Die moderne Ashanti-Gesellschaft
von Marc Seifert
INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung
II. Geografie
II.1 Westafrika und Ghana
II.2 Das Gebiet der Asante
II.3 Die Akan-Stämme
II.3.1 Woher kommen die Asante?
II.3.2 Sprachwissenschaft
III. Der Aufbau des Staates
III.1 Traditionelle soziale Ordnung und daraus
resultierende Konflikte in der Neuzeit
III.1.1 Sozialgefüge
III.1.2 Matrilinearität und Patrilokalität
III.1.3 Abusua und Ntoro
III.1.3.1Kreuzkusinen-Heirat
III.1.4 Frauen bei den Asante
III.1.5 Religion
III.1.5.1 Traditionelle Religionen
III.1.5.2 Islam und Christentum
III.2 Clanwesen und Staatsgefüge
IV. Aufstieg und Fall des Asante-Reiches
IV.1 Das Militärwesen
IV.2 Der Sklavenhandel
IV.3 Der Goldene Stuhl
IV.4 Der Aufstand der Asante
IV.5 Chronologie der Asantehene
V. Westafrika nach der Unabhängigkeit
V.1 Das Erbe der Kolonialverwaltungen
V.2 Probleme mit der Unabhängigkeit
VI. Die politischen Systeme in Ghana - eine Übersicht
VI.1 Militärregime versus Rechtsstaat
VI.2 Die Bedeutung der Asante für die politische Entwicklung Ghanas
VI.2.1 Drei Fallbeispiele
VI.2.1.1 Lieutenant General Akwasi Amankwa Afrifa
VI.2.1.2 General Ignatius Kutu Kwasi Acheampong
VI.2.1.3 Präsident John Agyekum Kufuor
VI.3 Chronologie der Politischen Systeme
in Ghana seit der Unabhängigkeit
VI.4 Chronologie der Präsidenten und politischen Führer
in Ghana seit der Unabhängigkeit
VII. Wirtschaftliche und soziale Entwicklung
VII.1 Bodenschätze und Bergbau
VII.1.1 Die Wirtschaftliche Bedeutung der Rohstoffe
für Ghana am Beispiel Gold
VII.2 Agrarwirtschaft
VII.3 Industrialisierung
VII.3.1 Probleme der Industrialisierung am Beispiel Voltastausee
VII.4 Ghanas Wirtschaft in Zahlen
VII.5 Zukunftsaussichten
VIII. Anhang
VIII.1 Verzeichnis der Literatur
VIII.2 Verzeichnis der Internetquellen
VIII.3 Verzeichnis der Tabellen, Bilder und Karten
VIII.4 Verzeichnis der Abkürzungen
I. Einleitung
Westafrika bildet seit jeher keine Einheit. Weder in politischer, linguistischer, noch in ökologischer oder wirtschaftlicher Hinsicht. Bestimmend ist eher die historiographische Quellenlage. Als Quellen zur vorkolonialen Geschichtsforschung kommen sowohl schriftlich tradierte Chroniken oder Quellen, als auch mündliche Überlieferungen zum Tragen. Auch linguistische Daten wie zum Beispiel Entlehnungen, Orts- und Flussnamen oder andere sprachhistorische Erkenntnisse sind von nicht unwesentlicher Bedeutung.
Schriftliche Quellen von Westafrika-Reisenden, meist aus dem arabischen Raum, stehen ab dem 11. Jahrhundert zur Verfügung. Deren Aussagewert hängt von mehreren Faktoren ab, so unter Anderem von der Zielsetzung dieser Reisen, der Beobachtungsgabe der Reisenden, von der Dauer ihres Aufenthaltes und der Art ihrer Kontakte. Demgegenüber stehen die wesentlich ungenauer ausfallenden mündlichen Überlieferungen - meist der ′Griots′.
Trotz der im Vergleich zu Mitteleuropa eher ungünstigen Quellenlage soll der Versuch unternommen werden, die vorkoloniale Geschichte in die Aufarbeitung moderner Konflikte im heutigen Westafrika mit einzubeziehen. Ebenfalls entscheidend für die Situation in dieser Region ist die Rolle der westlichen Kolonisatoren. Das Volk der Asante steht hier exemplarisch für die Vielfalt der Kulturen in Westafrika.
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit wird sich daher mit den geographischen Gegebenheiten, der Herkunft der Asante, ihrer Kultur und Geschichte und vor allem mit dem Aufstieg und Fall ihres Reiches beschäftigen. Im zweiten Teil stehen die Wechselwirkungen zwischen dem auch heute noch äußerst bedeutenden Sozial- und Clanwesen dieses Volkes und den wirtschaftlichen und politischen Systemen in einem unabhängigen Ghana im Vordergrund.
II. Geografie
II.1 Westafrika und Ghana
Als Westafrika wird das Gebiet zwischen Sahara und Atlantikküste bezeichnet. Es erstreckt sich in etwa vom Golf von Guinea (Atlantik) entlang der Nigermündung, Sklavenküste, Goldküste, Elfenbeinküste und Pfefferküste bis an die Nordgrenze des Senegal, und umfasst die südlichen Staaten der Sahara, sowie die Staaten der Atlantikküste vom Senegal im Nordwesten bis nach Kamerun im Südosten. Zu den wichtigsten vorkolonialen Gebieten gehören die Reiche: Asante, Benin, Dahomey, Darfur, Ghana, Hausa, Kanem-Bornu, Mali, Oyo, Songhai und Wadai.
Ghana liegt an der Goldküste und wird im Westen von der Elfenbeinküste, im Osten von Togo und im Norden von Burkina Faso begrenzt. Die Fläche beträgt 238.537 km². Das Land hat ca. 19,7 Mio. Einwohner. Die Hauptstadt ist Accra. Durchzogen wird Ghana von dem Fluss Volta, dem dominanten Voltastausee und dessen Oberläufen, dem ′Weißen′ und dem ′Schwarzen′ Volta. Das Land ist eher flach. Erhebungen gibt es lediglich im Nordwesten und um die Stadt Kumasi herum. Das Klima ist tropisch bis trocken-warm.
II.2 Das Gebiet der Asante
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Marc Seifert, 2001, Die moderne Ashanti-Gesellschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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