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Altprovenzalischer, altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprachraum bei Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide

Einflüsse und Bedingungen

Title: Altprovenzalischer, altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprachraum bei Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Gerdi Ziegler (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die weitreichende Einflussnahme des romanischen Sprachraums auf die Entwicklung der mittelhochdeutschen Versproduktion innerhalb verschiedener, teils erst mitüberlieferter und solchermaßen eingeführter Gattungen, soll im Zentrum dieser Arbeit stehen, da sich diese doch an weit mehr erkennen läßt als den primär feststellbaren, signifikanten Merkmalen von Gattungsthematik, struktureller Gesamtform, Motivik und sprachlichem Inventar.
Gerade dem romanischen Vorbild vermeintlich entfernte oder gänzlich verschiedene sprachliche Realisierungen des Deutschen folgen in poetischem Prinzip und trobadoureskem Leitgedanken den romanischen Torbadors des Südens und Trouvères des Nordens. Die von ihnen verwendeten und künstlerisch ausgearbeiteten Techniken werden in hohem Maße aus inhärenten Grundvoraussetzungen der Einzelsprache generiert, die ihrerseits im germanischen Idiom notwendigerweise nicht auf identisch Vergleichbares bzw. in ähnlicher Weise zu gestaltende Elemente treffen. Vielmehr zeigt sich, daß Grundsätzliches der Ausgestaltungs- und Darstellungsprinzipien über sprachliche Grenzen hinaus transportiert wird und dem Leitgedanken der Vorbilder entsprechend nachgestaltet wird, indem im Rahmen der anders gearteten Möglichkeiten des deutschen Idioms höfische Minnelyrik geschaffen wird.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEMENSTELLUNG DER ARBEIT

3. METAPOETISCHE FUNKTION VON METRISCHER FORM UND REIM

3.1. Metrische Form

3.2. Reim

4. VOKALE AKTION

4.1. Musterhaftigkeit

4.2. Spannung zwischen Wort und Stimme

5. POETISCHE TECHNIKEN DER TROUBADOURS UND MINNESÄNGER

6. FORM UND VORGABEN DER POETISCHEN “DOKTRINEN”

6.1. Beispiele überlieferter Doktrinen

7. KONVENTION UND SIGNIFIKANZ METRISCHER GESTALTUNG

8. DIE GATTUNG DER PASTOURELLE

8.1. Allgemeine Prämissen der Pastourellen Dichtung

8.2. Formale Fixierungen bei Sprachraumwechsel

9. BEISPIELE EINZELSPRACHLICHER PASTOURELLENDICHTUNG

9.1. MARCABRU - L’autrier iost’una sebissa

9.2. THIBAUT DE CHAMPAGNE - L’autrier par la matinee

9.3. WALTHER VON DER VOGELWEIDE - Herzeliebes frouwelîn

10. SCHLUßWORT

11. LITERATUR

11.1. Textgrundlagen

11.2. Kritische Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflüsse und Bedingungen des altprovenzalischen, altfranzösischen und mittelhochdeutschen Sprachraums auf die metrische und formale Gestaltung ausgewählter Pastourellen. Ziel ist es, trotz einzelsprachlicher Unterschiede die gemeinsamen poetischen Prinzipien und die Bedeutung der formalen Stabilität in der höfischen Lyrik des Mittelalters aufzuzeigen.

  • Analyse der metapoetischen Funktion von Form und Reim.
  • Untersuchung der "vokalen Aktion" und der Mündlichkeit als konstitutive Elemente.
  • Vergleich der poetischen Techniken der Troubadours, Trouvères und Minnesänger.
  • Betrachtung der Gattungsmerkmale der Pastourelle im Kontext von Konvention und Signifikanz.
  • Kontrastive Analyse beispielhafter Texte von Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide.

Auszug aus dem Buch

4.2. Spannung zwischen Wort und Stimme

Für ein solchermaßen stets im Fragmentarischen verankertes poetisches Ideal zeigt sich eine grundlegende, unvereinbar erlebte Opposition der menschlich-sprachlichen Produktion konstitutiv:

“Tatsächlich erscheint die Spannung, aus der heraus sich das mündliche Gedicht bestimmt, als eine Spannung zwischen Wort und Stimme; sie resultiert aus einem Quasi-Widerspruch zwischen ihren wechselseitigen Zielsetzungen, zwischen der Begrenztheit der Diskursformen und der Unbegrenztheit des Gedächtnisses, zwischen der Abstraktheit der Sprache und der Räumlichkeit des Körpers.”

Ein mündlicher Text - einerseits linear - der Möglichkeit einer exakten Wiederholbarkeit beraubt - vorgetragen und andererseits punktuell-vereinzelt - von individuell-situativen Befindlichkeiten geprägt - rezipiert kann in sich niemals als abgeschlossen angesehen werden, entzieht er sich doch gänzlich der fixierbaren Konzeption einer anzustrebenden “Endfassung” eines literarischen Einzelwerkes. Innerhalb der Vorstelllung einer tatsächlich nie zu Verlautbarung gelangenden lyrischen “Ideal- oder Zielform” erhalten die vielfältigen Zeugnisse der Variation den ihnen entsprechenden Stellenwert und eine angemessene Grundlage für jeglichen Interpretationsversuch, der sich einer Betrachtung formaler Eigenschaften nicht entziehen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der sprachlichen Bedingtheit und metrischen Formalisierung der mittelalterlichen Lyrik unter Einbeziehung romanischer Einflüsse.

2. THEMENSTELLUNG DER ARBEIT: Erläuterung des methodischen Ansatzes, lyrische Sprachzeugnisse im Kontext zu vergleichen und die Rolle der "vokalen Aktion" zu berücksichtigen.

3. METAPOETISCHE FUNKTION VON METRISCHER FORM UND REIM: Diskussion über die metapoetische Bedeutung des Reims und der metrischen Form als rezeptionsleitende Mittel.

4. VOKALE AKTION: Analyse der Mündlichkeit als Basis für die Formenvielfalt und Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen dem geschriebenen Wort und der Stimme.

5. POETISCHE TECHNIKEN DER TROUBADOURS UND MINNESÄNGER: Darstellung der kunstvollen Interaktion konstitutiver Bereiche der Lyrik durch regelgeleitete Kombination.

6. FORM UND VORGABEN DER POETISCHEN “DOKTRINEN”: Untersuchung historischer Poetik-Doktrinen und deren Grenzen bei der Vermittlung konkreter dichterischer Anleitungen.

7. KONVENTION UND SIGNIFIKANZ METRISCHER GESTALTUNG: Betrachtung der Signalwirkung metrischer Schemata und deren Relation zur Semantik der Texte.

8. DIE GATTUNG DER PASTOURELLE: Analyse der Gattung Pastourelle und ihrer formalen wie inhaltlichen Wandlungen beim Übergang in andere Sprachräume.

9. BEISPIELE EINZELSPRACHLICHER PASTOURELLENDICHTUNG: Detaillierte Fallstudien zu Texten von Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide.

10. SCHLUßWORT: Zusammenfassende Schlussbetrachtung zu den Abhängigkeiten und notwendigen Bedingtheiten von Sprache und Metrik im Mittelalter.

Schlüsselwörter

Mediävistik, Metrik, Reimtechnik, Troubadours, Trouvères, Minnesang, Pastourelle, Mündlichkeit, Vokale Aktion, Formale Variation, Literaturgeschichte, Sprachraum, Marcabru, Thibaut de Champagne, Walther von der Vogelweide.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Sprache und Metrik in der mittelalterlichen Lyrik, insbesondere den Einfluss romanischer Vorbilder auf die deutsche Dichtung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die metrische Gestaltung, Reimtechniken, das Prinzip der Mündlichkeit (vokale Aktion) und die gattungsspezifische Entwicklung der Pastourelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Einflüsse und Bedingungen der romanischen Sprachräume auf die mittelhochdeutsche Versproduktion nachzuweisen und zu zeigen, wie formale Prinzipien über Sprachgrenzen hinweg adaptiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse literarischer Zeugnisse sowie die Auswertung poetologischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Literatur zur mittelalterlichen Lyrik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der metapoetischen Funktion von Form und Reim, der Gattungsgeschichte der Pastourelle und bietet detaillierte Einzelanalysen zu Werken bedeutender Dichter des Mittelalters.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "vokale Aktion", "Musterhaftigkeit", "Reimarmut", "Pastourelle" und der "formale Formwille" der Minnedichter.

Welche Bedeutung kommt der Figur der "Hirtin" in der Pastourelle zu?

Die Hirtin dient in der Pastourelle als zentrales Motiv, wobei ihre Darstellung – vom sprachlichen Niveau bis zur Rolle im Debattenkontext – je nach Sprachraum und Dichter variiert.

Warum ist der Vergleich zwischen Marcabru und Walther von der Vogelweide sinnvoll?

Der Vergleich verdeutlicht, wie das gleiche poetische Prinzip und die gleiche Gattungsstruktur in unterschiedlichen sprachlichen Idiomen und gesellschaftlichen Kontexten verschieden realisiert wurden.

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Details

Title
Altprovenzalischer, altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprachraum bei Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide
Subtitle
Einflüsse und Bedingungen
College
University of Münster  (Germanistik)
Grade
2,0
Author
Gerdi Ziegler (Author)
Publication Year
1998
Pages
30
Catalog Number
V7799
ISBN (eBook)
9783638149365
ISBN (Book)
9783640898848
Language
German
Tags
Einflüsse Bedingungen Sprachraums Beispielen Marcabru Thibaut Champagne Walther Vogelweide
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerdi Ziegler (Author), 1998, Altprovenzalischer, altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprachraum bei Marcabru, Thibaut de Champagne und Walther von der Vogelweide, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7799
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