Skinheads: Wurzeln, Selbstbild/ Fremdbild
von Angelika Zojer
Inhaltsverzeichnis
1.) Die Wurzeln
1.1 Standesbewusstsein
1.2 Rassismus
1.3 Musik als soziales Medium
1.4 Ursprüngliche Bekleidung und Haartracht
1.5 Aktivitäten der Skinheads und das Ende "der ersten Generation"
1.6 Einfluss des Punk- erneutes Aufleben der Skins
1.7 Rechtsgerichtete Ideologien
1.8 "Echte Skinheads"
1.9 Skins außerhalb Englands
2.) Die Skins als Gruppe
2.1 Organisation und Zielsetzung
3.) Die Szene: Selbstbild-Fremdbild
3.1 Bild des Mannes, Bild der Frau
3.2 Übersteigerung des Selbstwertes durch Einsatz von Alkohol und Drogen
3.3 Die Szene
3.4 Insider-Argumente
3.5Sozialstruktur der Gruppe
3.6 Spezifische Medien: szeneeigene und externe
3.7 Kleidung3.7.1 ...in den Anfängen
3.7.2 Kopfbedeckung und Haartracht
3.7.3 ...spätere Entwicklungsformen
3.7.4 Bilder zur Darstellung der Entwicklung
3.8 "Getarnte Skins" gibt es nicht
4.) Herausbildung eigentümlicher Zeichen und Symbole
4.1 Haare
4.2 Tätowierungen
5.) Literatur
1.) Die Wurzeln
Beschäftigt man sich eingehender mit dem Begriff Skinhead, stößt man meist schon zu Beginn auf das Problem, dass vielerorts der Begriff "Skinhead" als Synonym für Nazi gebraucht wird, ohne sich der weiteren Hintergründe bewusst zu sein. Natürlich ist die rechte Ideologie unter diesen Jugendlichen häufiger an zu treffen als unter anderen, doch gibt es einige, die sich deutlich davon distanzieren und sich gegen die Stigmatisierung durch den Begriffes Skinhead wehren.
Tatsächlich handelt es sich um eine der ältesten Jugend und Subkulturen.
In seiner Arbeit zum Thema "Skinheads in den Medien" Arbeitet M. Willie Wildgrube die Wurzeln der Skinbewegung auf. So erwuchs erste Generation der Skinheads 1968/69 in Großbritannien. Kleine Gangs bildeten sich aus anderen Jugendkulturen, die das Straßenbild und die nächtlichen Clubs vor allem in London beherrschten:
· Mods - Jugendliche aus der britischen Mittel- und Unterschicht,
· Rude Boys - Gangs aus jamaikanischen Einwandererkindern,
· Boot Boys - rivalisierende Fußballgangs.
Zumeist waren die Skins in kleinen Straßengangs formiert, die meisten Mitglieder waren männlich und deutlich unter 18 Jahren alt. Sie pflegten ein martialisches Auftreten und adaptierten teilweise Kleidungsstile der o. g. Gruppierungen. Skins waren geprägt vom Working-class-Bewusstsein oder waren einfach unpolitisch. "Skinhead-Sein" bedeutete einfach, einer rebellischen Jugendkultur anzugehören.
1.1 Standesbewusstsein
Das working class -Selbstverständnis stellt weniger ein revolutionäres Klassenbewußtsein dar, eher meint es das Gefühl der Selbstachtung der Jugendlichen aus unteren Mittelschichten: Stolz behaupten sie den eigenen Wert gegen die Ausgrenzung und die Arroganz gesellschaftlicher Eliten.
Skinheads, so Wildgrube, verstanden sich auch als Gegenpol zur - von Studenten geprägten, friedlichen - Flower Power -Bewegung, zu den Söhnen und Töchtern der etablierten Mittelschicht.
Deren Weltbild war den Jugendlichen der proletarischen Unterschicht fremd.
1.2 Rassismus
Rassismus war nicht mehr oder weniger vorhanden als in anderen Gesellschaftsschichten auch. Eine gängige Meinung zum Thema Rassismus war: Der schwarze Fließbandarbeiter neben mir hat mehr mit mir gemein als ein weißer Bankangestellter.
1.3 Musik als soziales Medium
Die Musik (Ska, Mitte der Siebziger kam Streetpunk hinzu) hatte als sozialisierendes Medium innerhalb der Szene eine große Bedeutung.
Farbige Skinheads waren damals in England keine Seltenheit. Gemeinsam mit den Söhnen der jamaikanischen Einwanderer gingen sie abends in die britischen Clubs und tanzten deren Musik, den Ska - eine Urform des Reggae.
Aber als der Rastakult immer beliebter wurde und die Texte sich mitunter gegen die "Weiße Welt" wandten, konnten sich die Jugendlichen nicht mehr damit identifizieren. Es kam eine neue Mischung aus schwarzen Bluebeat und weißem Punkrock auf: die sogenannte Oi!-Musik (Gebildet aus den letzten beiden Buchstaben des Wortes Joy) Die Musik wurde zum Sprachrohr einer Generation.
[...]
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Angelika Zojer, 2001, Skinheads: Wurzeln, Selbstbild/ Fremdbild, Munich, GRIN Publishing GmbH
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