guten Nachricht und der Übersetzung nach Jörg Zink ist Vers 10a als Hauptsatz formuliert.
In den restlichen Übersetzungen ist Vers 10a als Nebensatz formuliert. Dieser Nebensatz hat jedoch keinen Hauptsatz, auf den er sich bezieht. Für den Leser hört sich diese Satzkonstruktion merkwürdig an.
Erklären könnte man diese Tatsache dadurch, dass es sich bei den Übersetzungen mit „falschem“ Satzbau mit Ausnahme der Übersetzung nach Wilckens um formale Übersetzungen handelt. Wie schon erwähnt, halten sich diese Übersetzungen so nah es geht bzw. exakt an den griechischen Urtext. Da der griechische Satzbau nicht dem deutschen entspricht, kann es hier zu Sätzen kommen, die in der deutschen Sprache nicht korrekt sind. Gerade im Münchner Neuen Testament findet man durchweg solche Formulierungen.
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Katja Bruckhaus, 2005, Exegese zu Markus 2,1-12, Munich, GRIN Publishing GmbH
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