Neoklassik vs. Polarisation
von Malte Priesmeyer
Inhalt
1. Einleitung: Gegenstand und Überblick 4
2. (Neo)Klassik 4
2.1. Grundzüge des theoretischen Modells 4
2.2. Kritik des theoretischen Modells 6
3. Polarisation 8
3.1. Grundzüge der theoretischen Modelle 8
3.2. Kritik des theoretischen Modells 10
4. Empirischer Exkurs: Süderweiterung der EG 11
5. Zusammenfassung und Fazit 14
6. Materialanhang 15
7. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung: Gegenstand und Überblick
Gegenstand der Arbeit ist die Frage, ob Freihandel und ökonomische Integration zu einem Ausgleich oder zu einer Polarisierung bestehender Unterschiede zwischen Entwicklungsniveaus zweier Ökonomien führen.
Zur Beantwortung dieser Frage wird zunächst auf die beiden theoretischen Grundpositionen, das (neo)klassische Modell (2.) und das Polarisationsmodell (3.), sowie die jeweiligen fundamentalen Kritiken zu beiden Großmodellen eingegangen. Der empirische Exkurs zur asymmetrischen Integration in den Europäischen Gemeinschaften macht das theoretische Gerüst in bezug auf die Eingangsfragestellung anschaulich (4.). Zusammenfassung und Fazit beschließen die Arbeit (5.).
2. (Neo)Klassik
2.1. Grundzüge des theoretischen Modells
Der neoklassische Integrationsansatz knüpft an die klassischen liberalen Freihandelstheorien an und kommt zum Ergebnis eines Ausgleichs des Entwicklungsstandes auf höherem Niveau.
In der Prämissensetzung geht die Neoklassik dabei vom vollkommenen Markt aus. Es gebe vollkommenen Wettbewerb auf den Güter- und Faktormärkten. Daneben existierten regional einheitliche Produktionsfunktionen mit konstanten Skalenerträgen. Eine uneingeschränkte Mobilität der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital wird ebenso unterstellt wie deren Wanderung in die Regionen mit der höchsten Faktorvergütung. Die Entlohnung der Produktionsfaktoren erfolge in Abhängigkeit vom jeweiligen Wertgrenzprodukt.
Gemäß dem Gesetz der komparativen Kostenvorteile erfolge die Faktorallokation deshalb jeweils am kostenoptimalen Standort - unabhängig von nationalen oder anderen Grenzziehungen. Auf der Grundlage dieser Prämissen löse die räumliche Verdichtung ökonomischer Prozesse auf den Faktormärkten eine Kette diverser Anpassungsreaktionen aus.
Erstens: die angesprochene "Verdichtung ökonomischer Prozesse" induziert eine verstärkte Investitionstätigkeit in den Verdichtungsräumen. Der Faktor Kapital wird also im Verhältnis zu den Faktoren Arbeit und Boden reichlicher angeboten. Sein Wertgrenzprodukt sinkt, daraufhin verbilligt sich das Kapital. Zweitens: infolge dessen wandert das Kapital in weniger entwickelte Regionen ab, da es dort knapper vorhanden ist und dementsprechend höher verzinst wird. Parallel hierzu wandert der Faktor Arbeit in entgegengesetzter Richtung, denn in den Verdichtungsräumen ist er relativ knapper und wird dementsprechend höher entlohnt.
Diese Wanderungen haben demnach die nachfolgend beschriebenen Nivellierungswirkungen zur Folge:
o durch steigenden Kapitaleinsatz in den schwächer entwickelten Regionen ein sinkendes Grenzprodukt sowie eine sinkende Verzinsung des Kapitals bei umgekehrter Entwicklung in den stärker entwickelten Regionen;
o durch verringerten Arbeitskräfteeinsatz in den schwächer entwickelten Regionen eine Steigerung der Grenzproduktivität und der Entlohnung bei umgekehrter Entwicklung in den stärker entwickelten Regionen.
Diese Entwicklung führt im neoklassischen Modell letztendlich zur Nivellierung bestehender Entwicklungsdifferenzen.
2.2. Kritik des theoretischen Modells
[...]
Arbeit zitieren:
Malte Priesmeyer, 1998, Neoklassik vs. Polarisation, München, GRIN Verlag GmbH
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