Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 2
1.1 Aufgabenstellung des Rahmenplanes. 3
1.2 Einordnung innerhalb der theaterpädagogischen Bereiche 4
1.3 Bedeutung des szenischen Spiels für den Deutschunterricht 5
2 Szenisches Spiel. 7
2.1 Äußere Rahmenbedingungen 7
2.2 Innere Rahmenbedingungen. 7
2.2.1 Anbahnung von Gruppenlernen 8
2.2.2 Atem- und Lockerungsübungen 9
2.3 Seinen Körper kennen lernen / Pantomime 9
3 Mündlicher Sprachgebrauch beim Rollenspiel. 12
3.1 Sprechübungen und Zuhören. 12
3.2 Stehgreifspiel. 13
4 Leistungsermittlung 15
4.1.1 Schwierigkeiten bei der Notengebung 15
4.1.2 Kriterienkatalog zur Bewertung. 15
4.1.3 Konkretes Beispiel für eine Leistungsermittlung. 17
5 Schlusswort. 21
6 Literatur 22
7 Anlage 1: Rollenbiographie 23
1 Einleitung
Dieser Leistungsnachweis beschäftigt sich mit der Bedeutung des szenischen Spiels im mündlichen Sprachgebrauch und den Realisierungsmöglichkeiten des Spiels in der vierten Klasse.
Da ich vier Jahre in der Kindergruppe des „TIK“ („Theater im Kino“ aus Berlin) geschauspielert habe, entschied ich mich für dieses Thema. Wir haben vorrangig mit fertigen Stücken (auch Mitmachtheater) gearbeitet, hatten wöchentliche Aufführungen und führten viele szenische und pantomimische Übungen in unserer Gruppe durch. Aus dieser Zeit lasse ich viele meiner Erfahrungen in die Arbeit einfließen, auch wenn das vollständige Theaterstück hier nicht im Vordergrund stehen soll.
Die Befähigung der Schüler zur szenischen Spiel im Sinne des Rahmenplans umfasst mehrere Stufen. Punkt 1.1 beschäftigt sich mit der Befragung des Rahmenplans nach möglichen Schwerpunkten für das szenische Spiel. Danach ordne ich das szenische Spiel im theaterpädagogischen Bereich kurz ein. Welche Bedeutung das szenische Spiel für den Deutschunterricht hat, beschäftigt uns unter Punkt 1.3.
Im zweiten Kapitel geht es um die schrittweise Einführung des szenischen Spiels, wobei erst die äußeren Rahmenbedingungen behandelt werden. Dann stehen die inneren Rahmenbedingungen mit den Gruppenbildungsprozessen und Atmungs- sowie Lockerungsübungen im Vordergrund. Mit den Pantomimeübungen wird die rein nonverbale Kommunikation abgeschlossen. Im dritten Kapitel geht um das szenische Spiel im Zusammenhang mit der verbalen Kommunikation. Die Kinder erarbeiten ein Stehgreifspiel nach vorgegebenem Thema. Im letzten Kapitel wird dafür eine Möglichkeit zur gerechten Leistungsbewertung aus vielen kleinen Bausteinen aufgezeigt.
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1.1 Aufgabenstellung des Rahmenplanes
Dieser Beitrag richtet sich an eine vierte Klasse. Danach ergeben sich folgende Zielsetzungen nach dem aktuellen Rahmenlehrplan Grundschule Deutsch (1.Auflage 2004, S.36 ff) für das szenische Spiel im engeren Sinne. Die Schüler werden befähigt,
- im Rollenspiel verschiedene Perspektiven einzunehmen,
- szenische Spielvorlagen sowie selbst erfundene Spielszenen umzusetzen. Im weitläufigeren Sinne ergeben sich daraus weitere Möglichkeiten:
- Die Schüler werden befähigt, das Sprechen und Zuhören bewusst zu gestalten, wie die adressatenbezogenen sprachlichen Formulierungen, die Beachtung vorher vereinbarter Regeln, verbale und nonverbale Botschaften erkennen und gezielt aussenden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der situationsgerechte Einsatz der eigenen Sprechstimme (dazu zählen auch Pausen) und die Unterstützung des Gesprochenen durch eine geeignete Gestik sowie Mimik.
- Selbstverfasste Spielszenen können aufgeschrieben und vorgefertigte Texte gelesen werden, um sie szenisch umzusetzen.
- Daneben ist auch eine Arbeit mit dem szenischen Text unbedingt erforderlich. Da es in dieser Arbeit um den mündlichen Sprachgebrauch geht, werde ich auf die beiden letzten Punkte nicht weiter eingehen. Die Ziele des Rahmenplans werden in der Arbeit an passender Stelle zum Tragen kommen.
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1.2 Einordnung innerhalb der theaterpädagogischen Bereiche
Die Begriffe aus der Theaterpädagogik erzeugen Unklarheiten. Insbesondere zwischen dem Mitmachtheater und dem Mitspieltheater gilt es aufzuklären, inwiefern die Schüler einbezogen werden. Deshalb möchte mit der folgenden Tabelle einen Überblick über die pädagogischen Begrifflichkeiten geben.
Das szenische Spiel wird hier als Oberbegriff für viele Spielformen mit didaktisch -pädagogischer Intention verwendet. Ganz klar geht auch hervor, dass ein aktives Produzieren durch die Kinder stattfindet und es sich nicht um ganze Theaterstücke handelt. Nach Heising stellt das „Experimentelle Theaterspiel“ die erstrebenswerteste theaterpädagogische Arbeitsform dar 1 , wobei sie das szenische Spiel zur Anbahnung von wichtigen Fertigkeiten angewandt hat.
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1.3 Bedeutung des szenischen Spiels für den
Deutschunterricht
Das szenische Spiel scheint für eine theaterpädagogische Arbeit wichtig zu sein, aber wieso wird es in den Deutschunterricht integriert und nicht in Arbeitsgemeinschaften außerhalb des Unterrichts angeboten? Sicherlich ist eine Theater-AG eine sinnvolle und wünschenswerte Ergänzung zum Unterricht. Da der Deutschunterricht viele Übereinstimmungen mit den Zielen des szenischen Spiels hat, bereitet eine Verschmelzung der Elemente den Weg für eine neue Qualität der Schule. Die Forderung nach einem handlungsorientierten, ganzheitlichen und fächerübergreifenden Unterricht kann das szenische Spiel erfüllen. Die Anregung zur Schaffung von eigenen kreativen Ideen sowie zur Arbeit mit Kopf, Herz und Hand im bewegten Unterricht stehen hierfür. Das Kind kann sich im Rollenspiel mit seinen ganzen psychischen und physischen Kräften ausdrücken. Gerade im Themenbereich, für den Kulissenbau und die Gestaltung der Szenen lassen sich Fächer wie Musik, Kunst und Sachunterricht integrieren. Die Mathematik kann man weniger konkret einsetzen, aber ein Raumverständnis, welches auch geschult wird, spielt in der Geometrie eine wichtige Rolle.
Einer mangelnden Bewegung kann durch etwas entgegengewirkt werden und die Kinder bekommen auch mehr Spaß am eigenen Produzieren. Obgleich ich keineswegs behaupte alle Kinder seien ausschließlich Konsumenten, entfernen sie sich dadurch ein Stück von einer passiven Arbeitseinstellung. Zur Erlernung des bewussten Sprachgebrauchs und zur Erweiterung des Wortschatzes ist auch das szenische Spiel eine wichtig Quelle für den Deutschunterricht. (Heising, S.37)
Die Kinder bekommen die Möglichkeit in eine andere Rolle zu schlüpfen, diese zu verstehen und dadurch ganz neue Perspektiven zu erhalten. Jenseits der
1 weiter unter Heising,, 1991, S.51ff
5
Grenzen ihrer Realität können die Schüler Szenarien durchspielen, die in der wirklichen Welt nicht möglich wären. Das Hineinversetzen in andere Personen ist aber auch wichtig, um vereinbarte Regeln der Gruppe in realen Lebenssituationen zu trainieren und die Sozialkompetenz zu stärken. (vgl. http://de.wikipedia.org /wiki/Rollenspiel_(Pädagogik), 24.10.2005)
Dadurch kann das szenische Spiel zu einem wichtigen Faktor in der Persönlichkeitsentwicklung (zum Beispiel zum Grenzen ausloten) werden. Eine Rolle fordert von den Schülern neue Fähigkeiten, wie das korrekte, ausdrucksstarke und adressatenbezogene Sprechen sowie der bewusste Einsatz von Mimik, Gestik und Körperhaltung. Auch Sprechpausen spielen dabei eine wichtige Rolle. Das alles wird durch Übungen bei den Kindern angebahnt oder gefördert.
Im Gegensatz zum experimentellen Theater können alle Kinder vom szenischen Spiel profitieren und es müssen keine Kinder für eine Aufführung ausgewählt werden, wodurch andere Kinder demotiviert werden könnten. Für Phantasie und Spontaneität sorgen anregende Themen aus der Lebenswelt der Kinder und gerade die sonst eher „leistungsschwächeren“ Schüler zeigen oft größere Flexibilität bei der Ideenproduktion, welche nicht in den gewohnten Bahnen abläuft.
Das alles kann im szenischen Spiel realisiert sein. Allerdings muss der Lehrer dafür die Voraussetzungen schaffen. (vgl. Heising, S.8)
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Arbeit zitieren:
Stefanie Schmidt, 2005, Die Bedeutung des Szenisches Spiels für die Ausbildung sprachlich-kommunikativer Kompetenz und Möglichkeiten der Realisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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