Materialwirtschaft BBWL 2.Semester
Die klassische Bestellmengenformel (Andler’sche Bestellmengenformel) 22
Bestellkosten Lagerkosten
Erweiterungen der klassischen Bestellformel 23
Die Ermittlung der optimalen Bestellmenge unter Berücksichtigung von Preiserhöhungen 24
Dynamische Bestellmengenmodelle 25
Das Silver-Meal-Verfahren
Bestellterminrechnung 25
Das Bestellpunktverfahren
a.) manuelles Bestellpunktdisposition
b.) maschinelles Bestellpunktverfahren 26
PRINZIPIEN DER MATERIALBEREITSTELLUNG/- BESCHAFFUNG 26
JIT- Just in time –Strategie Voraussetzungen beim Abnehmer für JIT-Beschaffung Vorraussetzungen beim Zulieferer für JIT-Beschaffung Kriterien für die Auswahl von JIT-Teilen: Plansystematik bei der JIT-Beschaffung Ziele der JIT-Beschaffung 27
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Materialwirtschaft BBWL 2.Semester
Ziele und Aufgaben des Materialmanagements
In der Materialwirtschaft hat der Einkauf dafür zu sorgen, dass das „richtige“ Material in der „richtigen“ Menge und „richtigen“ Qualität zu den „richtigen“ Terminen am „richtigen“ Ort zum „ richtigen“ Preis zur Verfügung steht. Es soll also die bestmögliche Alternative realisiert werden à man spricht von der 6 R-Definition der Materialwirtschaft.
Die Ziele des Materialmanagements leiten sich aus den Unternehmenszielen (wie Existenzsicherung, Rentabilität etc.) ab. Die Ziele des Materialmanagements sind:
- hohe Lieferbereitschaft, Liefertermintreue und Flexibilität
- Qualitätssicherung
- günstige Einstandspreise und kostengünstige Versorgung
- optimales Bestandsmanagement (kurze Durchlaufzeiten, optimale Kapitalbindung)
- Umweltverträglichkeit und Entsorgungssicherheit
- Unterstützung anderer Funktionen
Das Ziel: Hohe Lieferbereitschaft und Flexibilität Lieferbereitschaft bedeutet das Material den Bedarfsträgern termin- und mengengerecht bereitstellen zu können (= interne Lieferbereitschaft). Um den Lieferbereitschaftsgrad zu errechnen, gibt es zwei Formeln:
gen Anforderun bedienter sofort Anzahl
=
) ( a
=
) ( b
Diese Kennzahl dient der Unternehmensleitung und dem Materialmanagement zur systematischen Planung und Kontrolle der Lagerbestände. Die Kennzahl lässt außerdem auf mögliche Fehlleistungen der Lagerhaltung oder Fehler bei der Transportleistung schließen.
Das Problem einer hohen Lieferbereitschaft sind die Kosten. Je höher die Lieferbereitschaft, desto höher die Kosten (exponentielle Kostenkurve).
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Flexibilität wird als Fähigkeit verstanden, sich schnell und reibungslos an Änderungen des Bedarfs und Änderungen auf den Beschaffungsmärkten anpassen zu können.
Das Ziel: Qualitätssicherung
Def. Qualität nach DIN (Deutsches Institut für Normung):
Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produkts oder einer Tätigkeit, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse beziehen.
Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens wird an der Qualität seiner Produkte, Dienstleistungen und Informationen gemessen. Das Ziel ist es, Kundenzufriedenheit zu erreichen und so den unternehmerischen Erfolg auf Dauer zu sichern. Ende der 80er entstanden Konzepte wie Total Quality Management (TQM). TQM ist ein produkt- und prozessbezogenes, permanentes und umfassendes Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsystem, mit dem Ziel einer hohen Kundenzufriedenheit. Bestandteile von TQM sind Markt- und Kundennähe, beste Qualität und hoher Lieferservice. TQM finanziert sich durch das Reduzieren innerer Verluste durch Fehlleistungen und Reibungen in der Technik, Menschen und O rganisation. In zunehmendem Maße setzt sich nun auch die Erkenntnis durch, dass höhere Qualität die Produktivität nicht hemmt, sondern die wichtigste Voraussetzung ist. Um Entscheidungen für eine bestimmte Strategie oder Alternativen im Qualitätsmanagement zu treffen, müssen die Qualitätskosten bekannt sein. Qualitätskosten sind nach der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität):
- Fehlerverhütungskosten: Hierzu zählen alle Kosten, die durch die Planung, Leitung und Steuerung der Qualitätssicherung, der Schulung und der Qualitätsförderung entstehen.
- Prüfkosten sind diejenigen Kosten, die für die laufende Qualitätsprüfung anfallen.
- Fehlerkosten bzw. Fehlerfolgekosten sind Kosten, die durch mangelhafte Qualität der Produkte entstehen.
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Das Ziel: Günstige Einstandspreise und kostengünstige Versorgung:
Durchschnittlich 50% der gesamten Herstellkosten in Industrieunternehmen entfallen auf die Materialkosten. Die für den Beschaffungsbereich relevanten Kosten sind:
- direkte Materialkosten (Anschaffungskosten):
Ermittlung der direkten Materialkosten durch Multiplikation von Einstandspreis und eingekaufte Menge. Der Einstandspreis hilft die verschiedenen Preise der Lieferanten vergleichbar zu machen :
Angebotspreis
+ Mindermengenzuschlag/ -Mengenrabatt
- Rabatte und Boni
= Einstandspreis
- Bestellkosten (fixe Kosten):
Bestellkosten (Bestellabwicklungskosten) sind diejenigen Kosten, die innerhalb des Unternehmens für die Materialbeschaffung anfallen. Die Bestellkosten liegen je nach Branche bei etwa 50-100 DM pro Bestellung. Zu den Bestellkosten zählen:
§ Personalkosten
§ Kosten der administrativen Abwicklung
§ Sachkosten (Faxe, Briefpapier etc.)
§ Raumkosten (Büro...) usw.
- Lagerhaltungskosten:
Die Lagerhaltungskosten bestehen aus den Lagerkosten (Einlagerung, Lagerung, Auslagerung) und den Kapitalbindungskosten (Kosten, die durch das im Lager gebundene Vermögen entstehen).
Die Lagerkosten lassen sich noch weiter unterteilen in fixe und variable Lagerkosten.
§ fixe Kosten:
Um fixe Kosten handelt es sich, wenn die Kosten (zumindest kurzfristig) nicht von der Lagermenge abhängen à Kosten auch ohne Aktivitäten im Lager. Dazu gehören Raumkosten (Beleuchtung, Heizung, Geb.versicherung etc.), Personalkosten, Miete und Leasingraten für Lagerräume usw., Abschreibungen auf die Lagereinrichtung und Transportmittel.
§ variable Kosten:
... sind von der Lagermenge direkt abhängig. Dazu gehören Wartung des Materials im Lager, Kosten der Sonderbehandlung (Kühlung etc.), Materialflusskosten (Betriebsstoffe für Transportmittel...), Wertberichtigungen infolge Schwund, Verderb und Veralterung.
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Der Anteil der Lagerkosten an der durchschnittlichen Lagermenge wird mit dem
Lagerkostensatz ausgedrückt. Dieser zeigt die Kostenintensität der Bevorratung
an. In der Praxis liegt der Lagerkostensatz zwischen 15 und 20%:
k
) / ( ZE DM Periode der n Lagerkoste
nsatz Lagerkoste
Der Lagerhaltungskostensatz beinhaltet die Kapitalbindungskosten. Dabei muss
zum Lagerkostensatz der kalkulatorische Zinssatz addiert werden:
k
i j
atz ngskostens Lagerhaltu
- Fehlmengenkosten:
Diese Kosten entstehen ausschließlich im Einkauf/ Beschaffung. Sie entstehen
dann, wenn das angeforderte Material zum Bedarfszeitpunkt in der Produktion
nicht am gewünschten Ort in der gewünschten Menge und Qualität zur Verfügung
steht (direkte Fehlmengenkosten). Wird die Gefahr des Auftretens einer
Fehlmenge erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet, so werden die
hierdurch entstehenden Kosten ebenfalls als Fehlmengenkosten bezeichnet
(indirekte Fehlmengenkosten).
Die Auswirkungen einer Fehlmenge:
Kosten durch andere
Lieferanten
Die Fehlmengenkosten gliedern sich also in drei Bereichen auf:
§ zusätzliche Kosten
Kosten im Logistikbereich (Eiltransporte), Umstellung des
Produktionsprogramms, sonstige Mehrkosten (Konventionalstrafen usw.)
§ reduzierte Erlöse
Erlösschmälerungen (Preisnachlässe..), Entgehende Erlöse (Nichtabnahme
der Ware..)
§ entgehende Deckungsbeiträge
Direkter Umsatzverlust (z.B. Kunde kauft bei Konkurrenz), indirekter
Umsatzverlust (Image, Andere Kunden wandern auch ab ...)
Das Ziel: Optimales Bestandsmanagement
Ziel des Materialsmanagement muss es sein, die Durchlaufszeiten zu verkürzen und
die Bestände zu reduzieren. Gelingt es, die Durchlaufzeiten gleich oder kleiner als
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die vom Kunden geforderte Lieferzeit zu halten, so ist die Flexibilität am Markt größer. Kurze Durchlaufzeiten und kurze Wiederbeschaffungszeiten verringern den Prognosezeitraum und verbessern die Lieferfähigkeit.
Das Ziel: Umweltverträglichkeit und Entsorgungssicherheit
Veränderte ökologische Rahmenbedingungen zwingen die Firmen heute dazu, den Umweltschutz in ihrem Zielsystem zu integrieren.
Zielkonflikte
Die Ziele können verschiedene Verträglichkeitsgrade aufweisen. Die Zielbeziehung kann indifferent (keine Auswirkung), komplementär („Hand in Hand“) und konkurrierend (gegenseitige Hemmung) sein.
- hohe Lieferbereitschaft
wirtschaft
Die Klassifizierung des Materialsortiments
Die ABC-Analyse
Die ABC-Analyse ist ein Instrument zur Materialrationalisierung und Steuerung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Das Verfahren hilft, diejenigen Teile zu erkennen, die für das Unternehmen von hoher Bedeutung sind. Der Zweck der ABC- Analyse ist somit die Klassifizierung jedes Materials nach dem jeweiligen Bestandswert.
A-Material: ist Material, dessen wertmäßiger Verbrauch in einer Periode sehr hoch ist und/oder in besonders großen Mengen verbraucht wird. B-Material: ist Material, dessen wertmäßiger Verbrauch sich im mittleren Bereich bewegt.
C-Material: ist Material, dessen wertmäßiger Verbrauch besonders gering ist oder das selten eingesetzt wird und/oder sehr preisgünstig ist
Idealverteilung:
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Quote paper:
Niko Mahle, 2000, Materialwirtschaft 2. Semester, Munich, GRIN Publishing GmbH
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