Inhaltsverzeichnis:
A. Geschichte der Hospizbewegung 4
I. Von der Herberge zum „Sterbehaus“ 4
1. 4. 16. Jahrhundert 4
2. 16 19. Jahrhundert 5
3. 20. Jahrhundert 6
II. Weiterentwicklung 8
1. International 8
a. USA 8
b. Kanada 8
c. Finnland 9
2. Deutschland 9
a. „Noch 16 Tage Eine Sterbeklinik in London“ 9
b. OMEGA 10
c. Haus „Hörn“ 11
d. „Hospiz zum Heiligen Franziskus“ 11
e. Dr. Johann- Christoph Student 12
f. Kirche 12
B. Formen der Hospizarbeit 13
I. Hospizinitiativen 13
II. Ambulante Hospizarbeit 14
1. ambulante Hospizarbeit und Hospizgruppen 14
2. ambulanter Hospizdienst 14
3. ambulanter Hospiz- und Palliativdienst 14
4. ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst 14
a. Ambulanter Hospizdienst 14
b. Ambulante Palliativdienste 14
Exkurs :Palliative Care/ Palliativmedizin 15
III. Stationäre Hospizarbeit 15
1. stationäre Hospize 15
2. Palliativstationen 16
IV. Andere Formen 17
1. Kinderhospizvereine, dienste und -hospize 17
2. integrative Modelle 18
2
3. Tageshospize 18
4. Wohneinrichtung für AIDS-Kranke 19
C. Wer darf überhaupt in ein Hospiz? 19
D. Finanzierung von Hospizen 20
E. Ehrenamtlichkeit 21
F. Erlebnisberichte 22
I. Ehrenamtlicher Helferin 23
II. Begegnung im stationären Hospiz- Erfahrungsbericht eines begleitenden 24
Freundes- Peter Schlösser 24
III. Sterbende/r 25
G. Abschluss 26
Literaturverzeichnis 27
3
Referat: Der Umgang mit dem Sterben - Hospiz
„Und um dem Tod zunächst seine große Überlegenheit über uns zu entreißen, lasst uns ein dem Gewöhnlichen ganz entgegengesetzten Weg einschlagen. Nehmen wir ihm seine Unheimlichkeit, machen wir ihn uns vertraut, halten wir mit ihm Umgang.“ Michel de Montaigne
Sterben ist Leben - Leben vor dem Tod. So steht es in einer Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz zur Förderung von ambulanten, teilstationären und stationären Hospizen und Palliativmedizin e.V. 1
Doch was genau ist damit gemeint? Was versteht man unter dem Begriff der Sterbebegleitung, und ist Sterbebegleitung auch gleichzusetzen mit Sterbehilfe? Ich werde im Folgenden ausführen, wie die Idee von Hospizen entstanden ist und welche Zielsetzungen und Methoden sie als Grundlage haben.
Weiter werde ich auf die Formen der Hospiz- Arbeit eingehen und einige Erlebnisberichte sowohl von Sterbenden als auch von Sterbebegleitern wiedergeben.
B. Geschichte der Hospizbewegung
I. Von der Herberge zum „Sterbehaus“
Der Begriff Hospiz stammt aus dem Lateinischen hospitium und heißt übersetzt Herberge, Gastfreundschaft.
Im Folgenden werde ich auf einige Daten eingehen, die mir in der Geschichte der Hospizbewegung wichtig erscheinen.
1. 4.- 16. Jahrhundert
Die Idee, die hinter einem Hospiz steht, findet seine Ursprünge schon in den Anfängen des Christentums, da christlicher Tugend die Gastfreundschaft gegenüber Fremden und Hilfsbedürftigen eigen war.
Schon im 4. Jahrhundert nach Christi errichtete eine römische Christin, Fabiola, ein Hospiz in Rom. Sie gab Pilgern, die aus Afrika zurückkehrten Unterkunft und Nahrung, pflegte Menschen, die erschöpft und krank waren und gab Moribunden[Sterbenden] Beistand. Die Blütezeit der Hospize wurde dann im Mittelalter erreicht, wegen des in die Zeit fallenden Interesses an Pilgerfahrten in das Heilige Land.
In Jerusalem gründete sich der Johanniterorden anlässlich einer Errichtung einer Herberge für kranke und schwache Pilger. Geleitet wurde es von Pater Gerard. Er und seine Mitbrü-
1 ImFolgenden nur noch BAG Hospiz.
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der gaben sich den Namen „Arme Brüder des Hospitals St. Johannes“ (Johanniter), auch genannt „Hospitaliter“. 1113 wurde der Orden dann durch eine päpstliche Bulle anerkannt.
Die Regeln dieses Ordens spiegeln die Auffassung über die Hospizarbeit wieder: „Wie unsere Herren, die Kranken, empfangen und bedient werde sollen: Wenn ein Kranker kommt… möge er zu Bett getragen werden und dort... bevor die Brüder zum essen gehen, täglich aus Wohltätigkeit mit Speise und Trank entsprechend den Möglichkeiten des Hauses versorgt werden. Die Betten der Kranken sollen so lang und so breit bemessen sein, wie es eine angenehme Ruhe erfordert, und jedes Bett soll mit einer eigenen Zudecke versehen sein… und jedes Bett soll eigene Bezüge besitzen… Für die Säuglinge, welche von Pilgerinnen in dem Hause zur Welt gebracht werden, sollen kleine Wiegen gebaut werden… Die Leiter des Hauses sollen den Kranken mit frohem Herzen dienen, und sie sollen ihre Pflicht ihnen gegenüber erfüllen und ihnen ohne Murren und Klagen zu Diensten sein… Damit sie Tag und Nacht geschützt und bewacht seinen, sollen ihnen überdies neun Diener zur Verfügung gestellt werden, welche sanft ihre Füße waschen und ihr Bettzeug wechseln sollen…“ 2
Im Jahre 1316 eroberten die Hospitaliter im Verlauf der Kreuzzüge Rhodos. In dieser Zeit entstand auch das heute noch erhaltenen „Krankenhaus von Rhodos“, in welchem Kranke mit unheilbarem Leiden behandelt wurden. Die Räume der Sterbenden waren auf der gleichen Ebene wie die Zimmer der Pilger und Reisenden. Dies sollte eine Teilnahme am Leben für die Sterbenden ermöglichen.
2. 16. - 19. Jahrhundert
Beginn des 16. Jahrhunderts gründete der französische Priester Vincenz von Paul ein Hospiz für entlassene Galeerensklaven, ein Waisenhaus, einige Einrichtungen für Arme und Kranke, aber auch den Orden für Krankenschwester, der sich „Filles de la Charité“ nannte.
1836 gründete Pastor Theodor Fliedner das erste evangelische Krankenhaus in Kaiserswerth, das sich zur Aufgabe die Pflege von Kranken durch Ordensschwestern, den Diakonissen gesetzt hatte. Fliedner wurde dabei von Freiherr Karl von und zum Stein angeregt und unterstützt, da dieser sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die französischen Hospize angeschaut hatte, und tief beeindruckt diese Idee auch in „Deutschland“ umsetzen wollte. 1840 arbeitete die Krankenschwester Florence Nightingale einige Zeit bei den „Filles de la Charité“ in Paris und Kaiserswerth. Nightingale ist berühmt durch ihre Reformierung des Krankenpflegedienstes, der durch sie zu einem angesehenen Beruf wurde.
2 Weiß, Im Sterben nicht allein, S. 13/14.
5
Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnete ein von Mary Aikenhead gegründeter Nonnenorden, der sich „Schwestern der Barmherzigkeit“ nannten, das erste Hospiz in Dublin. Aufgabe der Schwestern war unter anderem die Pflege und Sorge für sterbende Menschen. Das Neue allerdings war der Ansatz von Aikenhead für die sterbenden Menschen ein Haus zu fordern, „ das ruhiger und kleiner sein sollte als ein Krankenhaus für akute Kranke, das aber die gleichen Einrichtungen für eine Pflege am Krankenbett haben sollte“ 3 . Mit dieser Forderung distanzierte sich diese Idee von der christlichen Grundidee, das ein Hospiz zu allererst eine Herberge für Pilger und Reisende ist. Aikenhead stellte zum ersten Mal die Pflege und Fürsorge für sterbende Menschen in den Vordergrund. 1893 eröffnete der englische Arzt Dr. Howart Barret das St. Luke´s in London, das ein „Heim für Sterbende“ sein sollte.
1894 schrieb Barret über St. Luke´s: „Viele Leute, denen ich von St. Lukas erzähle, sagen: „Welch entsetzlicher Ort! Fühlen Sie sich nicht schrecklich niedergeschlagen, wenn Sie dorthin gegen?“ „Durchaus nicht“, antworte ich vergnügt, „ ich finde es wunderbar und herzerfrischend.“ Und das stimmt. Ich weiß, dass es weitere hundert und aberhundert Arme auf den eintönigen Strassen und Höfen Londons gibt, die in derselben schlechten Lage sind wie die, die wir hier haben… Aber denen, die hier sind, können wir, solange sie leben, Ruhe und Frieden geben, wir können vielen ihre Schmerzen erleichtern, sie erhalten die beste Ernährung, die beste Medizin. Sanfte Hände betreuen sie, freundliche Stimmen reden ihnen gut zu und erzählen ihnen die Frohbotschaft von der allumfassenden Liebe und dem ewigen Leben. Grund genug, um jedermann heiter zu stimmen.“ 4
3. 20. Jahrhundert
1905 gründeten die Schwestern der Barmherzigkeit ein zweites Hospiz in London, das St. Joseph´s Hospice. Dieses Hospiz war für die Hospizbewegung von großer Bedeutung, da dort wohl das Mutterhaus der modernen Hospizbewegung anzusiedeln ist. Die Krankenschwester und medizinische Sozialarbeiterin Cicerly Saunders arbeitete Mitte des 20. Jahrhunderts im St. Joseph´s. Dort hatte sie eine beeindruckende Begegnung mit dem polnischen Juden David Tasma. Tasma, der im Warschauer Ghetto aufgewachsen und den Holocaust überlebt hatte, lag dort 40- jährig aufgrund ein Krebsbehandlung. Saunders und Tasma freundeten sich an und sponnen sich einen Ort, an dem Menschen würdig bis zuletzt leben und sterben können. Mit den Worten „Lassen Sie mich ein Fenster in ihrem Haus sein“ hinterließ Tasma Saunders seinen ganzen Besitz, 500 Pfund.
3 Weiß, Im Sterben nicht allein, S. 16.
4 Weiß, Im Sterben nicht allein, S. 17.
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Ca. 20 Jahre später setzte Saunders diese Idee, von der sie seitdem mit Leidenschaft gepackt war, um.
Mit dem 1967 eröffneten St. Christopher´s Hospice im Süden von London, im Vorort Sydenham setzte sie ihre Idee um. Ihre Vision, den Schmerz wirksam zu bekämpfen, sollte von vier Seiten erfasst werden: pflegerisch- medizinisch, psychisch- geistig, sozial und spirituell. pflegerisch- medizinisch
Unter pflegerisch- medizinisch versteht man den Wunsch, im Sterben nicht unter Schmerzen und anderen Beschwerden leiden zu müssen, die das Sterben zusätzlich erschweren. psychisch- geistig
Psychisch- geistig soll den Wunsch umfassen, noch letzte Dinge, „unerledigte Geschäfte“ 5 , zu regeln und hierfür den nötigen Raum gewährt zu bekommen. Sozial
In erster Linie ist allerdings der soziale Aspekt ausschlaggebend, da man im Sterben nicht allein gelassen werden will, sondern an einem vertrauten Ort, geborgen inmitten vertrauter Menschen zu sterben zu dürfen. Spirituell
Spirituell stellt sich der Wunsch, die Sinnfrage zu stellen, aber vor allem besprechen zu dürfen und die Frage nach dem „Danach“ mit all ihrer Beängstigung ausdrücken zu dürfen.
Mit dieser Vision hat Cicerly Saunders den Grundstein für die Hospizbewegung gelegt.
5 Elisabeth Kübler- Ross
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Arbeit zitieren:
Tatjana Cornehl, 2006, Der Umgang mit dem Tod - Hospiz, München, GRIN Verlag GmbH
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