Gliederung
1. Einleitung 4
2. Definition Armut 5
2.1 Armut (Politlexikon) 5
2.2 Armut (Wirtschaftslexikon) 5
3. Theoretische Ansätze bzw Konzeptualisierung von Armut 6
3.1 Subsistenzansatz 6
3.2 Soziale Ungleichheit 6
3.3 Soziale Ausschließung bzw soziale Ausgrenzung 6
3.4 Kritik 7
4. Armutsmessung 8
5. Ergebnisse der Armutsmessung 9
5.1. Armuts- und Reichtumsbericht 9
5.1.1 Einkommen und Vermögen in Deutschland 9
5.1.2 Überschuldung privater Haushalte 10
5.1.3 Politik der sozialen Gerechtigkeit 10
5.1.4 Arbeitslosigkeit besonderer Personengruppen 11
5.1.5 Familien 11
5.1.6 Junge Menschen 12
5.1.7 Gesundheit 12
5.1.8 Kinder und Jugendlich am Rande der Gesellschaft 12
5.2 UNICEF: Kinderarmut in reichen Ländern 13
5.2.1 Kinderarmut in Deutschland 14
6. Wie kommt es zu Kinderarmut 17
6.1 Bedingungsfaktor Globalisierung und neoliberale Modernisierung 17
6.2 Besondere Risikogruppen für Armut 18
6.2.1 Arbeitslosigkeit in der Familie 18
6.2.2 Alleinerziehende 18
6.2.3 Kinderreiche Familien 18
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6.2.4 Kinder aus Zuwanderungsfamilien 18
6.2.5 Jugendliche ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung 19
6.2.6 Haushaltsgröße und Geschwisterzahl 19
6.2.7 Ethnische Herkunft 19
7. Folgen der Kinderarmut 20
7.1 Gesundheitliche und psychosoziale Beeinträchtigungen 20
7.2 Bildungsbenachteiligung 21
7.3 Psychosoziale Belastung und Bewältigungsstrategien der Kinder 22
8. Fallbeispiel: Straßenkinder in Deutschland 23
9. Kinderarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit 26
10. Prävention 27
10.1 Das zeitbezogene Kategorisierungsmodell 27
10.2 Das theoriebezogene Kategorisierungsmodell 28
10.2.1 Die repressiv-polizeistaatliche Prävention 28
10.2.2 Die konservativ-protektionistisch-karitative Prävention 29
10.2.3 Die gesellschaftskritisch offensive Prävention 29
10.3 Strukturbezogene Prävention 29
11. Handlungsanforderung 30
11.1 Kommunale Armutsprävention 30
11.2. Jugendhilfe 31
11.3 Quartiermanagement und Schulsozialarbeit 32
Literatur 34
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1. Einleitung
Wenn man in die 70er Jahre zurückblickt, dominierte damals die Vorstellung, dass Kinderarmut nicht nur in westlichen Industriestaaten angesiedelt ist. Seit es jedoch 1975 von der europäischen Gemeinschaft beschlossen wurde, dass alle Mitgliedstaaten so genannte Armutsberichte erstellen sollen, ist man von der früheren Meinung zurückgewichen und hat ein „Armutsproblem“ auch in den westlichen Industrieländern wahrgenommen.
Auch wenn Deutschland ein „reiches“ Land ist und der Wohlstand für jedermann sichtbar ist, so leben auch etliche Menschen in Armut. Immer höher wird der Anteil an Menschen in der Bevölkerung, die dauerhaft oder zeitweise auf „laufende Hilfe zum Lebensunterhalt“ angewiesen sind. In den letzten 15Jahren hat sich die Zahl der Bedürftigen verdreifacht. Zwar zeigt sich die Armut in Deutschland anders als etwa in der Dritten Welt, jedoch ist sie existent und darf nicht angezweifelt oder unterschätzt werden. Oft werden Armutserscheinungen gerade von den Politikern verdrängt so sagte schon 1998 die damalige Bundesfamilienministerin Claudia Nolte zum 10.Kinder- und Jugendbericht: „Kindheit in Deutschland ist eine gute Kindheit“, obwohl damals 1,1 Millionen Kinder, jedes siebte Kind, unter 18Jahren von Armut betroffen waren. Galten bis in die 80er Jahre vor allem ältere Menschen aufgrund ihrer unzureichenden Rentenversorgung als arm, so sind es heute vor allem Kinder- und Jugendliche. Immer mehr Minderjährige in der Bundesrepublik Deutschland wachsen in Armutslagen auf. Heutzutage sind es insgesamt 1,5 Millionen, die auf Sozialhilfe, Sozialgeld nach SGBII oder Kinderzuschläge auf Sozialhilfeniveau angewiesen sind ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer. Seit einigen Jahren sprechen daher die Wissenschaftler von der „Infantilisierung“ der Armut, da Kinder und Jugendliche die Altergruppe bilden, die am häufigsten und stärksten von Armut betroffen sind.
Das Kindesalter als Entwicklungsstufe eines jeden Menschen, ist in Deutschland durch sehr gravierende Unterschiede in den Lebensbedingungen gekennzeichnet, so dass sich mittlerweile eine Kluft zwischen steigendem Wohlstand und wachsender Armut gebildet hat, vor allem auch durch die Arbeitslosigkeit der Eltern. Die Folge der Kinderarmut sind eingeschränkte individuelle Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern in Armutslagen sowie die Beeinträchtigung einer Chancengleichheit bezüglich der Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation.
In dieser Arbeit möchten wir das „Phänomen Kinderarmut“ generell und ganz spezifisch in Deutschland näher betrachten. Dabei stützen wir uns auf Erkenntnisse des letzen Armutsberichtes und auf Untersuchungen anerkannter Wissenschaftler, die sich schon seit Jahren mit der Problematik beschäftigen.
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2. Definition Armut
Insbesondere der sozialwissenschaftliche Diskurs über neue „soziale Ungleichheiten“ und die sich hieraus ergebenen Fragen nach deren Konsequenzen haben in den letzten Jahren zu einer ausgeprägten Debatte darüber geführt, was unter Armut – auch in den so genannten „entwickelten Gesellschaften“ – verstanden werden kann und wie diese Armut von der in den so genannten „Entwicklungsländern“ abzugrenzen und methodisch zu erfassen ist. Was als „notwendig“ und was „zureichend“ bezeichnet werden kann, also wie sich der „Bedarf“ von Personen bezogen auf ihren gesellschaftlichen Kontext genau darstellt, diese Frage bleibt jedoch nicht nur bei Simmel (1908) ungeklärt. Auch heute noch steht sie im Mittelpunkt der aktuellen Armutsdiskussion.
2.1 Armut (Politlexikon) Armut ist eine Situation wirtschaftlichen Mangels. Zu unterscheiden sind: Objektive Armut, dass heißt einzelne Personen, Gruppen oder (Teile von) Bevölkerungen sind nicht in der Lage, ihr Existenzminimum aus eigener Kraft zu bestreiten. Subjektive Armut liegt vor, wenn ein Mangel an Mitteln, die der individuellen Bedürfnisbefriedigung dienen, empfunden wird.
Absolute Armut bedroht die physische Existenz von Menschen unmittelbar (Beispielsweise durch Verhungern oder Erfrieren) oder mittelbar (Beispielsweise aufgrund mangelnder gesundheitlicher Widerstandskraft).
Relative Armut, dass heißt das Unterschreiten des soziokulturellen Existenzminimums (oft gleichgesetzt mit der Bedrohung der Menschenwürde).
Hauptursache zunehmender Armut in Deutschland, insbesondere in Form der Alters-, Frauen- und Kinderarmut, ist die hohe Arbeitslosigkeit. (Schubert, 2006)
2.2 Armut (Wirtschaftslexikon) Die wirtschaftliche Situation einer Person oder einer Gruppe von Menschen, in der diese nicht aus eigener Kraft einen als angemessen bezeichneten Lebensunterhalt bestreiten kann (objektive Armut) oder ihre materielle Lage selbst als Mangel empfindet (subjektive Armut). Welcher Lebensunterhalt jeweils als angemessen betrachtet wird, verändert sich mit der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Situation der Gesellschaft. Dem Schutz vor Armut dient z.B. die Sozialhilfe, mit der wirtschaftlich-soziales Existenzminimum gesichert werden soll.
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3. Theoretische Ansätze bzw. Konzeptualisierung von Armut
Um Armut, sowie die „Konzeptualisierung“, „Operationalisierung“ und Messung des Phänomens Definieren zu können sind drei Ansätze wesentlich: Der „Subsistenzansatz“ der theoretische Zugang über „soziale Ungleichheit“ und der Ansatz der „sozialen Ausschließung bzw. Ausgrenzung“. Mit Hilfe dieser Ansätze können nicht nur das Ausmaß von Armut mitbestimmt werden, sondern auch Strategien zu deren Bekämpfung vorgeben werden. Weiter können aus jedem dieser Konzepte „idealtypische Definitionen“ abgeleitet werden, die der „Operationalisierung“ dann zugeführt werden (Zimmermann in Butterwege 2000, S. 62)
3.1 Subsistenzansatz Dieser Begriff verbindet Armut mit dem Existenzminimum, dass entweder nur der Lebenserhaltung dient (physisches Existenzminimum) oder in einem erweiterten Sinn auf ein menschenwürdiges da sein, innerhalb einer Gesellschaft abzielt (soziokulturelles, auch „konventionelles Existenzminimum genannt). Daraus werden absolute Armutsdefinitionen abgeleitet, die im Falle, eines soziokulturellen Existenzminimum dem Übergang zum Konzept der sozialen Ungleichheit in sich tragen. Kennzeichen der absoluten Armutsdefinition ist die Festlegung eines Existenzminimums.
Zwischen der Festlegung und dem Wohlstandsniveau eines Existenzminimums, besteht jedoch kein ständiger, unmittelbarer Zusammenhang entsprechend einer fortwährenden Anpassung. (vgl. Zimmermann in Butterwege 2000 S. 62)
3.2 Soziale Ungleichheit Armut wird aus den sozialen Strukturen als extreme (nicht gewollte) Ausprägung sozialer Ungleichheit entwickelt. Daraus werden relative Armutsdefinitionen abgeleitet, wobei jene Untersuchungseinheiten die am „unteren Ende“ einer Verteilungsskala liegen, als arm gelten. Bei einer mehrdimensionalen Analyse wird eine Vielzahl von Merkmalen (Einkommen, Vermögen, Wohnsituation, Bildung, Freizeit usw.) zur Analyse von Benachteiligung (Ungleichheit) herangezogen. (vgl. Zimmermann in Butterwege 2000, S. 63)
3.3 Soziale Ausschließung bzw. soziale Ausgrenzung Dieses Konzept bezieht sich im Gegensatz zu den bisher genannten Ansätzen, die die Deskription des Armutsphänomens in Vordergrund gestellt haben, auf die sozialen Folgen und Konsequenzen der Armut sowohl für die Armen selbst als auch für die restliche
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Bevölkerung. Unter dieses Konzept fallen zum Beispiel der Stigmatisierungsansatz, aber ebenso das Konzept der „sozialen Vererbung“ von Armut und Deprivation (von einer Generation zur nächsten) als spezifischer Form von Armutsdynamik, die in Randgruppenstudien häufig angesprochen werden. Im Begriff einer „Kultur bzw. Subkultur der Armut“ wird sogar die Existenz einer eigenen, in sich geschlossenen Lebenswelt unterstellt, die die Weitergabe von Armut innerhalb der betroffenen Familien begünstige. (vgl. Zimmermann in Butterwegge 2000, S. 63)
3.4 Kritik Die absoluten Armutsdefinitionen werden in erster Linie aufgrund der praktischen Bestimmung und Festlegung von Mindestbedarfen kritisiert. Fakt ist, dass für beide Existenzminima, die Ursache der Armut sowie deren Bekämpfung bei diesen Definitionen völlig wegfallen. Demgegenüber stehen Armutsdefinitionen, die auf dem Konzept der sozialen Ungleichheit basieren und aus bestimmten Wohlstandsverteilungen abgeleitetet werden.
Die verschiedenen Konzepte und Ansätze haben gezeigt, dass es nicht möglich ist, ausschließlich durch objektive Kriterien, die jeweiligen Sichtweisen von Armut zu bewerten. Jedoch bestehen Übereinstimmungen in der Armutsforschung hinsichtlich folgender Aspekte:
• Armut ist abhängig von gesamtgesellschaftlichen Gegebenheiten und kann nur für eine bestimmte Gesellschaft und einen begrenzten Zeitabschnitt begriffen werden. Weiter muss Armut für einen Sozialstaat anders definiert werden als für ein so genanntes Entwicklungsland. Ebenso muss die Operationalisierung und Definition den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst werden.
• Für die Bundesrepublik Deutschland ist Armut ein „relatives Phänomen“, d. h. es geht in der Regel nicht um physisches Überleben, stattdessen um menschenwürdiges Leben. Aufgrund dessen kann man Armut nicht als absolut, im Sinne von physischen Existenzminimums, sondern nur im Zusammenhang zu gesamtgesellschaftlichen Lebensgewohnheiten definieren.
• Nicht nur monetäre Ressourcen müssen berücksichtigt werden, auch weitere Aspekte der Unterversorgung (Gesundheit, Bildung, Erwerbstatus, etc.), sowie die Frage der Verfügbarkeit der Handlungsspielräume, welche die Abhängigkeit der gesellschaftlichen Rahmenbedingung einschließt.
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• Armut und Deprivation werden an Kinder und Jugendliche durch die Familie (Haushalt) weiter vermittelt. Daher muss Armut auch familien- und haushaltsbezogen betrachtet werden.
• Armut ist für alle (direkt und indirekt) Betroffenen in Anbetracht der (objektiven) zeitlichen Dauer, der biographischen Einordnung und subjektiven Bewältigung sowie hinsichtlich der subjektiven Folgen und Wirkungen zu verstehen. Zu erfassen sind die individuellen Bewältigungsmuster auch im Kontext der räumlichen Bedingtheit (Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Wohnumfeld, etc.) (vgl. Zimmermann in Butterwegge 2000, S. 64)
4. Armutsmessung
Armut lässt sich grundsätzlich über den Ressourcenansatz und den Lebenslagenansatz erfassen. Der Ressourcenansatz geht davon aus, dass Armut eine Unterausstattung an „monetären Ressourcen“ (Einkommen aus Erwerbsarbeit sowie Vermögen, öffentliche und private Transferleistungen etc.) beziehungsweise „nichtmonetären Ressourcen“ (Ergebnisse hauswirtschaftlicher Produktion, etc.) darstellt.
Die meisten bisherigen empirischen Arbeiten, beziehen sich jedoch fast ausschließlich auf eine einzige Ressource, das verfügbare Einkommen als ein in zentrales Merkmal der sozioökonomischen Lage von „Untersuchungseinheiten“.
Untersuchungseinheiten bestehen aus Personen/Haushalt bzw. Familie/Gruppe und werden durch Faktoren wie Bildung, Arbeit, Wohnen und Gesundheit wesentlich bestimmt. (vgl. Butterwegge, S65) Im Gegensatz zum Ressourcenansatz, ist der Lebenslagenansatz viel umfassender. Der Begriff wurde durch Gerhard Weisser nach dem 2. Weltkrieg eingeführt. Lebenslage ist der Spielraum, den einem Menschen (eine Gruppe von Menschen), die äußeren Umstände nachhaltig für die Befriedigung der Interessen bietet, die den Sinn seines Lebens bestimmen. Durch die vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten ergaben sich folgende Charakteristika für die Operationalisierung des Begriffs Lebenslage:
- multidimensional,
- Handlungsspielräume und ihre Grenzen, u. a. resultierend aus der
- Ressourcenausstattung,
- widerspiegelt u. a. in potenziellen und tatsächlichen Versorgungslagen,
- abhängig von subjektiver Nutzungskompetenz (Butterwegge 2000, S.66 mit einem Zitat von Zimmermann 1999)
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Nach dem Lebenslagenansatz wird Armut als eine Unterausstattung relevanter Bereiche (Einkommen, Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit, Ernährung, Freizeit, etc.) bzw. deren Kumulation verstanden.
In Deutschland basieren die Armutsanalysen fast ausschließlich auf dem Ressourcenansatz. Demnach beschränkt sich die statistische Datenerhebung nur auf das Einkommen. (Butterwege 2000, S. 66-67)
5. Ergebnisse der Armutsmessung
5.1. Armuts- und Reichtumsbericht
„Die Armuts- und Reichtumsberichterstattung basiert auf dem Leitgedanken, dass eine detaillierte Analyse der sozialen Lage die notwendige Basis für eine Politik zur Stärkung sozialer Gerechtigkeit und zur Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabe ist.“ (Lebenslagen in Deutschland, S.4) Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht analysiert die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen von 1998 bis, soweit die Daten verfügbar waren, an den aktuellen Rand. Da viele Reformen der Agenda 2010 erst im Laufe des Jahren 2004 oder Anfang 2005 in Kraft getreten sind, konnten die Auswirkungen nicht in den Bericht eingezogen werden. Im Bericht wird zwischen den EU-Mitgliedstaaten vereinbarte Definition einer „Armutsquote“ verwenden. Diese benennt den Anteil der Personen in Haushalten, deren „bedarftsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen“ weniger als 60% des Mittelwertes aller Personen beträgt. In Deutschland beträgt die so errechnete Armutsrisikogrenze 938 Euro (Datenbasis EVS 2003). (vgl. Lebenslagen in Deutschland)
5.1.1 Einkommen und Vermögen in Deutschland
Die Höhe des Haushaltseinkommens beeinflusst die Teilhabe- und Verwirklichungschancen des Einzelnen in der Gesellschaft. Deutschland ist insgesamt, im internationalen Vergleich, bei der Bekämpfung von Armut erfolgreich. Der deutsche Sozialstaat gehört, nach den letzten vergleichbaren EUROSTAT-Zahlen aus dem Jahr 2001, trotz höherer Arbeitslosigkeit zu den EU-Ländern mit der niedrigsten Armutsrisikoquote und geringer Armut. Der Durchschnitt EU liegt bei 15%. Vor Deutschland (11%) befinden sich Schweden (9%) und Dänemark (10%). Öffentliche Transfers der Sozialversicherung und der Gebietskörperschaften (z.B. Rente, Kindergeld, BAföG, Sozialhilfe) senken das Armutsrisiko 2003 um rund zwei Drittel. Erwerbstätige, Selbständige und ältere Menschen haben ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko. (Vgl. Lebenslagen in Deutschland)
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Arbeit zitieren:
Nadine Kraus, 2007, Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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