Inhaltsverzeichnis
1. Zum Ursprung und Geographie Schlesiens des Schlesischen 3
2. Der schlesische Dialekt 4
2.1 Die schlesischen Teilmundarten 6
2.1.1 Das Gebirgsschlesische 6
2.1.2 Das Gleetzische (Glätzische auf dt ) 8
2.1.3 Die Oberlausitzer Mundart 9
2.1.4 Das Neiderländische Aiber der Auder 10
2.1.5 Die Kräutermundart 11
2.1.6 Die Breslauische Mundart 11
2.1.7 Oberschlesisch (auch Wasserpolnisch genannt) 12
3. Lateinische und französische Einflüsse in der schlesischen Sprache
Fremdwörter 13
3.1 Einfluss des Polnischen auf die schlesische Sprache 14
4. Satzlehre und Satzbildung im Schlesischen 15
5. Schluss 17
6. Literaturverzeichnis 19
1. Zum Ursprung und Geographie Schlesiens – des Schlesischen
Im Ursprung war Schlesien von den ostgermanischen Stämmen der Silinger 2 und Lugier 3 besiedelt. Der heutige Landesname Schlesien leitet sich von den wandalischen Silingern ab. Im Zuge der Völkerwanderung wanderten Ostgermanen nach Süden und ermöglichten somit eine Ansiedlung, in der Mitte des 5. Jahrhunderts, von Slawen in Schlesien. Diese nahmen gegen Endes des 10. Jahrhunderts an der Bildung des polnischen Reiches unter Mscislaw I. teil. Aus dem Haus der Piasten 4 (im 12. Jh.) kristallisierte sich im weiteren Verlauf der Geschichte eine eigenständige schlesische Herzogs-Herrschaftslinie heraus. Besonders das Entgegenstellen des Herzogs Heinrich I. dem Bärtigen (1208-38) gegen Polen förderte eine bewusste Ansiedlung von deutschen Handwerkern, Bauern, Bergleuten und Kaufleuten. In erster Linie handelte es sich hierbei um Siedler aus fränkischen,
2
Die
Silingen
oder auch
Silinger
waren ein ostgermanischer Teilstamm der Vandalen, der auf dem Gebiet des heutigen Schlesien siedelte.
3 Die Lugier (Lygier) waren eine Ost-germanische Stammesgruppe im 1. Jh. nach Chr. in Schlesien und Kleinpolen.
4 Die Piasten waren eine europäische Dynastie, deren Ursprung im 9. Jahrhundert beim westslawischen Stamm der Polanen lag.
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thüringischen und obersächsischen Gebieten, doch auch Westfalen und Hessen kamen der Möglichkeit einer Migration nach. Allein diese Tatsache ließ viele Spracheinflüsse in den schlesischen Raum eindringen und lässt eine heutige Mundartenkarte des Gebietes sehr reich und bunt erscheinen.
Gerade die Ansiedlung von Arbeitern aus dem ehemals Deutschen Reich führte zu einer Gründung zahlreicher Dörfer und Städte im Zeitraum von 1300-1500. Schon 1320 gab es bedingt durch eine dynastische Aufteilung zehn niederschlesische und sieben oberschlesische Fürstentümer, die in ihrer Orientierung stark nach Böhmen ausgerichtet waren und letztendlich sogar 1327 die böhmische Lehnshoheit anerkannten. 1526 ging Schlesien mit dem Königreich Böhmen in Habsburgische Herrschaft über, doch hielt die Vorherrschaft des fürstlichen Geschlechts der Piasten noch bis 1675 an. Erst der eben mit 1675 datierte Tod des letzten Piasten ließ Schlesien zu einer österreichischen Provinz werden.
Im weiteren Verlauf der Historie wurde Schlesien von drei schlesischen Kriegen überzogen, was einen Abtritt der Schlesischen Provinz an Preußen hervorbrachte und nur ein kleines Gebiet um Troppau und Teschen als Herzogtum Schlesien bei Österreich bestehen ließ.
Der südöstliche Teil Schlesiens wird als Oberschlesien bezeichnet. Der nordwestliche Teil, welcher sich der Tiefenebene zuwendet, nennt man Niederschlesien.
2. Der schlesische Dialekt
Wie bereits in der Einführung beschrieben ist Schlesien von fast allen Altstämmen des ehemaligen Deutschen Reiches besiedelt worden, somit ist es auch nicht verwunderlich, dass sich einige Eigenarten und Merkmale des Mittelhochdeutschen erhalten haben.
Als Hauptsprache gilt das „Gebirgsschlesische“, welches vom Isergebrige über das Riesengebirge, das Waldenbruger Bergland, die Glatzer Gebirge bis in den Altvater reicht. In Form eines breiten Gürtels zieht es sich von den Bergen bis fast an die Oder und schneidet jenseits der Berge im Sudetendeutschen die deutsch- tschechische Sprachgrenze. Schlesisch ist ein hochdeutscher Dialekt, genauer
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gesagt eine ostmitteldeutsche Mundart und lässt sich weiterführend in folgende Gruppen unterteilen:
- Glätzisch, Grafschaft Glatz
- Neiderländisch
- Kräutermundart
- Breslauische Mundart
- Gebirgsschlesisch
- Oberschlesisch
- Oberlausitzer Mundart
Am wichtigsten bei der genaueren Betrachtung des Schlesischen, inklusive seiner Teilmundarten, ist die Tatsache, dass es eine Unterteilung bzw. Zweiteilung in Stammmundarten und Diphtonierungsmundarten gibt. Unter den Stamm- mundarten versteht man im Allgemeinen alle Teilmundarten, welche sich den im Schlesischen entstandenen Selbstlautstandard erhalten haben. Bei den so genannten Diphtongierungsmunarten hat sich im Zuge dessen eine Art „Evolution“, Weiterentwicklung vollzogen, die sich in der „Zerdehnung“ des Vokalismus äußert. 5
In den Bereich der Stammmundarten fallen:
- Gebirgsschlesisch
- Glätzisch
- Oberlausitzermundart
- Kräutermundart
Zu den Diphtongierungsmundarten sind zu zählen:
- Neiderländisch
- Kräutermundart
In der folgenden Karte ist schon einmal mit einer roten Linie die Grenze zwischen Stamm- und Diphtongierungsmundarten grob vermerkt.
5 Menzel, Wilhelm: Mundart und Mundartdichtung in Schlesien. München: Delp’sche
Verlagsbuchhandlung KG. 1972. S. 22- 37.
5
6
Auf die genauen Spezifikationen und geographischen Zugehörigkeiten der o.g. einzelnen Ausprägungsformen des Schlesischen werde ich noch im weiteren Verlauf dieser Arbeit kommen.
2.1 Die schlesischen Teilmundarten
2.1.1 Das Gebirgsschlesische
Wie bereits erwähnt zeichnet sich das Gebirgsschlesisch durchaus als Hauptsprache der schlesischen Varietät ab. Viele der Unterkategorien des Schlesischen gehen aus ihm hervor bzw. sind nahe mit ihm verwandt, somit ist es nur allzu logisch, diese Ausprägung als Erste im Zuge einer Analyse zu betrachten, da sich aus dem Gebirgsschlesischen nicht nur Parallelen zu den anderen schlesischen Mundarten ziehen lassen, sondern einige Charakteristika, wie z.B. einige Idiome, übergreifend vertreten sind.
6 Entnommen aus Hausdorff „Unser Schlesien“, erschienen im Karl Mayer Verlag – Stuttgart, jedoch
um eine Grenze zwischen Stamm- und Diphtongierungsmundarten ergänzt.
6
Arbeit zitieren:
David Liniany, 2006, "Uuba druuba", München, GRIN Verlag GmbH
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Das "Andere" in Robert Musils Novelle "Grigia"
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