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Rechtsradikale und rechtspopulistische Parteien in Westeuropa

NPD und DVU in der Bundesrepublik Deutschland

Title: Rechtsradikale und rechtspopulistische Parteien in Westeuropa

Seminar Paper , 1995 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Streim (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Spätestens mit den Wahlerfolgen der „Republikaner“ (REP) ab 1989 sind die beiden Parteien NPD und DVU aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit ein Stück weit verschwunden. Das mag auf den ersten Blick durchaus gerechtfertigt sein, jedoch sollte die Bedeutung dieser Parteien nicht unterschätzt werden, will man auch eine historische Einordnung der rechten Parteien in der Bundesrepublik Deutschland erreichen. Die Wahlerfolge der rechten Parteien kommen nicht von selbst, sondern „sie basieren auf Traditionen, Erfahrungen und Lernprozessen des rechten Lagers in vier Jahrzehnten.“ Die NPD, als älteste noch existierende rechte Partei, kann als Bindeglied zwischen den rechten Nachkriegsparteien und den neueren rechten Parteien, wie z.B. den REP gesehen werden. So wie die NPD aus dem Verbot der SRP gelernt hat, so dürften die REP aus den Erfolgen und Niederlagen der NPD ihre Schlüsse gezogen haben. Eine Betrachtung der DVU ergibt sich in diesem Zusammenhang fast zwangsläufig, da sie seit ihrer Entstehung (spätestens als Partei) trotz aller Widersprüche eng mit der NPD verknüpft war.

Diese Arbeit will vor allem folgende Fragen beantworten:

Handelt es sich bei NPD und DVU um „rechtsextreme“, „rechtsradikale“ oder „rechtspopulistische“ Parteien?

Wie sind ihre zukünftigen Chancen in der Parteienlandschaft zu bewerten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 HISTORISCHER ÜBERBLICK

2.1 Die Vorgängerparteien nach 1945

2.2 Die Gründung der NPD

2.3 Die Gründung der DVU

2.4 Das Wahlbündnis zwischen NPD und DVU

2.5 Zusammenfassung und Ausblick

3 ORGANISATIONSSTRUKTUR

3.1 NPD

3.2 DVU

4 PROGRAMMATIK UND IDEOLOGIE

4.1 Allgemeines

4.2 NPD

4.3 DVU

5 WAHLERFOLGE UND WÄHLERSTRUKTUR

6 FAZIT

7 ANHANG

7.1 Wahlergebnisse der NPD und DVU

7.2 Abkürzungsverzeichnis

7.3 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die NPD und die DVU als zwei zentrale Akteure am rechten Rand der politischen Landschaft der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, diese Parteien ideologisch und organisatorisch einzuordnen, ihre historischen Entwicklungslinien nachzuvollziehen und ihre Wählerstrukturen sowie Zukunftsperspektiven kritisch zu bewerten.

  • Historische Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland seit 1945
  • Organisatorische Strukturen und innerparteiliche Demokratiedefizite
  • Programmatische Aussagen und ideologische Schnittmengen
  • Wähler- und Anhängeranalyse unter Berücksichtigung von Protestpotenzialen
  • Zukunftschancen der Parteien im Parteiengefüge

Auszug aus dem Buch

3.1 NPD

Die NPD war von Beginn an eine zentralistisch ausgerichtete Kaderpartei. Trotz ihres Anspruchs, eine Sammlungsbewegung zu sein, fehlte ihr eine innerparteiliche demokratische Organisation. Ganz im Gegenteil wurde die Partei fast ausschließlich von den Führungskadern, erst um Thielen, später um von Thadden, gelenkt. Das einzelne Mitglied stand „gerade dieser Partei ohne jede Möglichkeit der Einflußnahme und Richtungsbestimmung gegenüber.“ Welche geringe Rolle die innerparteiliche Willensbildung spielte, macht eine Äußerung des damaligen Vorsitzenden von Thadden deutlich, der sagte, die einzelnen Bezirke hätten „zu wählen, was die Partei ihnen zu wählen aufgibt.“ Nach außen war die Partei jedoch bemüht, sich demokratisch zu geben und auf dem Papier, z.B. in der Satzung, den Anforderungen der Rechtsprechung zu genügen. In dieser Hinsicht hatte die NPD aus dem Verbot der SRP gelernt und bekannte sich überdeutlich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Innerhalb der Partei war die zentrale Führung unübersehbar. Die Mitglieder und Abgeordneten wurden von der Parteiführung mit vorgefertigten Musterreden ausgestattet, von denen sie nicht abweichen durften, und in einer „Zitatenkartei“ waren die vorgegebenen Antworten auf mögliche Fragen von Kritikern oder Journalisten vermerkt. In der Öffentlichkeit sprechen durften nur besonders geschulte NPD-Mitglieder, die über einen sogenannten „Rednerausweis“ verfügten. Dazu vermerkte ein Rundbrief des Parteivorstandes (PV): „Bestimmte Vorkommnisse geben Veranlassung, alle Redner-Ausweise zu überprüfen. Auf Anweisung des Präsidiums dürfen im Bundestagswahlkampf 1969 nur solche Redner sprechen, deren Rednerausweis vom PV mit einem Vermerk versehen wurde.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung des Forschungsgegenstandes und der Fragestellungen hinsichtlich der Einordnung von NPD und DVU sowie ihrer zukünftigen Chancen.

2 HISTORISCHER ÜBERBLICK: Nachzeichnung der Entwicklung rechter Parteien seit 1945, der Gründung von NPD und DVU sowie ihrer wechselhaften Bündnisgeschichte.

3 ORGANISATIONSSTRUKTUR: Analyse der internen Machtstrukturen, die durch Zentralismus und fehlende innerparteiliche Demokratie bei beiden Parteien geprägt sind.

4 PROGRAMMATIK UND IDEOLOGIE: Untersuchung der ideologischen Inhalte, die durch Nationalismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus gekennzeichnet sind, sowie der Rolle der Parteiprogramme.

5 WAHLERFOLGE UND WÄHLERSTRUKTUR: Bewertung der Wahlergebnisse und Analyse der Wählerschaft, insbesondere unter dem Aspekt des Protestwähler-Phänomens.

6 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Einschätzung der Zukunftsaussichten für beide Parteien.

7 ANHANG: Dokumentation der Wahlergebnisse, Abkürzungen und des Literaturverzeichnisses.

Schlüsselwörter

NPD, DVU, Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Parteienlandschaft, Parteiprogramm, Organisationsstruktur, Wahlbündnis, Protestwähler, NS-Ideologie, Geschichtsrevisionismus, Bundesrepublik Deutschland, Gerhard Frey, Adolf von Thadden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtsextremen Parteien NPD und DVU in der Bundesrepublik Deutschland, ihre Geschichte, ihre Struktur und ihre ideologische Ausrichtung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die historische Genese der Parteien, ihre organisatorische Führung, ihr Parteiprogramm, die Wahlergebnisse sowie soziologische Aspekte der Wählerschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit prüft, ob die NPD und die DVU als rechtsextreme, rechtsradikale oder rechtspopulistische Parteien einzustufen sind und bewertet deren zukünftige Chancen im politischen System.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Parteigeschichte, Organisationsstruktur und Programmatik basierend auf politikwissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, die Darstellung der zentralistischen Organisationsstrukturen sowie eine kritische Untersuchung der ideologischen Inhalte beider Parteien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind NPD, DVU, Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Organisationsstruktur, Parteiprogramm und Wählerstruktur.

Wie unterschied sich die NPD in ihrer Organisation von einer demokratischen Partei?

Die NPD agierte als zentralistische Kaderpartei, in der die Basis kaum Mitsprachemöglichkeiten hatte und die Führung mittels „Zitatenkarteien“ und „Rednerausweisen“ die Kommunikation streng kontrollierte.

Welche Rolle spielte Dr. Gerhard Frey bei der DVU?

Dr. Gerhard Frey war die dominierende Figur der DVU; er fungierte als Vorsitzender, Medienunternehmer und Finanzier der Partei, was sie in dieser Form von ihm abhängig machte.

Warum wird das Parteiprogramm der DVU im Text als Werbeflugblatt bezeichnet?

Der Autor argumentiert so, weil die DVU keine systematische ideologische Arbeit leistete und das „Programm“ primär dazu diente, neue Mitglieder zu werben und Abonnements für die parteinahen Zeitungen zu verkaufen.

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Details

Title
Rechtsradikale und rechtspopulistische Parteien in Westeuropa
Subtitle
NPD und DVU in der Bundesrepublik Deutschland
College
University of Trier  (Fachbereich Politikwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Andreas Streim (Author)
Publication Year
1995
Pages
27
Catalog Number
V7786
ISBN (eBook)
9783638149259
ISBN (Book)
9783638640107
Language
German
Tags
Rechtsradikale Parteien Westeuropa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Streim (Author), 1995, Rechtsradikale und rechtspopulistische Parteien in Westeuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7786
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