Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ....................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Begriffsdefinitionen 4
2.1 Assimilation und Absorption 5
2.2 Integration 6
2.3 Enkulturation und Akkulturation 7
3. Schlusswort 10
Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung Der Anteil der Migranten 1 an der Gesamtbevölkerung Deutschlands liegt seit langer Zeit bei knapp neun Prozent. Sie kommen in erster Linie aus der Türkei, Italien,
Spanien, dem ehemaligen Jugoslawien sowie aus Russland. In Deutschland leben
folglich mehr als acht Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, wobei über drei
Millionen von ihnen seit mehr als fünfzehn Jahren in der Bundesrepublik ansässig
und ca. zwei Millionen hier geboren sind (Statistisches Bundesamt, 2006).
Diese Angaben betrachtend ist es eine inzwischen nicht mehr zu leugnende
Tatsache, dass sich die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen
Jahrzehnten zu einem Einwanderungsland entwickelt hat. Insbesondere als Folge
von Arbeits- und Flüchtlingsmigration ist die Gesellschaft dieses Landes multikulturell
und vielsprachig in ihrer Gestalt und es ist zu erwarten, dass sich dies künftig eher
verstärken als verringern wird, wobei Heckmann bereits 1981 auf diese
Entwicklungstendenz hingewiesen hat. Heute, 25 Jahre später, obwohl seit 2005 ein
Einwanderungsgesetz vorliegt, ist festzuhalten, dass die Politik und auch die
Bevölkerung Deutschlands aus der Migrantenwirklichkeit noch nicht zur Genüge die
Konsequenzen gezogen haben.
Obgleich sich die Bundesrepublik mit dem Zuwanderungsgesetz vom informellen
zum formellen Einwanderungsland gewandelt hat, stellen Migration und Integration
heute - mehr denn je - ein gesellschaftliches Konfliktfeld dar, so dass Studien zur
Anpassung von Migranten eine steigende Bedeutung zukommt.
Während Schrader (1989, S. 436) noch vereinfacht die Migration als "…das
Verlassen des bisherigen und das Aufsuchen eines neuen, als dauerhaft
angestrebten Wohnorts in einer signifikanten Entfernung…" beschreibt, gehen Elias
und Scotson (1990, S. 248) in ihrer Definition über den Aspekt des Ortwechsels
hinaus und erachten vor allem "…den Wechsel der Gruppenzugehörigkeit…" als
charakteristisch für die Migration. Die Autoren betonen hierbei, dass sich Migranten
nicht nur physisch von einem Ort zum anderen bewegen, sondern dabei auch
zugleich von einer Gesellschafts- beziehungsweise Kulturgruppe in eine andere
überwechseln. An diesem Berührungspunkt zwischen zwei Kulturen, ist der Prozess
1 In der Arbeit wird aufgrund der besseren Lesbarkeit und einfacheren Handhabung auf die explizite
sprachliche Unterscheidung von Migranten/Migrantinnen usw. verzichtet.
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der Akkulturation einzuordnen, bei dem unterschiedliche Kulturen durch Interaktion ihrer Mitglieder aufeinander treffen und in einen Austausch geraten, der kulturelle Veränderungen nach sich zieht. Bei Individuen kommt es hierbei zu intraindividuellen psychischen Veränderungen, was seit Graves (1967) als psychologische Akkulturation bezeichnet wird.
Akkulturation stellt ein psychologisch und auch gesamtgesellschaftlich relevantes Thema dar, was sich in einer starken Zunahme von Forschungen über Akkulturation in den letzten Jahren äußert. Nach Rudmin (2003) hängt dies insbesondere mit Änderungen der politischen Bestrebungen von Gruppen innerhalb pluraler Gesellschaften sowie mit der wachsenden Anzahl von Flüchtlingen und Auswanderern zusammen.
Die zentralen psychologischen Fragestellungen der Akkulturationsforschung beziehen sich auf das Erleben und Verhalten der Migranten unter der Bedingung ihres Aufenthaltes in einem anderen als ihrem primären soziokulturellen Kontext. Dabei wird untersucht, unter welchen Bedingungen welche besonderen Verlaufsformen der Akkulturation auftreten sowie welche Faktoren Einfluss auf den Akkulturationsprozess haben.
2. Begriffsdefinitionen
Aus den bisherigen Publikationen zur Akkulturation geht keine allgemeinverbindliche Definition von diesem Konstrukt hervor. Es zeigen sich beim Gebrauch dieses Begriffes häufig Unklarheiten und Widersprüche: Zum einen wird mit diesem einmal das Ergebnis von Kulturkontakten und zum anderen der Prozess selbst bezeichnet, oder Akkulturation wird gleichbedeutend mit Termini wie Assimilation, Absorption, Integration und Enkulturation zur Beschreibung des individuellen Verhaltens im Prozessverlauf benutzt.
Im Folgenden werden die oben genannten zentralen Grundbegriffe, die in der Migrations- und Akkulturationsforschung häufig konfundiert sind, voneinander abgegrenzt und die ihnen jeweils zugrunde liegende Bedeutung herausgestellt.
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Diplom-Psychologin Merima Sabic, 2006, Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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