Der Demokratisierungsprozess Südafrikas
in der Theorie der Transformationsforschung
von Boris Cremer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hauptteil
2.1. Einführung: Historischer Abriss 5
2.2. Südafrika in der Apartheid: Systemtheoretische Einordnung 7
2.3. Transformationsphasen
2.3.1. Ende des autokratischen Systems 10
2.3.2. Institutionalisierung der Demokratie 11
2.3.3. Konsolidierung der Demokratie 12
2.4. Das Ende der Apartheid (Liberalisierung)
2.4.1. Systeminterne Ursachen 14
2.4.2. Systemexterne Ursachen 15
2.4.3. Reformversuche der Regierung 15
2.5. Die Institutionalisierung der Demokratie (Demokratisierung) 17
2.6. Die Etablierung der Demokratie (Konsolidierung)
2.6.1. Internationales Umfeld 20
2.6.2. Ökonomische Einflüsse 20
2.6.3. Zustand des politischen Systems und seiner Institutionen 21
3. Schluss / Fazit 22
4. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Die Verabschiedung der südafrikanischen Verfassung am 8. Mai 1996 besiegelt das, was sich seit Beginn der 80er Jahre unter großem internationalen Druck vollzogen hatte. Das rassistische Apartheid-Regime wich einem westeuropäisch-geprägten, pluralistischen und weltoffenen demokratischen System. Nach fast vier Jahrhunderten weißer Herrschaft hatten die schwarzen Südafrikaner endlich die gleichen Privilegien wie die weiße Minderheitsbevölkerung. Die in alle Lebensbereiche eingreifenden Gesetze der Apartheid hatten endlich ein Ende und der bis dato verschmähte südafrikanische Staat wurde zum Vorbild vieler anderer Staaten des afrikanischen Kontinents. Die Regenbogennation ersetzte das anachronistische Apartheid-Regime und die Demokratie öffnete einem freiheitlichen Übergang ins 21. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung Tür und Tor.
Da die südafrikanische Demokratisierung sich nicht analog mit ähnlichen Systemwechseln in der Region vollzogen hat, taucht sie nicht in der Chronologie der Transformationsforschung auf. Diese ordnet die zahlreichen Systemwechsel seit Beginn des 19. Jahrhunderts in drei Demokratisierungswellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der südafrikanische Systemwechsel gänzlich von den empirischen Konstrukten der Transformationsforschung unterscheidet. Das Gegenteil ist der Fall: Im gesamten Verlauf lassen sich Parallelen zur Theorie ziehen. Und genau hier setzt die Zielsetzung dieser Arbeit an.
Stets an den Theorien der Systemforschung orientiert, wird der Übergang vom südafrikanischen Apartheid-Regime zu einer der jüngsten Demokratien der Welt nachvollzogen. Die allgegenwärtige Frage lautet dabei: Inwiefern erweisen sich die Theorie der Systemwechsel und das Fallbeispiel Südafrika als kohärent. Worin bestehen die groben Gemeinsamkeiten? Wo hingegen erweist sich das südafrikanische Wechselbeispiel als eigen?
Bevor der eigentliche Systemwechsel in den Mittelpunkt gerückt wird, wird der Versuch eines kurzen historischen Überblicks unternommen: Wie ist die ethnische Zusammensetzung Südafrikas zu erklären? Woraus resultieren die entsprechenden Machtverhältnisse?
In Kapitel 2 steht wiederum die Transformationstheorie Pate. Unter dem Titel "Systemtheoretische Einordnung" ist der Vergleich zwischen dem Apartheid-Regime in der Praxis und den Eigenschaften autokratischer beziehungsweise autoritärer Systeme in der Theorie zu verstehen: Was kennzeichnet ein autoritäres System gegenüber totalitären Systemen und Demokratien? Weshalb kann im Falle des Apartheid-Südafrikas von einem autoritären System gesprochen werden und mit welchem Subtypus haben wir es zu tun?
Den dritten Teil der theoretischen Grundlagen nehmen die Transformationsphasen ein. Diese beschreiben den typischen Verlauf einer Transformation. Von der Liberalisierung im noch bestehenden autokratischen System über die Institutionalisierung der neu zu schaffenden Demokratie bis zur endgültigen Konsolidierung der Demokratie.
Nach diesen theoretischen Einführungen setzt der Kern der Südafrika-orientierten Untersuchung in den 80er Jahren, sprich in der Endphase der Apartheid, ein. Dieser Übergangsbeginn wird in der Transformationsforschung als Liberalisierung bezeichnet und besteht in der Regel aus Reformversuchen der aktuellen Regierung beziehungsweise des Regimes. Hauptaugenmerk hierbei die internen und externen Ursachen für den Zerfall des Systems. Auch hier stellt die Theorie nützliche Kriterien zur Verfügung.
Der eigentliche Aufbau der Demokratie beginnt mit der Demokratisierungsphase. Hier stehen sowohl der Verlauf als auch das Endprodukt des Prozesses im Vordergrund: Lässt sich der südafrikanische Regimewechsel einem transformationstheoretischen Verlaufsmuster zuordnen und wie gestaltet sich dessen Endprodukt? Der zweite Teil besteht vorrangig aus der Analyse der endgültigen südafrikanischen Verfassung von 1996. Mit der Verabschiedung dieser endet der theoretische Teil der Demokratisierung.
Abschließend geht es darum zu untersuchen, in wie weit sich die Demokratie in Südafrika etabliert hat. Die Theorie spricht hier von der Konsolidierungsphase. Diese Etablierung vollzieht sich im Idealfall auf vier Ebenen. Da diese Phase im Fall Südafrikas bis in die Gegenwart reicht, kommt die Analyse einer Gegenwartsbeschreibung sehr nahe und lässt durchaus Platz für einen Ausblick in die kommenden Jahre.
2. Hauptteil
2.1. Einführung: Historischer Abriss
[...]
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Boris Cremer, 2002, Der Demokratisierungsprozess Südafrikas in der Theorie der Transformationsforschung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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