Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Projektmethode nach Karl Frey 4
2.1. - Einordnung 4
2.2. Allgemeine Curriculumtheorie 5
2.3. Ablauf und Komponenten der Projektmethode
nach Karl Frey 7
2.3.1. Schematischer Ablauf eines Projekts 7
2.3.2. Die sieben Komponenten der Projektmethode 8
3. Projektunterricht in der Diskussion 11
3.1. Warum Projektunterricht 11
3.1.1. Lernpsychologische Gründe 12
3.1.2. Sozialtheoretische Gründe 12
3.1.3. Handlungspsychologische Gründe 13
3.1.4. Didaktische Gründe 14
3.2. Risiken und Grenzen der Projektmethode 15
3.2.1. UnklareBegrifflichkeit 15
3.2.2. Unklare Rollenverteilung 16
3.2.3. Unbekannter Ausgang 16
3.2.4. Unbekannte Kommunikationsformen 17
3.2.5. Ungeeignete Organisationsform 17
3.3. Kritik an Frey und seiner Projektmethode 18
4. Schluss 19
5. Literaturverzeichnis 21
2
1. Einleitung
Was ist die Projektmethode? Was macht Sie aus? Wo liegen ihre Stärken, wo ihre Schwächen? Gibt es wissenschaftliche Argumente für Projektunterricht?
In der vorliegenden Arbeit versucht der Autor Antworten auf diese Fragen zu geben. Gleichzeitig werden die großen Fragen der Erziehungswissenschaft - Was ist Bildung? An welchen Werten soll sich (schulische) Erziehung orientie- ren? - mit angesprochen.
Der Autor stellt, nach einer kurzen geschichtlichen Einordnung, zuerst Merk- male der Curriculumtheorie und der Projektmethode nach Karl Frey vor. An- schließend präsentiert er wissenschaftliche Begründungen des Projektunter- richts und zeigt abschließend Schwierigkeiten und Schwachpunkte von Pro- jektunterricht und der Projektmethode nach Karl Frey auf.
,Die’ Projektmethode oder ,den’ Projektunterricht gibt es nicht, weil im Laufe der Zeit viele Wissenschaftler eigene Arbeiten zu dem Thema darlegten und „es ein allgemein geteiltes Verständnis der Sache nicht gibt.“ 1
Der Autor wählte als Grundlage seiner Ausführungen die Projektmethode nach Karl Frey, weil sie im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist und ein um- fassendes Konzept zu diesem Bereich darstellt. Im vierten Kapitel verwendet der Autor auch die Ausdrücke ,Projektunterricht’ und ‚Projektlernen’, weil dort übergeordnete Prinzipien, die in den meisten Projektkonzepten enthalten sind, behandelt werden.
1 Hänsel, Dagmar (Hg.), Projektunterricht. Ein praxisorientiertes Handbuch, Weinheim/Basel
1999, S. 54.
3
2. Projektmethode nach Karl Frey
Frey beansprucht für seine Projektmethode, dass sie eben mehr als nur eine Methode darstellt. Das wird verständlich, berücksichtigt man seine philosophi- schen Wurzeln und damit einhergehend seine Abneigung gegenüber der strik- ten Trennung von Methodik und Didaktik sowie seine Auffassung von Bil- dung.
2.1. Geschichtlich-philosophische Einordnung
Obwohl Frey John Dewey und William Heard Kilpatrick als die Hauptvorbil- der seiner Projektmethode benennt, besteht er darauf ein neuartiges Konzept, basierend auf seiner Curriculumtheorie von 1972, erarbeitet zu haben. Auch wenn die Grundschemata für die Praxis Ähnlichkeiten aufweisen, so ist deren theoretische Herleitung und Begründung zum Teil verschieden. Dennoch kön- nen beide als ‚geistige Väter’ von Freys Konzept - der Pragmatismus Deweys, „Learning by doing“ 2 , kommt auch bei Frey zum Vorschein - und des Projekt- unterrichts in der Moderne überhaupt betrachtet werden. 3
Frey hat inhaltlich ein weit gefasstes Bildungsverständnis, denn für ihn kann „alles (…) Bildung werden.“ 4 Das einzige, was bildendes Handeln von alltägli- chem Handeln für Frey unterscheidet, ist „die Art und Weise (…), wie Bildung entsteht.“ 5 Demokratische Kommunikations- und Interaktionsformen stehen hierbei im Vordergrund. Intellektuelle Beschäftigung hat keinen Vorrang vor motorischer oder emotionaler, ein klassisches Gedicht nicht Vorrang vor dem Handwerkunterricht, denn, bemerkt Frey: „Was bedeutet Goethe für einen Hir- ten in der Mandschurei?“ 6
Frey hält also den Weg zur Bildung, das Zustandekommen von Bildungssitua- tionen für wichtiger als die sachlichen Inhalte, weil die Inhalte von Bildung je
2 Emer, Wolfgang/ Lenzen, Klaus-Dieter, Methoden des Projektunterrichts, in: Bastian, Johan- nes u.a. (Hg.), Theorie des Projektunterrichts, Hamburg 1997, S. 218.
3 Vgl. Frey, Karl, Die Projektmethode. Der Weg zum bildenden Tun, Weinheim/Basel 1998, S.61-70.
4 Ebd. S. 26.
5 Ebd.
6 Ebd.
4
nach Kulturkreis variieren können. Seine Bildungssauffassung enthält dennoch Werte und Inhalte, ist also nicht beliebig. Er legt dies in seiner Allgemeinen Curriculumtheorie, die ihm zufolge mehr als eine didaktische Theorie ist, dar. 7
2.2. Allgemeine Curriculumtheorie
Um Freys Projektmethode zu verstehen, muss zuerst seine Curriculumtheorie kurz vorgestellt werden, die sein Verständnis von Bildung darlegt und gleich- zeitig Handlungsanweisungen beinhaltet, durch die nach Freys Ansicht Bil- dung entsteht.
Laut Frey sind die wichtigsten Merkmale, die alltägliches Handeln zu bilden- dem Handeln qualifizieren: eine Zielorientierung, Interaktion in einem vorher vereinbarten Rahmen, situative Distanz und spezifische Reflexion. Diese Beg- riffe werden im Folgenden näher erläutert.
Ein idealer curricularer Prozess findet nach Frey nur dann statt, wenn die zu Bildenden nicht ,von oben herab’ gebildet werden, wenn Bildung, bildlich ge- sprochen, nicht übergestülpt wird, sondern die Lernenden in die Planung ihrer Bildung möglichst von Anfang einbezogen sind. Der Lehrende soll die Inhalte nicht allein bestimmen und präsentieren, der Bildungsprozess muss dialogisch, eben durch „Interaktion in einem vorher vereinbarten Rahmen“ 8 verlaufen. 9
Eine weitere Voraussetzung für Bildung besteht für Frey darin, sich als Ler- nender von seinem Bildungsfeld distanzieren zu können. Das impliziert: dar- über nachzusinnen, es anderen zu vermitteln, darüber zu diskutieren, in eine Metainteraktion darüber einzutreten oder sich vollkommen davon zu lösen. Dies und noch mehr enthält sein Begriff der situativen Distanz. 10
Die spezifische Reflexion bei Frey beinhaltet beispielsweise das Nachdenken während oder zur Distanzierung vom Lerngegenstand und während der Inter-
7 Frey, S. 25.
8 Ebd. S. 27.
9 Vgl. ebd. S. 27f.
10 Vgl. Frey, S. 28f.
5
aktion. Auch das Innehalten und Bewusstmachen von Handlungen, damit diese zu Lernhandlungen werden und nicht nur Imitation oder unbedachte Hand- lungsausführung bleiben, ist damit gemeint. 11
Schlussendlich vertritt Frey die Ansicht, dass es keine Bildung ohne Ziele gibt. Die Ziele dürfen, ihm zufolge, aber nicht als Zweck für das Tun missbraucht werden, wie er es beispielsweise der geisteswissenschaftlichen Didaktik vor- wirft.
Wenn die Werte bei Frey aber nicht nur in den Zielen enthalten sind, sondern die Handlungsausführung schon einen Wert an sich darstellt, kann die von Frey kritisierte Zweiteilung von Didaktik und Methodik teilweise aufgehoben wer- den. Dies gelingt aber eben nur, wenn die Methode nicht Mittel zu einem höhe- ren Zweck ist. 12
Frey nennt explizit Werte, die im Bildungsprozess enthalten sein sollen: „Selb- ständig werden, sich mit der realen Welt um uns auseinandersetzen, möglichst viele menschliche Ausdrucksformen aktivieren, im Handeln auf den nächsten achten.“ 13
Um eben diese und weitere Werte schon durch die Methode verwirklichen zu können und weil er unter anderem mit Dewey und Kilpatrick in einigen Punk- ten nicht übereinstimmt, entwickelte Frey ein eigenes Projektkonzept.
11 Vgl. ebd. S. 31f.
12 Vgl. ebd. S. 30f.
13 Ebd.
6
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Paul Koleczko, 2006, Chancen und Risiken von Projektunterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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