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3.1. Das Erziehungssystem Spartas 5 3.2. Athen 7 3.3. Sophistik 9 3.4. Sokrates 11 3.5. Platon 13 3.6. Aristoteles 16
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Die Antike bezeichnet das klassische Altertum, die griechisch-römische Kulturwelt, welche seit der Renaissance als die vorbildliche Welt des Schönen, Vernünftigen u. Gesunden betrachtet wurde. „Klassisch ist zuletzt eben das, was die Griechen und Römer vorgetan haben; und wer sich auf sie bezieht, kehrt zu den Quellen zurück, aus denen wir immer wieder schöpfen“ (Prange 1987, S.21). Die Antike ist also mehr als eine Epochenbezeichnung, sie ist die kulturelle Hinterlassenschaft des Griechen- und Römertums, welche auf das politische und religiöse Denken sowie auf die Literatur und Kunst aller europäischen Völker und somit auf die gesamte moderne Welt nachhaltig eingewirkt. Im Mittelpunkt meiner Arbeit soll die klassische Zeit der Griechen, die Blütezeit (5./ 4. Jahrhundert v.u.Z.) des griechischen Erziehungs- und Bildungssystem stehen. Es ist eine Zeit, die überragende Gestalten (Sokrates, Platon, Aristoteles) hervorbringt und deren Ideen im wesentlichen diese Zeit beschreiben. Eine Zeit, in der menschliches Denken vom Mythos zum Logos fortschreitet und die Eigenständigkeit des Geistes entdeckt. Das charakteristische der damaligen Erziehung ist ihre enge Einbindung in die Politik und ihre Beschränkung auf die Klasse der Freien. Aufgrund unterschiedlicher Umstände und Gegebenheiten begegnen uns in Griechenland ganz unterschiedliche und somit auch besondere Lebensweisen. So verfolgt man in Athen andere Bräuche und Regeln als in Sparta und wieder andere Muster gelten für den jungen Makedonen und Ioner an den Küsten Kleinasiens. Besonders an den unterschiedlichen Grundformen der griechischen Polis (Stadtstaat) Athen und Sparta wird deutlich, dass jeder Ort und Lebenskreis seine eigenen Götter und Geschichten hat (vgl. Prange 1987, S.21). Mit dem Ende der Perserkriege (ca. 450 v. Chr.) erlebt Athen eine wirtschaftliche Blüte. Es kommt zur Umbildung des ehemaligen Kriegerstaates in den Kultur- und Handelsstaat. Athen wird zum kulturellen Mittelpunkt Griechenlands. Das athenische Bildungswesen ist maßgebend für die Kultur der Folgezeit geworden.
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„Die althellenische Welt (etwa um 800 v. Chr.), deren Geist wir am besten im homerischen Epos kennenlernen, hat eine höfisch-aristokratische Gesellschaftsordnung“ (Reble 1995, S. 20). Der einzelne ist noch fest in die Lebensordnung der Gemeinschaft eingefügt. Die Götter werden als Menschen im großen gesehen. Der herrschende Adel scheint eine heilige Freude am Dasein zu haben, er ist sorgenfrei und weiß sich zum Herrschen und Kriegsführen bestimmt. Durch die Pflege der Leibeserziehung und durch die Wahrung der Gottesfurcht und Sittlichkeit will der Adel sein staatliches Dasein sichern. Das Hochziel dieser Zeit ist der gottesfürchtige, heldenhafte Adelsmensch. Männliche Kraft und heldischer Geist haben sich mit höfisch-vornehmer Sitte zu verbinden (vgl. Reble 1995, S. 20). Die Areté, die Tüchtigkeit des edlen Mannes galt zu dieser Zeit als eine immer gültige Tugend, die dem Adel schon in die Wiege gelegt wurde. Der homerische Held muss tapfer und sein Körper von Wohlgestalt sein. Seine Verwirklichung strebt die Jugenderziehung (paideia) durch Übung und Ertüchtigung des Leibes an (vgl. Weimer 1992, S.10). Wettkämpfe, die man zu Ehren der Götter veranstaltet, sollen das Streben nach dem heroischen Urideal wach halten.
Eine bewusste Erziehung gibt es nur für den Adel. Sie ist Zucht des Körpers und der Seele. Das Ziel dieser Erziehung ist immer der Beste zu sein und andere zu übertreffen, um zu Ruhm und Ehre zu gelangen, damit man nach dem Tode nicht in Vergessenheit gerät. Aus dieser Bildung soll ein entschlussfroher, wagemutiger und gewandter Kämpfer erwachsen. Der heranwachsende Adel erhält Unterricht im Waffenhandwerk sowie im Tanz und Spiel. Neben der gymnastischen Bildung erhält der ritterliche Knabe noch eine musische Ausbildung. Sie umfasst die Musik (Gesang, Leierspiel) und die Volkspoesie. Der Frau kommt die Gestalt der Hüterin aller edlen Sitten zu. Ihre Erziehung soll zu haushälterischer Klugheit und häuslicher Gebundenheit führen. Als ein Leitbild wird der „Kalokagathos“, der schöne und gute Mensch, angesehen. Als Ausdruck inneren Maßes und Selbstbeherrschung werden Ebenmaß und Durchbildung der körperlichen Gestalt verstanden. Das homerische Lebens- und Bildungsideal zeigt noch wesentliche Züge im späteren Hellas. Kein Epos war so menschenprägend wie das homerische. „Es ist die ganze Antike hindurch als das große Lebens- und Lehrbuch für jung und alt gebraucht worden und hat die Menschen auch dann noch mitgeformt, als die Zeit sich längst gewandelt hatte“ (Reble 1995, S.21).
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Spartas Erziehung ist von ausgeprägter Eigenart, das ganze öffentliche und private Leben wird dem Staat rücksichtslos untergeordnet und ist auf ihn auszurichten. Der Staat ist zugleich größte Erziehungsmacht. Reble bezeichnet seine Herrschaftsform als Konservierung eines alten Kampfzustandes aus der Zeit der dorischen Wanderung, in der eine dünne Herrenschicht ihren Willen der Urbevölkerung, durch Ausrichtung des ganzen Lebens auf Kampf und Durchsetzung, aufzwingt (vgl. Reble 1995, 22). In Sparta unterscheidet man drei soziale Klassen: Die Spartiaten (Vollbürger; Angehörige der streng abgegrenzten, kriegerischen Grundherrenklasse), die Periöken (unterworfene, aber freie Bevölkerungsschicht ohne politische Rechte) und die Heloten (Staatssklaven). Die spartanische Erziehung ist eine reine Staats- und Kriegserziehung, die nur für die Spartiaten bestimmt ist. „ Höchstes Leitziel war auch hier die >>Aretè<<, interpretiert als kämpferische Härte gepaart mit kultisch-musischer Bildung; doch dies war so verengt, daß allein das heldische Moment darin dominierte“ (Scheuerl 1985, S. 23). Der Inhalt der spartanischen Erziehung ist harte Zucht für Körper und Seele, die Erziehung des Jungen zum Krieger. Durch rituelle Geißelungen soll das Ertragen von Schmerzen geübt werden. Für den Vollbürger sind nur Staatsgeschäfte, Kriegsdienste und Jagd angemessen, andere Arbeit sind für die Periöken und die Heloten bestimmt. Das Kriegführen ist für die dünne Erobererschicht zum Sinn des Lebens und des Staates geworden. Die höchsten Tugenden für den spartanischen Mann sind kriegerische Tüchtigkeit, Waffenehre, körperliche Leistungsfähigkeit sowie blinder Gehorsam (vgl. Reble 1995, S.22). Das tägliche Leben zeichnet sich durch militärische Schlichtheit und Härte aus. Für das Lesen und Schreiben sowie für die Dichtung und Philosophie tut das ungeistige Sparta nichts (vgl. Reble 1995, S.23).
Der Erziehungsweg zum vollgültigen Bürger ist klar geregelt: Schon nach der Geburt eines Kindes bestimmen die Geronten (Ältesten), ob es zur Aufzucht erwählt oder ausgesetzt wird. Mit dem 7. Lebensjahr des Kindes übernimmt der Staat die Erziehung, welche bis dahin die Mutter übernahm. Die Knaben kommen in gemeinsame Erziehungshäuser, wo sie unter Führung Halbwüchsiger und unter Oberaufsicht eines Pädonomen durch harte Zucht und tägliche Leibesübungen wehrfähig gemacht werden (vgl. Scheuerl 1985, S. 23).
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Yvonne Schuhmnann, 1999, Das Bildungskonzept der griechischen Antike, München, GRIN Verlag GmbH
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