Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Beschreibung 1
3. Analyse und Interpretation 5
4.Vom Kubo-Futurismus zum Suprematismus 7
5. Fazit 8
6. Literatur 10
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1. Einleitung
Im folgenden werde ich ein Werk des russischen Künstlers Kasimir Malewitsch mit dem Titel „Komposition mit La Gioconda“, datiert auf das Jahr 1914, beschreiben, also mit eigenen Worten zu erfassen versuchen, was ich sehe. Dann analysiere ich Elemente wie Schriftzüge, Symbole und ähnliches, das sich nicht durch bloßes Betrachten erschließt. Im Anschluss möchte ich auf die Bedeutung dieser Collage, die zur Zeit des Ersten Weltkrieges entstand, für den Künstler selbst, seine Zeitgenossen und nachfolgende Künstler eingehen. Schlüsselbegriffe definiere ich zum besseren Verständnis in Fußnoten, wem die Erläuterungen bekannt sind, kann sie einfach überspringen. Am Ende findet sich ein Verzeichnis der Literatur, die ich verwendet habe.
2. Beschreibung
Auf den ersten Blick fallen dem Betrachter drei Dinge an der „Komposition mit La Gioconda“, 62 x 49,5 cm, Öl, Bleistift und Collage 1 auf Leinwand, auf. Erstens mehrere geometrische Figuren, vor allem Rechtecke und ein Dreieck, die in verschiedenen mattierten Ölfarben gemalt sind und sich stark überlappen. Ein weißes hochkant gemaltes Rechteck überlappt ein wesentlich größeres schwarzes, darunter befindet sich ein stark verdecktes blaues Dreieck und ein braunes Rechteck rechts davon, das ein schräg stehendes rosafarbenes Rechteck überschneidet. In der unteren Bildhälfte finden sich in graublau, braun und weiß bis durchscheinend gehaltene angeschrägte Rechtecke, teilweise auch runde Elemente und gebogene Linien, wie beispielsweise das lang gezogene schwarze „S“ in der unteren Bildmitte.
Zweitens ein aus braun grundiertem Papier gerissenes Abbild der Mona Lisa von Leonardo da Vinci 2 , die zwei Mal mit roter Ölfarbe durchgestrichen wurde. Ein
1 Der Begriff „Collage“ stammt aus dem Französischen und bedeutet im ursprünglichen Sinne „an-oder aufkleben“. In diesem Kontext kann es mit „Klebebild“ übersetzt werden, das ganz oder teilweise aus alltäglichen Materialien, wie Papier, Reproduktionen, Schrift und Textilien, zusammengefügt ist, die mitunter auch mit Malerei und Zeichnung verbunden sind. Vorläufer der Collage finden sich bereits in den Textcollagen der altjapanischen Kalligrafie, den Materialmontagen der fürstlichen Kunstkammern und in den Andachtsbildern, Stammbüchern und Wettersegen des 19. Jahrhunderts. Den eigentlichen Ausgangspunkt für die Collage bilden die „papiers collés“ des Kubismus. Auf dieser Grundlage entstehen später Assemblage, Objektkunst, ready-made, Photomontage, etc. Vgl. Wescher, Herta: Die Geschichte der Collage. Vom Kubismus bis zur Gegenwart. Köln, 1974. 2 Datiert wird das Ölgemälde, 30 x 20 cm, zwischen 1505 und 1513. Es ist ausgestellt im Louvre, Paris.
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Kreuz wurde über das Gesicht, ein kleineres über das Dekolleté gezogen. Links davon kleben zwei sternförmige bräunliche Blüten auf schwarzem Papier. Drittens russische Schriftzüge in verschiedenen Größen, im linken oberen Bildrand zwei mit schwarzer Ölfarbe handschriftlich geschriebene Worte, die untereinander angeordnet sind, zwei auf bräunlich vergilbten Papier schwarz aufgedruckte, vermutlich aus einer Zeitung oder Zeitschrift ausgeschnittene Worte, die Malewitsch quer über die Brust der Mona Lisa geklebt hat sowie schräg links unterhalb der Mona Lisa zwei weitere auf Papier gedruckte Worte. Die Collageelemente sind hauptsächlich auf die linke Leinwandhälfte konzentriert. Der Gesamteindruck des Werkes ist eher flächig und abstrakt, mit wenigen partiellen Ausnahmen. Das Abbild der Mona Lisa ist naturgetreu, also dreidimensional, Farbigkeit und Proportionen entsprechen denen eines Menschen. So ist beispielsweise die Haut der dargestellten tatsächlich hautfarben, die Augen befinden sich an der richtigen Stelle und sind zu Mund und Nase sowie zum Kopfumfang richtig proportioniert. Eine Andeutung von Räumlichkeit ergibt sich durch die Überlappung der einzelnen geometrischen Figuren und eine waagrechte Teilung der freien Flächen ungefähr in der Bildmitte durch einen bräunlichen Strich. Diese beiden so entstandenen Rechtecke bemalt Malewitsch in zwei verschiedenen Farben, die untere in einem hellen Ockerton, die obere in einem mit grau gemischten Weißton. Diese Aufteilung des Bildhintergrunds war besonders bei Portraits beliebt, da es das einfachste Mittel war, eine zwar minimale, aber dennoch räumliche Wirkung hervorzurufen ohne durch Beiwerk vom Gesicht des Portraitierten zu sehr abzulenken. Zwei der geometrischen Figuren im Vordergrund rechts wirken räumlicher als die ansonsten flächig gemalten Drei- und Vierecke. Die Grundformen sind zwar ebenfalls rechteckig, dadurch, dass die Querseiten rund gebogen wurden und an einer Seite mit schwarzen Pinselstrichen, die abrupt ins Graue übergehen, ein Schatten angedeutet wurde, entsteht aber eine gewisse Räumlichkeit.
Im linken unteren Eck hat der Künstler sein Werk mit schwarzer Farbe signiert „K. Malewitsch“. An einigen Stellen weist sie Beschädigungen auf, beispielsweise sieht man die Leinwand durch das rosa Rechteck durchscheinen, auch in der oberen Bildmitte ist der Farbauftrag aufgeraut und rissig. Einzelne Elemente der Collage, so wird vermutet, sind verloren gegangen.
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Elisabeth Falgner, 2002, Komposition mit La Gioconda, 1914, Munich, GRIN Publishing GmbH
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