Inhalt
1. Vorworte 3
1.1 Schritt eins: Die Arbeit mit dem Primärtext 3
1.2 Schritt zwei: Die Beschäftigung mit
Sekundärliteratur 3
2. Schwerpunktthemen 5
2.1 Der Sinn 6
2.2 Der Tod 8
2.3 Die Neuentdeckung der Gefühle 10
3. Was ist die Stunde der wahren Empfindung? 11
4. Schlusswort 15
5. Quellenangaben 17
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1. Vorworte
1.1 Schritt eins: Die Arbeit mit dem Primärtext
Zu Beginn einer Beschäftigung mit der Rezeption des Werkes eines Autors muss logischerweise die Auseinandersetzung mit dem Primärtext stehen. In diesem Fall ist dies „Die Stunde der wahren Empfindung“ von Peter Handke und schon bei dem Versuch, die Gattung zu definieren steht der Leser vor einem Problem. Ist es ein Roman, eine Erzählung oder noch etwas Anderes?
Das Buch ist gattungsspezifisch genau so ein Sonderfall wie der Autor Handke an sich. Man kann ihn spontan ablehnen oder mögen. Im ersten Fall wird man nach der Lektüre der „Stunde der wahren Empfindung“ ungehalten den Kopf
schütteln und nichts erfahren haben. Im zweiten Fall, wird die Zuneigung zur Geschichte Gregor Keuschnigs - der eines Nachts einen Traum hat, der seine bisherige Lebensweise in Frage stellt - und zum Stil Handkes zu einer intensiveren Beschäftigung mit dem Buch und zum Versuch, die Handlung zu analysieren und verschiedenartig zu deuten, führen. Wenn dem so ist, dann ist es sinnvoll, sich neue Denkanstöße durch Rezensionen zu holen und an diesem Punkt kommen die Literaturkritiker ins Spiel.
1.2 Schritt zwei: Die Beschäftigung mit Sekundärliteratur Sobald ein neues, vielversprechendes Buch erscheint oder ein Buch, dessen Autor in der Regel für ambivalente Presse sorgt, erscheint in diversen Zeitungen auch immer eine Fülle von Kritiken zu diesem Werk. Diese Rezensionen haben meist nicht nur rein informativen Charakter sondern unterliegen stark der Subjektivität der Literaturkritiker,
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die untereinander teilweise einen regelrechten Diskurs betreiben.
Peter Handke ist ein Autor, an dem die Meinungen auseinandergehen und der das Lager der Literaturkritiker spaltet. Es gibt „Handke-Fans“ und „Handke-Gegner“, wie zum Beispiel Marcel Reich-Ranicki, der es sich zu einem Grundsatz gemacht zu haben scheint, konsequent negative Kritiken über Peter Handkes Werke zu schreiben. Das Interessante ist, dass die Kritiker, die Handke befürworten und die, die ihn ablehnen dies meist aus denselben Gründen tun und auch dieselben Aspekte in ihren Rezensionen ansprechen.
Ein ganz großer Kritikpunkt an oder Pluspunkt von Handkeje nachdem wen man fragt - ist zum Beispiel seine Sprache. Von den einen als „brillant formuliert“ 1 oder „flüssig leicht“ 2 bezeichnet, wirkt sie auf andere nur „sachlich nah-distanziert“ 3 “belanglos“. 4 oder Die poetische
Leichtigkeit, die einige Kritiker an der Erzählweise Handkes schätzen, tadeln andere wiederum als unmodernen, hohen Ton.
Auch der Erzählstil Peter Handkes wird von den Kritikern ebenso geliebt wie gehasst. Zu der „Stunde der wahren
Empfindung“ schreibt Hellmuth Karasek: „Der Action-Film läuft im Kopf und nicht auf der Straße ab“. 5 Dies ist bezeichnend für Handke, in dessen Erzählungen die Innen-und Außenwelt sich oft gegenüberstehen und es passieren
1 Grack, Günther: Der Traum ein anderer Mensch zu werden. In: Der Tagesspiegel (27.4.1975)
2 Neumann, Harry: Protokolle aus Paris. Peter Handkes neue Träume. In: Saarbrücker Zeitung (1.5.1975)
3 Nagel, Wolfgang: Peter Handkes Stunde der wahren Empfindung. In: Münchner Merkur (19.3.1975)
4 Scheller, Wolf: Herr Keuschnig träumt von Mord. In: Wormser Zeitung (15.5.1975)
5 Karasek, Hellmuth: Worte für Gefühle von gestern. In: Der Spiegel (7.4.1975)
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kann, dass die Haupthandlung tatsächlich im Kopf der Protagonisten stattfindet.
Ein weiterer häufiger Streitpunkt an Handkes Werken ist die Religiosität, die einige Kritiker in ihnen sehen und stark bemängeln. Auf „Die Stunde der wahren Empfindung“ trifft dies jedoch nicht zu.
In Bezug auf „Die Stunde der wahren Empfindung“ haben die Literaturkritiker in ihren Rezensionen weiterhin versucht, die Themen des Buches herauszuarbeiten und zu deuten. Im Großen und Ganzen kann man von drei Hauptthemen ausgehen, die bei allen Rezensenten genannt, aber verschiedenartig gedeutet werden.
2. Schwerpunktthemen
Ein wichtiges Thema in der „Stunde der wahren Empfindung“ ist der Sinn. Der Sinn des Lebens ebenso wie der Sinn alltäglicher Kleinigkeiten, Keuschnigs Bewusstwerden, dass er ihn verloren hat und seine Versuche, ihn wieder zu finden.
Ein weiteres Hauptthema ist der Tod. Einige Rezensenten sehen „Die Stunde der wahren Empfindung“ als ein Buch über die Todessehnsucht an, andere sehen den Tod nur als ein letztes Mittel, in dessen Gegenwart Keuschnig den Sinn im Leben wiederfindet.
Und schließlich spielt die Neuentdeckung der Gefühle auch eine große Rolle.
So unterschiedlich diese drei Themen sich auch anhören mögen, in Handkes Geschichte bedingen sie einander. Der Verlust des Sinnes führt zu einer Art Todessehnsucht und im Bewusstsein des Todes sieht Keuschnig plötzlich wieder Sinn im Dasein. Durch seine ganze Entwicklung, bedingt durch die
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MA Annika Wakup, 2003, Über Peter Handke: "Die Stunde der wahren Empfindung", Munich, GRIN Publishing GmbH
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