Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
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3.1 Klassifizierungssyteme 6 7
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8 11
11 14
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15 16
8. Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen
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9.1 Das Angsttagebuch 16 17
9.2 Die Konfrontation Exposition 17 18
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11. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Jedem von uns ist das Phänomen der Angst ein vertrautes Gefühl. Es wäre unnormal und sehr verwunderlich, würde jemand behaupten, er hätte noch niemals in seinem Leben Angst gehabt, denn normalerweise übermannt uns diese Emotion in ganz alltäglichen Situationen. Im Straßenverkehr beispielsweise, wenn ein fremdes Auto das eigene waghalsig schneidet und man nur noch im letzten Moment in der Lage ist zu bremsen.
Nach einem netten Abend bei Freunden, wenn man sich spät abends allein im Dunkeln auf den Nachhauseweg begibt, dabei ein unwohles Gefühl in der Magengegend verspürt und da- durch wie automatisch einen Schritt schneller wird.
Allein schon bei der Vorstellung eine öffentliche Rede halten zu müssen, reagieren die meis- ten Menschen naturgemäß mit einem Kloß im Hals, Herzklopfen und Lampenfieber. Dabei ist Angst ein lebenswichtiges und notwendiges Gefühl, welches durchaus einen sinnvollen Zweck erfüllt. Sie entspricht sozusagen einem Alarmsystem in brenzligen oder bedrohlichen Situationen. Alle Sinne reagieren sodann mit erhöhter Wachsamkeit, auch die Konzentration und Zielstrebigkeit werden natürlicherweise optimiert. Der eigene Körper wird innerhalb von Sekunden zu Höchstleistungen mobilisiert, was dazu beiträgt, im Sinne der eigenen Sicherheit blitzartig kämpfen oder flüchten zu können. In Situationen, in denen das Alarmsystem aktiviert wird, reagieren gesunde Menschen verlässlich und instinktiv den eige- nen Kräften und Fähigkeiten entsprechend.
Man bekommt oftmals erst im Nachhinein, nachdem die gefährliche Situation überstanden ist, weiche Knie und der Gedanke kommt auf, mit einem Schrecken davongekommen zu sein. Das normale, gesunde Gefühl der Angst ist jedoch nicht nur stets negativ belastet, sondern birgt unter Umständen auch positive Aspekte. So bietet beispielsweise eine vorherrschende Befürchtung in einer wichtigen Prüfung versagen zu können, den Anreiz in Zukunft konzentrierter und ehrgeiziger zu sein, mit dem Ziel bessere Leistungen zu erbringen. Es ist wichtig, der meist negativ belasteten Emotion durchaus auch positive Seiten zu zuspre- chen, denn schließlich geht das Überwinden jeglicher Angstsituationen stets mit einem guten, wohltuenden Gefühl einher.
Zudem wird auch das kribbelnde Gefühl der Spannungsangst von vielen Menschen gesucht und durchaus genossen. Ein spannender Krimi, der Sprung aus einem Flugzeug oder das Pad- deln auf einem reißenden Fluss werden heutzutage oftmals bevorzugt, anstatt die Empfindung der Eintönigkeit und die Langeweile des Alltages ertragen zu müssen.
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2. Angst als eine biologisch-evolutionäre Funktion
Das normale, gesunde Angsterleben ist im Gegensatz zur irrationalen Angst ein essentielles und evolutionär verankertes Grundgefühl. „Die biologische Funktion von Emotionen“, so auch die der Angst, „besteht in der Vorbereitung von Handlungen“ (Hoyer et al., 2005, S. 11) Angst bereitet grundsätzlich auf eine potentielle Gefahr vor und initiiert so eine adäquate Kampf- oder Fluchtreaktion.
Hoffmann und Hofmann bezeichnen Angst als sinnvolle, bewährte, dem Überleben dienende Empfindung, welche aufgrund frühzeitlicher Erfahrungen im Erbgedächtnis verankert ist. Vor Jahrtausenden war es existentiell umgehend zu fliehen, sobald ein gefährliches Tier ge- sichtet wurde. Wer zögerte und, wie aus heutiger Sicht als angemessen geltend, seine Emotion analytisch hinterfragt hätte, hätte es damals sicherlich mit seinem Leben bezahlt. Das Problematische liegt heutzutage nun in der Tatsache, dass sich Angstsituationen, denen wir begegnen, oftmals nicht sinnvoll mit der altbewährten Methode des Fliehens oder des Kämpfens bewältigen lassen. Wir begegnen schließlich glücklicherweise keinen gefährlichen Raubtieren mehr. Uns ängstigen neue Dinge, die im Gegensatz zur Frühzeit eher das Nach- denken erfordern, um die gegenwärtige Angst bringende Situation auf reale Gefahrensignale hin analysieren zu können.
Im Unterschied zu gesunden Menschen gelingt genau jenes analytische Hinterfragen Angst- patienten nicht. In Angst- oder Alarmsituationen ist ihre Kognition beeinträchtigt, wodurch die Orientierungsfähigkeit abnimmt. Der Blick ist starr auf die irrationalen Angstsignale ge- richtet. Die Wahrnehmung ist verzerrt. Eine angemessene Reaktion auf eine reale oder auch irreale Angstsituation ist aufgrund des eingeschränkten Blickwinkels nicht oder nur äußerst schwer möglich (vgl., Hoffmann; Hofmann, 2004, S. 12).
3. Die Schwierigkeit der richtigen Diagnose
Angst gehört ebenso wie Wut, Freude oder Trauer zu der individuellen und emotionalen Erlebniswelt eines Jeden. Jegliche Emotion, so auch die der Angst, ist eine Empfindung und Interpretation des Limbischen Systems, die durch Botenstoffe und neuronale Verschaltungen ausgelöst wird. Sie ist nichts Greifbares.
Aufgrund dieser mangelnden fassbaren Struktur, lässt sie sich dementsprechende nur schwer klassifizieren. Anders als bei einer offenen Fraktur, bei der jeder Arzt/ jede Ärztin das entsprechende optische Ergebnis vor sich sieht, bleibt Angst etwas Diffuses. Sie ist keine messbare Größe, wie etwa die Geschwindigkeit, die ein Auto maximal erreichen kann oder die Dichte eines Eisenstabes.
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Hoyer, Helbig und Margraf zufolge ist das Charakteristische der Angst die Mehrdimen- sionalität. Sie umfasst nicht nur die gefühlte Erlebnisqualität, sondern geht zeitgleich mit komplexen Reaktionsmustern auf unterschiedlichen Ebenen einher. Zudem ist Angst zeitlich variabel und stets subjektiv.
Die Diagnoseproblematik liegt dementsprechend sowohl in der Natur des Phänomens als auch in der individuellen Festlegung der Wahrnehmungsqualität und der Fähigkeit die eigenen Empfindungen mitteilen zu können, begründet.
Es erweist sich jedoch von großer Bedeutung bei Betroffenen eine zutreffende Diagnose zu stellen und nicht etwa die heterogenen und variablen Symptome, die die Angst mit sich bringt, als eigenständige Krankheit zu klassifizieren. Schlaflosigkeit, Nervosität, Herzklopfen, Ruhelosigkeit oder Stress sind Begleiterscheinungen und nicht, wie oftmals wohl im ersten Augenblick angenommen, eine selbständige Krankheit oder gar die Ursache des Unwohlseins. Eine konkrete Abklärung von Angsterkrankungen ist wichtig und nicht selten entscheidend in Bezug auf die künftige Prognose. Unbehandelte Angst kann sich im Verlauf des Lebens zu einem manifestierten Angstzustand entwickeln, Depressionen und/oder Drogenprobleme bedingen (vgl., Schmidt-Traub; Lex, 2005, S. 40).
Laut Hoyer, Helbig und Margraf ist es von großer Bedeutung, dass eine fundamentierte Diagnosestellung der genauen Abklärung bedarf, dass keine organischen Ursachen vorliegen oder dass es sich nicht etwa um eine substanzinduzierte Angst handelt. Es muss sich um eine konkrete Angst handeln, die mit einer Behandlungsbedürftigkeit einhergeht. Sind all diese Unterscheidungsmerkmale erfüllt, sollte der Arzt anhand von diagnostischen Leitkriterien eines Klassifizierungssystems die treffendste, Symptom berücksichtigende Diagnose stellen. Die folgende Tabelle (vgl., Hoyer et al., 2005, S. 17) bezieht sich auf eine Zuordnung von häufig auftretenden, spezifischen Symptomen im Zuge einer Angsterkrankung und die in die- sem Zusammenhang entsprechend passende Zuordnung der jeweiligen Angsterkrankung.
Tabelle 1: Typische Angstsymptome
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Obwohl die Schwierigkeiten einer zutreffenden Diagnose im Bereich der Angststörungen bekannt sind, haben Umfragen und Untersuchungen dennoch ergeben, dass die Angststörung an sich als die am weitesten verbreitete psychische Erkrankung gilt. Insbesondere spezifische und soziale Phobien finden in Deutschland in diesem Kontext die größte Erhebung (vgl., Schmidt-Traub; Lex, 2005, S. 18).
3.1. Klassifizierungssysteme
Ein unter Ärzten, Psychologen und vielen anderen Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind, bekanntes System zur Klassifizierung von Erkrankungen jeglicher Art und Intensität ist das ICD-10 (International Classification of Disorders, 10. Version, 1991, klinisch diagnosti- sche Leitlinien, und ICD-10, diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis 2000). Es folgt den Bestimmungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Ein weiteres Klassifizierungssystem ist das auf psychische Erkrankungen spezialisierte DSM-
IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen, 4. Revision, DSM-IV,
1994, in deutsch 1996). Das DSM-IV folgt den Vorgaben und Richtlinien der American Psychiatric Association. Es wird häufig bevorzugt, da es oftmals im Gegensatz zum ICD-10 für die diagnostische Einschätzung von Angsterkrankungen präzisere Angaben und Leitlinien
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Anna-Maria Kudla, 2007, Angst, Munich, GRIN Publishing GmbH
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