Der Genozid in Ruanda
von Jakob Kolleck
INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung 4
II. Überblick: der Genozid in Ruanda 5
III. Genozid als Erscheinung von Gewalt in der Moderne 6
IV. Der Begriff des Genozids 8
V. Ursachen und Entwicklungen 10
5.1. Ethnische Ursprünge 10
5.2. Kolonisation 13
5.3. Unabhängigkeit 13
5.4. Überbevölkerung Und Verarmung 15
VI. Die Rolle von Staat und Medien 16
6.1. Organisation Der Gewalt 16
6.2. Propaganda Der Gewalt 17
Schluss 18
Literaturverzeichnis
I. Einleitung
Über lange Zeit haben in Zentralafrika Konflikte zwischen Hutu und Tutsi geschwelt. Im Jahr 1994 kam es zum Ausbruch von organisierter Gewalt, einem Völkermord an den Tutsi. Der Genozid war seit Monaten geplant und wurde systematisch und in kurzer Zeit durchgeführt. Heute, sieben Jahre nach dem Völkermord, erinnert im Westen kaum jemand an die Ereignisse, die sich in Zentralafrika abspielten. Gewalt in diesem Ausmaß kann jedoch nur verhindert werden, wenn die Ursachen analysiert, wenn gesellschaftliche Spannungen und negative Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Im Fall Ruanda hat letztlich auch die internationale Gemeinschaft in dieser Hinsicht versagt.
In dieser Arbeit werden mögliche Ursachen des Völkermordes untersucht, die zu einem besseren Verständnis des Genozids beitragen sollen. Unter welchen Umständen ist der Mensch fähig, Aggressionen in solch einem Ausmaß zuzulassen? Wie ist es möglich, dass einer großen Bevölkerungsgruppe die Menschenwürde aberkannt wird? Wie kam es zur Spaltung der Bevölkerung?
Um in das Thema einzuführen, werden die Ereignisse von 1994 zu Beginn der Arbeit kurz dargestellt. Kapitel 3 diskutiert Erklärungsversuche für den Genozid im 20. Jahrhundert. Welchen Einfluss hat die Moderne? Im vierten Kapitel werden unterschiedliche Definitionen und Formen des Umgangs mit dem Begriff Genozid vorgestellt. Darauf aufbauend soll gezeigt werden, wie es zu der Abgrenzung zwischen Hutu und Tutsi kam. Als Ursachen und Bedingungen kommen die Ethnisierung, die zurückliegenden historischen Entwicklungen von der Kolonisation zur Unabhängigkeit und auch die Auswirkung von Überbevölkerung und Verarmung in Frage. Der letzte Teil der Arbeit demonstriert die Organisation der Tötungsmaschinerie. Inwieweit machte Propaganda den Völkermord erst möglich? Hier wird insbesondere der Einfluss der Medien, der Politik und der Verwaltung diskutiert.
II. Überblick: Der Genozid in Ruanda
Lange schon hatten extremistische Hutu den Völkermord vorbereitet, ohne dass die internationale Gemeinschaft reagierte. Der damalige Präsident Habyarimana (ein Hutu) fühlte sich zunehmend von RPF -Rebellen bedroht und versuchte, mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben. Im August 1993 wurden Friedenskräfte - die UNAMIR (United Nations Assistance Mission in Ruanda) stationiert, die für Frieden zwischen der ruandischen Regierung und der RPF sorgen sollten, doch die Vorbereitungen des Genozids schienen sie nicht zu bemerken. Die Partei Habyarimanas MRND versuchte zwar den Konflikt zu entschärfen, doch verhinderte auch sie nicht, dass Hutu-Extremisten die Bevölkerung aufhetzten und die Vernichtung der Tutsi planten. Man wartete nur noch auf einen Anlass, loszuschlagen.
Am 6. April 1994 wurde ein Flugzeug abgeschossen, in dem Habyarimana und andere wichtige politische Persönlichkeiten saßen. Alle Insassen starben. Die Verantwortung für den Anschlag wurde bis heute nicht geklärt. Einige Tutsi behaupten, es habe sich um einen geplanten Mord der extremen Hutu gehandelt, die den in ihren Augen noch zu gemäßigten Präsidenten ausschalten wollten. Von Seiten der Hutu wurden pauschal die Tutsi beschuldigt und es begannen zunächst Pogrome, später organisiertes und systematisches Morden. Mit grausamen, qualvollen Methoden wurde getötet. Ohne Unterschiede fielen Kinder, Frauen und politisch Oppositionelle dem Genozid zum Opfer.
Schockiert von den Ereignissen in Ruanda rüstete die RPF auf und griff die ruandische Regierung an. Lange schaute die UN tatenlos zu., bis sie sich entschied, einzugreifen. Als die Friedenstruppe UNAMIR II letztendlich in Ruanda eintraf, war die Regierung schon von der RPF gestürzt und eine neue Regierung an der Macht.
Nur wenige Tutsi überlebten, da Hutu sie versteckt hielten, doch heute gibt es "nahezu keinen Menschen in Ruanda, der nicht vom Völkermord betroffen ist."
Die meisten Opfer waren Tutsi oder Hutu, die sich dem Massenmord nicht anschlossen oder Tutsi versteckt hielten. Über die Zahl der Toten ist sich die Literatur nicht einig. Meist wird sie auf 500.000 geschätzt, anderen Berichten zufolge ist es mindestens eine Million .
Die Berichterstattung im Westen enthielt oft dramatische Beschreibungen der Grausamkeiten, weniger Analysen der Ursachen, z.B.: "700.000 Menschen in 100 Tagen zerschlagen, zerstückelt, zerhackt. Zurück blieben 95.000 Waisenkinder, ungezählte Witwen, Millionen von Flüchtlingen, Leichenberge und Massengräber..."
Auch wurden die unmenschlichen Bedingungen in den Flüchtlingslagern angeprangert: "Sie winden und bäumen sich im Schmerz auf. Oder sie liegen ganz still und starren zur Decke hoch. Manche haben die Pupillen verdreht oder zeigen glasige, stumpfe Blicke. Abgründe tun sich auf, wenn man in diese Augen schaut. Es ist, als ob einen das ganze Unglück der Welt anfiele, wenn man die Kinder sieht, ihre aufgedunsenen Bäuche, ihre spindeldürren Beinchen." .
III. Genozid als Erscheinung von Gewalt in der Moderne
[...]
Arbeit zitieren:
Jakob Kolleck, 2002, Der Genozid in Ruanda, München, GRIN Verlag GmbH
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ninuschka
lob.
tolle hausarbeit haste da geschrieben!
am Friday, March 23, 2007-