Senegal
von Eric Maes
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
I - der Senegal
II - die Muriden
III - politischer Einfluss
IV - ökonomischer Einfluss
V - sozialer Einfluss
Abschluss
Literaturverzeichnis
Einleitung
Politiker haben schon immer die Wertesysteme und Götter ihrer Völker manipuliert, um ihre eigenen Interessen im Staat zu bedienen, wie man zuletzt durch das Taliban-Regime in Afghanistan (1996 - November 2001) sehen konnte.
Im Gegenzug dazu benutzen organisierte Religionen aller Typen schon immer ihre Autorität, um Druck auf die Regierungen auszuüben.
Dies kann man zum Beispiel an den Selbstopferungen der buddhistischen Mönche und Nonnen in Vietnam in den frühen Sechzigern des 20. Jahrhunderts sehen, welche die westlichen Beobachter so geschockt haben. Dies kann als eine lange Serie von Versuchen angesehen werden, eine säkulare Regierung, durch Druck der öffentlichen Meinung, zu Eingeständnissen zu zwingen.
Weniger dramatisch, aber dafür mit größerem Erfolg ist es der katholischen Kirsche gelungen, Einfluss in den verschiedenen italienischen Regierungen zu bekommen.
Diese wenige Beispiele zeigen, wie komplex das Thema Religion und Politik ist, und wie schwer es auch ist Vergleiche anzustellen.
Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich den Versuch starten, am Beispiel des Senegals die Zusammenhänge zwischen Religion und Staat (Nation) im politischen, ökonomischen und sozialen Feld darzustellen. Dabei möchte ich die Sufi-Bruderschaft der Muriden darstellen.
Es sei von vornherein erwähnt, dass der Senegal nicht repräsentiv für die afrikanische Welt ist. Er ist den meisten Ländern des afrikanischen Kontinents um ca. 20/30 Jahre in der Entwicklung voraus, weshalb er auch als Experimentierfeld für die Wissenschaft dient.
Außerdem sind einige Dinge nur für den Senegal spezifisch, die noch später erwähnt werden.
I - der Senegal
Der Senegal besitzt schon seit Jahrhunderten einen starken regionalen Zusammenhalt und eine ausgeprägte islamische Identität.
Er befindet sich am westlichsten Punkt der Sahara, wo die Islamische Republik Mauretanien endet. Senegal ist vom Bogen des Senegal Rivers umgeben, der im Gebirge von Futa Jalon im heutigen Guinea beginnt. Er fließt nordwärts bevor er sich immer mehr in Richtung Westen bewegt und schließlich nahe der Stadt St. Louis in den Atlantischen Ozean mündet. Der Gambia River entspringt im selben Gebirge und schneidet den südlichen Teil der Region.
Dies ist auch teilweise ein Grund dafür, dass die Region auch Senegambia genannt wird.
Es dominiert das Klima der Sahelzone, aber der größere Niederschlag im Süden führt zu einer dichteren Vegetation.
Die frühesten islamischen Gemeinschaften werden in Takrur ausgemacht, einem Gebiet und möglicherweise auch einer Stadt, die man im mittleren Tal des Senegal Rivers ausmachen kann.
Die Geschichte Senegals ist nachträglich von einzelnen Staaten geprägt, hauptsächlich dem Mali-Reich im 14. und 15. Jahrhundert und dem Jolof-Königreich im 15. und 16. Jahrhundert.
Jede dieser größeren Konföderationen, mit den kleineren Staaten, die sie umfassten, unterstützten die muslimischen Gemeinschaften auf den Königshöfen und den Handelszentren. Muslimische Identität war also schon früh mit dem Handel verbunden, und muslimische Gemeinschaften lebten hauptsächlich entlang den kommerziellen Routen und in den politischen Hauptstädten, wo sie am besten Einfluss auf die Königshöfe ausüben konnten.
Die Mitglieder der herrschenden Klassen beanspruchten oft für sich Muslime zu sein und ein paar wenige gingen sogar so weit mit ihrer Frömmigkeit, dass sie nach Mekka pilgerten.
[...]
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Eric Maes, 2002, Senegal, Munich, GRIN Publishing GmbH
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