Die Währungsreform 1948 - Die Ursachen und ihre Wirkung
von
Benjamin Pommer
Abgabe: 12.03.2007
INHALTVERZEICHNIS
1. EINFÜHRUNG... 3
2. AUSWIRKUNGEN DER NATIONALSOZIALISTISCHEN WIRTSCHAFTSPOLITIK... 4
3. DIE WIRTSCHAFTLICHE ÜBERGANGSPHASE 1945-48... 5
4. DIE WÄHRUNGSREFORM... 6
4.1. VORBEREITUNG... 6
4.2. DURCHFÜHRUNG... 8
4.3. AUSWIRKUNGEN... 10
5. DIE WIRTSCHAFTREFORM... 11
6. ZUSAMMENFASSUNG... 12
LITERATURVERZEICHNIS... 14
1. Einführung
Am 01. Januar 2002 begann in Europa der offizielle Tauschprozess der einheitlichen europäischen Währung gegen die jeweilige Landeswährung, an der sich 18 Staaten beteiligt hatten. Der Euro sollte zur Stabilisierung des Geldwertes beitragen und die wirtschaftliche Einheit Europas unterstreichen. Besonders unter der Bevölkerung Deutschlands wurde die Einführung des Euro sowohl im Vorfeld als auch im weiteren Verlauf durch Meinungsforschungsinstitute und wissenschaftliche Einrichtungen untersucht. Der Grund für den Aufwand liegt in der Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschlands im vergangenen 20. Jahrhundert. Zum Ersten wurde mit der Einführung des Euro seit 1902, von Rentenmark über Reichsmark und Deutsche Mark, zum fünften Mal in einem deutschen Staat eine neue Währung eingeführt. Zweitens verbinden die Deutschen kein anderes Symbol so deutlich mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre wie die Deutsche Mark. Der Beweis, dass die erwähnten Gründe zu einem Vorbehalt in der deutschen Bevölkerung geführt hätten, soll hier nicht erbracht werden, da entgegen der öffentlichen Meinung der Vergleich von Einführung des Euro und der Deutschen Mark Mängel aufweist. Denn anders als am 01. Januar 2002 fand am 20. Juni 1948 mit der Ausgabe bzw. dem Tausch der neuen Währung Deutsche Mark eine tatsächliche Währungsreform ihren Abschluss, die bisherige deutsche Währungen ablöste und eine weitere Verwendung als Recheneinheit, wie beim Euro, nicht vorsah. Auch die Initiative der Reform lag 1948 nicht bei einer souveränen deutschen Regierung, sondern bei den drei Besatzungsmächten (USA, Frankreich, Großbritannien) im westlichen Teil Deutschlands. Dadurch, dass neben dem politischen Tiefpunkt, der sich sowohl in der Kapitulation vom 08. Mai 1945 und dem Verlust der staatlichen Souveränität als auch in der Krise der Blockade des westlichen Teils von Berlin manifestierte, auch ein sozialer und wirtschaftlicher Umbruch vorhanden war, ist ein Vergleich mit der Einführung des Euro ebenfalls nicht möglich. Falls eine annähernd vergleichbare Situation in der Geschichte Deutschlands vorhanden wäre, dann ist der Vergleich mit Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 und der Einführung einer im gesamten Reichsgebiet einheitlichen Währung zu suchen. Vielmehr soll hier jedoch untersucht werden, wo die wirtschaftspolitischen Ursachen einer Symbolisierung und vor allem Identifizierung der Deutschen mit „ihrer“ Deutschen Mark liegen und wie sich neben der Währungsreform auch die Reform des Wirtschaftssystems auf das Wirtschaftswachstum der alten Bundesrepublik Deutschland ausgewirkt hat. Dahingehend wird eine zunächst getrennte Betrachtung der Reformen stattfinden, die im weiteren Verlauf der bundesdeutschen Geschichte als Soziale Marktwirtschaft bekannt wurde. Das Wirtschaftswachstum wird in dieser Arbeit als Folge erwähnt aber nicht dargestellt.
2. Auswirkungen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik
Die von der nationalsozialistischen Führung geplanten Maßnahmen zur Meisterung der Weltwirtschaftskrise, die in den 1930er Jahren auf das Deutsche Reich übergegriffen hatte, äußerten sich in einer Umorientierung in ökonomischen Fragen. Die aus der Weimarer Republik hervorgegangene Ordnung des Betriebs- und Arbeitsmarktes, bestehend aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervereinigungen, wurde durch die Auflösung und Übernahme von sämtlichen Vereinigungen in Parteiorganisationen, wie der Deutschen Arbeitsfront der NSDAP, beseitigt. Als weitere wirtschaftliche Maßnahme der NS-Führung wurde der freie Markt unterbunden. Ebenfalls wurde mit der Kartellgesetzgebung und der daraus resultierenden freiwilligen und auch Zwangskartellbildung die annähernd vollständige Konkurrenz beseitigt, so dass eine Steuerungsfunktion des Marktes von diesem Zeitpunkt an nicht mehr möglich war. Das führte aber nicht zu einer staatlich gelenkten, zentralen Verwaltungswirtschaft, sondern vielmehr zu einer monopolisierten Kontrolle des Marktes mit zentralisierter Planung. Wie oben erwähnt verlor der Markt auch seine Preissteuernde Funktion, die vollständig durch die Einführung einer staatlich gelenkten und einer, begründet durch die Begünstigung der Kartellbildung, semi-privat-staatlichen Preisbildung ersetzt wurde. Neben der Preisregulierung durch die Regierung wurden ab 1934 „immer mehr Rohstoffe, Produktionsmittel und Konsumgüter der staatlichen Preis- und Mengenbewirtschaftung unterworfen“1. Aber nicht nur der Import, sondern konsequenterweise auch der Export wurde damit der „sich entwickelnden staatlichen Lenkungswirtschaft“2 untergeordnet. Die Umsetzung des wirtschaftlichen Vier- Jahres-Plan, der auf eine Umstellung der Wirtschaft auf Kriegsproduktion abzielte, wurde durch die Absicht der Regierung legitimiert, die Folgen der Weltwirtschaftskrise auf die deutsche Bevölkerung zu beseitigen. Um das Ziel des Vier-Jahres-Planes zu erreichen, wurde u. a. die Schaffung eines „gewaltigen Behördenapparates“3, der den Zweck der Gewährleistung einer reibungslosen (Auf-) Rüstung unter Mitwirkung militärischer Stellen hatte, vorangetrieben.
[...]
1 Schröter 2005, S. 334.
2 Ebenda.
3 Ebenda.
Arbeit zitieren:
Benjamin Pommer, 2007, Die Währungsreform 1948, München, GRIN Verlag GmbH
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