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Das Sounddesign von Ridley Scotts "Blade Runner"

Eine Analyse

Titel: Das Sounddesign von Ridley Scotts "Blade Runner"

Hausarbeit , 2006 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Jeremy Iskandar (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Sounddesign von Ridley Scotts 1982 veröffentlichten Science-Fiction-Klassiker Blade Runner.
Einzelne markante Szenen aus der Director’s Cut-Version des Films1 werden bezüglich ihres Sounddesigns analysiert. Zentrale Fragestellungen sind hierbei Richtlinien wie: „Welche Funktion hat der „Sound“ in der entsprechenden Szene?“, „Was klingt und wie kann es zugeordnet werden?“, „Wie ist das Sounddesign einer entsprechenden Szene im Ganzen angelegt (Einsatz von Onscreen/Offscreen-Klängen)?“, „Welche Korrelation gehen Bild und Ton mit einander ein, und welche Wirkung wird dadurch erzielt?“.
Bevor ich mich nun aber der Analyse der ausgewählten Filmszenen widme, möchte ich noch eine kurze Einführung zum Film selbst bieten und auch auf seine prägende Rolle als stilistisches Meisterwerk innerhalb und auch außerhalb des Science-Fiction-Films hinweisen.
Das der Film einmal einen derartigen Kultstatur innehaben würde, wie er ihn heute zweifelsohne genießt, war bei seiner Erstaufführung am 25.06.1982 noch nicht ab zu sehen. Vielmehr waren dem Film bei seinem Erscheinen fast nur negative Kritiken beschienen.
Der prominente Filmkritiker Roger Ebert2 äußerte über den Film beispielsweise: „the movie’s weakness [...] is that allows the special-effects technology to overwhelm the story“
(Sievert, 2000, S. 1).3 Auch an den Kinokassen blieb der Erfolg aus, gestaltete sich der kommerzielle Erfolg viel mehr eher zum Desaster. So spielte der Film entgegen seiner Produktionskosten von 28 Millionen Dollar, nur 14 Millionen Dollar wieder ein (vgl. Sievert, 2000, S. 1). Dies lag unter anderem daran, dass der damals veröffentlichte Film nicht der war, den Regisseur Ridley Scott eigentlich geplant hatte. Wegen Bedenken von Seiten der Filmgesellschaft Warner Brothers entschloss man sich nämlich dazu, das Verständnis des Filmes durch Offscreen-Kommentare von Hauptdarsteller Harrison Ford zu verbessern, und auch das offene Ende des Films in ein Happyend zu verwandeln. Motivation war hierbei das negative Ergebnis vorausgegangener Probevorführungen (vgl. Sievert, 2000, S. 108).
(1) Erstaufführung am 11.09.1992
(2) Roger Ebert (geb. 18.06.1942) ist einer der prominentesten Filmkritiker der USA und der erste Pulitzer-Preis-Gewinner für eine Filmkritik. Er schreibt für die Chicago-Sun Times.
(3) Zitiert nach Sammon, Future Noir. The Making of Blade Runner, New York 1996,
S. 314.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Inhalt von Ridley Scotts Blade Runner

III. Sounddesign-Analyse von Blade Runner

1) Szene I: Verfolgungsjagd (Timecode: 0:53:00-0:57:00)

1.1) Szenenbeschreibung (Handlung):

1.2) Analyse des Sounddesigns:

2) Szene II: Deckards Einführungsszene / Flug zu Bryant (Timecode: 0:07:20-0:11:15)

2.1) Szenenbeschreibung (Handlung):

2.2) Analyse des Sounddesigns:

3) Szene III: Finale (Timecode: 1:30:00-1:43:00)

3.1) Szenenbeschreibung (Handlung):

3.2) Analyse des Sounddesigns:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkung des Sounddesigns im Science-Fiction-Klassiker Blade Runner (Director’s Cut). Dabei wird analysiert, wie auditive Gestaltungsmittel in markanten Filmszenen eingesetzt werden, um die Atmosphäre, die Perspektive der Protagonisten und zentrale Themen wie Desorientierung und existenzielle Bedrohung filmisch umzusetzen.

  • Analyse des Sounddesigns in ausgewählten Schlüsselszenen
  • Untersuchung der Korrelation zwischen Bild und Ton
  • Einsatz von Onscreen- und Offscreen-Klängen zur Raumwahrnehmung
  • Funktion der Filmmusik als Mittel zur Subjektivierung
  • Die Rolle auditiver Elemente bei der Charakterisierung der Zukunftsstadt

Auszug aus dem Buch

1.2) Analyse des Sounddesigns:

Im ersten Teil dieser Szene (Timecode: 0:53:00–0:55:20) folgt Deckard der ins Straßengetümmel abgetauchten Zhora, und versucht diese ausfindig zu machen.

Die räumliche Wahrnehmung des Zuschauers ist hierbei deckungsgleich mit der subjektiven Wahrnehmung des Protagonisten, in diesem Falle also der von Deckard. Hierbei unterstützt das in der Tonspur angewandte Prinzip der Desorientierung, genau jene filmisch-inhaltliche Desorientierung, welcher auch Deckard erlegen ist und die gleichzeitig von der Kameraführung verbildlicht wird (ausschließlich Nahaufnahmen; wackelnde Kameraführung; teilweise verdecken für kurze Zeit Fahrzeuge oder Objekte das gesamte Bild). Auf klanglicher Ebene wird Desorientierung hier durch den Einsatz einer großen Zahl an Offscreen-Tönen umgesetzt, die jedoch nur schwer als aktive oder passive einzuordnen sind und damit den Effekt der Desorientierung (beim Zuschauer) noch verstärken (vgl. Flückiger, 2000, S. 302ff.).

Dies liegt vor allem daran, dass zum Gestaltungsprinzip der Desorientierung auch jenes der Verfremdung tritt (vgl. Flückiger, 2000, S. 287f.). Verfremdung wird hier durch nicht zuzuordnende, passive Offscreen-Töne erzeugt, die die klanglichen Erwartungen des Zuschauers, beim Sehen einer bekannten, wenn auch futuristischen Großstadtszene, nicht erfüllen, und somit befremdlich wirken. Eben jene Fremdartigkeit ist es auch, welche die genaue Einordnung der Klangobjekte in aktive oder passive Offscreen-Töne erschwert, da Deckard sicherlich auf einige von ihnen zu reagieren scheint, eine explizite Zuordnung zu den entsprechenden Klangquellen jedoch nicht stattfinden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Hausarbeit ein, erläutert die Relevanz von Blade Runner als Science-Fiction-Klassiker und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Sounddesign-Analyse vor.

II. Inhalt von Ridley Scotts Blade Runner: Hier wird ein Überblick über die Handlung der Director’s Cut-Version gegeben, wobei die Ausgangslage von Rick Deckard und die Welt des Los Angeles im Jahr 2019 skizziert werden.

III. Sounddesign-Analyse von Blade Runner: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem drei ausgewählte Schlüsselszenen hinsichtlich ihrer auditiven Gestaltung, der Filmmusik und der Wirkung auf die Zuschauerperspektive detailliert analysiert werden.

Schlüsselwörter

Blade Runner, Ridley Scott, Sounddesign, Filmanalyse, Filmmusik, Desorientierung, Subjektivierung, Science-Fiction, Offscreen-Klang, Replikanten, Rick Deckard, Atmosphäre, auditives Gestaltungsmittel, Zukunftsstadt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Sounddesigns in Ridley Scotts Film Blade Runner (Director’s Cut).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die auditive Gestaltung des filmischen Raums, die Verwendung von Filmmusik als erzählerisches Mittel sowie die Wirkung von Klängen auf die Zuschauerwahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll aufgezeigt werden, welche Funktionen das Sounddesign in ausgewählten Szenen erfüllt und welche Intentionen und Wirkungen damit in Bezug auf den Handlungsverlauf und die Charakterisierung der Figuren erzielt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die filmanalytische Methode, wobei die ausgewählten Szenen hinsichtlich Bild-Ton-Korrelationen, des Einsatzes von Onscreen- und Offscreen-Klängen sowie filmtheoretischer Konzepte wie der Subjektivierung untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei spezifische Szenen: die Verfolgungsjagd nach Zhora, die Einführungsszene von Deckard inklusive des Fluges zu Bryant sowie das Finale zwischen Deckard und Roy Batty.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sounddesign, Desorientierung, Subjektivierung, Offscreen-Klang und Blade Runner.

Wie trägt der Donner als Gestaltungsmittel zur Erzählung bei?

Der Donner fungiert als wiederkehrendes Klangobjekt, das je nach Kontext Bedrohlichkeit vermittelt oder innere Gefühlszustände der Protagonisten markiert.

Warum wird Batty in der Finalszene als Acousmêtre bezeichnet?

Da Batty aus dem Blickfeld von Deckard verschwindet, aber weiterhin seine Stimme durch das Gebäude hallt, gewinnt er die Funktion eines allgegenwärtigen, übermächtigen Gegenspielers, was Deckards Desorientierung verstärkt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Sounddesign von Ridley Scotts "Blade Runner"
Untertitel
Eine Analyse
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Imaginierte Klänge - Der Soundtrack von Science Fiction-Filmen
Note
2,3
Autor
Jeremy Iskandar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V77062
ISBN (eBook)
9783638804271
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sounddesign Imaginierte Klänge Soundtrack Science-Fiction Blade Runner Ridley Scott
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jeremy Iskandar (Autor:in), 2006, Das Sounddesign von Ridley Scotts "Blade Runner", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77062
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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