Inhalt
Inhalt 2
1 Einleitung. 3
1.1 Thema der Arbeit. 3
1.2 Problemstellung 3
2 I. Ausgewählte Spitalorden. 4
2.1 Die Johanniter. 5
2.1.1 Kurze Geschichte des Johanniterordens 5
2.2 Der Dienst am Kranken 8
2.3 Die Antoniter 10
2.3.1 Kurze Geschichte der Antoniter 10
2.3.2 Der Dienst am Kranken 11
2.4 Der Heilig-Geist-Orden 12
2.4.1 Kurze Geschichte des Heilig-Geist-Ordens. 12
2.4.2 Der Dienst am Kranken 13
3 Finanzierung und Verwaltung 15
4 Schlusswort. 19
5 Literaturverzeichnis 20
2
1 Einleitung
1.1 Thema der Arbeit
In den nächsten Kapiteln werde ich mich mit spätmittelalterlichen Hospitälern beschäftigen. Wenn von Hospitälern gesprochen wird, lassen sich diese nicht in einen einzigen Zeitraum pressen, aus diesem Grund wird im Folgenden auch auf die Geschichte der Spitalorden eingegangen. Das erste Kapitel behandelt einige ausgewählte Spitalorden. Eine Auswahl war nötig, da die Hospitallandschaft des Mittelalters sehr umfangreich ist. Ich habe mich demnach auf drei der wichtigsten Hospitalorden beschränkt und gehe nur in Kapitel II im Zuge der Erörterung der Verwaltung und Finanzierung der Hospitäler auf die unterschiedlichen Spitaltypen ein.
1.2 Problemstellung
Diese Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Entstehung von Spitälern und der unterschiedlichen Behandlung der Insassen. Der Johanniterorden als einer der großen Ritterorden nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Er diente dem bürgerlichen Heilig-Geist-Orden, der einige seiner Bestimmungen übernahm, als Vorbild. Wie steht es um die Versorgung der Kranken? Waren Ärzte in allen Spitälern vorhanden? Welche Rolle spielt die Kirche bzw. die unterschiedlichen Päpste? Erörtert werden diese Fragen zum Teil in den einzelnen Kapiteln der Spitalorden, zum Teil aber auch in dem Kapitel „Finanzierung und Verwaltung“. Dort wird auch das Pfrundsystem angesprochen werden, dem eigentlich ein ganzes Kapitel gewidmet sein sollte, was hier aber den Rahmen sprengen würde und eher zu einer anderen Hausarbeit gehört.
3
2 I. Ausgewählte Spitalorden
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts erlebte das deutsche Städtewesen einen regelrechten Boom. Verursacht wurde dies durch mehrere Komponenten. Wichtig für die weitere Entwicklung der Städte waren vor allem das Streben nach politisch-rechtlicher Autonomie und der Wunsch nach wirtschaftlicher Prosperität. 1 Die Autonomie-Anstrengungen wurden in vielen größeren oder kleineren Aufständen und Kämpfen sichtbar, was nicht selten zum Nachteil des jeweiligen Landesherrn war. Dennoch blieben die meisten Städte unter adliger oder klerikaler Herrschaft. Bürgerfreiheit und städtische Selbstverwaltung konnten jedoch auch von diesen Städten erlangt werden. Fortan waren diese Rechtsinstitutionen das Fundament des Städtewesens. 2 Die demographische Entwicklung zugunsten eines beträchtlichen
Bevölkerungsanstieges, die Entwicklung der Naturwissenschaften und der Siegeszug der Schriftlichkeit verhalfen den Städten zu einem Aufschwung in Handel und Gewerbe. Diese Konjunktur der Wirtschaft konnte weiterhin durch den rechtlich verfassten Bürgerverband unterstützt werden.
„(...) Der rechtlich verfaßte Bürgerverband - mit Wirkungsmöglichkeiten auch für Einwohner, die nicht zugleich „Bürger“ im Rechtssinne waren - stellte eine der vielen Vorraussetzungen für den Erfolg des [...] Bemühens dar, dem das städtische Wirtschaftsleben seinen Aufschwung in Handel und Gewerbe zu verdanken hatte. (...)“ 3
Die neu entstandenen Selbstverwaltungsorgane waren immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Ganz besonders galt dies für den Bereich der Fürsorge. Zunächst wurde dieser Bereich ganz der Kirche überlassen, denn die Fürsorge galt als natürlicher Auftrag der Kirche. Besonders seit dem 13. Jahrhundert wandelte sich dieses Bild. Gründe lassen sich dafür zum Teil in dem Zuzug der neu gegründeten Orden und
1 Vgl.: Moritz, Werner: Das Hospital im späten Mittelalter. Ausstellung des hessischen Staatsarchivs Marburg, 1983. S. 66
2 Ebd. S. 66
3 Ebd. S. 66
4
in einer Welle von Hospitalgründungen durch Einzelpersonen und Bruderschaften finden.
Eine Stütze des entstandenen Hospitalwesens waren die Einrichtungen der Spitalorden, welche während der Kreuzzüge entstanden. 4
2.1 Die Johanniter
2.1.1 Kurze Geschichte des Johanniterordens
Gegründet wurde der Johanniterorden von Kaufleuten aus Amalfi, welche an die Tradition früherer Hospitäler anknüpfen wollten. Die Errichtung eines Doppelklosters in Jerusalem zur Pflege und Unterbringung europäischer Pilger erfolgte im 11. Jahrhundert. Der Unterhalt dieser Einrichtung erfolgte durch italienische Spenden. Während der Eroberung von Jerusalem durch Gottfried von Bouillon 1099 konnten verwundete Kämpfer in einem Hospital des Ordens angemessen versorgt werden. Dies würdigte Gottfried mit einigen Schenkungen und Vermächtnissen. Damit begann die Flut von Spenden und Schenkungen, die der Orden seitdem zufielen. 5 Zum Ritterorden wurde der Johanniterorden, als einige Kreuzfahrer sich entschlossen, auch nach der Eroberung Jerusalems im heiligen Land zu bleiben und sich den Spitalhelfern anzuschließen.
„In derseleben religiösen Begeisterung, die sie zum Kampf gegen die Ungläubigen geführt hatte, vertauschten jetzt die Ritter das Kriegergewand mit der Krankenpflegeschürze und widmeten sich am Krankenbette dem Dienste ihrer verwundeten Freunde und Kameraden.“ 6
Im Jahre 1113 wurden die Johanniter von Papst Paschalis II. als eine selbständige Genossenschaft bestätigt. Damit wurde dem Spital der Schutz des Papstes gewährt. Nach dem Tode des ersten „institutors“ Gerhard im Jahr 1118 wurde Raimond de Puy zum Vorsteher gewählt. Er schuf die ersten Statuten. Erhalten sind davon nur noch die
4 Moritz, Werner: Das Hospital im späten Mittelalter. S. 67
5 Steynitz, Jesko von: Mittelalterliche Hospitäler der Orden und Städte als Einrichtungen der sozialen Sicherung. In: Sozialpolitische Schriften, Heft 26. Berlin, 1970. S. 32 f.
6 Zit. nach F. Meffert. In: Steynitz, Jesko von: Mittelalterliche Hospitäler der Orden und Städte als Einrichtungen der sozialen Sicherung. S. 34
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einzelnen Bestätigungen der Päpste. 7
In den Statuten wurden die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam festgelegt. Als Kleidung wurde ein schwarzer Ordensmantel mit einem weißen Kreuz auf der Vorderseite ausgewählt. Die Wandlung zu einem Ritterorden vollzog sich nun unter Raimund völlig. Kriegerische Handlungen wurden notwendig. um die Pilgerwege zu sichern und die Besitzungen gegenüber Räuberbanden zu verteidigen. Diese neue Aufgabe, welche in den Regeln nicht vorgesehen war, wurde so umfangreich, dass der Orden in einer Bulle von Papst Alexander III. ermahnt wurde, sich wieder mehr den eigentlichen Aufgaben der Armen- und Krankenversorgung zu widmen. 8 Als Jerusalem durch die Sarazenen erobert wurde, 9 verlor der Johanniterorden seinen Sitz und zog zunächst nach Margat und später nach Akkon um.
-Auch dort gründeten sie Hospitäler. Im Jahre 1291 ging Akkon als letzte Festung der Christen im heiligen Land verloren, und die Reste des Ordens mussten sich unter Großmeister Jean de Villiers nach Zypern retten. Dort mussten sie sich von ihren Verlusten zunächst erholen. Im August 1309 gelang es dem Orden, Rhodos zu erobern. Auch dort wurde ein Hospital errichtet, dem ein zweites im 15. Jahrhundert folgen sollte. Hier erreichte die Macht des Ordens seinen Höhepunkt. 1522 fiel Rhodos nach fünfmonatiger Belagerung den Türken in die Hände. Die Ritter flohen mit mehreren Tausend Einwohnern.
Im Jahre 1530 gab Kaiser Karl V. dem Orden die Inseln Malta, Gozo, Comino und Tripolis als Lehen. 10 Auf Malta wurde das Wirken des Ordens besonders bemerkbar. 11 Es wurden Spitäler gebaut, und unter ihrem Großmeister Jean de la Valette 12 entstand die zukünftige Hauptstadt La Valetta. Nachdem die Verteidigung der Christenheit gegen die Ungläubigen nicht mehr vonnöten war, verlor auch der Orden eine seiner
7 Vgl. ebd. S. 35
8 Ebd. S. 36
9 Eroberung unter Führung Saladins im Jahre 1187
10 Ebd. S. 37 f.
11 Von da an wurden die Johanniter auch Malteser genannt. Vgl. dazu : Schwaiger, Georg; Heim, Manfred: Orden und Klöster. Das christliche Mönchtum in der Geschichte. München, 2002. S. 42
12 1557-1568
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Arbeit zitieren:
Jasmine Weimann, 2006, Spätmittelalterliche Hospitäler, München, GRIN Verlag GmbH
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