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1. Einleitung. Seite 03
2. Regelverlauf. Seite 05
3. abweichender Verlauf. Seite 09
4. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Seite 13
5. Resumeé. Seite 20
Literaturverzeichnis
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Im soll zunächst der Regelverlauf der kindlichen Schriftsprachentwicklung dargestellt werden. Im weiteren soll dann auf mögliche Abweichungen eingegangen werden. Ein dritter Abschnitt beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie von Störungen des Schriftspracherwerbs beschäftigen. Zunächst möchte ich jedoch einleitend kurz auf das Verhältnis der Lautsprache und der Schriftsprache sowie auf die Voraussetzungen des Schriftspracherwerbs (SSE) zu sprechen kommen.
Da die deutsche Schrift eine Alphabetschrift ist, besteht ein enger Zusammenhang zur Lautsprache, die somit während des Schriftlernprozesses eine entscheidende Grundlage sein kann. Entscheidend ist hierbei die Beziehung zwischen der Phonem- und der Graphemstruktur. Grapheme sind auf der schriftsprachlichen Ebene die kleinsten bedeutungsunterscheidende Einheit. Sie sind willkürlich vereinbarte Zeichen für Phoneme. Phoneme sind definiert als die kleinste bedeutungsunterscheidende lautsprachliche Einheit. Die deutsche Schrift repräsentiert lautliche Differenzierungen auf der Phonemebene, d.h. nur diejenigen lautlichen Merkmale werden widergespiegelt, die eine bedeutungsunterscheidende Funktion haben. Viele andere lautliche Differenzierungen werden vernachlässigt. Da die Zahl der darzustellenden Phoneme in der deutschen Sprache größer ist, als die der verfügbaren Grapheme kann nicht jedem Phonem eindeutig ein Graphem zugeordnet werden; es besteht also keine 1:1 Entsprechung zwischen Phonem- und Graphemstruktur. Die Beziehungen zwischen Phonemen und Graphemen sind vielmehr sehr komplex, da ein Graphem auf mehrere Arten lautlich realisiert werden kann, so wie ein Phonem auch auf unterschiedliche Weise verschriftlich wird. Es gibt jedoch regelhafte Beziehungen, die BIERWISCH (1976) zu graphemisch-phonologische Korrespondenzregeln formuliert hat. Beispielsweise wird ein langes /i:/ durch das Dehnungsgraphem
Generell besteht also zwischen der Laut- und Schriftsprache im deutschen eine enge Verbindung, gleichzeitig bestehen jedoch auch Unterschiede, die die spezifische Funktionen der Schriftsprache bedingen:
- a) es fehlt ein Gesprächspartners, so dass keine unmittelbare Kontrolle besteht
- b) während Lautsprache sich aus einer kommunikativen Situation heraus ergibt, zwingt Schriftsprache dazu, die Situation gedanklich zu antizipieren
- c) es fehlen außersprachliche Ausdrucksmittel
- d) die schriftliche Sprache hat einen höheren Abstraktionsgrad, da von den Lautinhalten nochmals eine Abstraktion auf die graphische Symbolisierung geleistet werden muß
Die Schriftsprache zeichnet sich also gegenüber der Lautsprache durch größere Abstraktionsleistung und besondere Bewusstheit und Willkürlichkeit aus. Der SSE setzt also beim Kind
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ein gewisses Level an kognitiver Entwicklung voraus, gleichzeitig ist aber auch zu erwarten, dass der Umgang mit Schriftsprache aber auch die weitere kognitive Entwicklung des Kindes fördert. Auf diesen Gesichtspunkt werde ich später zurückkommen. CRÄMER und SCHUMANN (1999) nennen einige Aspekte der vorschulischen, sprachlichkognitiven Entwicklung, die als Voraussetzungen für den Lese- und Schreiblernprozess angesehen werden können:
- Die frühkindliche Sprachentwicklung ist an den unmittelbaren Kontext gebunden. Erst mit
- Anfangs wird die Sprache nur zu kommunikativen Zwecken an konkreten Situationen
- Es ist sehr wichtig, dass das Kind lernt, Inhalts- und Ausdrucksseite von Sprache zu
- Die Kinder müssen sich im Erkennen von bedeutungsunterscheidender Merkmale von
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Stufenmodell der Sprachentwicklung
- Es gibt verschiedene Stufenmodell zum SSE, die alle in den Grundzügen ähnlich sind. Genannt seien hier BRÜGELMANN (1986), SPITTA (1988), GÜNTHER (1989) und VALTIN (1993) wobei letzteres genauer dargestellt werden soll, da es einen kompakten Überblick bietet.
- Prinzipiell muss gesagt werden, das die Modelle zwar eine gute Orientierung über den Aneignungsprozess geben, der SSE bei jedem Kind jedoch individuell verläuft und unterschiedlich viel Zeit beansprucht. Prinzipiell gibt es verschiedene Beherrschungsgrade innerhalb einer Stufe, d.h. die den Phasen zugrundeliegenden Strategien differenzieren sich immer mehr aus und verfeinern sich, ehe das Kind erkennt, dass seine angenommene Hypothese zur Verschriftung, bzw. zum Erlesen nicht mehr haltbar ist. Folglich muß es sie umstellen, und erreicht damit die nächst höhere Stufe der Aneignung. Wichtig ist auch der gegenseitige Bezug von Lesen und Schreiben, der insbesondere im Modell von GÜNTHER berücksichtigt wird. In Abgrenzung zu GÜNTHER geht man heute jedoch nicht mehr von einem klar aufeinander folgenden, linearen Verlauf aus. Vielmehr sind auch beim nichtgestörten SSE individuelle Unterschiede der Kinder beim Lesen und Schreiben zu erkennen. So kann ein Kind bspw. beim Lesen auf einer anderen Stufe sein als beim Schreiben.
Arbeit zitieren:
Christoph Ziehm, 2002, Regelhafter kindlicher Schriftspracherwerb und mögliche Abweichungen bei Sprachbehinderungen, München, GRIN Verlag GmbH
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