Inhaltsverzeichnis
1. Höhenstufen und N-S-Differenzierung 3
1.1. Kolline Stufe 3
1.2. Montane Stufe 5
1.3. Alpine Stufe 7
1.4. Nivale Stufe 9
1.5. Unterstufen 10
2. Lokale Spezialisierungen 11
2.1. Der alpine Endemismus 11
2.2. Vegetationsbedingungen der nivalen Stufe 11
2.3. Beispiele für angepasste Pflanzengesellschaften 13
Literaturverzeichnis 15
Bildquellen 15
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1. Höhenstufen und N-S-Differenzierung
Allgemeines
Das Klima der Alpen zeichnet sich durch mäßige Sommer und Winter sowie die langen Ü- bergangsperioden Frühling und Herbst aus. Auch fällt vor allem in den Randalpen viel bis sehr viel Regen, was das Wachstum einer vielfältigen, artenreichen Flora sehr begünstigt. In den Zentralalpen stellt sich die klimatische Situation allerdings etwas differenzierter dar. Auf- grund des höheren Kontinentalitätsgrades weisen die Zentralalpen eine um ein bis zwei Grad Celsius höhere Jahresdurchschnittstemperatur auf als Orte der Randalpen desselben Breiten- grades. Zusätzlich fällt deutlich weniger Regen als in den Randalpen.
Insgesamt ist die Vegetation der Alpen aufgrund der Vereisung in der Würmeiszeit, welche die bis vor der Eiszeit entwickelte Flora großenteils zerstörte, vergleichsweise jung und durch Endemismus und die verschiedenen Höhenstufen sehr artenreich.
Die Böden der Alpen weisen in den meisten Fällen A-C-Horizonte auf. Da die Boden bilden- den Zersetzungsprozesse in größeren Höhen langsamer vonstatten gehen, findet man dort auch größere Mengen unzersetzten Rohhumus, natürlich nur bis in eine Höhe, in der auch Pflanzen in entsprechender Menge gedeihen können.
Die Alpen erstrecken sich von Wien im Nordosten bis Nizza im Südwesten über zirka fünf Breitengrade, weswegen aufgrund des zonalen Formenwandels homologe Vegetationsstufen teilweise um mehrere hundert Meter nach oben oder unten verschoben sein können. Grund- sätzlich gilt für das Gebiet von 30 bis 60 Grad nördlicher Breite, dass eine Verschiebung um einen Breitengrad (111 km) nach Süden eine Höhenverschiebung von ca. 100-110 m nach oben verursacht. Die Exposition eines bestimmten Hanges nach Norden oder Süden kann da- bei aber wiederum Korrekturen um ca. 200-300 m verursachen.
Einteilung
ELLENBERG (1996) teilt die Alpenflora in vier große Haupthöhenstufen ein, die wiederum in
neun bis zehn Unterstufen geteilt werden können, die aber von Autor zu Autor unterschiedlich gesetzt und benannt werden. Diese vier Stufen heißen die kolline Stufe, die montane, alpine und nivale Stufe. Üblicherweise bezeichnet man das Alpenvorland unter 200 m Meereshöhe als sogenannte planare Stufe, die der kollinen vorgelagert ist, jedoch nicht zu den Alpen selbst hinzugezählt wird, da derart niedrige Bereiche meist viele Kilometer vom eigentlichen Alpen- fuß entfernt liegen. Die Höhenstufen der Alpenflora sind naturgemäß am Südrand höher an- zusiedeln als am Nordrand, jedoch in den Zentralalpen aufgrund des höheren Kontinentali-
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tätsgrades und der daraus resultierenden intensiveren Sonneneinstrahlung, die ein Pflanzen- wachstum begünstigt, ebenfalls höher.
Die Nordalpen erstrecken sich in ihrer räumlichen Ausdehnung von den französischen Kalk- alpen im Westen über die Schweiz und Bayern bis zu den Niederen Tauern, die Südalpen von den See- oder Meeralpen bei Nizza über die italienischen Seen bis in den slowenischen Teil im Osten. Der östlichste Teil der Alpen vom Klagenfurter Becken bis zum Wienerwald wird als kontinental geprägter Ostteil bezeichnet und stellt in der groben Nord-Süd-Einteilung ei- nen dritten, unabhängigen Teil dar. Die Einteilung kommt entsprechend der Nord- und Süd- abdachung zustande und folgt in etwa der Wasserscheide. Die ältere, gröbere Nord-Süd- Einteilung entlang des 46. Breitengrades kommt hier nicht zum Tragen.
1.1. Kolline Stufe
In der kollinen Stufe herrschen reine Laubwälder vor; sie endet dort, wo Laubmischwälder eindeutig dominieren und die reinen Laubwälder verdrängt haben. Unter natürlichen Bedin- gungen findet man sehr dichte Waldbestände, welche durch den anthropozoogenen Einfluss jedoch deutlich reduziert wurden.
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Nordalpen
In den Nordalpen reicht die kolline Stufe bis zu einer Meereshöhe von ca. 400 m, sie begrenzt den Fuß der Alpen im Westen und Osten recht genau. Allein in Bayern fehlt sie, da hier das Vorland selbst schon auf etwa 500-600 m Höhe liegt und daher die kolline Stufe nach Norden zurückweicht.
Typischerweise findet man hier Eichen-Hainbuchenwälder (Querco-Carpinetum, vorwiegend mit den Eichenarten Quercus robur, Quercus petraea), im Westen Kastanien-Hainbuchen- wald (Castanea-Carpinetum, im Osten hingegen Eichen-Ahornwald (Aceri-Quercetum) auf eutrophen (nährstoffreichen) Böden mit reicher Grasschicht. Der Waldmeister (Galium odo- ratum) ist eine sehr typische Pflanze, die überall in dieser Stufe in den Nordalpen vorkommt.
Südalpen
In den Südalpen steigt die kolline Stufe bis auf 800 m über NN an. Im Südwesten vermengt sich die Vegetation mit mediterranen Pflanzen, was zur Entstehung von sogenannter supra- mediterraner Vegetation führt, die beispielweise den Ölbaum (Olea europaea) oder auch den Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) einschließt. Die Steineiche (Quercus ilex) tritt ebenfalls auf, wird im Westen jedoch von der Flaumeiche (Quercus pubescens) verdrängt. Im Osten, etwa ab dem Lago Maggiore, tritt verstärkt Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) auf, teilweise auch Ahorn (Acer), was darauf zurückzuführen ist, dass die Vegetation verstärkt illyrisch be- einflusst wird. Illyrisch bedeutet in diesem Zusammenhang den Einfluss aus dem östlichen Nachbargebirge der Dinariden und der Balkanländer Kroatien und Bosnien; allgemein ist es eine Bezeichnung für den westlichen Balkanraum.
In der Strauchschicht sind Buchsbaum (Buxus), Ginster (Genista) und Lavendel (Lavandula) prägend. Als Rasengesellschaften treten vor allem Schwingel-Arten (Festuca) auf.
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Arbeit zitieren:
Benjamin Pape, 2005, Die Vegetation der Alpen, München, GRIN Verlag GmbH
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