Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
I. Vorwort 3
II. Inhalt von Ridley Scotts Blade Runner 4
III. Sounddesign-Analyse von Blade Runner. 5
1) Szene I: Verfolgungsjagd (Timecode: 0:53:00-0:57:00) 5
1.1) Szenenbeschreibung (Handlung): 5
1.2) Analyse des Sounddesigns: 5
2) Szene II: Deckards Einführungsszene / Flug zu Bryant (Timecode: 0:07:20-0:11:15) 7
2.1) Szenenbeschreibung (Handlung): 7
2.2) Analyse des Sounddesigns: 7
3) Szene III: Finale (Timecode: 1:30:00-1:43:00) 10
3.1) Szenenbeschreibung (Handlung): 10
3.2) Analyse des Sounddesigns: 10
IV. Literatur- und Quellenverzeichnis 13
Literatur : 13
Internetquellen:..................................................................................................................... 13
Filmmaterial : 13
I. Vorwort
Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Sounddesign von Ridley Scotts 1982 veröffentlichten Science-Fiction-Klassiker Blade Runner.
Einzelne markante Szenen aus der Director’s Cut-Version des Films 1 werden bezüglich ihres Sounddesigns analysiert. Zentrale Fragestellungen sind hierbei Richtlinien wie: „Welche Funktion hat der „Sound“ in der entsprechenden Szene?“, „Was klingt und wie kann es zugeordnet werden?“, „Wie ist das Sounddesign einer entsprechenden Szene im Ganzen angelegt (Einsatz von Onscreen/Offscreen-Klängen)?“, „Welche Korrelation gehen Bild und Ton mit einander ein, und welche Wirkung wird dadurch erzielt?“. Bevor ich mich nun aber der Analyse der ausgewählten Filmszenen widme, möchte ich noch eine kurze Einführung zum Film selbst bieten und auch auf seine prägende Rolle als stilistisches Meisterwerk innerhalb und auch außerhalb des Science-Fiction-Films hinweisen. Das der Film einmal einen derartigen Kultstatur innehaben würde, wie er ihn heute zweifelsohne genießt, war bei seiner Erstaufführung am 25.06.1982 noch nicht ab zu sehen. Vielmehr waren dem Film bei seinem Erscheinen fast nur negative Kritiken beschienen. Der prominente Filmkritiker Roger Ebert 2 äußerte über den Film beispielsweise: „the movie’s weakness [...] is that allows the special-effects technology to overwhelm the story“ (Sievert, 2000, S. 1). 3 Auch an den Kinokassen blieb der Erfolg aus, gestaltete sich der kommerzielle Erfolg viel mehr eher zum Desaster. So spielte der Film entgegen seiner Produktionskosten von 28 Millionen Dollar, nur 14 Millionen Dollar wieder ein (vgl. Sievert, 2000, S. 1). Dies lag unter anderem daran, dass der damals veröffentlichte Film nicht der war, den Regisseur Ridley Scott eigentlich geplant hatte. Wegen Bedenken von Seiten der Filmgesellschaft Warner Brothers entschloss man sich nämlich dazu, das Verständnis des Filmes durch Offscreen-Kommentare von Hauptdarsteller Harrison Ford zu verbessern, und auch das offene Ende des Films in ein Happyend zu verwandeln. Motivation war hierbei das negative Ergebnis vorausgegangener Probevorführungen (vgl. Sievert, 2000, S. 108).
Erst die 1993 erschienene Director’s Cut-Version des Filmes zeigt diesen in seiner ursprünglich gedachten Form, ohne Kommentar und mit dem ungewissen, offenen Schluss, den Regisseur Ridley Scott eigentlich im Sinn gehabt hatte. Inspiriert wurde der Film durch den „metaphysischen“ Roman von Philip K. Dick 4 „Do Androids dream of electric sheep?“ 5 und gesellt sich somit in die Riege zahlreicher Science-Fiction-Filme, deren Thematiken den Werken Dicks entliehen wurden.
Blade Runner ist jedoch mehr als „nur“ die Adaption eines literarischen Klassikers. Er ist ein filmisches Gesamtkunstwerk, das durch seine atemberaubende Visualisierung, die für die spätere Filmgeschichte prägende stilistische Bedeutung, seine düstere, einmalige Atmosphäre und einer mehrschichtigen philosophischen Thematik besticht und sich somit einen Platz unter den Meilensteinen des Sciencefiction-Films gesichert hat. Laut einer 2004 vorgenommenen Abstimmung durch den Guardian 6 , waren sich 60 führende Wissenschaftler darüber einig, dass Ridley Scotts Blade Runner, der beste Science-Fiction-Film sei, der je gemacht worden wäre (www.netzeitung.de). 7
II. Inhalt von Ridley Scotts Blade Runner
Folgender Text soll einen kurzen inhaltlichen Überblick über den Film geben, so wie er in der 1993 erschienenen Director’s Cut-Version vorliegt.
Die Handlung des Films ist in der nahen Zukunft, im Los Angeles des Jahres 2019, angesiedelt. Die Stadt wird als düster und futuristisch dargestellt, überfüllt mit einer Masse an Menschen, elektronischen Werbetafeln und umher fliegenden Fahrzeugen. Die Architektur ist gewaltig und monumental. In dieser düsteren Stadt, in der es kaum natürliches Licht zu geben scheint, wird der Ex-Blade Runner 8 Rick Deckard, gespielt von Harrison Ford, von Polizei-Chef Bryant dazu beauftragt, sechs entflohene Replikanten 9 zu finden und zu töten. Die Replikanten sind von „normalen“ Menschen nur schwer zu unterscheiden und so testet Deckard die sogenannte Voight-Kampff-Maschine, mit der es möglich sein soll die Replikanten zu entlarven, an einer Angestellten (Namens Rachel) der Tyrel-Corporation 10 und findet heraus, dass auch sie eine Replikantin ist. Im weiteren Verlauf des Films entwickelt sich zwischen Deckard und Rachel eine Liebesbeziehung, während es Deckard gelingt nacheinander alle gesuchten Replikanten aus dem Weg zu räumen. Das Finale des Films bietet sich schließlich im Kampf Deckards mit dem letzten noch lebenden Replikanten Roy Batty an, der gleichzeitig auch deren Anführer ist. Hier wird Deckard vom Jäger zum Gejagten und überlebt letztendlich nur, weil Roy Batty es selbst so will. Obwohl es Deckard letztendlich gelungen ist seinen Job zu erfüllen, bleibt das Ende des Films offen. Es wird nicht gezeigt, was mit Deckard und Rachel geschieht, nach dem sich beide dazu entschlossen haben gemeinsam zu fliehen.
Inhaltliche Elemente in der Director’s Cut-Version des Films implizieren zudem, dass Deckard selbst ein Replikant ist, worauf zumindest eine Schlüsselszene 11 in dem Film hinweist.
III. Sounddesign-Analyse von Blade Runner
Der folgende Teil meiner Hausarbeit soll sich der Sounddesign-Analyse einzelner, von mir ausgesuchter, Szenen widmen und aufzeigen wie der „Sound“ in den jeweiligen Szenen verwendet wurde und mit welcher Intension und Wirkung dies geschehen ist. Alle Szenen sind dem Director’s Cut des Films entnommen.
1) Szene I: Verfolgungsjagd (Timecode: 0:53:00-0:57:00)
1.1) Szenenbeschreibung (Handlung):
In dieser Szene verfolgt Deckard den ersten von ihm aufgespürten Replikanten, eine Schlangentänzerin Namens Zhora. Nachdem Zhora die Garderobe fluchtartig verlassen hat, tauchen sowohl sie, als auch Deckard in das chaotische Treiben der Großstadtstraßen hinein. Durch das Chaos an Menschen und Fahrzeugen wird es Deckard erschwert sein Ziel ausfindig zu machen. Am Ende der Szene wird er dennoch fündig und es gelingt ihm, die Replikantin nieder zu schießen, und damit das erste Ergebnis seiner Nachforschungen ab zu liefern.
1.2) Analyse des Sounddesigns:
Im ersten Teil dieser Szene (Timecode: 0:53:00-0:55:20) folgt Deckard der ins Straßengetümmel abgetauchten Zhora, und versucht diese ausfindig zu machen. Die räumliche Wahrnehmung des Zuschauers ist hierbei deckungsgleich mit der subjektiven Wahrnehmung des Protagonisten, in diesem Falle also der von Deckard. 12 Hierbei unterstützt das in der Tonspur angewandte Prinzip der Desorientierung, genau jene filmisch-inhaltliche Desorientierung, welcher auch Deckard erlegen ist und die gleichzeitig von der Kameraführung verbildlicht wird (ausschließlich Nahaufnahmen; wackelnde Kameraführung; teilweise verdecken für kurze Zeit Fahrzeuge oder Objekte das gesamte Bild). Auf klanglicher Ebene wird Desorientierung hier durch den Einsatz einer großen Zahl an Offscreen-Tönen umgesetzt, die jedoch nur schwer als aktive oder passive einzuordnen sind und damit den Effekt der Desorientierung (beim Zuschauer) noch verstärken (vgl. Flückiger, 2000, S. 302ff.).
Dies liegt vor allem daran, dass zum Gestaltungsprinzip der Desorientierung auch jenes der Verfremdung tritt (vgl. Flückiger, 2000, S. 287f.).
Verfremdung wird hier durch nicht zuzuordnende, passive Offscreen-Töne erzeugt, die die klanglichen Erwartungen des Zuschauers, beim Sehen einer bekannten, wenn auch
Arbeit zitieren:
Jeremy Iskandar, 2006, Das Sounddesign von Ridley Scotts "Blade Runner", München, GRIN Verlag GmbH
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