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Schulangst und Schulangstreduktion

Titel: Schulangst und Schulangstreduktion

Hausarbeit , 2007 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Grzesikowski (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Angst ist in unterschiedlichen Abstufungen allgegenwärtig und auch normal, was mit ihrer ursprünglichen biologischen Funktion zusammenhängt. Trotz dieser durchaus positiven Funktion kann Angst auch eine Beeinträchtigung in vielen Lebensbereichen sein, wenn sie nicht in angemessenem Maße auftritt oder gar eine Angststörung vorliegt. An einer klinisch relevanten Angststörung leiden der Bundes-Gesundheitssurvey von 1998 zufolge immerhin 14,2 Prozent der 18- bis 65jährigen Befragten im Zeitraum eines Jahres. Die Lebenszeitprävalenz konnte in dieser Studie nicht erhoben werden, doch man geht davon aus, dass sie nicht sehr von der 12-Monatsprävalenz abweicht. Trotz zum Teil großer Unterschiede zwischen den einzelnen Angststörungen kann man mit Ausnahme der Generalisierten Angststörung, bei der das höchste mittlere Ersterkrankungsalter bei 35 Jahren liegt, festhalten, dass sich bei etwa 85 Prozent der Betroffenen einer Angststörung die Krankheit bereits in der Adoleszenz manifestiert.
Die Kinder und Jugendlichen dieses Entwicklungsalters verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule, wodurch ihr naturgemäß eine Betroffenheit zukommt. Zudem ist die Frage, inwieweit die Schule als sozialer Raum und als Raum, in dem Leistungen abgefragt und bewertet werden nicht auch als Auslöser bzw. Mitverursacher solcher Störungen zu sehen ist. Doch nicht erst, wenn eine pathologische Störung vorliegt, muss sich die Schule bzw. die jeweilige Lehrkraft für die Ängste seiner Schüler interessieren. Auch nicht behandlungsbedürftige Ängste haben einen in dieser Arbeit noch zu klärenden Einfluss auf den Schüler, auf sein Verhalten, Leistungsvermögen, Wohlbefinden usw., sollten also im täglichen Umgang des Lehrers mit dem Schüler mitbedacht werden.
Ziel der Arbeit ist es, das Phänomen Schulangst in seinen Facetten darzustellen und so hoffentlich zu klären, um dann nachfolgend zum Umgang damit in der Praxis zu kommen. Als angehender Lehrer ist es natürlich besonders wichtig für mich, wie ich Schulangst erkennen kann und wie ich ihr begegne. Diese Arbeit folgt dabei weitestgehend den kognitiven Ansätzen der Psychologie. Dies meint, dass andere klassische Schulen der Psychologie, wie die Psychoanalyse oder der Behaviorismus, welche sich ebenfalls ausgiebig mit dem Phänomen Angst beschäftigten, größtenteils ausgeklammert werden sollen. Diese Konzentration auf einen Ansatz soll Verwirrungen vermeiden und eine stringente Arbeit ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Schulangst

2.1. Angst allgemein

2.2. Schulangst in Abgrenzung zu Schulphobie

2.3. Soziale Angst und Leistungsangst als Komponenten der Schulangst

2.3.1. Vorüberlegungen

2.3.2. Leistungsangst

2.3.3. Sozialangst

2.4. Schulangst

3. Maßnahmen gegen Schulangst

3.1. Diagnostik von Schulangst

3.2. Intervention und Prävention

3.3. Konsequenzen für die Lehrtätigkeit

4. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das vielschichtige Phänomen Schulangst in seinen verschiedenen Facetten zu beleuchten, um auf dieser Grundlage praxisorientierte Ansätze für den Umgang mit betroffenen Schülern im schulischen Alltag zu entwickeln und Ängste präventiv zu minimieren.

  • Kognitive Ansätze zur Erklärung von Angst und Angstentstehung
  • Differenzierung von Leistungsangst und sozialer Angst
  • Diagnostische Möglichkeiten für Lehrkräfte
  • Interventionsstrategien und präventive Maßnahmen
  • Bedeutung der Lehrer-Schüler-Interaktion und des Klassenklimas

Auszug aus dem Buch

2.1. Angst allgemein

Angst kann nach Schwarzer und Krohne ganz allgemein erst mal als ein unangenehmes Gefühl beschrieben werden, welches auftritt, wenn eine Situation als Bedrohung gewertet wird. Entscheidend ist dabei allerdings nicht die objektiv vorliegende Gefahr oder Bedrohung, sondern die subjektive Bewertung der Situation als angstauslösend durch das Individuum. So kann natürlich eine Vielzahl von objektiv ungefährlichen Situationen angstinduzierend interpretiert werden.

Mit dieser Einordnung der Emotion Angst wird wie bereits angekündigt ein kognitiver Ansatz verfolgt, der zu großen Teilen auf Lazarus und seiner kognitiv-transaktionalen Theorie von Stress und Emotionen aufbaut. Demnach wird in einer Stresssituation zuerst eine Ereigniseinschätzung (primary appraisal) und beinahe gleichzeitig eine Ressourceneinschätzung (secondary appraisal) durchgeführt. Beim primären Einschätzungsprozess kann die Situation als stressinduzierend, günstig oder aber irrelevant gewertet werden. Wenn die Einschätzung als stressauslösend erfolgt ist, schließt sich eine ressourcenabhängige Wertung als Bedrohung oder Herausforderung an und die möglichen Bewältigungsmaßnahmen werden überprüft. Angst entsteht nun, wenn aus diesen Bewertungsprozessen hervorgeht, dass das Ereignis relevant und eine Bedrohung ist, mit der auf Grund von ungenügenden Bewältigungsmaßnahmen nicht adäquat umgegangen werden kann. Dem schließen sich dann Bewältigungsprozesse und Neubewertungen an. Die geschilderten Bewertungsprozesse sind von interagierenden antezedenten Bedingungen abhängig, was bei Lazarus Situationsvariablen und Persönlichkeitsvariablen meint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Thematik der Angst als biologische Funktion sowie Darlegung der Zielsetzung, das Phänomen Schulangst aus einer kognitiven Perspektive für die pädagogische Praxis zu beleuchten.

2. Schulangst: Theoretische Fundierung des Angstbegriffs und detaillierte Analyse der Schulangst als komplexes Zusammenspiel von Leistungs- und Sozialangst, inklusive einer Abgrenzung zur Schulphobie.

3. Maßnahmen gegen Schulangst: Darstellung diagnostischer Verfahren für Lehrkräfte sowie Vorstellung verschiedener Interventions- und Präventionsprogramme, um die Handlungskompetenz von Lehrern im Umgang mit Schulangst zu stärken.

4. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Rolle der Schule als Ort potenzieller Ängste und die daraus resultierende Verantwortung des Lehrers für präventive Maßnahmen durch Gestaltung eines positiven Lernumfelds.

Schlüsselwörter

Schulangst, Leistungsangst, Sozialangst, Angstbewältigung, Kognitive Psychologie, Lehrkraft, Prüfungsangst, Prävention, Intervention, Selbstaufmerksamkeit, Schulphobie, Leistungsanforderungen, Kompetenzaufbau, Klassenklima, Schulversagen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulangst, untersucht deren Ursachen und Erscheinungsformen im schulischen Kontext und leitet daraus Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte ab.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die kognitive Theorie der Angst, die Differenzierung zwischen Leistungs- und Sozialangst, diagnostische Möglichkeiten für den Unterricht sowie Ansätze zur Prävention und Intervention.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das komplexe Phänomen Schulangst zu klären und Lehrern wissenschaftlich fundierte, aber praxisnahe Empfehlungen an die Hand zu geben, um Ängste bei Schülern frühzeitig zu erkennen und abzubauen.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird primär verfolgt?

Die Arbeit stützt sich weitestgehend auf kognitive Ansätze der Psychologie, insbesondere auf die kognitiv-transaktionale Theorie von Stress und Emotionen nach Lazarus.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Differenzierung von Angstformen sowie die Vorstellung spezifischer Maßnahmen, wobei der Fokus auf dem Umgang mit Leistungs- und Sozialangst liegt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Schulangst, Leistungsangst, Sozialangst, Angstbewältigung, kognitive Ansätze sowie pädagogische Intervention und Prävention.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Schulangst und Schulphobie?

Die Arbeit grenzt Schulangst von der behandlungsbedürftigen Schulphobie ab, welche eher als eine Form der Trennungsangst verstanden wird und bei der die Schule selbst nicht der primäre Ursprung der Angstreaktion ist.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Bewältigung von Schulangst?

Die Lehrkraft trägt eine zentrale Verantwortung, da sie durch transparente Leistungsbewertung, die Förderung eines positiven Klassenklimas und den Aufbau von Schülerkompetenzen maßgeblich zur Prävention und Reduktion von Schulangst beitragen kann.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schulangst und Schulangstreduktion
Hochschule
Universität Potsdam  (Psychologie)
Note
1,0
Autor
Stefan Grzesikowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
26
Katalognummer
V76418
ISBN (eBook)
9783638817547
ISBN (Buch)
9783638919371
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulangst Schulangstreduktion Psychologie Schulphobie psychische Störung Störungsbild Prävention Intervention
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Grzesikowski (Autor:in), 2007, Schulangst und Schulangstreduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76418
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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