Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschlechtsidentität von Frauen 4
2.1 Allgemeines und Definitionen 4
2.2 Die Definitionsebenen zum Aufbau einer Geschlechtsidentität 5
2.3 Geschichtlicher Abriss der Entwicklung der Gesellschaft und des Frauenbildes 6
2.4 Ontogenese der Geschlechtsidentität 7
2.5 Probleme bei der Findung einer eigenen unvoreingenommenen Identität 8
2.6 Geschlechtsidentitäten von Frauen in der heutigen Zeit 9
2.6.1 Ein Überblick 9
2.6.2 Konsequenzen 11
2.6.3 Ausblick 11
3. Zusammenfassung 12
4. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
„Hausarbeit ist Menschenarbeit und nicht Frauenarbeit.“ (Alice Schwarzer – Feministin) Eine interessante These, welche Frau Schwarzer in den Raum stellt. Sie setzt damit einen Punkt in einer weitreichenden Diskussion. Hat sich das Bild von der Hausfrau und Mutter gewendet? Wie sehen wir die Frau von heute? Manche sehen es wahrscheinlich gerne, wenn es eine klare Trennlinie zwischen den Geschlechtern gibt, doch verwischt diese nicht zunehmend? – Die heutige Frau ist emanzipiert. Immer mehr Frauen drängen in die Chefetagen und versuchen, die Karriere zu ihrem Lebensmittelpunkt zu definieren. Die Familie und der Haushalt sind für Frauen nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft. Oder vielleicht doch?
Die Gesellschaft hat sich spätestens mit dem Einsetzen des Industriezeitalters grundlegend verändert. Mit den einhergehenden sozialen Veränderungen blieb auch die Identitätskategorie – Geschlecht – von den gesellschaftlichen Umbrüchen und politischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte nicht verschont. (vgl. Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.) 2004: 94.) Allen voran die westlichen Staaten sprachen den Frauen immer mehr Grundrechte zu. Das Wahlrecht für Frauen als ein enorm wichtiger Schritt im Gleichstellungsprozess wurde in vielen Staaten eingeführt (In Deutschland geschah dies im Jahr 1918.). Nach dem zweiten Weltkrieg kam den Frauen eine wichtige Aufgabe zu. Als so genannte „Trümmerfrauen“ sorgten sie für einen schnellen Aufbau des zerstörten Deutschlands. Frauen nahmen die Positionen der Männer ein, welche im Krieg an der Front gefallen waren oder noch in Kriegsgefangenschaft saßen. Auch in den Folgejahren des Krieges waren immer mehr Frauen im Berufsleben zu finden. Obwohl die Quote der erwerbstätigen Frauen im damaligen Osten Deutschlands mit 80,9 % viel höher war als im Westen (46,2 % - gemessen 1970), ist ein genereller Anstieg seit 1950 erkennbar. (Vgl. Tabelle Joas (Hrsg.) 2007: 301.) Des Weiteren ist zu beobachten, dass heute immer mehr Frauen einen universitären oder anderen, gleichwertigen Abschluss machen. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Absolventen an Hochschulen weiblich. Diese Zahl nimmt jedoch bei den Habilitationen (23%) und Professorenstellen höchster Besoldungsstufe (9%) rapide ab. (Vgl. Statistisches Bundesamt 2006: 64ff.) Ein Wandel ist hier zurzeit noch nicht erkennbar, obwohl er prognostiziert wird. Ein Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben aufgrund des Geschlechts gilt heute als illegitim. Neben all diesen Veränderungen muss ebenfalls erwähnt werden, dass die
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Fertilitätsrate in Deutschland auf einem sehr niedrigen Level stagniert. Dies alles sind nur einige Bereiche, in denen sich eine neue Definition des Frauenbildes bemerkbar macht. Weiterhin existieren Bereiche, in denen die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann noch immer deutlich existiert, wie z.B. beim Einkommen, der Verteilung der Hausarbeit oder der sexuellen Gewalt. (vgl. Heintz 2001: 9.) Wie unschwer zu erkennen ist, sollen im Mittelpunkt der Bearbeitung dieser Hausarbeit die Frauen und die Identifikation mit ihrem Geschlecht stehen. Speziell möchte ich mich mit Folgendem auseinandersetzen: Wie identifizieren sich die heutigen Frauen mit ihrer Umwelt? Welchen Wandel gab es und wohin führt dieser? Es soll aber auch aufgezeigt werden, was den Frauen ermöglicht, überhaupt erst eine eigene Geschlechtsidentität aufzubauen.
Es ist zu beachten, dass ich mich bei spezifischen Werten von empirischen Untersuchungen nur auf die Bundesrepublik Deutschland beziehe.
2. Geschlechtsidentität von Frauen
2.1 Allgemeines und Definitionen
Das Geschlecht bildet im Allgemeinen den „zentralen Definitionsraum für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Identität eines Individuums.“ (Trautner 1987: 29.) Ferner ist „das Geschlecht [...] “ neben „Nation“ und „Rasse“ „[...] eine der zentralen Kategorie, die die Identität des Menschen symbolisch und sozial in einer übergreifenden, scheinbar ‚objektiven’ Zugehörigkeit verankern.“ (Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.) 2004: 94.) Genauso wie die Kategorie Rasse lässt sich das Geschlecht an Körpermerkmalen erkennen und ist somit leicht von der Umwelt wahrnehmbar. Die Kategorie der Geschlechtsidentität ist unterteilt in Mann und Frau. Ausgenommen sind hier Transvestiten, Transsexuelle und Homosexuelle. Ferner ist zu bemerken, dass die Differenzkategorie Geschlecht nie alleine wirkt, sondern „[...] in verschiedenen Kontexten gleichzeitig mit und durch andere Differenzen artikuliert und sozial realisiert“ (Eickelpisch / Rademacher (Hrsg.) 2004: 96.) wird. Die Frau wird symbolisch in die Nähe der Natur gestellt, womit sie als emotional, beherrscht, instinktgeleitet, unselbstständig und kindhaft beschrieben werden kann.
Sie (oder eben auch er, der Mann) nimmt in der Gesellschaft eine bestimmte Rolle ein, mit welcher sie sich identifiziert. Am Anfang stehen dabei häufig die Selbstwahrnehmung
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und die Auswahl zwischen männlich und weiblich. Jedoch ist die Rolle der Frau von vornherein „[...] bezeichnet [durch] kulturell vorherrschende Erwartungen und soziale Normen hinsichtlich der für das weibliche [...] Geschlecht typischen und angemessenen Fähigkeiten, Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen, Motive und Verhaltensweisen.“ (Endruweit/Trommsdorf 1989: 244.) Somit kommt es schnell zu einem Rollenkonflikt. Oftmals stehen in der heutigen Zeit die eigenen Präferenzen und Lebensziele im Gegensatz zur traditionellen Frauenrolle, auf welche im Punkt 2.6 eingegangen wird. Zusammenfassend lässt sich sagen: „Die Natur bestimmt, ob wir männlich oder weiblich sind, die Kultur legt fest, was es bedeutet, männlich oder weiblich zu sein.“ (Trautner 1987: 29.) Seit Anbeginn der Geschlechterforschung wurde die Frau jedoch immer in den Hintergrund gedrängt. So beschreiben Eickelpisch und Rademacher in ihrem Buch „Identität“ das Problem wie folgt: „Das ‚Männliche’ liefert den Maßstab zur Beschreibung des ‚Weiblichen’: Frauen unterscheiden sich von Männern, die selbst nicht verschieden sind. Der Mann ist ‚normal’, die Frau wird als Nicht-Mann, als das ‚andere Geschlecht’ konstruiert.“ (Eickelpisch / Rademacher (Hrsg.) 2004: 98.)
2.2 Die Definitionsebenen zum Aufbau einer Geschlechtsidentität
Der Aufbau einer Geschlechtsidentität kann nur nachvollzogen werden, „[...] wenn dieser als Ergebnis einer identitätsstiftenden Kette biologischer und sozialer Prozesse betrachtet wird.“ (Trautner 1987: 31.) Aus diesem Grund ist bei der Identität des Geschlechts auch von drei Definitionsebenen auszugehen. Diese sind die biologische, die soziale und die individuelle Definitionsebene.
Bei der biologischen Definition wird schon lange vor der Geburt das Geschlecht durch die gonosomalen Chromosomen XX und XY bestimmt, welche sich im weiteren Verlauf der pränatalen Entwicklung auf das morphologische Geschlecht auswirken. Im Verlauf des Erwachsenwerdens prägen sich diese Merkmale immer deutlicher aus (speziell in der Pubertät).
Die soziale Definition des Geschlechts ist wie die biologische dichotom und invariant ausgeprägt. Ferner baut sie auf der biologischen Definition auf und verstärkt diese durch verschiedene Formen z. B. durch sozial normierte Merkmale wie Name, Haartracht oder Kleidung ebenso wie durch Rollenerwartungen an das Geschlecht oder durch
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Johannes Richter, 2007, Geschlechtsidentität von Frauen - Entwicklung und Folgen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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