LMU München, Fakultät für Psychologie und Pädagogik
Hauptseminar: Globalisierung und soziale Gerechtigkeit (GB)
am: 05. Februar 2007
Soziale Gerechtigkeit in der Kultur der Aymara
von
Tobias Burgthaler
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Grundlagen der Aymara – Kultur 3
2.1 Geschichte 3
2.2 Religion 4
2.3 Sprache 5
3. Soziale Gerechtigkeit in der Aymara – Kultur 6
4. Auswirkungen der Globalisierung auf die Aymara – Kultur 10
5. Kritik an Eurozentrismus 12
6. Möglichkeiten für die moderne Pädagogik 13
7. Anmerkungen 14
8. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
Mit der Ratifizierung der Menschenrechte, die von der UN verabschiedet wurden, versuchte man allgemein gültige Richtlinien und Rechte zu verankern, die globale Gültigkeit besitzen. Doch diese Menschenrechte sind Bestandteil einer Entwicklung, die sich vor allem in der westlichen Welt über Jahrhunderte vollzog. So beinhalten die Menschenrechte Ideen und Überzeugungen, die typisch für das westliche und christliche Weltbild sind. Doch nicht überall auf unserem Planeten, der Erde, sind diese Werte und Normen, die das Weltbild aufziehen, Bestandteil einer Kultur. Je nachdem von welcher Kultur man spricht, trifft man auf Kulturen, die im Laufe ihrer Entwicklung und ihres Bestehen verschiedene, von den westlichen und christlichen Überzeugungen unterschiedliche Werten und Normen hervorbrachten und hervorbringen. Eine dieser Kulturen ist die Qolla – Kultur in Südamerika, heute besser bekannt als Aymara1 (vgl. Llanque Chana 1990, S. 19). Diese soll im Folgenden vorgestellt werden, deren Prinzip der sozialen Gerechtigkeit dargestellt werden und abschließend die Auswirkungen der Globalisierung auf diese Kultur skizziert werden. Ausserdem, lassen sich aus dieser Kultur einige Möglichkeiten für die Pädagogik ableiten, die erwähnt werden sollen.
2. Grundlagen der Aymara – Kultur
Die Kultur der Aymara ist eine Kulturgemeinschaft, die sich über drei Länder Südamerikas erstreckt. Man findet sie im Süden Perus, im Norden und Westen Bolivien sowie im äußersten Norden Chiles. Die Zahl der Angehörigen dieser Kultur kann nicht genau angegeben werden, da es keine klaren Abgrenzungen zu anderen Kulturen wie z.B. den Quechua gibt, und somit die Sprache als Unterscheidungskriterium verwendet wird. Da Aymara für relativ wenige die Muttersprache ist, doch es aber viel mehr Personen gibt, die sich selber als Aymara bezeichnen, schwankt je nach Quelle die Zahl der Aymara zwischen 1,6 und 4 Millionen, wobei diese steigend ist. Die Aymara leben fast ausschließlich auf dem Altiplano, dies ist eine Hochebene in den Anden mit einer Höhe von ca. 3500 bis 4500 Meter.
2.1 Geschichte
Die Kultur der Aymara dürfte eine der wenigen Kulturen sein, über die bezüglich ihrer Entstehungsgeschichte sehr wenige Informationen vorliegen. Dies liegt v.a. daran, dass man sich gar nicht sicher ist, welcher Geschichte man trauen kann, denn es kursieren und existieren verschiedene Versionen, wie diese Kultur entstanden sein soll. Hier sollen kurz die vier häufigsten erwähnt werden.
Eine Theorie besagt, dass die Aymara die legitimen Nachkommen der Tiahuanaco – Kultur sind. Tiahuanaco war um von 1580 - 1172 v. Chr. eine der ersten Hochkulturen und die höchstentwickelte der damaligen Zeit. Gleichzeitig waren sie auch die erste Kultur, die auf Stein baute. Der gleichnamige Ort im Nordwesten Boliviens ist einer der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten Südamerikas und eine der wenigen Touristenattraktionen der Gegend. Die Tiahuanaco waren zur damaligen Zeit die höchstentwickelte Kultur des Kontinents. Allein in dem gerade angesprochenen Ort gab es mehr als 40000 Einwohner. Diese Theorie erhält Anspruch durch die Tatsache, dass das Sprachgebiet der Aymara mir den ehemaligen Ausmaßen der Tiahuanaco übereinstimmt.
[...]
1 Der ursprüngliche Name lautet Qolla, doch die Angehörigen dieser Kultur bezeichnen sich selbst als Aymara. Daher soll im weiteren Verlauf des Textes nur von Aymara die Rede sein.
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Tobias Burgthaler, 2007, Soziale Gerechtigkeit in der Kultur der Aymara, Munich, GRIN Publishing GmbH
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