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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Interaktion Kommunikation und Diskurs 4
3. Grundlagen einer erfolgreichen patientenorientierten Arzt-Patient Kommunikation 8
4. Praxisbezogene Konsequenzen für intensive Trainingsförderung der Arzt-Patient
Kommunikation 14
5. Literaturverzeichnis 16
6. Abbildungsverzeichnis 18
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1. Einleitung
Die rasante Entwicklung neuer Technologien in unserer Zeit beeinflusst und bestimmt alle Bereiche der Gesellschaft. Die Forderungen wachsen von Tag zu Tag. Die Suche nach dem Neuen, Besseren und Qualitativären zeichnet sich somit gravierend auch auf die Medizinforschung aus. Das ist kein zufälliger Trend, denn das Verhältnis zwischen Gesundheit und gesellschaftlicher Leistungsfähigkeit auch eine selbstverständliche Bedingung für ein normales und erfülltes Leben darstellt. Es dürfen keine Fehler beim Diagnostizieren und Behandeln der Patienten passieren, weil der bittere Preis das Wertvollste sein kann- das Menschenleben. Eine hochqualitative medizinische Versorgung bedingt allerdings hochqualifizierte diagnostische und kommunikative Fähigkeiten. Diagnostische Expertise und kommunikative Kompetenz beim Umgang mit Patienten verkörpern daher die wichtigsten medizinischen Kernkompetenzen.
Die Expertiseforschung als Bereich der kognitiven Psychologie ist enorm schnell gewachsen und diese Entwicklung zieht in ihrer Bahn andere Gebiete der Psychologie, wie zum Beispiel die pädagogische- und Instruktionspsychologie. Jedoch gemeinsam suchen sie nach einer präzisen Definition des Begriffes „Expertise“ und durchforsten Kernfragen wie:
Was macht einen Experten aus? Was sind seine Kernkompetenzen? Wie ist seine Wissensstruktur aufgebaut? Wie unterscheiden wir am besten zwischen Experten und Novizen?
Krems (1994) definiert alltagspsychologisch „Expertise“ durch Eigenschaften wie „Genauigkeit“, „Effizienz“, „Wissen“ und „Erfahrung“. Dennoch wird in der wissenschaftlichen Expertiseforschung zwischen einem differentialpsychologischen und einem wissenspsychologischen Ansatz unterschieden. Die wissenspsychologische Betrachtungsweise ist in der Forschung überwiegend und behandelt Expertise anhand von umfangreichen Wissens, das eine notwendige Bedingung bei der Bewältigung komplexer Problemen darstellt. Die Expertise braucht hochprofessionelles Wissen, um ihre Aufgaben qualifiziert zu erfüllen.
Dennoch kann der Begriff „Expertise“ in der Medizin aus der Perspektive der diskursanalytischen Forschung betrachtet werden. Seine Bedeutung muss, im Zusammenhang mit der kommunikativen Kompetenz bei Medizinern, als Teil ihrer psychosozialen Kompetenz intensiv erforscht und erklärt werden. Der Bedarf einer tiefen forschenden Auseinandersetzung mit dem Thema „Arzt-Patient-Kommunikation“ ergibt sich aus den offensichtlichen Defizite in der medizinischen Forschung und Lehre, wobei die primäre
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Zielsetzung beider Bereiche die Aufklärung und Verbesserung der Verständigungsbedingungen der gesundheitlichen Praxis, bei der sich als wesentlich das Effektivitätsproblem ärztlichen Handelns als kommunikativen Handeln stellt, implizieren soll. Begriffe wie „Kommunikation“, „Interaktion“ und „Diskurs“ sind in diesem Zusammenhang undenkbar und stellen eine komplexe Vernetzung im Bezug auf das Thema „Arzt-Patient- Kommunikation“, deshalb müssen sie zunächst näher betrachtet werden.
2. Interaktion, Kommunikation und Diskurs
Es wird von sozialer Interaktion oder zwischenmenschlicher Kommunikation gesprochen, wo zwei oder mehr Individuen sich zueinander verhalten- im Gespräch, im Spiel oder Streit, in Verhandlungen, in Hass oder Liebe, sei es um einer Sache oder um ihrer selbst Willen. Die Beziehungen zwischen sozialen Gebilden, wie Gruppen, Organisationen, Institutionen oder Nationen werden auch als Interaktion bezeichnet, wenn sie als beobachtbare und/oder messbare Wechselwirkungen definiert werden können. Die Formen der sozialen Wechselwirkung werden ermöglicht, wenn die Individuen voneinander Kenntnis nehmen und in einen durch Signale vermittelten Erfahrungsaustausch treten. Die Möglichkeit, erfolgreich in Kommunikation miteinander zu treten, stellt gleichzeitig eine Bedingung der Möglichkeit erfolgreicheren Interaktion dar. Allgemein bedeutet Interaktion die soziale Wechselwirkung und soziale gegenseitige Beeinflussung (soziale Kontrolle) zwischen zwei oder mehreren Individuen, Kommunikation hingegen alles Verhalten, das Darstellungs-, Mitteilungs- und Ausdruckscharakter besitzt.
Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff „sprachliche Kommunikation“ die Übermittlung (d.h. Senden, Aufnehmen und Verarbeiten) von Informationen oder Mitteilungen mit Hilfe von Wörtern. Dennoch werden von den sozialwissenschaftlichen Disziplinen inzwischen handlungsorientierte Kommunikationsmodelle 1 entwickelt, die davon ausgehen, dass jedes Individuum seine Muttersprache im Rahmen eines kommunikativ vermittelten gesellschaftlichen Interaktionssystems erlernt und die Regeln für den erfolgreichen Gebrauch von Sprache im Zusammenhang mit nichtsprachlicher Handlungen in sozialen Interaktionen erwirbt. Sprachliche Verhaltensweisen erwachsen aus sozialen Beziehungen und steuern diese, wobei der Sprache aufgrund ihrer Explizitheit und
1 Vgl. Aspekte der sprachlichen Kommunikation. Abteilung für Medizinische Psychologie Uni Freiburg. Online
Lehrbuch. Zugriff am 10. Dezember 2007 unter http://www.medpsych.uni-freiburg.de
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Reflexivität die Rolle einer Steuerungsinstanz für soziales Handeln zukommt. Der Zusammenhang kann schematisch folgendermaßen dargestellt werden:
Abbildung 1 Der Zusammenhang zwischen Interaktion, Kommunikation und kommunikative
Handlungen 2 Sprachliches Verhalten ist kommunikatives Handeln und als solches beinhaltet es die Wahl eines verständlichen Ausdrucks durch den Sprecher, um ein Verstehen zwischen Sprecher und Hörer zu ermöglichen. Der Sprecher muss beabsichtigen, einen wahren propositionalen Gehalt mitzuteilen, damit der Hörer das Wissen des Sprechers teilen kann. Der Sprecher muss seine Intention wahrhaftig äußern wollen, damit der Hörer an die Äußerungen des Sprechers glauben (vertrauen) kann. Der Sprecher muss eine richtige Äußerung (im Bezug auf bestehende Normen und Werte) wählen, damit der Hörer die Äußerung akzeptiert und beide miteinander übereinstimmen können. Das Ziel der Verständigung ist das Einverständnis, das in der intersubjektiven Gemeinsamkeit des wechselseitigen Verstehens, des geteilten Wissens, des gegenseitigen Vertrauens und des miteinander Übereinstimmens terminiert. Einverständnis beruht auf der Basis der Anerkennung der drei korrespondierenden Geltungsansprüche: Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit (vgl. Habermas, 1976). Es ist dennoch sehr bemerkenswert, wie die Trias der Habermas` Geltungsansprüche an die Trias erinnert, die Aristoteles in seiner „Rhetorik“ als Eigenschaften für Glaubwürdigkeit eines Redners formuliert hat: „Es gibt […] drei Ursachen dafür, dass der Redner selbst glaubwürdig ist […]: Einsicht (PHRÒNĒSIS), Tugend (ARETẾ), und Wohlwollen (EỨNOIA).“ Als sein Vorgänger und Lehrer hat schon Platon in der Antike den idealen Gesprächspartner 2 Vgl. Aspekte der sprachlichen Kommunikation. In: Abteilung für Medizinische Psychologie Uni Freiburg.
Online Lehrbuch. Abb. 07-209. Zugriff am 10. Dezember 2007 unter http://www.medpsych.uni-freiburg.de
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Severina Kambourova, 2007, Arzt-Patient-Kommunikation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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