Thema: Der Mensch lernt sprechen
Autorin: Julia Smaxwil
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
1.1 BEDINGUNGEN FÜR DIE SPRACHENTWICKLUNG 5
2 ERWERB DER PHONOLOGIE (LAUTVERSTÄNDNIS UND LAUTPRODUKTION) 6
2.1 DIE VORSPRACHLICHEN PHASEN 6
2.2 DIE AMMENSPRACHE 7
2.3 PHASEN DER LAUTPRODUKTION 7
2.4 DIE LALLPHASE 8
2.5 ERSTE LAUTBILDUNG 9
2.6 DIE PROTOWÖRTER 9
3 ERWERB DER SEMANTIK 11
3.1 DIE BEDEUTUNG EINES WORTES 11
3.2 DIE PRINZIPIEN DER AFFEKTKONSTANZ UND DER DINGKONSTANZ 11
3.3 VORAUSSETZUNGEN DER ENTWICKLUNG VON SEMANTISCHEN STRUKTUREN 12
3.4 BEDEUTUNGSVERENGUNGEN UND BEDEUTUNGSERWEITERUNGEN 13
3.5 ZWEI EBENEN 13
3.6 SEMANTIK UND SYNTAX 14
4 SCHLUSS 15
5 LITERATURVERZEICHNIS 16
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Thema: Der Mensch lernt sprechen Autorin: Julia Smaxwil
1 Einleitung
Die moderne Linguistik beschreibt den Spracherwerb nicht als ganzheitlichen Prozess, sondern fasst diesen Prozess als modular auf. Kindlicher Spracherwerb vollzieht sich auf folgenden Ebenen:
N Syntax
N Semiotik
N Phonologie
N Lexikon
Diese Ebenen besitzen einzelnen Module, die laut linguistischer Wissenschaft keinen oder nur wenig Einfluss aufeinander haben.
Der Spracherwerb ist autonom, d.h. Spracherwerb vollzieht sich fast unabhängig von anderen (kognitiven) Funktionen. Bei niedriger kognitiver Leistungsfähigkeit verläuft der Spracherwerb fast normal. Beim Down-Syndrom ist zum Beispiel die sprachliche Entwicklung weiter als die kognitive Entwicklung. Ein weiteres Indiz für die Autonomiehypothese ist das Phänomen des Hyperlinguismus. Hyperlinguisten sind besonders sprachbegabte Kinder und Erwachsene. Es zeigt sich nämlich, dass Hyperlinguismus auch bei unterbegabten Menschen auftritt. Beim Spracherwerb der ersten Sprache weiß weder das Kind, noch die Umgebung von den sprachlichen Regeln, die im Spracherwerb zur Anwendung gebracht werden. Der Prozess des Spracherwerbs geht also unbewusst vor sich. Allgemein kann man sagen, dass der Spracherwerb ein Prozess ist, der in der menschlichen Entwicklung sehr früh einsetzt und sich schnell vollzieht. Die Struktur der Sprache wird mit dem 3. Lebensjahr erworben (später differenziert sich nur noch die Komplexität der Syntax).
Um eine Sprache erwerben zu können, benötigt der Mensch sprachlichen Input. Ansonsten wird Sprache nicht erworben, oder es kommt nur zu einer Art „Lautnachahmung“. Man kann festhalten, das dieser Input bis zum ca. 14. Lebensjahr erfolgen sollte, sonst ist der Erwerb der ersten Sprache nicht mehr möglich.
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Was ist der Spracherwerb und welche Grundlagen er hat? Laut dem Universalwörterbuch Duden wird der Begriff Spracherwerb folgenderweise definiert: Spracherwerb: Das Erlernen der Muttersprache. 1 Der Begriff Spracherwerb umfasst viele Arten des Erwerbes. Zum Beispiel den Erwerb der Muttersprache, den Erwerb einer Zweitsprache, sowie den Erwerb der Gebärdensprache. Je jünger der Mensch, umso leichter erlernt er eine Sprache. 2 Dazu sollte gesagt werden, dass der Spracherwerb von Kind zu Kind verschieden ist, bzw. der Beginn und die Dauer variieren. Der Spracherwerb ist ein lebenslanger Prozess ist, da selbst Erwachsene ihr sprachliches System immerwährend erweitern. Wie lernt eigentlich das Kind sprechen? Als Antwort bekommt man meist die sogenannte Imitationstheorie des Spracherwerbs. Kinder imitieren Wörter, die sie bereits verstehen. Imitiert wird nicht um Neues zu lernen, sondern um gerade Gelerntes aktiv zu üben.
Die Sprache selbst fungiert als Vermittler zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Um die Sprache zu erwerben, muss sich der Mensch in dieser Umwelt befinden, da nur die Umwelt ihm die Sprache vermitteln kann.
Die Interpretation der Umwelt hängt also wesentlich von der sprachlichen Konvektion ab. 3 Es sollen die Grundstrukturen des Verlaufs der Sprachentwicklung skizziert werden. Ich werde zuerst kurz auf diverse Bedingungen eingehen, die gegeben sein müssen, damit ein Kind überhaupt Sprache entwickeln kann. Im zweiten Teil geht es um den Erwerb der Phonologie, die vorsprachlichen Phasen, Ammensprache, Lautproduktion und Protowörter.
Dann gehe ich über zum Erwerb der Semantik, also zur Bedeutung der Wörter, zu den Prinzipien der Affektkonstanz und der Dingkonstanz, zu Voraussetzungen der Entwicklung von semantischen Strukturen, zu Bedeutungsverengungen und Bedeutungserweiterungen.
1 Drozdowski, G. (Hrsg.): Deutsches Universalwörterbuch, S. 1439
2 Vgl. Rothweiler, M.: Spracherwerb. In: Meibauer, J. (u.a.): Einführung in die germanistische
Linguistik. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2002. S. 251-293
3 Vgl. Francescato, G.: Spracherwerb und Sprachstruktur beim Kinde. Stuttgart: Klett, 1973, S. 7
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1.1 Bedingungen für die Sprachentwicklung
Ein Kind sollte im Laufe seines Spracherwerbs gewisse Strukturen und Faktoren mitbringen. Es sollte von Geburt an neuromotorische, sensorische und mentale Strukturen besitzen, um überhaupt eine Sprache entwickeln zu können:
N Auditive Faktoren
Hören ist ein wesentlicher Grundstein zum Erwerb von Sprache. Das Kind muss ein gutes Gehör besitzen, damit Geräusche der Umwelt wahrgenommen werden können und auch Sprache der Bezugspersonen vom Kind gehört werden kann. Durch Hören wird das Interesse an Sprache und damit am Kontakt zur Außenwelt geweckt. Hierbei ist auch die Bedeutung des vorgeburtlichen Hörens nicht zu unterschätzen.
N Organische Faktoren
Der Mund- und Rachenraum des Kindes müssen frei von Missbildungen sein, um eine normale Sprachentwicklung zu durchlaufen. Hinderlich für eine gute Sprachentwicklung sind zum Beispiel eine Kieferdeformation, eine Gaumenspalte oder ein gespaltenes Zäpfchen.
N Visuelle Faktoren
Gestik und Mimik sind mit Sprache verbunden Das Sehen ist eine wichtige Grundvoraussetzung für Sprache. Durch Beobachtung von Mundbildern und Gesichtsausdruck können verschiedene Begriffe schneller erlernt werden.
N Emotionale Faktoren
Mit emotionalen Faktoren sind die Bezugspersonen gemeint. Es ist wichtig, dass diese auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen, seine Mitteilungen aufgreifen und ihm Liebe und Fürsorge entgegenbringen. Es sollte Vertrauen aufgebaut werden damit die Bereitschaft zur Sprache gefördert wird. Sprachangst wäre für die Sprachentwicklung nur störend. Das Kind sollte also in einer Umgebung leben, in der es angstfrei Sprache erlernen kann. Ein Kind muss sich ausprobieren.
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Julia Smaxwil, 2004, Kindlicher Spracherwerb: Der Mensch lernt sprechen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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