Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einführung in das Thema 3
2. Definition von „Motivation“ 3
2. 1. Definition von „Motiv“ 4
2. 1. 2. Leistungsmotiv und Leistungsmotivation 4
2. 1. 3. Extrinsische und intrinsische Motivation. 7
3. Die Förderung der Lern- und Leistungsmotivation im Unterricht. 9
3. 1. Zielaktivierung und Zieltransparenz 10
3. 2. Lehrerverhalten als Modellverhalten 11
3. 3. Beziehung und Leistung. 11
3. 4. Interesse wecken 12
3. 5. Eigenständige Problemlösungen anregen. 13
3. 6. Kooperation als Motivationsprinzip. 14
3. 7. Handlungsorientiertes Lernen - Nutzen und Sinn entdecken 14
3. 8. Innere Differenzierung und individuelle Leistungsbeurteilung 16
3. 9. Gespräche führen. 16
3. 10. Strafe und Strafandrohung 17
3. 11. Erfolg und Verstärkung. 18
3. 12. Die Rolle des Leistungsklimas 19
3. 13. Passung. 20
4. Mögliche Fehler, die in der Gestaltung schulischen Unterrichts gemacht werden können 20
5. Fazit. 21
Literaturverzeichnis. 22
Internetquellen.......................................................................................................................... 23
Anhang 24
Heckhausens Formel der Lernmotivation (1968) 24
Unterst ützende Bedingungen für motiviertes Lernen 25
2
1. Einführung in das Thema
Motivation und Motivierung nehmen im heutigen Schulalltag eine herausragende und bedeutende Stellung ein, da die Motivation ein Dauerproblem von Schule und Unterricht darstellt.
Nicht zuletzt nach PISA konnte man lesen, dass den deutschen Schülern die Motivation fehlt und die deutschen Lehrer ihre Schüler nicht hinreichend genug motivieren. Nicht selten wird die mangelnde Lernlust, das Schwänzen, aufmüpfiges Verhalten und das gebremste Interesse an allem, was Schule betrifft bei den Schülergenerationen beklagt. Natürlich trifft dies nicht auf jeden Schüler zu, sondern immer nur auf einen bestimmten Teil. Lehrer müssen sich mit neuen Qualitäten von Motivations- Interesse- und Sinnproblemen der Schüler gegenüber der Schule auseinandersetzen. Besonders deutlich wurde dieses Problem kürzlich durch die Vorfälle an einer Hauptschule in Berlin, wo die Situation besonders schlecht ist.
Der Schulunterricht muss zunehmend mit außerschulischen Lernangeboten und Erlebnismöglichkeiten der Jugendkultur konkurrieren und auch die zunehmenden Disziplinprobleme der Schüler stellen die Lehrer vor eine schwierige Aufgabe. In der Unterrichtswissenschaftlichen Diskussion wird Motivation jedoch als grundlegende Erfolgsbedingung für schulische Lernprozesse thematisiert. Mit anderen Worten: Lernen ist ohne Motivation undenkbar.
So stellt sich also die Frage: Wie sollte Lernen und Unterricht (d. h. Schule) heute gestaltet werden, um die Motivation von Kindern und Jugendlichen zum Besuch der Institution Schule zu fördern und nicht etwa abzutöten?
Im Folgenden werde ich bedeutende Begrifflichkeiten klären und anschließend auf unterschiedliche Praxisempfehlungen eingehen, sowie auf Gestaltungsfehler schulischen Unterrichts, welche die Motivation der Schüler behindern oder abschwächen.
2. Definition von „Motivation“
Die Lehre von der Motivation (lateinisch „movere“ = bewegen; „motus“ = die Bewegung) beschäftigt sich mit Prozessen und Bedingungen, die das Verhalten eines menschlichen Organismus bestimmen bzw. verständlich machen, und zwar unter den funktionalen Aspekten der Aktivierung, der Intensität und Beständigkeit des Verhaltens, seiner Gerichtetheit bzw.
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seines Zukunftsbezugs und unter der Klassifikation in Motivarten. Mit der Gerichtetheit des Verhaltens ist insbesondere die Ausrichtung auf Ziele gemeint. Ein Synonym von „Motivation“ ist „Verhaltensbereitschaft“. 1
2. 1. Definition von „Motiv“
Ein Motiv dagegen bezeichnet in der Psychologie eine relativ stabile Persönlichkeitseigenschaft, die durch eine Vorliebe für bestimmte Arten von Zielen zum Ausdruck kommt. Motive sind der richtungsgebende, leitende, antreibende, seelische Hinter-und Bestimmungsgrund des menschlichen Handelns.
Man unterscheidet zwischen Primärmotiven, die auf physiologischen Vorgängen beruhen (z.B. das Kältevermeidungsmotiv) und Sekundären Motiven, die stärker auf psychologische Prozesse zurück gehen. 2
2. 1. 2. Leistungsmotiv und Leistungsmotivation
Zu den empirisch am Besten erforschten Primärmotiven gehört das Leistungsmotiv, welches beim Lernen eine bedeutende Rolle spielt.
Folgende Motive der Schüler sind in der Schule besonders wichtig und sollten vom Lehrer in der Gestaltung des Unterrichts aber auch im Umgang mit den Schülern beachtet werden.
• das Leistungsmotiv (Hoffnung auf Erfolg/Furcht vor Misserfolg)
• das Anschlussmotiv (Hoffnung auf sozialen Anschluss/Furcht vor Zurückweisung) • die Neugier und die Abwechslung
• die Möglichkeit der Selbstverwirklichung (eigene Vorstellungen und Ideen werden mit eingebracht und Verantwortung wird übernommen)
Man muss allerdings zwischen Motiv und Leistungsmotivation unterscheiden, da ein Motiv eine spezifische Handlungsmöglichkeit (Persönlichkeitsdisposition) im Menschen ist und die
1 Vergleiche hierzu: Wulf, Christian (Hrsg.): Wörterbuch der Erziehung. R. Piper & Co Verlag, München 1974,
S. 427/428
2 Vergleiche hierzu: http://www.stangltaller.at/ARBEITSBLAETTER/MOTIVATION/default.shtml
eingesehen am 19.01.2006
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Motivation hingegen das konkrete Handeln eines Menschen in einer Situation, aber gemäß dieser persönlichen Disposition. 1 Heckhausen definierte Leistungsmotivation 1976 als:
[...] das Bestreben, die eigene Tüchtigkeit in allen jenen Tätigkeiten zu steigern oder
möglichst hoch zu halten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und deren
Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann. 2
Im Idealfall bezieht sich Leistungsmotivation damit auf das Erreichen eigener Zielsetzungen, auf das Bestreben, sich einem persönlichen Gütemaßstab (häufig auch Anspruchsniveau genannt) anzunähern. Weitere lernmotivierende Faktoren sind der Schwierigkeitsgrad und der Anreiz durch die Aufgabe. Die Lernmotivation entsteht also nach Heckhausen durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die von Heckhausen 1968 in einer Formel zusammen gefasst wurden [siehe Anhang S. 29].
Da es beim Lernen darum geht, nach einer Aktivität etwas besser oder anders zu können als vorher, lässt sich Lernmotivation definieren als Bereitschaft der Person, eine Aktivität vornehmlich deshalb auszuführen, weil sie sich davon Kompetenzzuwachs verspricht. Man erkennt unschwer, dass diese Definition vorzüglich auf beabsichtigtes Lernen zutrifft und insbesondere auch für das zurzeit intensiv behandelte selbstregulierte Lernen gilt. Nach traditioneller Auffassung wird das Motiv einer Person durch thematisch entsprechende Anreize in der Umwelt „angeregt“. Das Leistungsmotiv wird etwa dann angeregt, wenn die Person die Aussicht hat, sich mit einem Gütemaßstab messen zu können. Dies führt zu einer Motivation, den Anreiz auf zu suchen, oder zu meiden. 1
Unterschiede in der Wahl von Zielen, in der Ausdauer und in der Anstrengungsbereitschaft erklärt die empirische Psychologie durch das Zusammenspiel von
Persönlichkeitseigenschaften, aktuellen Zuständen des Organismus und Situationsmerkmalen. Nach lerntheoretischer Auffassung ist die Motivation abhängig vom Bedürfniszustand des Organismus in Verbindung mit entsprechenden inneren oder äußeren Reizen. Die äußeren Reize können beispielsweise soziale Signale, aber auch Merkmale unbelebter Objekte sein. Die Lern- und Leistungsmotivation ist also definiert durch den Kompetenzzuwachs, wobei man diesen Zuwachs aus ganz unterschiedlichen Gründen erreichen will. Hier geht es um verschiedene Anreize, die den Kompetenzzuwachs attraktiv machen, wobei die Neugier als Motiv eine besonders bedeutende Rolle einnimmt. Empirisch ließen sich dazu ganz verschiedene Motivationssysteme ausmachen, die wissenschaftlich unterschiedlich gut
1 Vergleiche hierzu: Heiland, Helmut: Motivieren und Interessieren. Probleme der Motivation in der Schule.
Klinghard, Bad Heilbrunn 1979, S. 37
2 Schlag, Bernhard: Lern- und Leistungsmotivation. Leske und Budrich, Opladen 1995, S. 18
1 Vergleiche hierzu: http://de .wikipedia.org/wiki/Motivation 12.02.2006
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geklärt sind. Hier kann es um erwartetet materielle Belohnungen für gute Leistungen gehen oder den Wunsch Anerkennung von anderen zu erlangen, bzw. zu sichern. 2 Wozu hohe, bzw. niedrige Leistungsmotivation führen können, wird in der folgenden Grafik verdeutlicht.
2 Vergleiche hierzu: Rheinberg, Falko: „Motivationsförderung im Unterrichtsalltag“. In: PÄDAGOGIK 54,
Motivation, Heft 9, S. 10
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Neben der grundsätzlichen Leistungsmotivation sind kognitive Lernmotive vor allem in dem Streben zu sehen, Neues zu verstehen, es erkennen, ordnen und konstruieren zu können. Das Neue bemisst sich dabei immer an dem bereits erreichten Stand und es wird nur in dem Maße anregend sein können, in dem es über die vorhandenen Erkenntnisse in moderater, d. h. mit eigener Anstrengung verstehbarer Weise hinausreicht.
2. 1. 3. Extrinsische und intrinsische Motivation
Es wird zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation unterschieden. Das Konzept beschreibt unterschiedliche psychologische Anreizmodelle für das menschliche Verhalten, die für das Lernen besonders wichtig sind.
Intrinsisch motivierte Verhaltensweisen:
• Intrinsisch motivierte Verhaltensweisen gelten als Prototyp selbstbestimmten Verhaltens. Das Handeln stimmt mit der eigenen Auffassung überein und man ist bestrebt, eine Sache voll und ganz zu beherrschen.
• Intrinsische Motivation beinhaltet Neugier, Spontanität, Exploration, Spass und Interesse an den unmittelbaren Gegebenheiten der Umwelt. • Die Ausführung der Sache ist aus sich heraus Belohnung genug
Extrinsisch motivierte Verhaltensweisen:
• Extrinsisch motivierte Verhaltensweisen treten in der Regel nicht spontan auf, sondern sie werden durch Auforderung in Gang gesetzt.
• An die Ausführung einer Handlung sind äußerliche Belohnungen geknüpft (z.B. Lob oder eine gute Note), an die Nicht-Ausführung der Handlung sind Bestrafungen geknüpft (z.B. Tadel oder schlechte Note). 1
In Bezug auf die Freude am Lernen und den Lernerfolg gilt die intrinsische Motivation im allgemeinen der extrinsischen Motivation als überlegen. Es ist zu erwarten, dass der intrinsisch motivierte Schüler sich dem Gegenstandsbereich ohne äußeren Druck möglichst ausdauernd und interessiert zuwendet. Der zu erwartende Lernerfolg wird größer sein, als bei ausschließlich extrinsischer Motivation, die weniger am Verständnis des
1 Vergleiche hierzu:
http://viror.psi.uni-heidelberg.de/beratung/provider/motivation/motivation.html
eingesehen am 12.01.2006
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Arbeit zitieren:
Corinna Walte, 2006, Das Problem der Motivation im heutigen Schulalltag und motivationsfördernde Maßnahmen im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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