1. EINLEITUNG 2
2. SPRACHPLANUNG, SPRACHPOLITI,K SPRACHPFLEGE 4
2.1. SPRACHPLANUNG. 4
2.2. SPRACHPOLITIK. 5
2.3. SPRACHPFLEGE 6
3. SPRACHPFLEGE IN DEUTSCHLAND 8
3.1. ÜBERBLICK ÜBER DIE SPRACHPFLEGE. 8
3.1.1. Sprachpflege im 17. und 18. Jahrhundert. 8
3.1.2. Sprachpflege im 19. Jahrhundert 9
3.1.3. Der Allgemeine Deutsche Sprachverein (ADSV) und die Sprachpflege bis 1945 11
3.1.4. Sprachpflege nach 1945 13
3.2. ORGANISATION UND AUSÜBUNG. 14
3.2.1. Private Vereine. 14
3.2.2. Staatliche geförderte Institutionen 15
4. ANGLIZISMUS 18
4.1. DEFINITION 18
4.2. WIESO ANGLIZISMEN? 21
5. FAZIT 24
1. Einleitung
„Die deutsche Sprache war abwechselnd fremdenfeindlich und fremdenfreundlich und zuweilen beides zugleich. Sprachliche Xenophobie und Xenophilie haben eine lange Tradition.“ (Zimmer 2002: S. 7) Tendenzen die Sprache zu schützen, ja sie sogar von fremden Einflüssen zu reinigen, hat es in der Geschichte der Sprachpflege in Deutschland schon immer gegeben. Die immer wieder aufkommende Kritik an Latinismen, Gallizismen und, vor allem in den letzten hundert Jahren, an Anglizismen brachte die Forderung nach einer staatlichen Sprachpflegeinstitution hervor. Deswegen gehe ich in dieser Arbeit der (versuchten?) Sprachpflege in Deutschland und dem Phänomen des Anglizismus nach. Mein Vorgehen habe ich dabei folgendermaßen untergliedert.
Beginnen werde ich diese Arbeit mit einer Unterscheidung der Begriffe „Sprachplanung“, „Sprachpolitik“ und „Sprachpflege“. Ich werde dabei die jeweiligen Unterschiede zwischen den Begriffen hervorheben und sie in das Gebiet der Sprachlenkung- bzw Sprachplanung einordnen. Ich erachte dieses als notwendig, da die beiden Begriffe „Sprachpflege“ und „Sprachreinigung“ in der sprachpolitischen Geschichte Deutschlands als nahezu synonym verwendet wurden. Ausserdem soll damit gezeigt werden, was Sprachpflege gewährleisten kann und was nicht.
Nachdem diese theoretische Grundlage gelegt wurde, stelle ich die in Epochen unterteilte Geschichte der Sprachpflege in Deutschland dar. Besonderes Augenmerk wird auf den „Allgemeinen Deutschen Sprachverein“ und die Sprachpflege bis 1945 gelegt werden. Vor allem um die sprachpflegerischen Bemühungen und die Probleme der heutigen Vereine zu verstehen ist eine Auseinandersetzung mit diesen Themen unumgänglich. Dementsprechend werde ich mich in Punkt 3.2 den privaten und staatlich geförderten Institutionen in Deutschland widmen, die Sprachpflege betreiben bzw. befürworten.
Im Zusammenhang mit der historischen sowie der aktuellen Beobachtung der Sprachpflege in Deutschland scheint vor allem der Begriff „Anglizismus“ als störender Einfluss auf die Sprache zu gelten. Darum gebe ich im letzten Hauptpunkt dieser Arbeit zuerst einen Überblick über die vorkommenden Typen des Anglizismus und versuche abschließend der Frage nachzugehen, warum nun grade Anglizismen und nicht mehr z. B. Gallizismen die deutsche Sprache beeinflussen, manche sagen sogar „bedrohen“.
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Im Fazit werde ich das geschriebene nochmals kritisch begutachten und zusammenfassen.
Bevor ich mit der Arbeit beginne, möchte ich einen mir wichtigen Punkt ansprechen. Ich werde dem Begriff „Purismus“ kein eigenes Kapitel widmen, obwohl es zum Thema dieser Arbeit sicherlich eine gute Ergänzung gewesen wäre. Mein Vorgehen ist natürlich nicht rein willkürlicher Art, sondern findet darin seine Begründung, dass der Begriff Purismus einfach zu arbiträr und teils auch als alles erstickendes Argument gegen Sprachpflege verwendet wird. (vgl. Pogarell 1998: 10) Die geschichtliche Entwicklung der Sprachpflege und eine damit einhergehende negative Konnotation tuen ein übriges dazu, dieses Thema noch heikler zu machen und es nicht zu behandeln. Eine kurze Definition biete ich natürlich an, diese wird aber in Form einer Fußnote eingearbeitet. Dieses Vorgehen ist grenzwertig, dessen bin ich mir bewusst, steht aber aufgrund meiner Argumentation und des eigentlichen Themas dieser Arbeit sicher nicht im Mittelpunkt.
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2. Sprachplanung, Sprachpolitik, Sprachpflege
Im folgenden Kapitel möchte ich einen kurzen Überblick über die zentralen Begriffe Sprachplanung, Sprachpolitik und Sprachpflege geben, um die theoretische Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen. Ich werde hier nur auf die kennzeichnenden Hauptmerkmale der vorgestellten Begriffe eingehen, um die Aufgaben und Möglichkeiten der Sprachpflege im weitläufigen Gebiet der Sprachlenkung und -planung abzugrenzen und zu verdeutlichen. Beginnen möchte ich hier mit dem Begriff der Sprachplanung.
2.1. Sprachplanung
„Unter Sprachplanung wird die Gesamtheit der Aktivitäten zur bewußten, zielgerichteten Steuerung sprachlicher Entwicklung verstanden.“ (Gröschel 1982: S. 13) Diese stellen soziolinguistische bzw. politische Maßnahmen zur Lösung von Kommunikationsproblemen dar, „dazu gehören insbesondere die Kodifizierung der Sprache und die Förderung ihrer gesellschaftlichen Verbreitung.“ (Arntz 1998: S. 17) Hierbei müssen zwei Hauptansatzpunkte unterschieden werden, die Statusplanung einerseits und die Korpusplanung andererseits.
Die Statusplanung bezeichnet die Erschaffung von politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zur Vereinheitlichung bisher vereinzelt auftretender sprachlicher Varietäten hin zu einem über die Varietäten hinausgehenden Kommunikationsmittel. Vornehmlich treten diese bei multilingualen Gesellschaften auf. Bei der Korpusplanung spielt vor allem die Konstruktion standardsprachlicher Normen und orthografischer Systeme oder die Vereinheitlichung von Flexion und Lexik hinsichtlich der Erzeugung einer einheitlichen Standardvarietät eine wichtige Rolle. (vgl. Bußmann 2002: S. 628, Arntz 1998: S. 17f.)
Beide Teilgebiete sind eng miteinander verknüpft, ändert „sich der Status einer Sprache oder Varietät, so muß auch das Korpus verändert werden, um der neuen Kommunikationssituation gerecht zu werden.“ (Arntz 1998: S. 18) Bei der praktischen Umsetzung des oben Angesprochenen lässt sich die Strukturierung des Gesamtbereichs der Sprachplanung in Sprachplanungsphasen unterteilen.
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Vor allem die abschließenden Phasen 1 sind für diese Arbeit von Interesse, denn von diesen Sprachplanungsphasen besetzt die Sprachpflege die Endphase, auf diesen Zusammenhang gehe ich allerdings erst etwas später ein.
Prinzipiell lassen sich die Phasen der Deskription, Evaluation, Prognose, Selektion und Präskription voneinander unterscheiden. Diese werden von verschiedenen wissenschaftlichen Teilgebieten wie der Soziolinguistik oder der Sozialpsychologie geplant und umgesetzt. (vgl. Gröschel 1982: S. 17ff)
2.2. Sprachpolitik
Einen großen Einfluss bei allen diesen Phasen und Vorgängen hat die Politik als legitimierende politische Instanz auf der einen Seite aber auch in Form von Sprachpolitik auf der anderen Seite. Bereits weiter oben sprach ich an, dass der sprachplanerische Prozess politische Maßnahmen beinhaltet. Es lässt sich sagen: Language policy is official planning, carried out by those in political authority, and has clear similarities with any other form of public policy. (Ager 2001: S. 5) Dieses ist nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Vorbereitung des Prozesses von großer Bedeutung. So schafft die Sprachpolitik die Voraussetzung dafür, dass Sprachplanung in sinnvoller Weise stattfinden kann. Eine grundlegende sprachpolitische Maßnahme, besteht zum Beispiel „in der Entscheidung, welche Sprache(n) im betreffenden Sprachgebiet als Amtssprache(n) Verwendung finden soll(en).“ (Arntz 1998: S. 17) Ebenfalls in den Bereich der Sprachpolitik fällt die „Kontrolle und Beeinflussung des öffentlichen Sprachgebrauchs, auch durch Vorschriften und Sanktionen […]“ (Bußmann 2002: S. 619) Eine klare Trennung zwischen Sprachpolitik und Sprachplanung kann nicht immer exakt vollzogen werden, da sich Politik und Sprachplanungsprozess in mehr oder minder starkem Maße gegenseitig beeinflussen. Zusätzlich sei angemerkt, dass es verschiedene Ansichten zur Position der Sprachpolitik gibt. So sieht Gröschel sie als einen der Sprachplanung untergeordneten, bzw. begleitenden Prozess an. Ager jedoch definiert den Zusammenhang so, als das die Sprachplanung vorher von offiziell Beauftragten konzipiert und dann von der Sprachpolitik an höchster Stelle durchgeführt wird. Arntz wiederum erklärt die Sprachpolitik zum Vorläufer jeglicher Sprachplanung. (vgl. Gröschel 1982: S. 13, Arntz 1998: S. 17, Ager 2001: S. 5f.)
1 Phasen 12-15: 12. Effektivitätskontrolle, 13. Bestätigung oder Modifikation der Kodifizierung, 14. Propagierung des kodifizierten Standards und 15. Rezeptionsforschung Die komplette Darstellung der Sprachplanungsphasen findet sich bei Gröschel 1982: S. 17f.
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Zusammenfassen lassen sich Sprachpolitik und Sprachplanung jedoch unter dem Begriff der Sprachlenkung. Dieser stellt einen Sammelbegriff für unterschiedliche Formen der Einflussnahme auf die Sprache dar. Sprachlenkung umfasst ebenso die Tendenzen der puristischen 2 Sprachreinigung (z. B. in der Fremdwortfrage) wie die Maßnahmen der politischen Sprachregelung als auch die beratende, auf Sprachkritik beruhende Sprachpflege. (vgl. Bußmann 2002: S. 626)
2.3. Sprachpflege
Wie oben angesprochen ist die Sprachpflege nicht nur eine Teildisziplin der Sprachlenkung, sondern kann auch als nahezu selbständiger Teil der Sprachplanung gesehen werden, welcher eine beratende Bemühung um die Verbesserung des Sprachgebrauchs bzw. der sprachlichen Kompetenz darstellt. Genauer bezeichnet der Begriff Sprachpflege „[…] alle Aktivitäten, welche nicht nur auf die Erhaltung und Festigung, sondern auch auf die Modifizierung und den Ausbau der Standardsprache […] im Sinne der Stabilisierung und Optimierung des gesamtgesellschaftlichen Kommunikationszusammenhanges abzielen.“ (Gröschel 1982: S. 19) Die Sprachpflege beruht auf wissenschaftlicher Sprachkritik mit funktionalen, strukturellen, sozialen, historischen, aber auch ästhetischen, kulturkritischen oder politischen Kriterien und wird von unterschiedlichen Instanzen beeinflusst und umgesetzt. So wird sie, in Adaption von Gröschels Schema, von der Sozialpsychologie auf Wirksamkeit untersucht, von politischen Instanzen legitimiert oder bedarf bei der Umsetzung der Hilfe der Massenmedien oder des staatlichen Bildungswesens. Allerdings gibt es bei der Ausübung sprachpolitische Unterschiede. In Frankreich ist sie z. B. durch die Académie Française staatlich institutionalisiert, während in Deutschland dieses halbstaatlichen, bzw. privaten Institutionen obliegt. (vgl. Gröschel 1982: S. 18ff., Bußmann 2002: S. 627f.)
2 Wie in der Einleitung erwähnt, möchte ich dem Begriff „Purismus“ kein eigenes Kapitel widmen. Der Begriff Purismus lässt sich wie folgt definieren:
Purismus (zu lateinisch purus ›rein‹) der, Streben nach Reinheit, Echtheit, Authentizität. […] in der Sprachwissenschaft
Bestrebungen, die Muttersprache von Fremdwörtern, Neologismen oder Ähnlichem freizuhalten (z. B. in Frankreich im
Rahmen der Académie française) (Hyperlink2; Runde Klammern um die lateinische Bedeutung im Original Eckige) Sprachreinigung, Sprachreinheit, die Vermeidung bzw. Ausmerzung von Fremdwörtern; im weiteren Sinne die Abneigung
gegenüber sprachlichen Neuerungen jeder Art; eine bestimmte Einstellung zu Wert und Entwicklung der eigenen Sprache
(Hyperlink3)
Der Begriff ist heute stark negativ konnotiert und Purismus im Sinne von „Abneigung gegenüber sprachlichen Neuerungen jeder Art“ wird Sprachpflegern häufig vorgeworfen. Es sei angemerkt, dass sich die Bedeutung des Begriffs in dieser Arbeit in Abhängigkeit des situativen Kontexts um wenige Nuancen innerhalb der aufgeführten Definitionen verändert und der Grad der Forderung nach Reinheit dementsprechend zu- oder abnimmt.
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Arbeit zitieren:
Michael Heina, 2007, Sprachpflege in Deutschland - Allgemeines, historisches und der Spezialfall Anglizismenstreit, München, GRIN Verlag GmbH
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