Inhaltsübersicht
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
ZUSAMMENFASSUNG 4
1. KLIMA UND WINTERTOURISMUS 5
1.1 DIE ENTSTEHUNG DER EUROPÄISCHEN WINTERWETTERLAGEN 5
1.2 KLIMA ALS STANDORTFAKTOR IM TOURISMUS 7
1.2.1 Klima-touristische Indizes 10
Physiologisch Äquivalente Temperatur PET 11
Bioklimadiagramm 12
Klima-Tourismus Informations-Schema CTIS 14
2. AUSWIRKUNGEN EINER KLIMAÄNDERUNG 15
2.1 SCHNEESICHERHEIT 16
Analyse der Schneesicherheit am Beispiel Engelberg 17
2.2 SCHNEEDECKENMODELLRECHNUNG 21
2.3 SCHNEESICHERHEIT VON HEUTE UND MORGEN 26
2.4 ÖKOLOGISCHE AUSWIRKUNGEN 30
2.5 AUSWIRKUNGEN AUF DEN TOURISMUS 32
3. ANPASSUNGSSTRATEGIEN 33
3.1 SICHERUNG DES SKISPORTS 33
3.2 ALTERNATIVEN ZUM WINTERTOURISMUS 34
3.3 FINANZIELLE HILFELEISTUNG 35
3.4 FATALISMUS 36
4. FAZIT 36
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Positiver Modus des NAOI
Abbildung 2 : Negativen Modus des NAOI
Abbildung 3 : Zeitreihe des NAOI
Abbildung 4 : Wichtige/unwichtige Aspekte der Entscheidung für eine Urlaubsregion
Abbildung 5 : Den Tourismus beeinflussende meteorologische Faktoren
Abbildung 6 : Beurteilung des TCI-Wertes nach MIECZKOWSKI
Abbildung 7 : Veränderlichkeit der PET durch variable Außenbedingungen
Abbildung 8 : Häufigkeitsdarstellung von PET-Klassen (Bioklimadiagramm) für Fichtelberg
Abbildung 9 : Klima-Tourismus Informations-Schema für Heraklion
Abbildung 10 : Schneehöhenverlauf in Engelberg-Dorf und Engelberg-Trübsee
Abbildung 11 : Probability Calendar: Häufigkeit des Auftretens bestimmter Schneehöhen
Abbildung 12 : Anzahl der Tage mit einer Schneebedeckung von 30cm in Engelberg-Dorf
Abbildung 13 : Häufigkeiten der guten, mittleren und schlechten Winter in Engelberg-Dorf
Abbildung 14 : Häufigkeiten der guten, mittleren und schlechten Winter in Engelberg-Trb.
Abbildung 15 : Gemessene und modellierte Schneehöhe in Engelberg (BÜRKI 2000 )
Abbildung 16 : Modellierte Schneesicherheit ausgewählter Standorte in den Alpen
Abbildung 17 : Relative Anzahl der schneesicheren Gebiete der Alpen
Abbildung 18 : Mittlere Anzahl natürlicher Schneetage pro Jahr
Abbildung 19 : Mittlere Anzahl der Tage pro Jahr mit Beschneiungspotential
Abbildung 20 : Potentielle mittlere Andauer der Schneedecke
Abbildung 21 : Potentielle mittlere Beschneibarkeit in 2025
Abbildung 22 : Anpassungsformen von Tourismusorten (BÜRKI 2000 )
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Zusammenfassung
Wetter und Klima können auf vielfältige Art und Weise Einfluss auf den Tourismus nehmen. Sie sind sowohl limitierende Faktoren als auch Steuergrößen der touristischen Nachfrage. Unter Wetter und Klima versteht man aber nicht nur grundlegende Größen wie Lufttemperatur und Niederschlag, sondern das ganze Spektrum der meteorologischen Größen und Phänomene der atmosphärischen Umwelt (MATZARAKIS 2006). Die Beschreibung und Bewertung des aktuellen Wetters und der klimatischen Bedingungen sind Grundbestandteil der Tourismus-Klimatologie. Kenntnis dieser Bedingungen bildet die notwendige Grundlage für das Tourismuspotential einer Region, welche mit Hilfe der Touristischen-Klima-Indizes beschrieben und bewertet werden kann.
Die atmosphärischen Vorgänge in Mitteleuropa werden in den Wintermonaten wesentlich durch die Ausprägung der Nordatlantischen Oszillation beeinflusst, deren Variabilität neben der übergeordneten Klimaänderung die zukünftige
Schneesicherheit in den Gebirgslagen Mitteleuropas bestimmt. Mit Hilfe von Schneemodellierungen auf der Basis von zwei unterschiedlichen Klimaszenarien (ECHAM und CCC) wird die Schneesicherheit am Beispiel des Skigebietes Engelberg analysiert und beschrieben. Unter veränderten Bedingungen, welche für den Zeitraum 2030-2050 erwartet werden, können nur noch Skigebiete oberhalb 1600 bis 2000 m NN als schneesicher bezeichnet werden. Die Klimaänderung beschleunigt die aktuellen Entwicklungen im Wintertourismus. Wenig rentable Skigebiete werden aus dem Markt ausscheiden, während höher gelegene Gebiete vorerst profitieren können. Neben wirtschaftlichen Auswirkungen treten auch ökologische Auswirkungen immer mehr in den Vordergrund. Um die Attraktivität von Tourismusdestinationen zu erhalten, müssen die Tourismusverantwortlichen das Angebot den neuen Bedingungen anpassen. Durch neue Konzepte oder eine entsprechende Verlagerung der Schwerpunkte kann die Attraktivität einer Destination erhalten werden.
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1. Klima und Wintertourismus
Wetter, Klima und Tourismus sind auf vielfältige Art und Weise miteinander verknüpft. Es soll deshalb im Folgenden erläutert werden, wie die europäischen Winterwetterlagen entstehen und welche Bedeutung das Klima für die Entwicklung des Tourismus in Mitteleuropa hat.
1.1 Die Entstehung der europäischen Winterwetterlagen
Das winterliche Witterungsgeschehen in Mitteleuropa wird hauptsächlich durch die großen Wassermassen des Nordatlantiks, durch den warmen Golfstrom und die Nähe zu den arktischen Luftmassen beeinflusst. Über dem Nordatlantik bildet sich ein charakteristisches atmosphärisches Muster aus. Zwei wesentliche Bestandteile dieses Musters sind das auf mitteleuropäischen Druckkarten leicht erkennbare Tiefdruckgebiet über Island und das Hochdruckgebiet westlich der Iberischen Halbinsel, das Azorenhoch. Aus diesen Druckgegensätzen resultiert ein Ausgleichswind. Die in rotierenden Bezugssystemen auftretende Corioliskraft, deren Ursache in der Drehimpulserhaltung der Luftmassen liegt, stellt eine Beschleunigung senkrecht zur Bewegungsrichtung dar, die dazu führt, dass Bewegungen vom rotierenden Bezugssystem aus gekrümmt erscheinen. Für die Luftmassen des Nordatlantiks bedeutet dies eine Ablenkung in östlicher Richtung. Luftmassen, die aus allen Richtungen zu dem Punkt des tiefsten Druckes strömenalso zum Islandtief - werden auf der Nordhalbkugel durch die Corioliskraft entgegen dem Uhrzeigersinn rotieren und bilden eine Zyklone. Luftmassen, die aus dem Azorenhoch strömen, rotieren dementsprechend im Uhrzeigersinn.
Wie zwei Schaufelräder schaufeln die beiden Drucksysteme die Luftmassen in östlicher Richtung über den Atlantik, wobei über den warmen Wassermassen des Golfstromes die Erwärmung sowie die Wassersättigung der Luft begünstigt werden. Für den Winter in Mitteleuropa bedeutet diese Konstellation relativ hohe Niederschlagsmengen und milde Lufttemperaturen.
Ist das System von Islandtief und Azorenhoch im Hochwinter weniger stark ausgeprägt, dominiert der Einfluss der arktischen Luftmassen. Die nach Süden verlagerte Westströmung verliert an Intensität und bildet die Tiefdruckgebiete im mediterranen Raum. Das stabile winterliche Kältehoch mit Kern über Russland kann nun weit in südwestlicher Richtung vordringen und bewirkt eine äußerst stabile Wetterlage in Mitteleuropa, dessen kalte Luftmassen die Schneesicherheit in den europäischen Wintersportgebieten begünstigt.
Die Stärke der nordatlantischen Oszillation wird durch einen Index bewertet. Der NAO-Index ist definiert als die Differenz der Druckabweichung von den jeweiligen Mittelwerten an der Station Ponta Delgada (Azoren) und Stykkisholmur (Island). Eine Zeitreihe des NAO-Index von 1825 bis 2000 ist in Abbildung 3 dargestellt. Diese
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Abbildung verdeutlicht, dass der NAO-Index großen Schwankungen unterliegt.
Abbildung 3: Zeitreihe des NAOI (IFM-GEOMAR 07/2007)
Die NAO ist hauptsächlich im Winter ausgeprägt, in den übrigen Jahreszeiten ist sie nur sehr schwach ausgebildet. Wie die Zeitreihe in Abbildung 3 zeigt, schwankt der NAO-Index zwar sehr stark, eine dominante Periodizität ist aber nicht zu erkennen. Häufig werden zwar Schwankungen im Bereich von 8 bis 10 Jahren angegeben, diese Perioden sind aber nicht stationär. Die letzten 20 Jahre zeichnen sich durch fast ausschließlich positive Indizes mit sehr hohen Werten aus, was möglicherweise eine Auswirkung einer globalen Erwärmung sein könnte; Klimamodelle geben zumindest Hinweise darauf (IFM-GEOMAR 2007).
1.2 Klima als Standortfaktor im Tourismus
Der Tourismus ist einer der weltweit größten und am schnellsten wachsenden Industriezweige. Für den Zeitraum von 1980 bis 2002 konnte der Tourismus weltweite Zuwachsraten von über 150% verzeichnen, was einem mittleren jährlichen Wachstum von etwa 7% entspricht (WORLD TRADE ORGANISATION, 2003). Sowohl in der Karibik, den Mittelmeerländern als auch in den Hochgebirgsregionen Mitteleuropas wird die Attraktivität des Reiseziels wesentlich durch das Wetter bestimmt. Wetter, Klima und Tourismus sind auf vielfältige Art und Weise miteinander verknüpft. Das Wetter ist definiert über die Zustände und Vorgänge innerhalb der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Das Klima, definiert als mittlerer Zustand der Atmosphäre bestimmt neben vielen anderen Faktoren, ob gewisse Tourismusformen an bestimmten Orten grundsätzlich in Frage
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kommen oder nicht. Unter Touristikern herrschte lange Zeit die Vorstellung, Klima sei etwas Konstantes. Diese Auffassung gilt es zu korrigieren: Das Klima ist nicht statisch, sondern variabel in Raum und Zeit (ABBEG 1996, S.2). Für den Tourismus, der die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder Wohnort noch Arbeitsplatz ist, kann also vereinfacht gesagt werden: Das Klima bestimmt, ob ein Gebiet für bestimmte touristische Aktivitäten in Frage kommt, das Wetter hingegen bestimmt, ob diese Aktivitäten auch tatsächlich ausgeübt werden können.
Abbildung 4: Wichtige/unwichtige Aspekte der Entscheidung für eine Urlaubsregion (Lohmann
& Kaim 1999, S. 57)
Abbildung 4 zeigt nach einer Untersuchung von LOHMANN & KAIM (1999), dass Klima und Wetter bei der Entscheidung für eine Urlaubsregion nach landschaftsästhetischen Merkmalen und dem Kostenfaktor an dritter Stelle stehen. Dabei sind für den Sommertourismus die Faktoren des „Triple-S - sand, sun, sea“ entscheidend. Viele dieser Faktoren können in direkten Zusammenhang mit Wetter und Klima gebracht werden. Im Winter kann ein zusätzlicher Faktor zum „Triple-S“ ergänzt werden - das „Single-Winter-S“ für snow, der Faktor, der den Wintertourismus am meisten beeinflusst. Abbildung 5 verdeutlicht somit die Bedeutung von Wetter und Klima im gesamten Tourismussektor. Wetter und Klima prägen nicht nur das touristische Angebot, sondern auch die Nachfrage. Sie beeinflussen unter anderem die Entscheidung, wohin eine Reise geht und welche Aktivitäten ausgeübt werden. Die klimatischen Gegebenheiten spielen in den drei Phasen der Reise eine wesentliche Rolle: vor, während und nach der Reise. (ABEGG, 1996; MATZARAKIS, 2006). Die meteorologischen bzw. klimatischen Bedingungen beeinflussen auch die Gestaltung des Tagesablaufes.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Wetter und Klima sowohl
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Sven Fitz, 2007, Klima und Wintertourismus in Mitteleuropa - Stand und Perspektiven, Munich, GRIN Publishing GmbH
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