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Messung von Antisemitismus

Titel: Messung von Antisemitismus

Praktikumsbericht / -arbeit , 2006 , 45 Seiten

Autor:in: Jakob Lorenc (Autor:in)

Psychologie - Religionspsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Abhandlung soll eine Übersicht zu dem Phänomen Antisemitismus, seiner Messung und möglicherweise damit in Verbindung stehender psychologischer Variabeln darstellen. Es wird eine umfassende Literaturübersicht und eine teils detailliertere Beschreibung von (v.a. psychologischen) Konzepten, Theorien und Studien in folgender Struktur präsentiert:

1. Abschnitt: Bedingungen von Antisemitismus
2. Abschnitt: Antisemitismus und Israelkritik
3. Abschnitt: Konservatismus
4. Abschnitt: Konservatismus und Ambiguitäts(in)toleranz
5. Abschnitt: Antisemitismus und Nationalismus/Patriotismus

Weiterhin wird im Anhang ein Itempool zur Verfügung gestellt, der die in den jeweiligen Studien verwendeten Items dokumentiert.

Sämtliche aufgeführte Tabellen und Itemzusammenstellungen sind den im Text erläuterten Quellen entnommen und nicht eigener Verdienst des Autors, der diese im Rahmen seiner Literaturrecherche lediglich zusammengetragen und in vorliegender Form strukturiert hat, um dem Leser die Vielseitigkeit und Komplexität des Phänomens Antisemitismus und den Schwierigkeiten seiner Messung näher zu bringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.0. Bedingungen von Antisemitismus

2.0. Antisemitismus und Israelkritik

3.0. Konservatismus

4.0. Konservatismus und Ambiguitäts(in)toleranz

5.0. Antisemitismus und Nationalismus/Patriotismus

6.0. Studentische Anmerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den Stand der empirischen Antisemitismusforschung. Das Hauptziel besteht darin, theoretische Konzepte und Methoden zur Erfassung antisemitischer Einstellungen zu beleuchten, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen Antisemitismus und anderen gesellschaftlich-politischen Variablen liegt.

  • Bedingungsfaktoren für die Entstehung von Antisemitismus
  • Die Beziehung zwischen Israelkritik und Antisemitismus
  • Einfluss von Konservatismus und politischer Orientierung
  • Ambiguitätstoleranz als Persönlichkeitskonstrukt in diesem Kontext
  • Nationalismus und Patriotismus als Einflussfaktoren auf Vorurteile

Auszug aus dem Buch

1.0. Bedingungen von Antisemitismus

Ein großer Teil der empirischen Antisemitismusforschung beschäftigt sich mit der Frage nach den Eigenschaften der Menschen, die Vorurteile gegenüber Juden haben. Hierbei haben sich v.a. drei Arten von Variablen als relevant herausgestellt:

1. Religiöse Variablen (vgl. Glock and Stark, 1966; Selznick and Steinberg, 1969; Kersten, 1970; Stark et al., 1971; Roof, 1974; Hoge and Carroll, 1975; MacGréil, 1977/1980; Martire and Clark, 1982; Silbermann, 1982; Weil, 1990; Bergmann and Erb, 1991; Brym and Lenton, 1991);

2. Sozialpsychologische Variablen (vgl. Adorno et al., 1950; Selznick and Steinberg, 1969; Lutterman and Middleton, 1970; Middleton, 1973; Roof, 1974; Hoge and Carroll, 1975);

3. Sozial-Strukturelle Variablen (vgl. Selznick and Steinberg, 1969; Middleton, 1973; Roof, 1974; Hoge and Carroll, 1975; MacGréil, 1977/1980; Panahi, 1980; Martire and Clark, 1982; Silbermann, 1982; Weil, 1985; 1990; Bergmann and Erb, 1991; Brym and Lenton, 1991).

Einige Autoren (z.B. Glock und Stark, 1966) unterscheiden zwischen religiösen Vorurteilen (z.B. Juden als verantwortlich für die Hinrichtung Jesu) und säkularen Vorurteilen (z.B. Juden als geldorientiert, raffgierig oder unmoralisch) gegenüber Juden, andere Autoren tun dies nicht (z.B. Adorno et al., 1950).

Zusammenfassung der Kapitel

1.0. Bedingungen von Antisemitismus: Dieses Kapitel identifiziert drei zentrale Variablenkategorien – religiöse, sozialpsychologische und sozial-strukturelle –, die in der Forschung mit der Entstehung antisemitischer Vorurteile in Verbindung gebracht werden.

2.0. Antisemitismus und Israelkritik: Hier wird untersucht, ob und inwiefern moderne Israelkritik als Ventil für antisemitische Einstellungen fungiert, wobei empirische Studien eine Korrelation zwischen extremer Israelkritik und antisemitischen Ansichten nahelegen.

3.0. Konservatismus: Dieser Abschnitt analysiert den Zusammenhang zwischen politischem Konservatismus und psychologischen Konstrukten wie Autoritarismus sowie dem Bedürfnis nach Struktur und Veränderungsresistenz.

4.0. Konservatismus und Ambiguitäts(in)toleranz: Es wird die Frage diskutiert, wie die Fähigkeit, mit mehrdeutigen Reizen umzugehen, mit konservativen Einstellungen verknüpft ist und welche theoretischen Modelle diesen Zusammenhang erklären.

5.0. Antisemitismus und Nationalismus/Patriotismus: Das Kapitel differenziert zwischen Nationalismus, der oft mit Vorurteilen korreliert, und Patriotismus, der eher mit einer kritischen Distanz zum eigenen Land und einer höheren Toleranz gegenüber Minderheiten einhergeht.

6.0. Studentische Anmerkungen: Der Verfasser reflektiert kritisch über den Forschungsstand und schlägt vor, Antisemitismus zukünftig stärker als kontextspezifisches Phänomen zu untersuchen.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Vorurteilsforschung, Israelkritik, Autoritarismus, Konservatismus, Ambiguitätstoleranz, Nationalismus, Patriotismus, Sozialpsychologie, Religion, Holocaust, Einstellungen, Fremdenfeindlichkeit, Stereotype, empirische Forschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Literatursichtung zum aktuellen Stand der empirischen Antisemitismusforschung und der damit verbundenen theoretischen Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Bedingungsfaktoren von Antisemitismus, die Rolle der Israelkritik, den Einfluss von Konservatismus und Autoritarismus sowie die Bedeutung von nationaler Identität für Vorurteilsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die verschiedenen Einflussparameter und theoretischen Konzepte aufzuzeigen, die zur Erklärung antisemitischer Einstellungen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Literatursichtung und die Analyse empirischer Studien sowie psychologischer Konstrukte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fachkapitel, die den Zusammenhang von Antisemitismus mit Religion, politischer Ausrichtung (Konservatismus), Israelkritik und nationaler Identität detailliert untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Antisemitismus, Autoritarismus, Israelkritik, Konservatismus, Nationalismus und Ambiguitätstoleranz.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen religiösem und säkularem Antisemitismus?

Sie erweist sich als sinnvoll, da sich zeigt, dass diese beiden Arten oft unterschiedlichen Logiken folgen – etwa bei der Korrelation mit der Häufigkeit von Kirchenbesuchen.

Welche Bedeutung haben die studentischen Anmerkungen?

Sie dienen der kritischen Reflexion des Forschungsstands und regen an, Antisemitismus verstärkt als kontextabhängiges Phänomen (anhand von Situationsvariablen) zu erforschen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Messung von Antisemitismus
Hochschule
Universität Konstanz
Autor
Jakob Lorenc (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
45
Katalognummer
V77830
ISBN (eBook)
9783638830249
ISBN (Buch)
9783638831925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Messung Antisemitismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jakob Lorenc (Autor:in), 2006, Messung von Antisemitismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77830
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Leseprobe aus  45  Seiten
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