Gliederung
Gliederung 2
1. Einführung 3
2. Wortbildungsarten 4
2.1 Derivation 4
2.1.1. Suffigierung 4
2.1.1.1. Flexionssuffix vs. Derivationssuffix 4
2.1.1.2. Infix vs. Interfix. 5
2.1.1.3. Klassifikation anhand der Morphologie 5
2.1.1.4. Produktive Interfixe. 7
2.1.1.5. Weniger Produktive Interfixe 9
2.1.2.Präfigierung 10
2.1.3. Parasynthese 11
2.2. Komposition 12
3. Schluss 13
4. Bibliographie 14
Literatur : 14
Lexika : 14
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1. Einführung
Auffällig an der Morphologie der spanischen Verben ist, dass nur eine kleine Auswahl verschiedener Suffixe zur Verfügung steht: Die Verben enden immer entweder auf die Suffixe -ar, -er, oder -ir. Wobei Verben mit der Endung -ar wie zum Beispiel in tomar am häufigsten, solche mit der Endung -er wie in comer seltener und Verben, die auf -ir enden wie in vivir äußerst selten vorkommen (Thiele 1992: 182). Diese Suffixe kann man als Flexionssuffixe oder auch als Suffixe der Wortbildung bezeichnen. Näheres zu diesem Thema werde ich in Punkt 2.1.1.1. erläutern. Zur Entstehung neuer Verben im Spanischen kann man allgemein sagen, dass aus den verschiedensten Wortklassen Verben gebildet werden können. Die produktivsten Typen sind Verbalisierungen von Substantiven (z.B. telegrafía telegrafiar), aus Adjektiven (z.B. tranquilo tranquilizar) oder aus Verben (z.B. estirar estirajar). Weniger produktiv sind Verbbildungen aus Adverbien (z.B. adelante adelantar), Pronomen (z.B. tu tutear) oder syntaktischen Einheiten (z.B. si mismo ensisimarse) (Thiele 1992: 182-183). Die Wortbildungsart, die bei der Entstehung von Verben eine Rolle spielt ist vor allem die Derivation. Hier unterscheidet man zwischen Suffigierung - das Anfügen eines Suffix -, Präfigierung - das Anfügen eines Präfix - und Parasynthese - das gleichzeitige Anfügen eines Präfix und eines Suffix. Generell spielt bei der Wortbildung die Komposition noch eine sehr wichtige Rolle, ist aber bei der Bildung von Verben wenig produktiv. In meiner Arbeit werde ich die relevanten Aspekte der Entstehung spanischer Verben darlegen, lege allerdings den Schwerpunkt auf die Suffigierung, und gehe im Besonderen auf den Unterschied zwischen Flexion und Derivation, Infix und Interfix ein, lege dar, wie man eine Einteilung der verschiedenen Suffigierungstypen vornehmen kann und erläutere im Anschluss die verschiedenen Interfixe genauer.
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2. Wortbildungsarten
Es gibt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, Wörter zu bilden. Bei der Entstehung neuer Verben jedoch steht nur eine eingeschränkte Auswahl zur Verfügung: Derivation und Komposition. Zur Derivation zählt man Suffigierung und Parasynthese, und - dem strukturalistischen Ansatz nach - auch die Präfigierung (Schpak-Dolt 1999: 101).
2.1 Derivation
2.1.1. Suffigierung
2.1.1.1. Flexionssuffix vs. Derivationssuffix
Die Frage, ob es sich bei der Infinitivendung der spanischen Verben um Flexionssuffixe oder Derivationssuffixe handelt, ist eine sehr umstrittene und wird von den Sprachwissenschaftlern unterschiedlich beantwortet.
Schpak-Dolt (1999: 75-76) sieht das Suffix bei dem Infinitiv des Verbs als Flexionssuffix an. Er unterscheidet hier zwischen Stammerweiterungsaffix, bzw. Themavokal, und Flexionssuffix. Bei dem Verb filtrar also unterteilt er in folgende Bereiche: Der Stamm ist filtr-, das Stammerweiterungsaffix -a- und das Flexionssuffix -r. Die Art der Ableitung die hier also vorliegt, ist laut Schpak-Dolt eine Nullsuffigierung, da kein explizites Suffix vorliegt. Hier verwendet er demnach ein Nullsuffix Ø zur Beschreibung: filtr- Ø-a-r. Um ein explizites Suffix handelt es sich dagegen beim Verb atomizar. Er teilt es folgendermaßen auf: atom-iz-a-r. Zusätzlich zur Flexionsendung -a-r ist ein Derivationssuffix -iz- vorhanden, und die Ableitung ist demnach eine Suffigierung. Bei Thiele (1992: 182) findet man eine einfachere Lösung, denn er sieht die Morpheme -ar, -er und -ir bei dem Infinitiv sowohl als Flexionssuffixe als auch als Wortbildungssuffixe. Da eine Diskussion dieser Problematik den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, schließe ich mich zunächst der Interpretation Thieles an.
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2.1.1.2. Infix vs. Interfix
Da die Begriffe Infix und Interfix von verschiedenen Linguisten oft unterschiedlich verwendet werden, möchte ich kurz darlegen, wie diese Termini in der vorliegenden Arbeit definiert sind.
Schpak-Dolt (1999: 18) beschreibt Interfixe als eine "Teilklasse" der Suffixe. Es sind also Suffixe, "denen mindestens ein weiteres Suffix folgen muss […]." (Schpak-Dolt 1999: 18) Im weiteren Verlauf verwendet er den Begriff Suffix, um z.B. das -ific- in purificar zu bezeichnen (siehe Punkt 2.1.1.1.). Dagegen verwendet Thiele (1992: 182) den Begriff Infix für das -ific- wie in purificar, Suffix für die Endung -ar und -ificar bezeichnet er als erweitertes Suffix.
Da die oben genannten Bezeichnungen nicht unbedingt eindeutig sind, greife ich in dieser Arbeit auf die Definition von Alcaraz Varó (1997: 301/304) zurück, die mir am logischsten erscheint: Ein Interfix unterscheidet sich von einem Infix dadurch, dass das Interfix zwischen die Wortbasis und einem anderen Affix eingeschoben wird, während man ein Infix "en el interior de la RAÌZ o BASE léxica" einfügt Demnach ist das -ific- in purificar ein Interfix.
2.1.1.3. Klassifikation anhand der Morphologie
Wie bereits in der Einführung erwähnt, ist die Bildung von Verben nicht auf Ableitungen aus einer Wortart beschränkt. Thiele (1992: 183) unterteilt hier nach den verschiedenen Stämmen, die zur Verbalisierung herangezogen werden. Ein Substantiv, also ein Nominalstamm, bildet dabei Grundlage für eine Vielzahl von Verben. Thiele unterscheidet einen unmodifizierten Nominalstamm wie z.B. valor- von einem Nominalstamm mit modifiziertem Grundwort wie z.B. bail- (von baile). Der Nominalstamm mit modifiziertem Grundwort zeichnet sich durch die Tilgung des Flexionsaffix aus. Außerdem legt er Wert auf die Unterscheidung zwischen einfachem Suffix und erweitertem Suffix (siehe Punkt 2.1.1.2.). Somit wären innerhalb der Kategorie "Nominalstamm" hier 4 verschiedene Fälle zu nennen:
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Arbeit zitieren:
Eva Deinzer, 2007, Die Entstehung neuer Verben im Spanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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