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Das zivilisatorische Septagon?

Energie- und Umweltkonflikte als Bedrohung des irdischen Friedens

Titel: Das zivilisatorische Septagon?

Hausarbeit , 2005 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christof Niemann (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bewusstseinsänderung der Industriestaaten stellte sich im Jahre 1973/74 ein: mit beispielloser Macht hatte sich in den Jahrzehnten zuvor eine ehemals als nutzlos und übel riechend verfemte Substanz in einen bequem zu handhabenden und geradezu unerschöpflichen Energieträger verwandelt. Er ermöglichte einen Wohlstand, wie ihn die Welt nie zuvor gesehen hatte, er wurde zum „schwarzen Gold“ und er fand sich im Überfluss – allerdings nur in bestimmten Regionen der Welt. Dieser letzte kleine „Schönheitsfehler“ wurde Anfang der Siebziger unter dem Eindruck der weltweiten Ölkrise auf dramatische Weise offenbar. Schlagartig setzte sich die Erkenntnis einseitiger Abhängigkeit von Ölimporten aus der Golfregion durch, schlagartig löste dessen Macht über die industrialisierten Volkswirtschaften heftige Diskussionen aus. Seitdem ist eine zentrale Aufgabe jeder Regierung jeden Staates die Sicherstellung der Energieversorgung, wobei nicht selten der Zweck die Mittel heiligt. Solange es Reserven genug gibt, erfreuen sich jene Länder, die im Besitz des schwarzen Goldes sind, an guten Geschäften und an interventionsarmer Politik seitens der Abhängigen.
Der Meeresspiegel, dies ist eine historische Beobachtung, steigt um 6 Meter bei einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um 2°. Sturm und Flutkatastrophen, Verminderung der Trinkwasservorräte und das Schrumpfen des Lebensraums sind einige der Folgen. Der so genannte Treibhauseffekt, wesentlich hervorgerufen durch energiebedingte CO2-Emissionen, führt zur globalen Erwärmung. Ein US-Amerikaner verursacht pro Kopf und Jahr das 25-fache der CO2-Emissionen eines Inders. Obwohl der Norden in besonderer Weise den Treibhauseffekt hervorruft, treffen die Folgen den Süden weit stärker, zudem ist er verwundbarer und hat weit weniger Mittel, die Folgen zu begrenzen oder zu beseitigen. Solange die Folgen sich in einem bestimmten Rahmen bewegen, wird dies kaum Anlass für Verwerfungen zwischen den Staaten sein.

Energie- und Umweltkonflikte gewinnen immer mehr an Brisanz und Aufmerksamkeit. Bisher sind die Probleme allerdings noch nicht derart akut, dass sie in großem Umfang den Frieden in der Welt gefährden würden, auch weil ihre Folgen nur sehr indirekt dem eigenen Verhalten zugeschrieben werden. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, inwieweit diese Probleme in absehbarer Zeit zu einem Problem für den Frieden in der Welt werden können und auf welche Weise einer solchen Gefährdung entgegenzutreten wäre. Dabei dient Norbert Elias „Über den Prozess der Zivilisation“ dem Verständnisgewinn der menschlichen Anpassung an neue Gegebenheiten insgesamt. Als zentrale Theorie liefert Dieter Senghaas „zivilisatorisches Hexagon“ das Grundverständnis für die Bedingungen des Friedens, wobei auch der Frage nachgegangen werden soll, ob selbiges nicht auch eine energetische und damit gleichzeitig ökologische Dimension beinhalten sollte. Im Anschluss an die Darstellung der genannten Theorien sollen unter Einbeziehung aktueller Entwicklungen Antworten auf diese Fragen gefunden werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Über den Konfliktbegriff

3 Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation

4 Dieter Senghaas: Zum irdischen Frieden – Das zivilisatorische Hexagon

4.1 Das zivilisatorische Hexagon

4.2 Der Weg zum irdischen Frieden

4.3 „Psychologie“ des Staates

4.4 Das Hexagon als vorläufige Theorie

5 Energiekonflikte als Bedrohung des Friedens

5.1 Das Energieproblem

5.2 Die Zuspitzung des Energieproblems – Konfliktpotenziale

6 Abschließende Betrachtungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit Energie- und Umweltkonflikte in absehbarer Zeit eine Bedrohung für den Weltfrieden darstellen könnten und welche Mechanismen zur Entschärfung dieser Gefahren notwendig sind. Unter Rückgriff auf die Zivilisationstheorie von Norbert Elias und das „zivilisatorische Hexagon“ von Dieter Senghaas wird analysiert, ob eine Erweiterung des theoretischen Modells um eine ökologische Dimension erforderlich ist, um auf aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel und die Ressourcenverknappung zu reagieren.

  • Analyse des Konfliktbegriffs in Bezug auf existenzielle Bedürfnisse.
  • Anwendung der Zivilisationstheorie von Norbert Elias auf globale Anpassungsprozesse.
  • Untersuchung des zivilisatorischen Hexagons als Modell zur Friedenssicherung.
  • Diskussion des Zusammenhangs zwischen Energieverknappung und Konfliktpotenzial.
  • Reflexion über die Notwendigkeit einer „ökologischen Nachhaltigkeit“ als weitere Säule der Friedenssicherung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Das zivilisatorische Hexagon

Das zivilisatorische Hexagon ist nach Senghaas ein zivilisatorisches Kunstprodukt, d.h. ein in Theorie gegossener Prozess, dessen Teilbereiche, sechs an der Zahl, zu einem bestimmten Mindestmaß ausgebildet sein müssen um wirklich Gewaltfreiheit zu gewährleisten. Alle Anforderungen hängen eng miteinander zusammen und erzeugen starke Wechselwirkungen bzw. sind ohne einander gar nicht zu realisieren. Die sechs Anforderungen lauten:

1) legitimes Monopol staatlicher Gewalt, d.h. die Sicherung der Rechtsgemeinschaft

2) rechtsstaatliche Kontrolle

3) Affektkontrolle, erwachsend aus vielfältigen Interdependenzen

4) demokratische Teilhabe

5) Bemühungen um soziale Gerechtigkeit, Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit, Bedürfnisgerechtigkeit

6) Kultur konstruktiver Konfliktbearbeitung

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Energieabhängigkeit seit den 1970er Jahren ein und thematisiert den Klimawandel als potenzielle Quelle für internationale Verwerfungen.

2 Über den Konfliktbegriff: Dieses Kapitel definiert Konflikte als Spannungsgefälle zwischen Ist- und Soll-Zuständen und erläutert die Bedingungen für gewaltsame Eskalationen.

3 Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation: Hier wird der zivilisationstheoretische Ansatz von Norbert Elias dargestellt, der die Entwicklung von Gewaltmonopolen und die menschliche Affektkontrolle als Ergebnis historischer Prozesse beschreibt.

4 Dieter Senghaas: Zum irdischen Frieden – Das zivilisatorische Hexagon: Dieses Kapitel analysiert das zivilisatorische Hexagon als Modell für dauerhaften Frieden und kritisiert die „Psychologie“ des Staates im Kontext des Sicherheitsdilemmas.

4.1 Das zivilisatorische Hexagon: Hier werden die sechs zentralen Komponenten des Modells definiert, die notwendig sind, um Gewaltfreiheit innerhalb von Gesellschaften zu gewährleisten.

4.2 Der Weg zum irdischen Frieden: Dieses Kapitel diskutiert konkrete Schritte auf internationaler Ebene, wie Abrüstung und die Ausweitung symmetrischer Interdependenzen zwischen den Staaten.

4.3 „Psychologie“ des Staates: Dieser Abschnitt nutzt das Freudsche Triebmodell, um irrationale außenpolitische Entscheidungen und Konfliktursachen innerhalb staatlicher Strukturen zu erklären.

4.4 Das Hexagon als vorläufige Theorie: Hier wird die Kritik am Hexagon reflektiert und die mögliche Ergänzung um eine ökologische Dimension in Betracht gezogen.

5 Energiekonflikte als Bedrohung des Friedens: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen der Verknappung fossiler Energieressourcen und der daraus resultierenden Gefahr für den irdischen Frieden.

5.1 Das Energieproblem: Dieser Abschnitt beschreibt die absehbare Erschöpfung nichterneuerbarer Energieträger und die Folgen des weltweit steigenden Energieverbrauchs.

5.2 Die Zuspitzung des Energieproblems – Konfliktpotenziale: Hier werden verschiedene Konflikttypen im Energiebereich analysiert, die aus der ungleichen Ressourcenverteilung und dem Wohlstandsgefälle entstehen.

6 Abschließende Betrachtungen: Das Fazit fasst die Dringlichkeit der ökologischen Herausforderungen zusammen und fordert eine Erweiterung des Friedensbegriffs sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit.

Schlüsselwörter

Frieden, Zivilisation, zivilisatorisches Hexagon, Energiekonflikte, Klimaänderung, Ressourcenverknappung, Gewaltmonopol, soziale Gerechtigkeit, internationale Beziehungen, Sicherheitsdilemma, Nachhaltigkeit, Konfliktpotenzial, ökologische Krise, Interdependenz, Weltfriedensordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Energie- und Umweltkrisen das Potenzial haben, den irdischen Frieden zu gefährden, und wie diese durch zivilisatorische Strukturen bewältigt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Zivilisationstheorie, Friedensforschung, Ressourcenpolitik, das Energieproblem sowie die globale ökologische Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis etablierter Friedensmodelle zu erörtern, ob eine „ökologische Nachhaltigkeit“ als siebte Säule des zivilisatorischen Hexagons notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, indem sie historische Zivilisationstheorien und moderne friedenswissenschaftliche Konzepte auf aktuelle geopolitische und ökologische Entwicklungen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorien von Norbert Elias und Dieter Senghaas sowie deren Anwendung auf reale Konflikte um Energie und Umwelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Friedenssicherung, zivilisatorisches Hexagon, ökologische Krise und Konfliktbearbeitung charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst das „zivilisatorische Hexagon“ die Argumentation?

Es dient als theoretisches Grundgerüst, um zu bewerten, welche Voraussetzungen ein Staat erfüllen muss, um friedliche Konfliktlösungen statt gewaltsamer Auseinandersetzungen zu ermöglichen.

Warum wird das Freudsche Modell auf den Staat übertragen?

Um irrationale Verhaltensweisen von Regierungen zu erklären, die sich nicht allein durch die Staatsräson oder rein rationale Interessen begründen lassen.

Welche Rolle spielt die Energiepolitik für den Weltfrieden?

Energiepolitik ist laut Arbeit ein zentraler Faktor, da Ressourcenknappheit und ökologische Belastungen existenzielle Bedürfnisse bedrohen und somit Gewalt provozieren können.

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Details

Titel
Das zivilisatorische Septagon?
Untertitel
Energie- und Umweltkonflikte als Bedrohung des irdischen Friedens
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Christof Niemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V79184
ISBN (eBook)
9783638857000
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Septagon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christof Niemann (Autor:in), 2005, Das zivilisatorische Septagon?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79184
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Leseprobe aus  23  Seiten
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